Datum: | Tests 2016

UNIC UC46 Mini WiFi

Bei unseren Streifzügen durchs Web sind wir auf den UNIC UC46 Mini WiFi HD LED Projektor gestoßen, welcher für weniger als 65 Euro auch drahtlose Verbindungen erlaubt. Ob das Gerät für den Kampfpreis auch in der Praxis überzeugt, zeigt unser Test.

Ein Blick in einschlägige Fachmagazine oder auf entsprechende Webseiten bzw. Foren wie dem Hifi-Forum.de zeigt deutlich, dass für unter 300 Euro eigentlich keine guten  Projektoren verfügbar sind.  Wir suchten allerdings ein Gerät für kurze Vorträge mit Präsentationen über PowerPoint oder Webseiten in kleineren, abgedunkelten Räumen und keinen Projektor für Full-HD-Kino mit Echtfarben.

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Bei Gearbest fanden wir den UNIC UC46 Mini WiFi HD LED Projektor für knapp 73 US Dollar, was aktuell weniger als 65 Euro entspricht,  einen Projektor mit theoretisch toller Ausstattung. Bei dem Preis mussten wir einfach zuschlagen und hofften auf ein Schnäppchen.

Technische Details

Der Hersteller gibt folgende technischen Daten an:

Bezeichnung UNIC UC 46
Display-Typ PCD
Helligkeit 1200 Lumen
Kontrast 800:1
Projektionsabstand 1 bis 3.8 Meter
Projektionsgrößen 107 bis 380 cm
Anschlüsse VGA, HDMI, AV, USB, SD-Karte, Wireless LAN (802.11a/b/g/n), 3.5“ Audio out, USB-Strom 5V out
Abmessungen (L x B x H): 20.00 x 15.10 x 9.00 cm
Gewicht 1105 Gramm

Die Spezifikationen lesen sich bereits gut. Woher der Begriff „HD“ im Namen aber kommt, bleibt unklar. Die native Auflösung beträgt 800×480 Pixel und erfüllt damit zumindest nicht die Anforderungen für „HD ready“ und schon gar nicht für „Full HD“. Der Projektor kann allerdings Videoinhalte bis 1080p herunterskaliert wiedergeben und unterstützt folgende Formate direkt:

Bilder:   PNG, JPG, BMP
Audio:  MP3, WMA, ASF, OGG, AAC, WAV
Video: AVI, MKV, MP4, MOV, MPG, 3GP, VOB, RMVB, FLV

Von besonderem Interesse war für uns die Wireless-LAN-Funktionalität (802.11a/b/g/n), welche Medieninhalte drahtlos von Tablet PCs, Smartphones, Notebooks und anderen Geräten entgegennehmen kann und dabei neben DLNA auch Miracast unterstützt, welches vor allem auf Windows-Systemen von Relevanz ist.

Hands on

Beim Auspacken fiel direkt der unangenehme, stechende Plastikgeruch auf, welcher sich im Betrieb nochmals verstärkte. Er minimierte sich erst nach etlichen Tagen „offen“ und zahlreichen Betriebsstunden. Man darf hier nur hoffen, dass die Plastikteile nicht gesundheitsschädlich ausgasen.

Neben dem Projektor finden sich in der Umverpackung noch ein EU-Stecker (Netzteil im Gerät), Fernbedienung und AV-Connector. Die Abdeckung der Projektionslinse ist etwas wackelig und fällt beim Transport gerne mal ab. An der Front ist unten ein ausschraubbarer Standfuß, um Winkel des Geräts zur Projektion zu verändern.

Verpackung und Gerät

Verpackung und Gerät

Die Anschlüsse verteilen sich auf die linke Seite. Einzig der VGA-Anschluss findet sich rückwärtig unterhalb des IR-Empfängers für die Fernbedienung.

UNIC UC46 Mini WiFi

UNIC UC46 Mini WiFi, Bildquelle: Gearbest

Bei den Anschlüssen gefällt besonders, dass der Hersteller auch an die Stromversorgung z.B. für USB-Festplatten gedacht hat, welche über den zweiten USB-Port mit 5V-Strom versorgt werden. So lassen sich problemlos 2.5“-Festplatten an dem Gerät betreiben.

UNIC UC46 Mini WiFi

UNIC UC46 Mini WiFi, Bildquelle: Gearbest

Oben auf dem Projektor  finden sich rechtsseitig die Bedienelemente zur Steuerung des Geräts und Fokus sowie Trapez-Anpassung der Projektion.

