Mobiles Windows 8.0 für jedermann

Das Feature namens "Windows To Go", das die Installation von Windows 8.0 auf einem USB-Stick ermöglicht, soll nur der Enterprise-Version vorbehalten sein. Damit ist es möglich, überall mobil auf jedem beliebigen Rechner mit seinem eigenen System zu arbeiten. Auf dem fremden Rechner hinterlässt "Windows To Go" keine Spuren, der PC startet nach dem Entfernen des Sticks wieder wie zuvor.

Es wurde eine Möglichkeit gefunden "Windows To Go" in der Release-Version freizuschalten.

In unserem Test haben wir mehrere Marken-USB-Sticks getestet. Das Ergebnis ist nicht empfehlenswert. Mit einer USB-Festplatte lief der Test besser und vor allem schneller. Der Vorteil ist auch, dass das Windows Update funktionierte, was mit einem USB-Stick nicht der Fall ist.

Was wird gebraucht?

  • Ein gutes Speichermedium (USB-Festplatte, USB-Stick), das USB 2.0 oder besser 3.0 unterstützt und ausreichend Platz bietet - empfohlen werden mindestens 32 GB für das 64-Bit System bzw. 16 GB für das 32-Bit System. Zwar belegt die 32-Bit-Version nach der Installation nur ca. 5,5 GB und die 64-Bit-Version ca. 7,7 GB aber es kommen noch eigene Anwendungen dazu. Beachten Sie, dass nicht jeder USB-Stick für "Windows To Go" geeignet ist. Noname- oder Billig-USB-Sticks sind nicht zu empfehlen, besser abschneiden wird eine externe Festplatte. Der Stick oder die USB-Festplatte sollte als "NTFS" formatiert sein.
  • Windows 8.0 x86 oder x64 ISO-Datei. Sie können auch Ihre gekaufte Windows 8.0 DVD verwenden.
  • Die imagex.exe (gepackt) für 32- bzw. 64-Bit. In dem Ordner "imagex_exe_x86x64" befindet sich die imagex.exe für die 32- und 64-Bit Version von Windows 8.0. Downloaden und entpacken Sie die "imagex_exe_x86x64.zip", Sie finden dann eine imagex.exe für 32-Bit (x86) und für 64-Bit (x64). Die Exe-Dateien stammen aus "Windows Assessment and Deployment Kit (ADK) für Windows 8". So ersparen Sie sich die ganze Arbeit mit "Windows ADK".


Voraussetzungen
1.) Windows 8.0 muss installiert sein (Testsystem, VM etc.).
2.) Die Windows 8.0-DVD sollte im "DVD-Laufwerk" liegen bzw. als virtuelles Laufwerk eingebunden sein. Liegt die ISO zum Beispiel auf dem Desktop, können Sie die ISO mounten, mit Rechtsklick "Bereitstellen".

Anleitung
Starten Sie Ihr Betriebssystem Windows 8.0. Stecken Sie das Speichermedium ein und warten Sie, bis es vom System erkannt wurde. Sie müssen das Medium über die Datenträgerverwaltung (diskmgmt.msc) als primäres Volume NTFS formatieren, auf aktiv setzen und einen Laufwerksbuchstaben zuweisen.

In unserem Beispiel nehmen wir D für das Medium zur besseren Übersicht des Tipps.

Tippen Sie auf der Kachel-Oberfläche diskmgmt.msc ein. Es öffnet sich automatisch die Suchfunktion mit dem Ergebnis "diskmgmt.msc" - klicken Sie diese App einmal rechts an, sodass ein Häkchen erscheint und sich die untere Charmbar öffnet. Klicken Sie auf "Als Admin ausführen". Sie kommen dann zur der Datenträgerverwaltung, wo Sie die Änderung vornehmen können.

Sie können das Medium mit Diskpart formatieren. Suchen Sie nach "Diskpart" auf der Kachel-Oberfläche (wie Sie es schon mit "diskmgmt.msc" gemacht haben) und führen die App als Admin aus.

