Datum: | Artikel 2015

Windows 10 Desktop Startmenü Final klein

Nachdem die ersten User in der Upgradewelle Windows 10 erhalten haben, stellt sich die Frage, wie man nun eine Clean-Installation von Windows 10 auf einem leeren System bewerkstelligt. Viele Anwender scheitern am Lizenzkey. Wir klären auf.

Nachtrag 12.11.2015: Mit Erscheinen der Version 1511 von Windows 10, kann dieses System auch „clean“ installiert und über den Lizenzkey von Windows 7 oder Windows 8.x aktiviert werden. Weitere Informationen finden Sie unter Windows 10 Version 1511 Build 10586 – das erwartete Herbst-Upgrade für Windows 10.

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Clean-Installation erst nach Upgrade?

a.)

Wie in Microsoft-Foren zu lesen, ist eine „Clean Install“ bei Nutzung des kostenlosen Upgrade-Angebots zu Anfang nicht möglich. Es muss erst einmal der Upgrade-Prozess über Windows 7 bzw. Windows 8/8.1 komplett abgeschlossen und das neue System aktiviert werden. Erst dann ist eine spätere Clean-Installation über die Reset-Funktion (Diesen PC zurücksetzen) in den Einstellungen möglich. Alternativ können Sie Windows 10 auch neu mit einem Installationsdatenträger (siehe b.) über das aktualisierte Windows 10 installieren.

Reset Windows 10

Reset Windows 10

 

Dies aber aber nicht ganz richtig.

Clean-Installation light

Etwas versteckt können Sie mit dem Media Creation Tool auch aus einem bestehenden Windows heraus eine Clean-Installation durchführen.

Starten Sie dazu das Media Creation Tool und wählen Sie die Option „Jetzt Upgrade für diesen PC ausführen“.

Sobald das Fenster „Bereit für die Installation“ erscheint, muss die Option „Ändern der zu behaltenden Elemente“ unterhalb der beiden Häkchen in der Bildmitte ausgewählt werden.

Clean-Installation mit dem Media Creation Tool

In dem folgenden Fenster müssen Sie dann die Checkbox „Nichts“ auswählen, damit Windows 10 als neues System installiert wird und keine Einstellungen, Apps oder Daten übernommen werden.

Clean-Installation mit dem Media Creation Tool

Nun startet der Installationsvorgang. Programme und sonstige Einstellungen von der Vorgängerversion werden nicht übernommen. Der Product Key wird automatisch von der Vorversion für Windows 10 bei Microsoft registriert. Im Gegensatz zu echten Clean-Installation bleibt nur der Ordner „Windows.old“ mit den Resten des alten Systems zurück.

b.)

Für eine echte Clean-Installation, bei der die Partition formatiert und damit auch alle Daten gelöscht werden, brauchen Sie ein ISO-Abbild als Installationsmedium. Dazu stellt Microsoft auch entsprechende ISO-Abbilder zum Download bereit, welche eine Neuinstallation auf leeren Systemen ermöglichen. Sie müssen bei einer eventuellen Neuinstallation also nicht erst das vorherige System wieder aufspielen, um auf Windows 10 zu aktualisieren.

Nachdem man das Media Creation Tool in der passenden Bit-Fassung heruntergeladen hat, kann es für das aktuelle oder für ein anderes System das Installationsmedium herunterladen, wobei man hier dann Sprache, Edition und Bit-Variante selbst bestimmen kann.

Windows 10 ISO herunterladen

Als Ziel kann man eine ISO-Datei oder einen USB-Stick angeben, der dann auch bootfähig eingerichtet wird.

c.)

Die Clean-Installation auf einem leeren System scheitert dann aber trotzdem am alten Key aus Windows 7/Windows 8.x, welcher nicht akzeptiert wird. Sie brauchen auch nicht erst den Key aus Windows 10 auszulesen, da es sich hier um einen generischen Key handelt.

Überspringen Sie die Eingabe einer Seriennummer. Laut Microsoft ist gar keine Seriennummer mehr notwendig, wenn das System einmal durch ein Upgrade von Windows 7 oder Windows 8.x auf Windows 10 aktualisiert und aktiviert wurde. Der Lizenzserver von Microsoft speichert einen Fingerprint vom PC in seiner Datenbank und vermerkt den PC als aktiviert.

Windows 7/Windows 8 Key wird nicht erkannt

Windows 7/Windows 8 Key wird nicht erkannt

Weitere Hilfe zur Aktivierung finden Sie bei Microsoft.

Nachtrag 15.09.2015:

d.)

Mit einem Trick kann man nun doch mit Hilfe des Installationsdatenträgers und der Datei gatherosstate.exe sich bereits vor einer Installation die Aktivierung für Windows 10 holen, so dass dieses bei einer Clean-Installation direkt aktiviert ist, wie unser Artikel Echte Clean-Installation von Windows 10 ohne vorheriges Upgrade? beschreibt.

7 Antworten auf “Clean-Installation von Windows 10”

  1. PCDMicha

    Wir haben den Artikel geändert, da kein Lizenzkey für einmal aktivierte Systeme mehr notwendig ist.

