Datum: | Artikel 2017, WT-News

Kontextmenü im Task-Manager

Der Task-Manager ist sicherlich jedem Windows-Nutzer ein Begriff. Die Möglichkeiten und die Informationsfülle wurden von Microsoft aber seit Windows 8 nochmals erheblich ausgebaut, so dass wir den Task-Manager gesondert vorstellen.

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Zentraler Bestandteil von Windows

Der Task-Manager ist von je her zentraler Bestandteil von Windows und kommt immer dann zum Zug, wenn ein Programm oder Task „hängt“. Er kann über viele Wege aufgerufen werden, am schnellsten über die Tastenkombination STRG+UMSCHALT+ESC oder über den Eintrag nach dem „Affengriff“ STRG+UMSCHALT+ENTF.

Im ersten Aufruf zeigt sich der Task-Manager sehr spartanisch und informiert nur über die aktuell laufenden Programme.

Kompakte Ansicht des Task-Managers

Kompakte Ansicht des Task-Managers

Erst ein Klick auf „Mehr Details“ offenbart die ganze Funktionalität des Task-Managers. In der Registerkarte Prozesse werden alle laufenden Programme, Hintergrundprozesse und Windows-Prozesse aufgelistet.

Vollständige Ansicht des Task-Managers

Vollständige Ansicht des Task-Managers

Prozesse erkennen

Zu jedem Prozesseintrag sieht man die aktuelle CPU-Auslastung, den belegten Arbeitsspeicher, aktuelle Datenträger- sowie Netzwerkaktivität. Über den Einträgen finden Sie eine Zusammenfassung aller einzelnen Werte. Mit den Informationen kann man schon grob erkennen, ob ein hängendes Programm für heulende Lüfter durch massive CPU-Auslastung oder ein Hintergrundtask für erhöhe Festplattenaktivität verantwortlich ist.

Die dargestellten Spalten können ergänzt oder ausgetauscht werden. Auch die Sortierung der Werte lässt sich durch Klick in die betreffende Spalte ändern.

Anpassbare Spalten für Werte im Task-Manager

Anpassbare Spalten für Werte im Task-Manager

Pfeile vor den Prozesseinträgen lassen erkennen, dass der Eintrag mehrere Instanzen ausführt, im Beispiel z.B. Microsoft Word.

Unterrubriken im Task-Manager

Unterrubriken im Task-Manager

Über das Kontextmenü bietet der Task-Manager weitere Möglichkeiten wie den Task zu beenden, die Eigenschaften des Prozesses aufzurufen (Dateieigenschaften), den Pfad zur Prozessdatei zu öffnen oder online nach dem Prozess zu suchen, was gerade bei unbekannten Prozessen sehr hilfreich ist und eine manuelle Suche über Angebote wie z.B. Processlibrary unnötig macht.

Kontextmenü im Task-Manager

Kontextmenü im Task-Manager

Detailansicht von Prozessen

Wählt man aus dem Kontextmenü „Zu Details wechseln“, springt der Task-Manager in die Registerkarte Details, welche neben der ProcessID (wichtig z.B. für die Analyse von offenen Ports) auch den zugewiesenen Arbeitsspeicher sowie den Kontext nennt, unter dem der Prozess läuft (System, Benutzer).

Detailansicht im Task-Manager

Detailansicht im Task-Manager

SVCHOST.EXE entschlüsseln

In der Detailansicht taucht auch der immer wieder missverstandene Prozess SVCHOST.EXE (Hostprozess für Windows-Dienste) auf, welcher immer wieder mal „hängt“ und für eine CPU-Last von 99% sorgt.

SVCHOST.EXE

SVCHOST.EXE

Dabei ist aber der Prozess selbst in aller Regel nicht der Übeltäter, denn: SVCHOST.EXE ist ein allgemeiner Hostprozessname für Dienste, die mithilfe von Dynamic-Link Libraries (DLLs) ausgeführt werden und sich im Ordner „%SystemRoot%\System32“ befinden. Aus dem Grund kann der Prozess auch mehrfach ausgeführt angezeigt werden. Die Abhängigkeiten des Dienstes SVCHOST.EXE kann der Task-Manager selbst nicht anzeigen. Hier ist man auf die Kommandozeile mit dem Befehl tasklist /svc | more oder Spezialtools wie den Process Explorer angewiesen, welcher auch sonst noch viel mehr Informationen bietet.

Process Explorer

Process Explorer

Leistungsanalyse

Die Registerkarte Leistung im Task-Manager zeigt mit verschiedenen Graphen CPU-Auslastung, Belegung des Arbeitsspeichers, Aktivität der Datenträger sowie Netzwerkverkehr an.

CPU-Leistung im Task-Manager

CPU-Leistung im Task-Manager

RAM-Auslastung im Task-Manager

RAM-Auslastung im Task-Manager

Kommt die Festplatte nicht mehr zur Ruhe oder reagiert das System äußert träge, könnte der zur Verfügung stehende Arbeitsspeicher der Flaschenhals sein. Ein Blick auf die Auslastung des Arbeitsspeichers gibt hier einen ersten Aufschluss, ist aber bei weitem nicht so präzise für Analysezwecke wie der Ressourcenmonitor von Windows, welcher über den Link am unteren Rand des Task-Managers gestartet werden kann. Lesen Sie hier, welche Möglichkeiten der Ressourcenmonitor von Windows bietet.

Autostart und Dienste

Die Registerkarte „Autostart“ bietet einen schnellen Zugriff auf einen Teil der Autostart-Einträge von Windows, da es viele Möglichkeiten gibt, unter Windows Prozesse oder Programme automatisiert zu starten. Die gängigsten Methoden sind über den Task-Manager aber abrufbar und zu verwalten.

Autostart-Einträge im Task-Manager

Autostart-Einträge im Task-Manager

Gegenüber Tools wie „msconfig“ bietet die Ansicht im Explorer eine Bewertung, wie sich der Autostart-Eintrag auf den Systemstart auswirkt. Die Einträge können über das Kontextmenü deaktiviert oder aktiviert werden. Ausführlicher liefert z.B. Autoruns alle Autostart-Einträge.

Die Registerkarte „Dienste“ entspricht der Diensteverwaltung in der Systemsteuerung und zeigt alle installierten Dienste auf einen Blick an.

Dienste im Task-Manager

Dienste im Task-Manager

Dienste können hier analog zu den Autostart-Einträgen über das Kontextmenü gestartet oder beendet werden. Es kann nach den Diensten online gesucht oder die Diensteverwaltung direkt aufgerufen werden, da das Snap-in in der Verwaltung noch weitere Möglichkeiten bietet.

Fazit

Der Task-Manager ist ein erster Anlaufpunkt zur Analyse bei Problemen. Für eine intensivere Analyse ist man aber auf die Hilfe von weiteren Bordmitteln wie dem Ressourcenmonitor, erweiterte Taskmanager von Drittherstellern oder Spezialtools z.B. von Sysinternals (Process Explorer, Autoruns) angewiesen, welche wir in Kürze in einem Artikel vorstellen.

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