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Zu Anfang des neuen Jahrtausends waren sie der Inbegriff des Mobiltelefons: Handys der Marke Nokia. Alleine das Modell 1110, das sich weltweit mehr als 250 Millionen Mal verkaufte, prägte den Mobilfunkmarkt nachhaltig. In den Jahren 1998 bis 2011 war Nokia Marktführer der Branche. Zeitweise stammten vier von zehn verkauften Mobiltelefonen aus der Schmiede des Telekommunikationskonzerns mit Hauptsitz im finnischen Espoo. Nur auf dem Smartphone-Markt wollte es nicht so recht klappen.

Zuletzt ging es für die Finnen stetig bergab. Das iPhone von Apple und Mobiltelefone mit dem Google-Betriebssystem Android drängten die Nokia-Handys, die seit 2011 mit einer Windows-Software vom Band liefen, langsam aber sicher vom Markt. Ende letzten Jahres gab der einstige Marktführer auf und verkaufte sein Kerngeschäft für 5,44 Milliarden Euro an den amerikanischen Software-Riesen Microsoft.

Aus Nokia wird Microsoft Mobile

Mit dem Verkauf der Mobilfunksparte verschwindet die Marke Nokia vom Smartphone-Markt. Theoretisch darf Microsoft den Markennamen noch zehn weitere Jahre benutzen. Das jedoch nur für so genannte „Dumbphones“, also Geräte ohne Touchscreen und Internetanschluss. Die neue Microsoft-Tochter soll künftig auf den Namen Microsoft Mobile hören. Zusammen mit dem Mobilfunkgeschäft ging auch die Marke Lumia an Microsoft, unter der die Nokia-Smartphones mit Windows-Betriebssystem seit 2011 verkauft werden.

Nokia Lumia 925

Mit der Übernahme wechselten rund 32.000 Mitarbeiter zum amerikanischen Software-Giganten und mit ihnen gut die Hälfte der Nokia-Umsätze. Nokia gab an, sich nach dem Verkauf der Handy-Sparte unter dem Namen Nokia Solutions zukünftig verstärkt auf Netzwerktechnik konzentrieren zu wollen. Auch das Geschäft mit Landkarten soll den Finnen zufolge weiter ausgebaut werden. Nun überraschte der Konzern jedoch mit der Präsentation eines neuen Android-Tablets im vergangenen Monat.

Nokia überrascht mit Android-Klon des iPad Mini

Statt wie erwartet in der Versenkung zu verschwinden, macht Nokia schon wenige Monate nach dem Verkauf an Microsoft auf der Start-up-Messe Slush erneut von sich reden. Wie aus dem Nichts schütten die Finnen vor verblüfften Besuchen das Android-Tablet Nokia N1 aus dem Ärmel.

Nokia, Tablet, N1

Nokia N1, Bildrechte: Nokia.com

Mit dem Mobilgerät, das dem Apple iPad Mini 3 verblüffend ähnlich sieht, holt Nokia nun in der Tablet-Sparte zum Angriff gegen seinen einstigen Konkurrenten auf dem Smartphone Markt aus. Die Kollegen des Technik-Portals Turn On haben das neue Nokia-Gerät unter die Lupe genommen und präsentieren die Ergebnisse im Youtube-Stream:

Mit dem Kampfpreis von 249 US-Dollar zuzüglich Steuern erscheint das Nokia N1 im Februar 2015 in China, wo Fertigung und Verkauf von einem bisher unbekannten Partner übernommen werden. Europäische Kunden werden sich hingegen noch ein wenig gedulden müssen. Spekulationen, denen zufolge Nokia sich schon 2016 mit einer neuen Android-Serie auf dem Smartphone-Markt zurückmelden möchte, wurden von den Finnen dementiert. Erst einmal gilt es also abzuwarten, ob Nokia das Comeback in der Tablet-Sparte schafft.

Bildrechte: Flickr Nokia Lumia 925 Stilgherrian CC BY 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten

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