| Defragmentierer 2008 – The next generation - O&O Defrag 10 sowie Diskeeper 2008 |
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| Vorstellungen - Vorstellungen 2008 | |||||||||||||||||||||||||||||
Defragmentierer – Gratwanderung zwischen Placebo und PerformancegewinnUnter Fragmentierung (Fragment = Bruchstück) versteht man im Zusammenhang mit Datenträgern die ungünstige Verteilung von Datenblöcken, so dass sich die Zugriffszeiten auf die Daten durch zusätzliche Bewegungen der Schreib-/Leseköpfe verlängern (Quelle: Wikipedia). Wie stark die Fragmentierung aber die Performance beeinflusst, lässt sich nicht pauschal beantworten und hängt sehr stark vom jeweiligen System und Anwendungsgebiet ab:
Windows IT Pro hat einen Fachartikel zum Thema Fragmentierung und die Auswirkung auf die Performance veröffentlicht, welcher unsere Erfahrungen und Einschätzungen sehr gut widerspiegelt. Dennoch bewirkt auch die Defragmentierung keine Performancewunder. Wenngleich das Tempo der Dateizugriffe durch eine defragmentierte Festplatte um zweistellige Prozentwerte steigen kann, lässt sich so weder zu wenig Arbeitsspeicher noch fehlende Rechenleistung kompensieren. Für Heimanwender kommt Fragmentierung als Performanceproblem daher am ehesten zum Tragen, wenn die Festplatte besonders voll ist und größere Dateien in vielen Fragmenten auf der Platte verteilt geschrieben und gelesen werden müssen. Windows XP und Windows Vista nehmen sich dem Problem der Fragmentierung zum Teil aber schon selbst an, zumindest für die Betriebssystempartition. Prefetch nennt sich der Mechanismus, mit welchem das Betriebssystem versucht, den Bootvorgang und das Starten von Applikationen zu beschleunigen. Dazu analysieren XP und Vista, welche Dateien und Programme beim Systemstart benötigt werden (PF-Dateien) und speichern sich diese Informationen in der layout.ini im Prefetch-Verzeichnis unterhalb des Windows-Ordners. Der windowsinterne Defragmentierer versucht dann von Zeit zu Zeit selbstständig, diese Dateien an einem Stück auf die Festplatte zu schreiben. Dieser Mechanismus funktioniert unter normalen Bedingungen (Platte nicht übermäßig voll) ganz gut. Sonst arbeitet der Defragmentierer in Windows allerdings sehr ungeschickt. Er geht nacheinander jede Datei durch und versucht diese in einem Stück auf freien Speicherplatz abzuspeichern. Wenn dies nicht gelingt, weil z.B. der zur Verfügung stehende Speicherplatz am Stück nicht ausreicht, springt er zur nächsten Datei und versucht sein Glück erneut. So lange auf der zur Verfügung stehenden Partition noch genug freier Speicherplatz vorhanden ist, reicht diese Technik möglicherweise aus. Ist die Partition aber zu einem Großteil belegt, beendet der Defragmentierer bereits nach kurzer Arbeit den Dienst und hinterlässt eine Vielzahl von Fragmenten auf der Festplatte. Zudem ist der Windows-Defragmentierer nicht in der Lage, den zur Verfügung stehenden verbleibenden Festplattenspeicher zu defragmentieren. Hierzu müsste das Programm alle Dateien so umsortieren, dass ein großes Stück freier Speicher am Ende bereitsteht. Dies würde die Fragmentierung neuer Dateien zu Anfang verhindern oder mindern. Drittanbieter haben diese Schwäche erkannt und bieten mit ihren Produkten Abhilfe. Die Kandidaten und TestumgebungFür unsere Produktvorstellung haben wir O&O Defrag 10 sowie Diskeeper 2008 ausgewählt. Beide Produkte dürften zu den bekanntesten auf dem Markt gehören und um die Gunst der Käufer buhlen. Während