Datum: | Artikel 2016

Smarthpone

Wer ein neues Smartphone kauft, muss sich nicht nur für die richtige Hardware entscheiden. Auch das Betriebssystem spielt eine zentrale Rolle: Soll es iOS, Android oder doch lieber Windows Phone werden?

Windows Phone: Plattformübergreifende Nutzung noch Zukunftsmusik

Langjährigen PC-Nutzern fällt der Einstieg besonders leicht, da Windows Phone auf die seit Windows 8 bekannte Kachel-Optik setzt – wer schon am Desktop damit arbeitet, fühlt sich hier direkt zu Hause. Die Kacheln lassen sich beliebig anordnen und in ihrer Größe anpassen, sodass man den Startbildschirm sehr individuell gestalten kann. Wer bereits ein Microsoft-Konto besitzt, kann es mit dem Windows Phone verknüpfen und so viele Dienste geräteübergreifend nutzen. Updates kommen direkt von Microsoft und stehen damit normalerweise recht schnell zur Verfügung. Mit Windows 10 könnten Mobilgeräte und Desktops nun endlich näher zusammenrücken und die quasi nahtlose Verwendung von Office und Co. ermöglichen.

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Lumia 950

Lumia 950 mit Windows 10 Mobile: Bildquelle Microsoft

Die Geräteauswahl ist hier eher schmal, da Microsoft strenge Anforderungen an die Hardware stellt und sparsam Lizenzen vergibt. Zudem gibt es für Windows Phone bislang eine vergleichsweise winzige Auswahl an Apps.

Android OS: Offen und wandlungsfähig

Dass Android OS so weit verbreitet ist, liegt unter anderem an der Produktpolitik von Google: Das freie Betriebssystem ist so offen und flexibel gestaltet, dass es sich von Hardwareherstellern an viele unterschiedliche Geräte anpassen lässt. Für den Kunden bedeutet das, dass die Auswahl an Android-Smartphones riesig ist und sich wirklich für jeden Geschmack und Geldbeutel etwas Passendes findet. Zudem lassen sich Oberfläche und Funktionalität durch unzählige Apps sehr individuell einrichten.

Nexus mit Marshmallow Android 6

Google Nexus mit Marshmallow Android 6, Bildquelle: Google.com

Der Nachteil an Android OS ist paradoxerweise ebenfalls seine Offenheit. Bei jedem neuen Release sind die Hersteller gefordert: Sie müssen das Betriebssystem für ihre jeweiligen Geräte optimieren, bevor sie Updates an ihre Kunden ausliefern können. Das führt zu verzögerter Auslieferung, ältere Modelle werden teils vernachlässigt. Nur, wer direkt bei Google ein Nexus-Gerät kauft, bekommt die Updates zeitig und ohne zusätzlichen Ballast.

iOS: Zugeknöpft, aber intuitiv

Apples mobiles Betriebssystem läuft ausschließlich auf den hauseigenen, teuren Geräten der Marke: iPhone, iPad und iPod Touch. Der klare Vorteil dieser Praxis ist, dass Hardware und Software aus einer Hand stammen und somit ideal aufeinander abgestimmt werden können. Bekannt ist iOS vor allem für seine gehobenen Ansprüche an intuitive und funktionale Bedienkonzepte, die auch für Neueinsteiger schnell zu verstehen sind. Alle Apps müssen deshalb Apples strengen Qualitätskriterien entsprechen und werden andernfalls gar nicht erst veröffentlicht. Damit will man erreichen, dass auch die Software von Drittanbietern so unkompliziert zu bedienen ist wie das Betriebssystem selbst. Durch die engmaschigen Kontrollen gelten die Geräte außerdem als weniger anfällig für Schadsoftware wie Viren.

Smartphone

iPhone, Bildquelle: pixabay.com © JESHOOTS

Der größte Kritikpunkt ist, dass das System sehr geschlossen auftritt. Szenarien, wie sie Android OS und Windows Phone zulassen, sind hier ausgeschlossen. So ist zum Beispiel der Zugriff auf den internen Speicher stark begrenzt: Daten können nicht direkt vom PC aufs Mobilgerät kopiert, sondern müssen mit der Spezialsoftware iTunes übertragen werden.

Die Verbreitung der Betriebssysteme

Das Kantar Worldpanel veröffentlicht seit 2012 regelmäßig die Verkaufszahlen von Smartphones auf der ganzen Welt und zeigt, wie sich die großen Betriebssysteme in ausgewählten Ländern verbreiten. Der eindeutige Trend: Nicht nur international, sondern auch in Deutschland ist Android OS das am weitesten verbreitete Betriebssystem für Smartphones, Apples iOS belegt konstant den zweiten Platz. Windows Phone bleibt indes vielerorts eine Randerscheinung und bewegt sich meist zwischen 5 und 10 % Marktanteil. In Deutschland bestätigt sich dieses Bild.

Ausführlicher Vergleichstest

Das Fachmagazin connect hatte im Januar 2016 Android 6, iOS 9 und Windows 10 Mobile im Vergleich und war im Fazit überrascht, wie gut Windows 10 Mobile mit iOS und Android mithalten kann. Leider krankt es aber derzeit noch an der Qualität und Quantität im App Store, was wir zuletzt auch beim Test des Microsoft Surface Pro 4 bemängelten.

Intrografik: © ra2 studio – Fotolia.com

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