| Internet Explorer 8 Beta 1 |
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| Vorstellungen - Vorstellungen 2008 | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
AllgemeinesDie prinzipiell wichtigste Neuerung des Internet Explorer 8, allerdings unter der Haube, ist die verbesserte Kompatibilität zu aktuellen Webstandards. Microsofts Entscheidung kommt jedoch nicht von ungefähr, hatte Ende vergangenen Jahres doch die norwegische Firma Opera, Hersteller des gleichnamigen Browsers, Beschwerde bei der EU-Kommission eingelegt. Die Beschwerde besagte unter anderem, dass sich Microsoft nicht an allgemein akzeptierte Webstandards halte und es damit den Entwicklern erschweren würde, untereinander kompatible Programme zu schreiben. So unterstützt der Internet Explorer nun unter anderem CSS 2.1 und besteht erstmalig den bekannten Acid2-Test. Beim neueren Acid3-Test fällt er zwar noch durch und erreicht nur 17 Punkte, allerdings besteht derzeit noch kein Browser diesen Test. Das Bestehen des Acid2-Tests ist ein sicheres Indiz dafür, dass Microsoft zumindest bemüht ist, sich besser an Standards zu halten und selbige zu unterstützen. Zwar sollen für den Internet Explorer 6 und 7 angepasste Seiten weiterhin einwandfrei im Internet Explorer 8 funktionieren, ob das wirklich so sein wird, bleibt jedoch abzuwarten. Vor allem drei neue Funktionen des Internet Explorer 8 sollen helfen, sich auch weiterhin gegen die Konkurrenz behaupten zu können. Als Erstes halten die sogenannten Activities Einzug in den Browser, als Zweites die WebSlices und zu guter Letzt das Automatic Crash Revovery (ACR). Was genau diese Funktionen leisten, dazu später mehr. Beachten Sie bitte, dass es sich bei der hier getesteten Version um eine Beta-Version handelt. Das bedeutet, dass sich die Software noch im Entwicklungsstadium befindet und durchaus Probleme auftreten können. Des Weiteren gibt es Unverträglichkeiten mit vielen Toolbars sowie dem Real Player 11, und auch Quicktime funktioniert noch nicht korrekt. Weitere wichtige Informationen zu vorhandenen Problemen entnehmen Sie bitte den Release Notes. Installation und erster StartNach dem Download der für das Betriebssystem passenden Version des Internet Explorer 8 kann die Installation beginnen. Diesmal benötigt die Installation keinen WGA-Check, im Gegensatz zur damaligen Preview des IE 7, sondern läuft einfach durch. Ein Neustart nach der Installation wird empfohlen, damit Dateien, die bei der Installation in Benutzung waren, korrekt ersetzt werden können.
Beim ersten Start wird ein kleines Setup gestartet, damit der Browser konfiguriert werden kann. Sie haben die Wahl zwischen den Express-Einstellungen oder einem benutzerdefinierten Setup. Nachdem Sie diese Einstellungen getätigt haben, ist der Browser fertig konfiguriert und kann verwendet werden.
Wieder ein neuer Look?Nachdem mit dem Internet Explorer 7 die Optik des Browsers immens überarbeitet wurde, ist das äußere Erscheinungsbild im Vergleich von Internet Explorer 7 zu Internet Explorer 8 relativ unverändert. Die Links-Leiste heißt nun allerdings nicht mehr Links, sondern wurde von Microsoft in Favoriten-Leiste umgetauft. Im Gegensatz zur Links-Leiste im Internet Explorer 7 ist die Favoriten-Leiste standardmäßig bereits eingeblendet. Diese Leiste soll zu einem Allround-Verwaltungstool werden. Hier werden die WebSlices gespeichert, RSS-Feeds können beobachtet und die wichtigsten Seiten von hier aus aufgerufen werden.
Die neuen FunktionenActivitiesDie Activities sind kontextabhängige Dienste. Microsoft sieht für Activities zwei verschiedene Anwendungsmöglichkeiten: zum einen das Nachschlagen (look up) von Informationen innerhalb einer Website und zum anderen das Senden von Informationen an eine Web-Anwendung. Beispiel für das Nachschlagen von Informationen: Sie markieren ein Wort auf einer Internetseite, woraufhin ein grüner Pfeil erscheint, der, wenn Sie ihn anklicken, weitere Dienste bietet. So kann man direkt eine Live Search-Suche (oder auch andere Suchanbieter) nach dem markierten Wort starten, das entsprechende Produkt bei Ebay suchen und vieles mehr. Nicht immer erscheint nach dem Markieren eines Textes der grüne Pfeil zur Anzeige von Activities, diese können jedoch auch normal über das Kontextmenü (rechte Maustaste) gewählt werden.
