Datum: | Tests 2016, WT-News

Fotojet

Mit Fotojet will ein weiterer Anbieter im Bereich der Online-Bildbearbeitungen Fuß fassen. Wir haben uns die aktuelle Fassung daher mal näher angeschaut und klären die Frage, ob die Online-Variante als Alternative zur klassischen Software taugt.

Onlineservices statt lokales Programm

Der Trend auf dem PC-Sektor geht ganz klar zu den browsergestützten Anwendungen. Selbst ehemalige Schwergewichte wie Office-Suites gibt es zwischenzeitlich in fast gleichem Design und gleicher Funktionalität wie die lokalen Brüder und Schwestern. Der Vorteil liegt auf der Hand: Kein Installationsaufwand, Software immer sofort einsatzbereit und flexible Lizenz- und Bezahlmodelle für den Anbieter. Nachteile hier sind aber eventuelle Probleme mit der Datensicherheit, eine Verfügbarkeit nur bei aktiver Internetverbindung oder die Performance, um nur einige zu nennen.

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Und genau diese Probleme traten auch beim Test von Fotojet auf. Der Online-Dienst, welcher neben der reinen Bildbearbeitung auch Designvorlagen z.B. für Einladungen und eine Vielzahl von Vorlagen für Fotocollagen bietet, läuft nur mit Adobe Flash. Damit fällt eine Nutzung etwa auf iPads weg und auch der sicherheitsbewusste Anwender wird sich angesichts der monatlich neuen Patchorgien seitens Adobe mehrfach überlegen, ob er wirklich nur wegen eines Online-Fotoeditors dieses Relikt aus besseren Zeiten wieder in den Browser holen will. Was bereits mit HTML 5 und modernen Browsern möglich ist, zeigen andere Hersteller schon zur Genüge.

Hat man dennoch diese Schreckenshürde genommen, bekommt man einen Bildeditor.

Fotojet

Fotojet

Aufgeräumt ja, spannend nein. Das Tool bietet bei sehr mäßiger Performance das Übliche wie Rotation, Beschneiden, Farb- und Bildeffekte, ein paar Spezialfilter und Text-Funktionen im Stile von WordArt.  Alles in allem nichts, was nicht auch bessere Freeware lokal installiert bietet. Der Editor richtet sich daher eher an Laien und Einsteiger, welche Bilder schnell überarbeiten wollen. Dafür reicht das Gebotene mit dem „Autofilter“ und ein paar Stickern zum „Verschönern“ aus, für mehr aber nicht.

Doof auch, dass sich Bilder nicht direkt aus Cloud-Speichern öffnen oder dort speichern lassen. Gerade bei einem Webservice würde man das vermuten. Man kann die Bilder aber eigentlich nur lokal öffnen und auch wieder sichern, wenn man von der Exportfunktion in soziale Netzwerke mal absieht.

Die Designvorlagen sind ein Versuch, etwas Desktop-Publishing in den Browser zu bringen. Die Vorlagen sind dabei aber eher Durchschnitt, allesamt in englischer Sprache und im Endeffekt nicht besser als die Beigaben zu Programmen wie Microsoft Publisher, Bestandteil von Office 365.

Vorlagen in Fotojet

Vorlagen in Fotojet

Bleibt noch die dritte Funktion: Collagen.

Hier gibt es zahlreiche Grundvorlagen, die zum Teil auch sehr ansprechend sind und Bilder gut in Szene setzen. Wer allerdings die Software von Fotodienstleistern wie CEWE kennt, wird auch hier schnell ernüchtert sein, da die Hersteller von solchen Diensten mindestens mithalten können. Gerade für den Printbereich und „Foto-Geschenke“ sind die Vorlagen einfach zu spärlich. So fehlt zum Beispiel selbst eine einfache Kalendervorlage. Der Schwerpunkt der Vorlagen liegt klar im Bereich Social Media. So gibt es für Facebook und Google Bannervorlagen, Beitragsvorlagen, YouTube-Banner und vieles mehr.

Collagen in Fotojet

Collagen in Fotojet

Die Vorlagen selbst beschränken sich dann in aller Regel darauf, Fotos in die freien Rahmen zu ziehen und Texte noch anzupassen oder Cliparts hinzuzufügen.

Collagen in Fotojet

Collagen in Fotojet

Und der Preis?

Für „lau“ wäre das Gebotene noch akzeptabel, wenn man den Gelegenheitsnutzer anspricht. Damit lässt sich aber kein Geld verdienen.  Für das „Plus“-Abo mit mehr Vorlagen und Funktionen sind dann auch 35 Dollar im Jahr fällig.

Preis für Fotojet

Preis für Fotojet

Für den Preis bekommt man bereits brauchbare Lösungen aus dem Vorjahr in den Regalen der Elektromärkte, aus unserer Sicht die derzeit bessere Wahl, da die Anzahl der Vorlagen und auch die Bedienung sowie Performance gegen die Kaufversion spricht, welche auch ohne Flash auskommt.

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Fotojet

Online Service, Basisversion kostenlos nutzbar

Hersteller: Fotojet
Preis Basis kostenlos, sonst 34 US Dollar im Jahr oder monatliche Zahlung von 5 US Dollar
System: alle mit Flash
Positiv: Einfache Bedienung
Negativ: Vorlagenauswahl nur englisch, wenig individuelle Auswahl, keine Cloudsicherung von Bildern, nutzt Adobe Flash

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