Radio via Internet - freecom Musicpal und Co.
Vorstellungen - Vorstellungen 2008
Bei der Arbeit muss das Radio dudeln, mal leise, mal lauter. Mittlerweile gibt es eine ganze Anzahl von Geräten unterschiedlichster Hersteller, die unbegrenzten Musikgenuss über eine schnelle Internetverbindung versprechen. Jörg Schumacher (PCDjoe) hat sich als Testgerät zum Anfassen den freecom MusicPal geholt und beschreibt seine Erfahrungen mit dem Thema.
 

Einführung

Radio hören über das Internet - ein Ding, das die Welt nicht braucht? Beim Einstieg in das Thema war das der Gedanke, der relativ schnell auftauchte. Die verfügbaren Geräte versprechen viel und liegen alle ab 50 Euro aufwärts, die Mehrzahl über 80 Euro in der Anschaffung. Das ist für ein Radio eine ganze Menge, es gibt vergleichbare gute Geräte, die einen satten UKW-Sound bieten. Auch über den Satteliten kommen unzählige Sender. Was sollte also ein Internetradio können, um einen echten Mehrwert zu bieten? Dazu kommt das leidige Thema GEZ: Vermutlich ist ein spezielles Gerät für Internetradio auch ein extra zu zahlendes Gerät - wie ein Radio eben.

Fangen wir mit den Alternativen an und bleiben beim Ansatz, Musik am Schreibtisch zu hören. Für ein FM-Radio ist in jedem Fall guter Empfang nötig - eine Antenne muss vorhanden sein. Ähnliches gilt für den Anschluss an einen SAT-Receiver, dort gehören mindestens noch Lautsprecher dazu. Ein Gerät, das wie ein Radio über eigene Regler und eigene Lautsprecher verfügt und die Informationen über das Internet nutzt, hat also schon klare Vorteile. Vor allem bei der Vielfalt der Sender, die alle in ähnlich guter Qualität gehört werden können. Die Qualität der Sender ist unterschiedlich und insgesamt bei genauerem Hinhören weit entfernt von den digitalen Signalen, die z.B. ein SAT-Receiver liefert. Aber für solides Dudeln am Schreibtisch ist sie völlig ausreichend, selbst der Anschluss an eine Stereo-Anlage gibt noch hinreichend guten Klang.

Bei einer bestehenden Internetverbindung kann jeder Computer aus dem Internet Radioangebote empfangen. Meist ist auf der Webseite eines gewünschten Senders schnell eine Rubrik gefunden, die auf das aktuelle Programm verweist und in irgendeiner Form einen Stream anbietet, der dann aus den PC-Lautsprechern dudelt - Windows MediaPlayer, RealPlayer oder ein anderer Player übernimmt diese Aufgabe. Ein Gerät wie der MusicPal durchsucht das Internet nach Auswahl eines Senders aus einer internen Angebotsliste, findet den Stream und gibt ihn wieder. Es steckt eine Menge Technik in dieser einfachen Beschreibung, mit der die unterschiedlichsten Streams wiedergegeben werden. Über ein vtuner-Abonnement (beim MusicPal inklusive) wird die Senderliste aktuell gehalten.

Einsatzbeispiel - freecom MusicPal

Welche Voraussetzungen müssen für den Betrieb eines Internetradioempfängers gegeben sein und was sollten solche Geräte können? Nach einigen Tagen, die der freecom MusicPal auf meinem Schreibtisch stand, kristallisierten sich die Anforderungen heraus. Fast alle konnte auch der MusicPal erfüllen

Das "Büro" sollte zunächst eine DSL-Verbindung und einen freien Platz an einem Hub/Switch bieten, um das Internetradio via Kabel mit dem Netzwerk/Internet zu verbinden. Von Vorteil (und bei einigen Geräten Bedingung) ist eine WLAN-Verbindung, über die z.B. der freecom MusicPal ebenfalls auf die Sender zugreifen kann.

Über die bestehende Verbindung zum Netzwerk ist auch die Konfiguration in den meisten Fällen eine leichte Angelegenheit, sie erfolgt meist über ein Webinterface. Der MusicPal meldet sich als UPnP-Gerät in der Netzwerkumgebung und bietet das Webinterface nach einem Doppelklick auf das zugehörige Symbol an.

