Datum: | Artikel 2017, WT-News

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In einer Pressemitteilung des Hamburger Spielestudios Playa Games erklärt der CTO Martin Jässig: „Flash ist tot“. Auch wenn das etwas dramatisch formuliert ist, liegt der Spieleentwickler gar nicht so verkehrt. Neue technische Weiterentwicklungen bei der Browsergame-Programmierung laufen dem als unsicher geltenden Flash Player den Rang ab: HTML5, JavaScript, CSS3 und Ajax beispielsweise.

„Noch in diesem Jahr werden führende Hersteller wie Google, Mozilla oder Microsoft Flash-Inhalte aus ihren Browsern verbannen. Die Zukunft gehört HTML5“, erklärte Jässig in seiner Pressemitteilung bereits im August 2016. Flash steht seit geraumer Zeit aufgrund massiver Sicherheitsmängel in der Kritik und gerät mit seiner nicht mehr zeitgemäßen Performance immer mehr ins Hintertreffen, sodass die veraltete Adobe-Technologie nach und nach aus den Browsern verschwinden wird und teilweise bereits verschwunden ist.

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Finanzieller Schaden für Entwickler durch die Abschaffung von Flash

Das Hamburger Unternehmen Playa Games war es auch, das einen Flash-zu-HTML5-Konverter entwickelt hat. Da bereits bestehende flashbasierte Online-Games auch heute noch weit verbreitet sind, stellen sie die Haupteinnahmequelle zahlreicher Entwickler und Publisher dar. Sollten die Flash-Inhalte von einem auf den anderen Tag plötzlich nicht mehr abrufbar sein, könnte sich der Schaden alleine in Europa auf über 500 Millionen Euro jährlich belaufen. Mit dem Konverter soll dies verhindert werden. Er wurde 2016 auf der Gamescom in Köln präsentiert.

Die Weiterentwicklung von Browsergames

Browsergames sind heute präsenter als je zuvor. Große Browsergame-Entwickler wie gamigo und Bigpoint setzen heutzutage beim clientseitigen Programmieren vorrangig auf HTML5, JavaScript, CSS3 und Ajax. Den in die Jahre gekommenen Flash-Standard nutzen nur noch wenige Entwickler, auch wenn bis zum jetzigen Zeitpunkt die allermeisten Browsergames auf Flash basieren. Das älteste Massive-Multiplayer-Browserspiel stammt von 1995 – das Spiel SOL, das in Hamburg entwickelt wurde, gilt als Vorläufer der modernen Browsergames. Als erstes Game überhaupt eröffnete es nicht nur eine persistente virtuelle Welt, sondern konnte auch im Browser von vielen Spielern gleichzeitig bedient werden. Zudem ermöglichte es die sofortige Interaktion zwischen den Spielern. Dieses Konzept haben sämtliche nachfolgenden Browsergames auf ähnliche Weise fortgesetzt. Als tatsächlicher Browsergame-„Urvater“ gilt jedoch Planetarion aus dem Jahre 2000. Es war das erste Online-Spiel, das mithilfe von Web-Technologien entwickelt wurde.

Diese Spiele sind kein Vergleich zur heutigen Browsergame-Generation. Zu Anfangszeiten dominierten vor allem Online-Rollenspiele, die vorwiegend auf Texten oder Tabellen basierten. Simulationen und Aufbau-Strategiespiele ließen jedoch nicht lange auf sich warten und erfreuten sich schnell großer Beliebtheit. Da die ersten Browsergame-Schritte vor allem von Hobbyprogrammierern bewältigt wurden, verzichtete man zunächst auf großartige Grafiken und Animationen. Zudem limitierten damals geringe Internet-Übertragungsgeschwindigkeiten den Fortschritt. Mithilfe modernster Internetleitungen und Technologien wie Ajax oder Java wurden zunehmend Echtzeit-Strategiespiele, Rennspiele, Ego-Shooter und auch Actionspiele mit aufwendiger Grafik produziert und über die verschiedenen Browser angeboten. Inzwischen ist dank der zunehmenden Konkurrenz im Browsergame-Sektor für fast jeden Gamer das passende Spiel dabei.

Browsergame-Neuheiten 2017

Für das Jahr 2017 haben sich bereits vielversprechende und spannende Neuerscheinungen angekündigt. So steht beispielsweise das Online-Rollenspiel Bless, das bisher ausschließlich in Asien verfügbar ist, in den Startlöchern. Das Release des Browserspiels, das dank Unreal Engine 3 mit einer für ein Browsergame opulenten Grafik ausgestattet wurde, ist vom Berliner Publisher Aeria Games bereits im letzten April angekündigt worden, in Europa ist es jedoch noch nicht spielbar. Für die Musik des Spiels ist übrigens niemand Geringeres als Hollywood-Komponist Hans Zimmer verantwortlich, der beispielsweise die Filmmusik zu „Gladiator“ und „König der Löwen“ komponiert hat. Als weitere Browsergame-Highlights für das Kalenderjahr 2017 werden unter anderem Albion Online, SoulWorker und Crowfall erwartet. Wie im untenstehenden Trailer zum Browserspiel Bless erkennbar ist, werden die Qualitätsunterschiede zu den herkömmlichen Computer- und Konsolenspielen zunehmend geringer. Dementsprechend wird die Nachfrage nach Browsergames immer größer: Statista zufolge steigt die Zahl der Mobile-Game-Nutzer in den nächsten Jahren voraussichtlich von etwa 16 Millionen Usern (2015) auf über 18 Millionen im Jahr 2020.


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