Datum: | Artikel 2016, WT-News

Tastatur, Übersetzung, Sprache

In Zeiten voranschreitender globaler Vernetzung wird multilinguale Kommunikation zur Alltäglichkeit und hat längst Einzug in Beruf und Freizeit gehalten. Da nicht jeder in einer Fremdsprache fit ist, bieten sich eventuell kostenlose Tools oder Webdienste an? Oder muss es doch eine kostenpflichtige Lösung sein?

Mehrsprachigkeit gefordert

Mehrsprachigkeit ist heute ein elementarer Baustein für eine erfolgreiche Gestaltung der eigenen Karriere und für Unternehmen zunehmend eine Grundvoraussetzung, um auf einem grenzüberschreitenden Markt Schritt zu halten. Spätestens nach der Öffnung der europäischen Binnengrenzen, die einen stark zunehmenden Binnenexport, aber auch eine stark steigende Binnenmigration förderte, ist eine mehrsprachige Ansprache von Kundengruppen von zunehmender Bedeutung. Dies schließt Behörden und Verwaltungsorgane ein.

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Globus, Sprache, Kommunikation

Mehrsprachigkeit gefordert, Cybrain – Fotolia.com

Der weitaus größte Teil des persönlichen Kontaktes mit fremdsprachigen Einflüssen geschieht jedoch weiterhin auf schriftlicher Ebene. Für den Privatgebrauch dienen hierbei, wie seit vielen Jahren, maschinelle Übersetzungsprogramme – kostenlose wie kostenpflichtige Optionen. Jene lassen sich gemeinhin wie folgt charakterisieren:

  • kostenfreie Übersetzungsprogramme  wie Babylon oder QTranslate  sowie Online-Tools, allem voran Google Übersetzer oder Babelfish – reichen meist nur für kurze Satzteile oder einzelne Wörter. Tiefe syntaktische Zusammenhänge werden meist nur mit grammatikalischen und/oder semantischen Fehlern übersetzt, so dass sich im Regelfall nur ein bedingt verständnisvoller Zusammenhang des Inhaltes ergibt.

Allgemein lässt sich festhalten, dass der Übersetzungstransfer für den Empfänger besser zu bedienen ist, als für einen Sender, in eine für ihn fremde Sprache. Dies gilt auch für Übersetzungsanwendungen auf Unternehmensebene. Kann eine empfangene fremdsprachige Email noch mit einem Übersetzungsprogramm verständlich gemacht werden –um den Emailverkehr in der Folge etwa auf Englisch fortzusetzen- so ist dies auf Antwortbasis nicht denkbar. Für ein seriöses Auftreten ist es von besonderer Wichtigkeit, orthografisch, grammatikalisch als auch stilistisch einwandfrei zu korrespondieren.

Fachmännische Übersetzung gefordert

Kurzum, das Grundproblem mit Übersetzungssoftware bleibt: eine fachmännische Übersetzung, mit der sich auch etwas im beruflichen Alltag anfangen lässt, gelingt noch viel zu selten. Wer also eine professionelle Übersetzung von Textdokumenten oder Urkunden benötigt, die eine einwandfreie Verwendung von Fachvokabular oder Redensarten sichert, muss weiterhin den Weg über einen Übersetzungsdienst gehen. „Auch bei uns sind Übersetzungsprogramme Teil des Übersetzungs- und Qualitätssicherungsprozesses.“ sagt Jörn Tennenbaum vom Übersetzungsbüro ZIS. „Übersetzungssoftware wird heutzutage zumeist auf Cloud-Basis gemietet, um eine Vorübersetzung einzelner Textabschnitte zu erstellen. Hierbei haben sich einige Unternehmen wir SDL Trados, Across oder Wordfast spezialisiert. Auch MemoQ wäre zu nennen. Zu einer auslieferbaren Fachübersetzung werden jene Fragmente, die grundsätzlich mit der Qualität von Google Translate zu vergleichen wären, aber erst durch ein nachfolgendes Lektorat und eine ergänzende Fachübersetzung.“ Vorteil dieser Technologie ist im Gegensatz zu Freeware jedoch die unternehmensspezifische Lernfähigkeit der Software. Bereits übersetzte Textteile fließen nachfolgend in kommende Übersetzungen mit ein und bilden so die Grundlage eines Corporate Wording. „Auf eine solche Firmensprache kommt es letztlich an.“, so Tennenbaum, „Jene auch in einer Fremdsprache zu bilden und einzuhalten ist letztlich die Grundlage für einen internationalen Markterfolg. Übersetzung ist immer auch PR in eigener Sache.“

In naher Zukunft wird sich dieser Markt aber unter Umständen noch einmal bewegen. Die Digitalisierung von Sprache und Wissen, sowie die parallele Weiterentwicklung von künstlicher Intelligenz, könnte auch auf dem Markt für Übersetzungssoftware für neue Strömungen sorgen. Schauen wir, was für den Kunden dabei herauskommt.

Intrografik: © Cybrain – Fotolia.com

Eine Antwort auf “Übersetzungssoftware – App für den Alltag, Basis für Fachübersetzungen”

  1. Quinn

    Solche Apps sind einfach der Hammer.
    Ich finde zwar, je nach Sprache, müssen die Hersteller noch deutlich nachbessern.
    Allerdings funktionieren Sprachen, wie beispielsweise Englisch schon sehr gut.
    Bei mir zuhause hab ich mehrere Monitore stehen und berufsbedingt immer eine Übersetzungsseite offen.

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