das aus Deutschland stammende O&O Defrag insbesondere hierzulande hohe Bekanntheit und Verbreitung besitzt, hat Diskeeper eher den englischsprachigen Markt im Griff. Für Windows Vista und Windows XP mit SP2 kamen O&O Defrag 10 Professional und Diskeeper 2008 Pro Premier zum Einsatz. Zusätzlich haben wir je eine Servervariante von O&O Defrag 10 sowie Diskeeper 2008 auf einem Microsoft Small Business Server 2003 R2 installiert. Dieses System diente mit Raid 1 als Fileserver und Lieferant von etwa 200 GB verschiedener Dateien im Netz. Der Server wurde seit dem Aufsetzen nicht defragmentiert und zeigte insbesondere auf dem Home-Laufwerk der Nutzer in der Domäne starke Fragmentierung. O&O Defrag 10Die aus Deutschland stammende Firma O&O Software stellte uns die aktuelle Version von O&O Defrag 10 in der Professional-Variante zur Verfügung (Build 1634), welche auf Windows 2000, Windows XP und Windows Vista installiert werden kann. Zudem gibt es O&O Defrag 10 auch in einer 64-Bit-Fassung. Die Installation war schnell erledigt. Der Installer bietet dabei an, neben dem Programm auch einen Bildschirmschoner zu installieren und O&O Defrag als Standardanwendung zur Defragmentierung zu bestimmen.
Dennoch lässt sich mit „defrag“ im Startmenü weiterhin der Windows-eigene Defragmentierer starten. Dagegen startet beim Klick auf „Jetzt defragmentieren“ in der Registerkarte Tools eines Laufwerks den O&O-Defragmentierer. Im Systemtray platziert O&O Defrag ein eigenes Trayicon, mit dem die Hauptanwendung gestartet, ein Statusmonitor geöffnet oder das System automatisch im Hintergrund nach einer der 5 verschiedenen Defragmentierungsmethoden bearbeitet werden kann.
Die eigentliche Hauptanwendung hat sich im Look and Feel an Windows Vista und Microsoft Office 2007 orientiert. Große Icons und die Menüleiste erzeugen sofort ein vertrautes Bild.
Nach einer kurzen Analyse ermittelt das Programm die Anzahl der fragmentierten Dateien sowie den daraus resultierenden Grad der Fragmentierung. Die bekannte „Blockansicht“ kann auch für mehrere Laufwerke gleichzeitig eingeblendet werden. O&O Defrag 10 bietet neben der manuellen Defragmentierung auch die O&O OneButtonDefrag-Technologie. Dahinter versteckt sich ein Assistent zur Optimierung der Systemleistung, welcher automatisch alle Laufwerke defragmentiert. Dazu fragt der Assistent zunächst das Einsatzgebiet des Rechners ab, um die optimale Defragmentierungsstrategie festzulegen und gleichzeitig den während der Defragmentierung anfallenden Performanceverlust gering zu halten.
Daneben kann das System aber auch manuell defragmentiert werden. O&O Defrag 10 bietet dafür insgesamt 5 verschiedene Defragmentierungsstrategien (Stealth, Space, Complete/Access, COMPLETE/Modified, COMPLETE/Name). Jede dieser Varianten hat für verschiedene Einsatzzwecke, Vor- und Nachteile und werden in der Hilfedatei ausführlich beschrieben. Ausgelastete Server fahren auf Grund der geringen Systembelastung z.B. mit der Stealth-Methode sehr gut, während Workstations mit einer der Complete-Varianten und in der Folge mit der Stealth- oder Space-Methode gut bedient sind. Vielfältige EinstellungenAuch in den Einstellungen bietet O&O Defrag 10 viele sinnvolle Optionen. So kann das Programm über die Offline-Defragmentierung auch solche Dateien defragmentieren, welche in der aktuellen Sitzung exklusiv gesperrt sind (Systemdateien etc.). Beim nächsten Systemstart nimmt sich O&O Defrag diese Dateien selbstständig vor.
