Datum: | Artikel 2014, WT-News

Der Musikstreaming-Dienst Ampya feierte im Juni seinen ersten Geburtstag – und wird am selben Tag verkauft. Der Inhaber, die ProSiebenSat1-Gruppe, veräußerte die Musikstreaming-Dienste von Ampya an den französischen Streaming-Dienst Deezer, der dafür in Eigenanteilen bezahlte. Grund für den Verkauf ist, dass Ampya zukünftig in ein reines News-Portal umgewandelt werden soll. Deezer übernimmt ab jetzt das Musikstreaming. Gemeinsames Ziel ist, sich so gegen den größten Konkurrenten Spotify durchzusetzen.

Im deutschsprachigen Raum wird Michael Krause Geschäftsführer, der schon an Gründung und Aufbau von Ampya beteiligt war.

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Gleiches Serviceangebot beim neuen Anbieter – keine Nachteile für Kunden

Matthias Bohlig, Unternehmenssprecher der ProSiebenSat1-Gruppe, berichtet dem Online-Nachrichtenportal heise online, dass wegen der monatlichen Kündbarkeit des Ampya-Angebots keine Jahresverträge überführt werden müssen. So kann ein enormer Verwaltungsaufwand vermieden werden. Auch für Kunden entstehen durch die Übernahme keine Nachteile. Sie sollen im Laufe des Sommers über passende Angebote zum Wechseln informiert werden. Außerdem möchte Deezer auch weiterhin die Kooperation mit Vodafone fortführen, bei der Ampya-Kunden von einem erhöhten Datenvolumen profitieren. Alle bisher angelegten Abspiellisten und persönliche Favoriten sollen übertragen werden können. Ampya gilt als einziger Streaming-Dienst, der zulässt, Musikvideos auf Mobilfunkgeräten abzuspielen. Auch dieser Vorteil soll zukünftig bei Deezer wiederzufinden sein.

Neue Strategie, neue Erfolge durch Ampya-Deezer-Allianz

Ähnlich wie MySpace möchte Ampya von nun an nur noch redaktionellen Content in Form von News zu den Themenbereichen Musik und Unterhaltung bieten. Als das Unternehmen im Jahr 2013 als Streaming-Anbieter an den Markt ging, war ein Erfolg insofern schwierig, als dass  Marktriese Spotify seit 2008 mit seinen insgesamt 50 Millionen Nutzern zu den weltweit bekanntesten und erfolgreichsten Anbietern gehört. Insgesamt zählt Spotify im Mai 10 Millionen Premium-Abonnenten und 40 Millionen aktive Nutzer. Ampya gibt an, 400.000 registrierte Nutzer zu haben. Mit der Übernahme von Deezer geht Ampya in eine rosige Zukunft. Unter einem Dach mit dem mächtigen Franzosen kann der Dienst auf erfolgreichen zweiten Geburtstag hoffen. Das Ziel, die Marktführerschaft in Deutschland zu übernehmen, wird mit einer neuen Strategie angegangen. Der Fokus soll auf neuen Marketingansätzen in den Bereichen Online und TV liegen.

Prominente Kooperationen machten Ampya einen Namen

Ampya, das ausgesprochen wird wie das englische Wort „empire“, basiert auf dem Freemium-Prinzip, bei dem der Nutzer ein Basisprodukt umsonst und das Vollprodukt für einen Aufpreis bekommt. Wie bei Spotify kann die Musik auf Mobilfunkgeräten abgespielt werden, wofür jedoch das Vollprodukt erworben werden muss. Durch Kooperationen mit prominenten Musikern auf nationaler wie internationaler Ebene, beispielsweise Xavier Naidoo, James Blunt und Lady Gaga, gelangte Ampya an Vorabveröffentlichungen und Interviews, die auf der Website zur Verfügung gestellt wurden und so für noch mehr Erfolg sorgten. Mit dem Fokus auf diesem Standbein will Ampya in die Zukunft gehen.

Vergleich

Preis Premium-Paket Leistung Mitglieder Streaming-Möglichkeiten Plus
Ampya 9,99€ Musik unbegrenzt über den Internetbrowser hören, Offline-Modus, Apps für iOs und Android 400.000 PC und mobil Musikvideo-Stream mit rund 50.000 Videos
Spotify 9,99€ Nutzung auf Computer, Laptop und mobilen Geräten, keine Werbung, erhöhte Musikqualität mit 320 Kbit/s, Offline-Modus 50 Millionen PC und mobil Möglichkeit, Musik mit Freunden zu teilen und Empfehlungen zu bekommen

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