Datum: | Artikel 2015

Die Werbeversprechen der Anbieter überschlagen sich: Bis zu 200 Mbit/s sollen über das Kabelnetz im Download bereits erreicht werden, im DSL-Netz sind es immerhin noch bis zu 100 Mbit/s. Angesichts dessen erscheinen Standard-Tarife mit 6 bis 16 MBit/s derart im Nachteil, dass viele Kunden vor dem Vertragsabschluss verunsichert sind. Lohnen die Mehrausgaben?

Art der Nutzung entscheidet

Vor wenigen Jahren war die Frage noch eindeutig zu beantworten: Wer beim Surfen nicht ewig auf jeden Seitenaufbau warten wollte, entschied sich für die schnellste verfügbare Leitung. Der Engpass bestand im technisch machbaren, schnelles Breitband war abseits der Metropolen nicht zu bekommen.

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Mittlerweile hat sich die Internet-Nutzung aber verändert; immer mehr Menschen nutzen Streaming in HD-Qualität, Mediatheken und Video-On-Demand-Dienste stellen ein entsprechendes Angebot bereit. Zudem wird ein Anschluss heute meist mit mehreren Endgeräten genutzt, abgesehen von klassischen Rechner sind fast immer auch Smartphone und Tablet in das Netzwerk integriert. Die Folge: Eine schnellere Leitung ist durchaus sinnvoll, der Mehrpreis durchaus lohnenswert.

Wie groß dieser Mehrpreis ausfällt, ist natürlich auch eine Frage des Anbieters. Während die technische Seite sich kaum unterscheidet – alle Provider nutzen auf dem letzten Leitungsabschnitt Leitungen der Telekom – gibt es hinsichtlich der Preisgestaltung durchaus Unterschiede. Der Markt ist unübersichtlich groß und hart umkämpft, Portale wie dslvertrag.de helfen hier beim Finden des besten Angebots.

Nicht jeder profitiert von VDSL

Doch für wen lohnt sich welche Leitung? Die geringste Bandbreite, die derzeit angeboten wird ist DSL 6.000. Wer nur mit seinem Tablet oder PC Mails verschickt und Nachrichten liest, wird damit auch heute noch bestens auskommen. Selbst ein kleines Video ist ab und an drin, dabei müssen allerdings etwas längere Pufferzeiten in Kauf genommen werden. Während dieser Pufferzeit lädt der Rechner bereits die ersten Minuten des Streams, um später eine störungsfreie Darstellung zu garantieren.

Insbesondere, wenn häufiger mal Videos in hoher Auflösung geschaut werden, ist allerdings eine 16.000er Leitung sinnvoll, zumal der Aufpreis meist sehr moderat ausfällt. 16 MBit/s stellen auch gleichzeitig die technische Obergrenze für die klassische Kupferleitung dar.

Nur wer Zugang zum Glasfasernetz hat, kann auch schnelles VDSL nutzen, welches zumeist in den Geschwindigkeiten 50 oder 100 MBit/s verfügbar ist. Solche Geschwindigkeiten sind vor allem bei vielen Nutzern interessant, die gleichzeitig online sind. Außerdem können Cloud-Dienste sehr effizient genutzt werden, weil auch die Upload-Bandbreite steigt, Dateien also schneller hochgeladen werden.

Outdoor-DSLAM, embeki@ fotolia.com

Moderne Breitband-Internet-Anschlüsse, Foto: embeki@ fotolia.com

Bremsender Faktor: WLAN

Allerdings: Nicht jeder profitiert tatsächlich von einer solch schnellen Leitung. Wer Smartphone und Tablet nutzt, wird in jedem Fall auf das kabellose WLAN angewiesen sein. Je nach Wohnsituation und Gerät kann das die Bandbreite schnell einmal auf 20 bis 30 MBit/s begrenzen – da hilft dann auch eine schnelle Leitung nichts. Ebenso werden keine spürbaren Verbesserungen mehr beim klassischen Surfen im Internet zu erwarten sein. Denn die Wartezeit ergibt sich bei einer stabilen DSL-Leitung weniger aus dem Laden der Daten, als der sogenannten Latenz oder der Upload-Geschwindigkeit des Servers. Unter der Latenz wird gewissermaßen die Reaktionsgeschwindigkeit der Gegenstelle bezeichnet, die die angeforderten Daten auch bereitstellen muss. Selbst wenn Videos ruckeln ist nicht immer die Leitung schuld: Ältere Rechner können durchaus Schwierigkeiten damit haben, einen hochauflösenden Stream flüssig darzustellen.

Intrografik: eyetronic – Fotolia.com

Eine Antwort auf “Schnelles Internet: Welche Bandbreite wird benötigt?”

  1. Richard Schumann

    „16Mbit stellt der obergrenze für Kupferleitung“ soll das heissen das der kupfer „letzt meile“ kein VDSL erlaubt? Wie viele Haushalte in D haben FTTH?? ein(1) oder zwei(2)! Ich nicht und muß mit 1,728 Kbit auskommen. Breitband technologie in D ist „hinter dem mond“ und die Reg. Behörde ist dem DT leider hörig.

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