Datum: | Artikel 2014

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Video-on-Demand ist einer der heißesten Trends im Internet. Ganz neu ist das Prinzip seit YouTube nicht mehr, aber der Erfolg der Online-Anbieter führt jetzt dazu, dass klassische Videotheken immer mehr zu kämpfen haben. In diesem Jahr wird der deutsche Markt durch den Eintritt internationaler Player noch einmal umgekrempelt werden.

Etwa ein Fünftel der Menschen mit Internetzugang nutzt Video-on-Demand, das hat das Beratungsunternehmen Goldmedia in einer aktuellen Studie herausgefunden. Dabei sind vor allem die Dienste hoch im Kurs, bei denen User Abos abschließen. Ein Drittel der Nutzer ist im Besitz einer Flatrate bei Maxdome, WACHTEVER und Co.

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Watchever

Webseite von Watchever, auch für viele mobile Plattformen oder Konsolen etc. verfügbar

Betrachtet man den Marktanteil der abonnierten Streaming-Dienste, so liegt dieser bei 26 %, etwa gleichauf wie Videos per Einmalzahlung. Der größte Teil des Marktumsatzes wird mit den werbefinanzierten Angeboten erzielt. Der Projektleiter der Studie, Tim Prien, fasst zusammen: „Die Zeit ist mehr als reif für VoD in Deutschland.“

Zwei Prognosen untermauern diese Einschätzung. House of Research und Goldmedia haben Zahlen für die Entwicklung des deutschen Marktes vorgelegt. Fasst man die Ergebnisse zusammen, so wird 2014 ein Umsatz von 200 – 275 Millionen Euro erwartet. Für 2017 soll das Marktvolumen laut Goldmedia auf 357 Millionen Euro steigen, House of Research rechnet für dasselbe Jahr sogar mit 437 Millionen Euro. Nach beiden Untersuchungen wären das Wachstumsraten von annähernd 100 Prozent in 3 Jahren. 20014 soll der Wendepunkt in der Branchenentwicklung sein. Das sieht Goldmedia-Geschäftsführer Prof. Dr. Klaus Goldhammer ähnlich: „Eines ist klar. 2014 wird der deutsche VoD-Markt berechenbarer, attraktiver und damit auch wettbewerbsintensiver. Gute Voraussetzungen für den Durchbruch in Richtung Massengeschäft.“

Und wettbewerbsintensiver wird es auf jeden Fall werden, denn der amerikanische Anbieter Netflix hat seinen Start in Deutschland noch für dieses Jahr angekündigt. Die Pressemitteilung verzichtete auf Details: „Further details, including pricing, programming and supported devices will be available at a later date.“ Trotz der vagen Angaben löste die Ankündigung ein großes Presseecho aus. Netflix ist mit etwa 48 Millionen Kunden aus über 40 Ländern ein internationaler Player und global gesehen der größte VoD-Anbieter. Sein Modell ist simpel: eine günstige Flatrate, die unbegrenzten Zugriff auf das Angebot ermöglicht. Auch kleinere Anbieter wie Wuaki.tv aus Spanien haben ihren Start auf dem deutschen Markt angekündigt. Ähnlich wie Netflix hat Wuaki.tv lediglich seinen Start bekannt gegeben, ohne weitere Details zu nennen.

Aber auch etablierte Anbieter wie Amazon bringen sich in Stellung. So wurde der Dienst kürzlich umgestaltet und umbenannt: Prime Instant Video bietet mit 12.000 Titeln ein großes Allround-Angebot. Darüber hinaus ist es möglich, physisch DVD auszuleihen, die Kunden per Post zugeschickt bekommen. Streams gibt es per Einmalabruf, zusätzlich bietet Amazon aber auch das Flatrate-Modell an.

Bekannte deutsche Anbieter wie WATCHEVER sehen dem Markteintritt des amerikanischen Herausforderers Netflix gelassen entgegen, wie Geschäftsführer Stefan Schulz verlauten lässt. Konkrete Nutzerzahlen werden nicht bekannt gegeben, nur soviel konnte er verraten: „Wir haben zum Ende letzten Jahres eine stabile sechsstellige Zahl an Neukunden erreicht.“ Dieses Ergebnis ist auf die massive Werbekampagne zurückzuführen, mit der der Dienst sich seit Anfang 2013 bekannt macht. Ähnlich wie Netflix bietet er eine günstige Flatrate an, die unbeschränkten Zugriff auf Serien und Filme gewährt.

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