Abbildung 1: MusicPal - überschaubares Web-Interface für die Konfiguration
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Natürlich muss ein technisches Gerät seine Energie irgendwo herbekommen. Der übliche Weg ist ein Anschluss über ein Netzgerät - wie auch beim MusicPal. Bei diesem war das Anschlusskabel lang genug, um eine Verbindung zur Steckdose herzustellen. Die Inbetriebnahme des Geräts war einfach, nachdem der Anschluss an Strom und Netzwerk hergestellt war. Ich bin zunächst den Weg über das LAN gegangen, da mein WLAN auf der Basis der MAC-Adressen der Clients abgesichert ist. Ich hätte aber auch gleich das WLAN nutzen können - wie mir erst hinterher auffiel, ist die benötigte MAC-Adresse auf dem Geräteaufkleber ablesbar. Das Gerät bootete und war dank DCHP sofort verfügbar. Die erste Einrichtung habe ich per Bedienung am Gerät hergestellt. Mit den wenigen Knöpfen und einem sauber strukturierten Menü konnte ich meinen Leib- und Magensender schnell lokalisieren und zum Laufen bringen - es gab nichts auszusetzen. Allerdings war der Sender nach einer Trennung von Stromnetz wieder weg - einmal zu den Favoriten hinzufügt hat aber ausgereicht, um auf diesen Sender dann erneut zuzugreifen. Diese Favoriten - wie andere Einstellungen auch - vergisst das Gerät nicht wieder, wenn eine Trennung von Stromnetz erfolgt.

Über das Menü gibt es leichten Zugriff auf die Funktionen Das Freecom Internetradio MusicPal bietet Musik aus dem Internet und RSS/Blog-Infos mit einem einzigen Gerät. Der MusicPal kann als MP3, WAV und WMA-Streamer auf einen Media-Server zugreifen und so die Songs aus der eigenen Musikbibliothek abspielen. Das Laufband mit den RSS-Nachrichten habe ich schnell wieder abgeschaltet, es störte beim Arbeiten. Angenehmer ist es, bei einem Sender den Titel und den Interpreten zu sehen - ein Service, den mein Lieblingssender für den MusicPal allerdings nicht bietet.

Screenshot

Abbildung 2: freecom MusicPal (Quelle: freecom)

Auch der Betrieb des Geräts über WLAN war schnell eingerichtet und technisch OK. Einziges Problem für mich: Im Garten konnte ich zwar über WLAN auf meine Musikdateien zugreifen, aber erst, nachdem ich mühevoll eine Verbindung zum Stromnetz hergestellt hatte. Warum hat dieses nette Gerät kein Batteriefach? Es wäre damit in Reichweite des eigenen WLANs stromunabhängig einsetzbar. Es gibt vergleichbare Geräte auf dem Markt, die dieses Manko ausgleichen, wie z.B. das OXX Tube WLAN / LAN Internetradio 2.1 Musikcenter.

Fazit

10.000 Internetradiosender sind kein Argument für den Erwerb eines Internetradioempfängers wie den freecom MusicPal. Schließlich kann immer nur ein Sender gehört werden. Um über den Internetradioempfänger die Sender der fernen Heimat zu hören, ist das Gerät nützlich. Es hat schon etwas Heimatliches, in München Radio Bremen zu hören. Um den lokalen Sender zu empfangen, gibt es preiswertere Alternativen. Der als Beispiel gewählte freecom MusicPal überzeugt durch gutes Design, leichte Handhabung und guten Klang. Das Gerät stand nach wenigen Tagen wie selbstverständlich auf dem Schreibtisch und gehörte einfach dazu. Ohne ins Detail zu gehen, wie das z.B. auf Amazon in einer ausführlichen Bewertung geschehen ist (tolles Internetradio und UPnP Wecker/Musik Streamer), fehlte mir nur der Batteriebetrieb, um über WLAN auch im Garten auf die Musikdateien zuzugreifen. Mein Tipp: Vor dem Erwerb eines Internetradioempfängers die eigenen Ansprüche genau analysieren. Für den Schreibtischbetrieb über LAN ist der freecom MusicPal bestens gerüstet. Er ist im Handel für ca. 100 Euro erhältlich.

 

 

Freecom Musicpal

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Hersteller: Freecom
Produkt:   Musicpal
Preis:   Ca. 120 Euro
System:   Windows 9x, ME, Windows NT, Windows 2000, WinXP, Vista
Positiv:   Bedienung, Design
Negativ:   kein Batteriebetrieb möglich

PCDJoe, 17.07.2008

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