In unserem Beispiel nehmen wir V für das DVD-Laufwerk zur besseren Übersicht des Tipps.

Schauen Sie in der Datenträgerverwaltung, welchen Laufwerksbuchstaben Ihr DVD-Laufwerk hat. Sie sehen Ihr DVD-Laufwerk auch unter "Computer" (auf dem Desktop).

Kopieren Sie die imagex.exe ins Verzeichnis "System32" bzw. "SysWow64".

Führen Sie nun die Eingabeaufforderung als Admin aus: Auf der Kachel-Oberfläche geben Sie cmd ein, es öffnet sich automatisch die Suchfunktion mit dem Ergebnis "Eingabeaufforderung". Klicken Sie die Eingabeaufforderung einmal rechts an, sodass ein Häkchen erscheint, und die untere Charmbar öffnet sich. Klicken Sie in der Charmbar auf "Als Admin ausführen".

Eingabeaufforderung als Admin starten


Der folgende Befehl kopiert die wichtigen Daten von Windows 8.0 auf das Medium.
In der Eingabeaufforderung sollte
C:\Windows\system32>
bzw. für die 64-Bit-Variante
C:\Windows\SysWOW64>
erscheinen, wenn nicht, müssen Sie erst ins Verzeichnis wechseln:
cd C:\Windows\system32
bzw.
cd C:\Windows\SysWOW64
eingeben, dann [Enter] und dann den Befehl von unten eingeben.

Befehl für die Eingabeaufforderung (32-Bit):
C:\Windows\system32>imagex.exe /apply V:\sources\install.wim 1 D:\
[Enter]

Befehl für die Eingabeaufforderung (64-Bit):
C:\Windows\SysWOW64>imagex.exe /apply V:\sources\install.wim 1 D:\
[Enter]

Der Kopiervorgang kann ein paar Minuten dauern, je nach Medium und verwendetem Laufwerk. Erst nach einigen Minuten erscheint eine Zeit- und Prozent-Anzeige. Ist der Vorgang abgeschlossen, erscheint die Meldung:

"[ 100% ] Applying progress
Successfully applied image.
Total elapsed time: xx min xx sec
".

Der nächste Befehl "bcdboot" macht das Medium bootfähig. Sie müssen ins Verzeichnis C:\Windows\system32. Wechseln können Sie mit cd, dies gilt auch für die 64-Bit-Version.

C:\Windows\system32>bcdboot D:\windows /s D: /f ALL
[Enter]

32-Bit-Ansicht


64-Bit-Ansicht


Es sollte die Meldung: "Die Startdateien wurden erfolgreich erstellt" erscheinen. Damit ist der Vorgang beendet und Windows 8.0 auf das Medium kopiert.

Inhalt des Mediums D:\


Eventuell werden unter D:\ die "autoexec.bat" und "config.sys" durch die Installation angelegt, die Sie noch löschen müssen.

Schalten Sie den PC zu Testzwecken aus und starten Sie mit dem "Windows-To-Go-Medium".
Normalerweise startet der PC automatisch, wenn nicht, müssen Sie beim Start [F8] drücken ([ESC], [F10], [F11] etc., je nach Gerät). Beim ersten Booten kann es etwas länger dauern. Im Bootmenü wählen Sie dann den Start vom USB-HDD/Removable Devices aus, wenn das Medium nicht bootet. Nun sollte das Bootlogo von Windows 8.0 erscheinen. "Windows To Go" checkt zuerst die Hardware des Gastrechners. Das geschieht immer, wenn mit dem "Windows-To-Go-Medium" zum ersten Mal an einem neuen Rechner gearbeitet wird. Deshalb dauert der Start auch etwas länger, beim späteren Start von dem gleichen PC ist das nicht mehr der Fall.