In Betrieb

Nach dem Einschalten ist der  Projektor schnell einsatzbereit. Die LED-Lampe braucht keine lange Aufwärmzeit, aber hörbar einen Lüfter. Flüsterbetrieb ist mit dem Gerät nicht möglich, die Geräusche sind aber noch im Rahmen dessen, was man als erträglich bezeichnet.

Nach dem Start erscheint der Boot-Screen des Projektors mit der Auswahl Filme, Bilder, Musik oder Texte wiederzugeben, welche auf den angeschlossenen Speichermedien liegen können.  Das Gerät ist mit einem eingebauten Medienplayer in der Lage, eine Vielzahl von Formaten selbstständig ohne externen Zuspieler wiederzugeben, z.B. auch H.264-kodiertes Material mit 30 Frames pro Sekunde. H.265 wurde aber nicht akzeptiert. Die Quelle für die Wiedergabe kann über den Projekctor auswewählt werden.

Auswahl Quelle

Auswahl Quelle

Über das Optionsmenü können verschiedene Presets für Film, Foto und Co. abgerufen und es kann die Farbwärme angepasst werden.

Presets

Presets

Gib mir Licht

Bei Tageslicht in einem Raum mit einem Fenster ist aber bereits der Boot-Screen kaum zu erkennen. Die Helligkeit und der Kontrast sind nicht geeignet, das Gerät im Tageslichtbetrieb in geschlossenen Räumen einzusetzen, von einem Outdoor-Einsatz im schattigen Biergarten ganz zu schweigen.

UNIC UC46 Mini WiFi

UNIC UC46 Mini WiFi bei Tageslicht

Erst nach deutlicher Abdunkelung des Raums war das Bild erkennbar.

UNIC UC46 Mini WiFi abgedunkel

UNIC UC46 Mini WiFi abgedunkel

Leuchtkraft und Farben sind mäßig. Das Bild ins insgesamt zu hell und die Farben zu überzeichnet. Man kann diesen Effekt durch die Farbanpassung im Gerät etwas entschärfen. Da der Projektor die Einstellungen nach dem Ausschalten aber nicht speichert, muss man dies immer wieder anpassen.

In der nativen Auflösung ist das Bild von der Schärfe her akzeptabel, fällt von der Bildmitte her aber deutlich ab. Kleinere Texte sind an den Rändern damit nicht mehr so leicht zu lesen. Das sichtbare Pixelraster ist der LED-Technik geschuldet, fällt bei größerer Entfernung aber nicht sonderlich auf.

Filmwiedergabe

Filmwiedergabe

Bespielt man den Projektor aber mit höheren Auflösungen, wirken die Videos und Bilder schnell verwaschen und unscharf, da diese herunterskaliert werden müssen.

Unschärfe

Unschärfe

Und was ist mit Ton?

Der eingebaute Lautsprecher gibt Ton aus, ist aber für größere Räume nicht laut genug. Dank des Audio-Ausgangs können per Klinkenstecker aber auch externe Lautsprecher wie z.B. kleine Soundbars angeschlossen werden. Der Projektor kann aber keine Dolby-Tonspuren decodieren. Wenn die Videos keine alternative Stereo-Tonspur bieten, bleibt der Lautsprecher stumm, sofern der Medieninhalt direkt vom Projektor abgespielt wird.

Drahtlose Verbindung

Ein Kaufgrund für uns war die Möglichkeit, das Gerät auch drahtlos zu bespielen. Hierfür bietet der UNIC UC46 mehrere Möglichkeiten. Die einfachste Variante ist UNi-Link. Der Projektor meldet sich hierbei als drahtloses Gerät und kann mit den Zuspielern auch drahtlos verbunden werden, wenn diese Miracast, DLNA oder Airplay unterstützen.

UNIC UC46 Mini WiFi drahtlos

Echtes „Airplay“ ist aber nicht möglich. Während z.B. der Apple-TV problemlos Streaming-Videos von z.B. Amazon Prime abspielt, konnten solche Videos auf dem UNIC UC46 nicht wiedergegeben werden. „Eigene Videos“ oder Bilder waren dagegen kein Problem.

iOS

iOS

Der Projektor kann auch in das eigene WLAN eingebunden werden, indem man das Gerät in den DLNA-Modus versetzt, sich dann über die IP mit der Weboberfläche des Projektors verbindet und hier die notwendigen Daten für das eigene WLAN angibt.

