Datum: | Tests 2016

Remix OS

Wer sich in der heutigen Zeit einen PC zulegt, bekommt zu diesem in der Regel das Betriebssystem Microsoft Windows. Obwohl dieses bereits seit Jahren gang und gäbe ist, versuchen immer wieder neue Kandidaten, den Markt aufzufrischen – oft mit nur geringem Erfolg. Neueste Erscheinung in dieser Reihe ist Remix OS, das auf dem bei Smartphones und Tablets beliebten Betriebssystem Android basiert. Wir haben uns die aktuelle Beta-Version angeschaut und wagen die Prognose, ob Remix OS das Zeug dazu hat, wirklich Fuß zu fassen.

Woher nehmen?

Remix OS wird als kostenloser Download angeboten und ist über unser Softwarearchiv abrufbar.

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Das klassische Erscheinungsbild

Nach der Installation auf der Festplatte oder einem USB Stick (diese Variante empfehlen wir!) mithilfe des im Download beiliegenden Installation-Programms begrüßt uns nach kurzer Startzeit der Remix OS Desktop. Auch in virtuellen Maschinen ist Remix OS lauffähig, teilweise aber nur mit speziellen Einstellungen und Einschränkungen.

Wer bereits mit einem modernen Betriebssystem gearbeitet hat, wird sich rasch zurechtfinden. Der Desktop kann mit beliebigen Hintergrundbildern, von denen einige mitgeliefert werden, Verknüpfungen und Dateien individualisiert werden.

Abbildung 1: Desktop mit installierten Apps

Abbildung 1: Desktop mit installierten Apps

Bereits von Haus aus sind der Papierkorb, der Dateimanager sowie die Systemeinstellungen angelegt. Ein Klick auf das Logo in der Taskleiste ganz links öffnet ein Startmenü, welches alle installierten Programme in selbst wählbarer Sortierung aufzeigt, eine Suche beherbergt und die Möglichkeit bietet, das System neu zu starten, herunterzufahren oder in den Standby-Modus zu versetzen. Rechts neben dem Startmenü befinden sich ein universeller Zurück-Knopf (<) sowie ein Knopf zum Anzeigen des Desktops (O). Daneben können, wie hier an „Downloads“ demonstriert, Schnellstartverknüpfungen angelegt werden. Zusätzlich werden geöffnete Programme in die Leiste aufgenommen. Noch weiter rechts daneben finden sich Symbole für Schnelleinstellungen wie Lautstärke oder Wireless LAN sowie eine Uhr, die bei Klick eine Großansicht mit Kalender öffnet, und ein Knopf für die Benachrichtigungsleiste.

Abbildung 2: Desktop mit Benachrichtigungsleiste

Abbildung 2: Desktop mit Benachrichtigungsleiste

Auch diese erinnert stark an die aktuellen Versionen von Windows oder Apples OS X. Neben den eigentlichen Benachrichtigungen findet man hier Verknüpfungen für beispielsweise den Nicht-stören-Modus, das automatische Ausblenden der Taskleiste, das Aufnehmen eines Bildschirmfotos und Ähnliches.

Auffälliges im Alltagsbetrieb

Wer sich mit Remix OS ins Web wagt, wird feststellen, dass zunächst die mobilen Versionen der besuchten Webseiten angezeigt werden.

Abbildung 3: Browser mit WinTotal in der mobilen Version

Abbildung 3: Browser mit WinTotal in der mobilen Version

Im Browsermenü, das durch einen Klick auf die drei Quadrate unterhalb des X geöffnet werden kann, kann durch das Setzen eines Häkchens die übliche Desktop-Version angefordert werden. Der Browser unterstützt zusätzlich das Anlegen und Verwalten von Lesezeichen und soll grundlegende Einstellungsmöglichkeiten für Datenschutz & Sicherheit, Bedienungshilfen und Ähnliches bieten, die während unserer Benutzung aber leider nicht aufrufbar waren.

Der Dateimanager begrüßt uns mit einer Seitenleiste, die Schnellzugriffe auf wichtige und häufig aufgerufene Orte wie Downloads oder den Papierkorb anbietet, und Speicherorte (auch externe Medien) auflistet. In den Einstellungen des Dateimanagers können überflüssige Schnellzugriffe ausgeblendet werden, doch das Hinzufügen individueller Elemente ist nicht vorgesehen.

Abbildung 4: Dateimanager

Abbildung 4: Dateimanager

Dateien und Ordner lassen sich entweder als Liste oder in der Gitteransicht anzeigen, nach Name, Typ, Größe oder Änderungsdatum sortieren und per Ausschneiden, Kopieren und Einfügen verwalten. Schön ist, dass etablierte Tastenkombinationen wie Strg + C und Strg + V   einwandfrei funktionieren. Man kann mehr als nur eine Instanz gleichzeitig öffnen, Tabs werden aber nicht unterstützt. Immerhin ist es möglich, per Alt + Tab zügig zwischen den geöffneten Fenstern zu wechseln, sodass das Fehlen von Tabs nicht schwerwiegend ist.

Das Ausdrucken von Dokumenten war uns zunächst nicht möglich, da hierfür kein passender Dienst vorinstalliert war und auch nicht angeboten wurde.

Leider ist die deutsche Übersetzung alles andere als komplett, obwohl sie in den Systemeinstellungen, neben unzähligen anderen Sprachen, auswählbar ist.

Abbildung 5: Systemeinstellungen

Abbildung 5: Systemeinstellungen

Schmerzlich vermisst haben wir den Google Play Store, mit dem wir unser App-Erlebnis weiter individualisieren und intensivieren können. Diesen mussten wir, zusammen mit anderen Services von Google, manuell installieren, indem wir das entsprechende Paket herunterluden und ausführten. Nach einem Neustart des Systems stand der Play Store dann glücklicherweise zur Verfügung. Wer bereits ein Google-Konto besitzt, kann sich im Play Store direkt anmelden und loslegen. Ansonsten muss ein solches zunächst erstellt werden.

Nun war es uns auch möglich, einen Druckdienst auszuwählen und zu installieren.

Abbildung 6: Google Play Store

Vorläufiges Fazit

Remix OS zeigt beeindruckend, dass ein ursprünglich für Smartphone und Tablets entwickeltes Betriebssystem durchaus auch für klassische PC angepasst werden kann. Das optische Erscheinungsbild ist durchweg modern und Anwender finden sich schnell zurecht, werden mit der aktuellen Version im Produktiveinsatz aber sicherlich nicht glücklich. Zu viele Kinderkrankheiten beziehungsweise Baustellen trüben den Spaß, sodass Remix OS zum jetzigen Zeitpunkt nur zu Testzwecken installiert und genutzt werden sollte. Gegen den etablierten Platzhirsch von Microsoft wird es Remix OS selbst in einer finalen Version nicht leicht haben, doch der hohe Verbreitungsgrad von Android im mobilen Sektor wird ihm sicherlich positiv in die Karten spielen. Wir freuen uns auf den frischen Wind und sind gespannt, wie Remix OS beim Endnutzer ankommen wird.

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