WICHTIG: Booten Sie unbedingt erneut von dem Medium, Windows 8.0 wird zu diesem Zeitpunkt nämlich noch nicht als installiertes Betriebssystem erkannt. Einfach den PC erneut starten und das Booten vom Medium auswählen. Nach dem zweiten Neustart erscheint der Installationsassistent mit Sprache, Uhrzeit, Tastatur etc. Der Installationsvorgang wird in diesem Tipp beschrieben: "Windows-8-Installation".

Sobald Windows 8.0 eingerichtet ist, haben Sie ein portables Windows 8. Sie können Änderungen vornehmen, Apps installieren oder Downloads tätigen. Die Internetverbindung nimmt sich "Windows To Go" vom Gastrechner. Starten Sie nun Ihr portables Windows ohne Boothilfe.

Hinweis: Da der USB-Stick als Wechseldatenträger erkannt wird, funktionieren keine Windows Updates. Dieses Manko kann man beheben, indem man den USB-Stick als Festplatte einbindet. Laden Sie sich den Filter-Treiber XPfildrvr1224_320.zip herunter und bearbeiten Sie die [cfadisk_device], wie hier im Tipp beschrieben (gilt leider nur für 32-Bit-Version).
Die Nutzung des Treibers kann wieder rückgängig gemacht werden. Im Gerätemanager löschen Sie dazu das betreffende Laufwerk, beim nächsten Start wird der Standard-USB-Treiber wieder verwendet und der USB-Stick wird als "Wechseldatenträger" erkannt.

Deshalb empfehlen wir gleich eine USB-Festplatte, die als lokaler Datenträger erkannt wird.

Eine Ruhezustandsdatei (hiberfil.sys) wird nicht angelegt, da standardmäßig der Ruhezustand und der Standby-Modus deaktiviert werden. Die Modi können aber nachträglich über die Gruppenrichtlinie aktiviert werden. Die Auslagerungsdatei (pagefile.sys) wird vom Gast-PC mitverwendet, falls sie dort überhaupt vorhanden ist.
Die Dienste "Superfetch" und "Defragmentierung" sollten deaktiviert werden. Das USB-Medium erscheint als Laufwerk C:\ in Windows. Die Festplatten des Hostcomputers blendet Windows aus Sicherheitsgründen nicht ein. In der Datenträgerverwaltung von Windows 8.0 To Go, die Sie mit dem Befehl "diskmgmt.msc" starten, lassen sich die lokalen Festplatten jedoch auch online schalten. Damit bekommen Sie Zugriff auf die Daten der internen Festplatten.

Probleme mit Windows Store?
Sollten Sie keinen Zugang zu Windows Store haben, können Sie dies über die Gruppenrichtlinien aktivieren.
Auf der Kacheloberfläche mit [Windows-Taste]+[Q] die "Suche" öffnen und gpedit.msc eingeben. Das Ergebnis gpedit.msc rechts anklicken und "Als Admin ausführen" anklicken.
Wechseln Sie über "Computerkonfigurationen" - Administrative Vorlagen - Windows-Komponenten - zu Store und aktivieren Sie "Installieren von Apps in Windows To Go-Arbeitsbereichen durch den Store zulassen".



Einige Einschränkungen sind aber trotzdem vorhanden.

  • ARM-Prozessoren werden nicht unterstützt.
  • BitLocker-Laufwerkverschlüsselung: "Trusted Platform Module" (TPM) wird nicht verwendet, da der Chip an das lokale System gebunden ist.
  • Es ist nicht möglich, die Windows-Installation aufzufrischen (zu reparieren), stattdessen erscheint die Meldung "PC kann nicht aufgefrischt werden, weil Windows To Go ausgeführt wird". Sie können nur auf die Originaleinstellung (den Auslieferungszustand) zurücksetzen.

BitLocker-Laufwerkverschlüsselung


PC kann nicht aufgefrischt werden


WinTotal Tipp: Windows von einem USB-Stick installieren
WinTotal Tipp: Windows 8.1 Pro ISO ohne eigene Installationsmedium erstellen (oder USB-Stick)


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