UNIC UC46 Mini WiFi drahtlos

UNIC UC46 Mini WiFi drahtlos

Die Weboberfläche bietet noch weitere Funktionen wie z.B. eine Art Fernbedienung, ist aber sehr spartanisch und altbacken designt.

UNIC UC46 Mini WiFi mobile Oberfläche UNIC UC46 Mini WiF mobile Oberfläche UNIC UC46 Mini WiFi mobile Oberfläche

Unter Windows ist Miracast die erste Wahl. Hierbei handelt es sich um eine Drahtlostechnologie, mit der der Bildschirm 1:1 auf ein anderes Gerät projiziert werden kann und auch Audio auf diesem Wege mit überträgt. Seit Windows 8 ist dies direkt in Windows implementiert. Damit die Technik problemlos genutzt werden kann, müssen aber verschiedene Voraussetzungen, vor allem die Existenz passender Treiber, erfüllt sein, wie der Beitrag Miracast unter Windows 10/8.1 (und Windows 7) zeigt.

Wir haben die Technik unter Windows 10 getestet. Dazu schaltet man den Projektor in den Miracast-Modus und verbindet sich dann über das Info-Center mit dem Gerät oder nutzt alternativ den Weg über die Einstellungen.

Miracast Windows 10

Miracast Windows 10

 

Miracast Windows 10

Sobald der Projektor verbunden ist, kann der Bildschirm nicht nur gespiegelt, sondern auch erweitert werden.

Bildschirm

Bildschirm

Der Projektor nahm alle Inhalt an, welche auch der Windows-Rechner wiedergeben konnte. Selbst Streaming-Dienste konnten auf diesem Wege über den Projektor abgespielt werden, da technisch einfach ein weiterer „Monitor“ angeschlossen wurde.

Fazit

Unser Fazit fällt etwas gemischt aus. Der NIC UC46 ist günstig, aber nicht ohne Einschränkung zu empfehlen, da man in Sachen Bedienung, aber vor allem im Bereich Bildqualität sehr deutliche Abstriche machen muss, was bei dem Kampfpreis aber eigentlich auch zu erwarten war.  Für einen „Alltags-Projektor“ ist das Bild einfach zu dunkel und zu flau und lässt gerade für Texte auch die notwendige Schärfe vermissen. Für den sporadischen Einsatz in abgedunkelten Räumen (Vorführung bei Geburtstagen, kleine Präsentationen etc.) reicht der Einstiegs-Projektor aber aus.

Gearbest?

Gearbest zählt zu einem der größten Anbieter von Elektroartikeln in China, führt aber auch andere Produktgruppen wie Kleidung etc. Die Bezahlung der Ware ist mit Paypal oder Kreditkarte möglich. Wir haben uns für Paypal wegen des Käuferschutzes entschieden. Der Versand kann einige Tage und auch Wochen dauern, da viele Produkte direkt aus Asien verschickt werden, andere aber aus Außenlagern, z.B. in England, kommen. Gearbest bietet verschiedene Versandarten an. Für deutsche Kunden empfiehlt sich Germany Direct Express als sichere und schnelle Versandart. Bei dieser Versandart übernimmt GearBest das Zollhandling, was für den Kunden über einen Partner in England. Diese Versandart kostet einen kleine Aufpreis, ist für den Kunden aber insgesamt billiger.

Damit die Produkte in die EU überhaupt eingeführt werden dürfen, hat der Versender einige Auflagen zu erfüllen, unter anderem Prüfprotokolle für die Akkus in dem Gerät. Das alles packte Gearbest vorbildlich der Sendung bei, deren Extra-Gebühren (Einfuhrzoll) entweder beim Zoll oder beim Paketboten zu bezahlen sind. DHL berechnet für den Service übrigens nochmals 28.50 Euro! Unser Rat ist daher, die Ware beim Zollamt selbst abzuholen.

In Sachen Gewährleistung zeigt sich Gearbest sehr offen und bietet auch 40 Tage Rücknahme an, wenngleich der Kunde das Rückporto zahlt.  Ob die Garantieabwicklung im Ernstfall problemlos erfolgt, müssen wir offen lassen.

Introbild: Gearbest

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