  2. Andreas Sturma

    Hi,
    wegen dem Lizenzkey (Fingerprint der Hardware) wäre da noch eine Frage offen.
    Wie verhält es sich, wenn ich
    a) mit neuem Motherboard an den Start gehe weil das alte defekt ist.
    b) das System Upgrade mit Mobo und neue CPU und zu guter letzt
    c)W10 auf neuer Hardware installieren will.
    Wenn der ausgelesene Lizenzkey in W10 nichts mehr bringt wäre man schließlich gezwungen ein neues OS zu kaufen, oder wiederum sein altes W7 oder 8 zu installieren, wobei das Updaten auf W10 nur bis August 2016 funktionieren wird (offiziell)

    Gruß Andi

  3. PCDMicha

    Für a und B. muss dann das Windows neu telefonisch aktiviert werden. Microsoft soll sich hier dann sehr „kulant“ verhalten.

    Für c ist die Frage, ob es eine OEM-Lizenz war. In dem Fall wäre eine erneute Aktivierung nicht mehr möglich, bei einer Vollversion oder SystemBuilder dagegen schon. Auch das muss dann Microsoft telefonisch im Aktivierungsprozess vermittelt werden.

    Zur letzten Frage: Wer Windows 10 kostenlos will, MUSS es innerhalb des ersten Jahres 1x auf seinem System installiert und aktiviert haben. Übrigens verfällt dann die Ursprungslizenz, d.h. ein Windows 7 oder 8 ist 30-Tage nach der Aktivierung nicht mehr nutzbar.

  4. Oblong

    Meine Frage ist: Ich habe einen PC mit 2 Festplatten auf denen sich je eine separate Win 7 Installation (mit eigenem Lizenz Key) befand. Eine Win 7 Installation habe ich über das Update auf Win 10 gebracht. Was ist, wenn ich die 2 te Installation auch auf Windows 10 updaten möchte da der Lizenz Key nicht mehr wichtig ist sondern über eine Hardwareerkennung lizensiert wird?

  5. PCDMicha

    Eine gute Frage: Sofern sich Windows nicht an der anderen Festplatte stört, sollte das kein Problem sein, sprich Windows 10 auch dort ohne Aktivierung laufen. Teste doch mal und schreib uns, wie das Ergebnis war.

  6. Josy

    Hi,
    vermutlich bekomme ich hier keine Antwort, will aber andere einfach informieren:
    auf einer physikalischen Maschine lief eine „Windows 7 Ultimate“ (kein OEM), dann wurde diese Version auf „Windows 10 Pro“ upgedatet und bekam, wir zu erwarten war, einen neuen „Product Key“.
    Auf dieser _physikalischen_ Maschine wurde dann „Hyper-V“ aktiviert und im Hyper-V eine neue _virtuelle_ „Windows 8.1 Pro“ -Maschine installiert, aktiviert mit einem eigenen, noch nirgendwo aktiviertem, separat legal erworbenen „Product Key“ (Lizenzkey).
    Als auf dieser virtuellen Maschine der übliche Vorschlag einer Aktualisierung von Windows 8.1 auf Windows 10 erschien, wurde er angenommen.
    Nach der Installation (Update auf Windows 10 Pro) bekam diese virtuelle Maschine KEINEN eigenen, neuen Windows 10 Pro Produkt Key, sondern es wurde der Product Key von der _physikalischen_ Maschine_ auf der die virtuelle lief, also von dem „Host“, übernommen (der Key wurde schon mit 2 Tools ausgelesen – konnte meinen Augen nicht glauben).
    Also, kurz gesagt, anstatt 2 Stück „Windows 10 Pro“ Product Keys habe ich jetzt nur einen bekommen (von der physikalischen Maschine).

    Frage 1: ist mein „Product Key“ von der virtuellen Windows 8.1 Pro Maschine jetzt gesperrt/deaktiviert worden? Oder ist er immer noch aktiv und war gar nicht von dem Update betroffen? Und ich kann ihn auf einem neuem PC (physikalischen, versteht sich) noch verwenden? Also, verlor ich einen Product Key von meinen zwei wegen dem Upgrade oder doch nicht?

    Frage 2: falls eigener Windows 8.1 Key der virtuellen Maschine doch betroffen war und deaktiviert wurde: wenn ich auf der virtuellen Maschine einen „Downgrade“ von Windows 10 auf die alte Windows 8.1 Pro mache, bekomme ich dann einfach den alten Win 8.1 „Product Key“ der virtuellen Maschine „zurück“, oder meint Microsoft, dass auch die physikalische Maschine zurückgesetzt wurde (es wird wohl nur der „footprint“, sogenannte Machine-ID, der Hardware erkannt, warum denn sonst bekam die virtuelle Maschine den gleichen Product Key wie die physikalische) Oder bekomme ich den alten Product Key von dem Host? Also wird dann auch die Host-Maschine (die physikalische) von dem Rollback/Downgrade betroffen? Auf jeden Fall, ich habe jetzt nur einen „Windows 10 Pro“ Product Key für beiden (physikalische und virtuelle) Maschinen.

    Frage 3: hätte ich z.B. VirtualBox anstatt Hyper-V von Microsoft verwendet, würde ich diesem Fall auch nur einen neuen Windows 10 -„Product Key“ für beide Systemen bekommen? Oder doch zwei?

    Danke, mfg,
    Josy

  7. PCDMicha

    Hallo Josy,

    wie Microsoft das mit VMs handhabt, ist mir selbst nicht klar. Grundsätzlich gilt aber: Wird eine Aktivierung abgelehnt, bleibt noch der Griff zur telefonischen Aktivierung. Hier kann man erklären, wo das Problem liegt und den alten Win7/8-Key als Lizenznachweis angeben.

    Wegen dem ProduktKey: ALLE Windows 10-Installationen haben den gleichen Key. Den dort auszulesen, bringt also gar nichts als Prüfung, ob es der gleiche ist.

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