Als weiteren Aspekt zum Nachschlagen von Informationen nennt Microsoft die Suche nach einem Restaurant. Hier kann der entsprechende Ort direkt auf einer Karte angezeigt werden, wenn bspw. die Funktion „Map with Live Maps“ über die Activities benutzt wird. Im Test funktionierte diese Funktion leider nicht fehlerfrei und zeigte immer wieder einen Script-Error an, daher an dieser Stelle nur ein Screenshot von Microsoft dazu.
Beispiel für das Senden von Informationen an eine Web-Anwendung: Sie lesen einen interessanten Artikel auf einer Website und wollen Auszüge davon in Ihrem Blog veröffentlichen. Kein Problem, Text markieren und an Ihren Blogdienst senden.
Momentan stehen noch nicht viele Activities zur Verfügung, da die Funktion noch neu ist und viele Anbieter bisher keine entsprechenden Inhalte zur Verfügung stellen. Die bereits vorhandenen Activities hat Microsoft im Internet Explorer 8 Service Guide zusammengetragen. Von hier aus oder von jeder Seite, die Activities unterstützt, können diese installiert werden. WebSlicesWebSlices (Web-Stückchen) bieten dem User die Möglichkeit, bestimmte Inhalte einer Website, die vom Betreiber als WebSlice definiert wurden, auch dann noch zu beobachten, wenn man die Seite schon gar nicht mehr im Browser geöffnet hat. Ein abonnierter WebSlice wird in der Favoriten-Leiste angelegt und kann dort angeklickt werden. Dann wird in einem kleinen Fenster der WebSlice angezeigt. Diese Methode eignet sich bspw. dazu, bei Ebay laufende Auktionen zu beobachten, ohne die Seite erneut aufrufen zu müssen. Prinzipiell funktionieren WebSlices ähnlich einem RSS-Feed, jedoch sind WebSlices grafisch wesentlich anspruchsvoller gestaltet.
Sollte sich auf einer Website ein WebSlice befinden, so ändert sich das RSS-Icon in das WebSlice-Icon. Zusätzlich gibt es beim Hover über einen Slice-Eintrag ebenfalls ein WebSlice-Icon.
Automatic Crash Recovery (ACR)Firefox und Opera verfügen bereits über eine integrierte Sitzungswiederherstellung im Falle eines Absturzes des Browsers, nun springt Microsoft ebenfalls auf diesen Zug auf und geht sogar noch einen Schritt weiter. Sollte es nur bei einem einzelnen Tab zu Problemen kommen, so wird zunächst versucht nur diesen Tab wiederherzustellen. Der User wird mittels eines Balloon-Tipps auf diese Aktivität aufmerksam gemacht.
Sollte der Internet Explorer einmal komplett abstürzen, so wird ein Hinweisfenster angezeigt, in dem die Möglichkeit geboten wird, das Tab-Set der letzten Sitzung wiederherzustellen. Die ACR profitiert von dem immer modularer werdenden Aufbau des Internet Explorer. Die eigentliche Oberfläche und das Tab-Set laufen in eigenständigen Prozessen, was eine Wiederherstellung überhaupt erst möglich macht.
Domain HighlightingEine weitere Neuerung des Internet Explorer 8 ist das sogenannte Domain Highlighting. Dies soll dem User helfen, mehr Übersicht darüber zu haben, ob er sich wirklich auf der Domain befindet, auf der er zu sein denkt. Dazu wird die Top Level Domain fett und schwarz angezeigt, während der Rest der URL grau erscheint.
Developer ToolsDie Entwicklung von Webangeboten soll mit dem Internet Explorer 8 deutlich vereinfacht werden. Dafür werden dem Entwickler die Developer Tools an die Hand gegeben. Hier können schnell der Quelltext, das CSS und JavaScript auf Fehler untersucht werden. Die Developer Tools sollen somit den Einsatz von Software von Drittanbietern überflüssig machen.
Weitere ausführliche Informationen für Webentwickler rund um die neuen Funktionen können Sie hier einsehen. Die ÜberarbeitungenAdd-on-VerwaltungDie seit Windows XP SP2 bekannte Add-on-Verwaltung wurde wieder ein wenig umgestaltet. Hier können nun nicht nur die Add-ons verwaltet werden, sondern auch die Such-Provider und die Activities. Der Nutzer hat deutlich mehr Übersicht über die installierten Add-ons, da beim Aufruf eines Add-ons erweiterte Informationen angezeigt werden.
Safety FilterMit dem Internet Explorer 7 führte Microsoft den Phishing-Filter ein. Dieser soll den Anwender vor Seiten warnen, die sensible Daten klauen wollen. Mit Version 8 hat Microsoft diesen Filter nun überarbeitet und weiterentwickelt zum Safety Filter (Sicherheits-Filter). Dieser warnt nun nicht nur vor Phishing-Seiten, sondern soll den User auch vor Seiten schützen, die dem Besucher schadhafte Software installieren wollen. Wie bereits im Internet Explorer 7 können unsichere Seiten an Microsoft gemeldet werden. Dies bezieht sich nun aber sowohl auf Phishing-Seiten als auch auf Seiten, die Malware verteilen. Trotz dieses Mehraufwands an Datenverarbeitung soll der Safety Filter schneller als der Phishing-Filter sein und somit ein schnelles und vor allem sicheres Browsen ermöglichen.
Emulate IE7Da sich der Internet Explorer 8 besser an gängige Standards halten soll, kann es sein, dass bestimmte, für den IE7 angepasste Seiten nicht mehr korrekt dargestellt werden. Um das Erscheinungsbild wie im IE7 sehen zu können, gibt es derzeit noch einen „Emulate IE7“-Button, der die Ansicht einer Website wie im Internet Explorer 7 erlaubt. Des Weiteren gibt es das Report a Web page Problem Tool, mit dem problematische Seiten an Microsoft gemeldet werden können.
Für das Windows-Update unter Windows XP benötigen Sie die IE7-Emulation, da Sie ansonsten eine Fehlermeldung mit dem Hinweis erhalten, dass diese Webseite Internet Explorer 5 oder höher benötigt. Unter Windows Vista ist die Umschaltung in den Kompatibilitätsmodus indes nicht nötig, da hier das Windows-Update als eigenständige Applikation in die Systemsteuerung integriert ist.
Probleme?Ja, immer mal wieder. Neben dem nicht funktionierenden Windows-Update leidet der Internet Explorer 8 gerade bei modernen Internet-Angeboten unter jeder Menge Darstellungsfehlern. Als Beispiel sei hier Google Maps erwähnt, welches eigentlich nicht bedienbar ist. Selbst das Pendant von Microsoft, die Live Search Maps, leidet unter Anzeigefehlern. Um diese zu beheben, reicht es jedoch, den „Emulate IE7“-Button zu betätigen.
Probleme sind in einer Beta-Software jedoch normal und sollten daher nicht zu hoch bewertet werden, schließlich wurde die Software zum Testen freigegeben und sollte nicht auf einem Produktiv-System installiert werden. DeinstallationDie Deinstallation des Internet Explorer 8 ist problemlos möglich. Unter Windows Vista findet man den entsprechenden Eintrag in der Systemsteuerung: Programme und Funktionen und danach „Installierte Updates anzeigen“ wählen. Unter Windows XP befindet sich der Deinstallationseintrag direkt unter Systemsteuerung, Software. Nach einem Neustart steht Ihnen wieder die zuvor installierte Version des Internet Explorer zur Verfügung.
FazitMit dem Internet Explorer 8 halten wieder interessante Funktionen Einzug in Microsofts Browser. Ob diese Funktionen innovativ genug sind, um die immer weiter nach vorne drängenden alternativen Browser an ihrem Vormarsch zu hindern, bleibt auch dieses Mal abzuwarten. Im Gegensatz zum Internet Explorer 7, der mehr ein Nachbau der alternativen Browser war, halten diesmal jedoch neue, bisher unbekannte Funktionen Einzug in den Browser. Mein persönliches Fazit lautet: Die neuen Funktionen an sich sind wirklich nett, bisher aber weder umfangreich noch ausgereift. Auch für die Zukunft werde ich meinem alternativen Browser treu bleiben. PCDFlocke, 12.03.2008
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