Auf der Registerkarte „Tuning“ lässt sich festlegen, wie viel Rechenleistung O&O Defrag für die Defragmentierung aufwendet. Die schnellsten Ergebnisse erzielt man mit der gesamten Rechenleistung, während O&O Autosense automatisch den optimalen Wert ermittelt und diesen während der Arbeit ständig anpasst. So ist gewährleistet, dass trotz laufendender Defragmentierung am System weiter gearbeitet werden kann. Ergänzend kann auch ein prozentualer Wert festlegt werden, den der Defragmentierer maximal benutzen kann. Sehr gut hat uns auch die Option gefallen, die Durchführung der Defragmentierung festzulegen. Sind mehrere physikalische Festplatten verbaut, kann O&O Defrag diese parallel defragmentieren. Bei sequentieller Defragmentierung sinkt dagegen die Systemlast. Für die Neuanordnung der Dateien beim Defragmentieren kann O&O Defrag auch die Layout.ini von Windows XP ff. berücksichtigen. Damit ist sichergestellt, dass der Prefetch-Mechanismus des Betriebssystems nicht übergangen wird und die vom Betriebssystem ermittelte Dateienreihenfolge zum schnellstmöglichen Systemstart eingehalten wird (siehe Artikelanfang). Notebook-Besitzer können in den Optionen ferner festlegen, dass im Batteriebetrieb keine automatische Defragmentierung stattfindet, um Akkuleistung zu sparen damit letztlich eine längere Laufzeit zu erhalten. Für den Batchbetrieb unterstützt O&O Defrag zudem vielfältige Parameter, welche ebenfalls gut dokumentiert sind. O&O Defrag Screen SaverEine sehr sinnvolle Ergänzung ist der O&O Defrag Screen Saver. Dieser wird auf Wunsch bei der Installation mit eingespielt und muss vor der ersten Anwendung über den Screen Saver-Dialog von Windows noch konfiguriert werden.
Für jedes Laufwerk kann die Defragmentierungs-Methode festgelegt werden, welche der Screensaver dann anwendet, wenn er aktiv wird. Gerade in Umgebungen mit „Mittagspausen“ etc. ist die Methode der „Pausennutzung“ sehr sinnvoll. Während der Defragmentierung wird eine animierte Defragmentierung auf dem Bildschirm präsentiert. Stoppt der Bildschirmschoner, stoppt auch die Defragmentierung, wird aber an der letzten Position automatisch fortgesetzt, wenn der Bildschirmschoner wieder aktiv wird. O&O Defrag Server 10Die Server Edition von O&O Defrag 10 bietet zunächst die gleiche Benutzeroberfläche und Bedienung wie die Professional-Edition, kann aber auf Windows-Servern installiert werden.
Zusätzlich beinhaltet die Server-Edition die Netzwerkverwaltung von O&O Defrag. Sie kann alle Clients, auf denen O&O Defrag Professional installiert ist, zentral verwalten, um z.B. den O&O Defrag Screen Saver auf allen verfügbaren Arbeitsstationen zu aktivieren. Zudem kann O&O Defrag Professional als Client für die Servervariante genutzt werden. Der Administrator muss damit nicht zwangsläufig direkt auf dem Server arbeiten und kann von seiner Arbeitsstation aus bequem den Fragmentierungsstatus der Clients im Netz abfragen, Einstellungen vornehmen oder Defragmentierungs-Jobs planen. Diskeeper 2008Wir hatten bereits im letzten Jahr die Version 2007 von Diskeeper in der ProPremier und Server-Variante vorgestellt. Diskeeper 2008 ist wiederum in verschiedenen Editionen verfügbar, welche sich im Funktionsumfang zum Teil erheblich unterscheiden. Eine Übersicht auf der Homepage bringt etwas Klarheit in der Lizenzvielfalt. Die Benutzeroberfläche ist sehr aufgeräumt und dreigeteilt: Im linken Bereich finden Sie 4 Abschnitte mit ersten Schritten und weiterführenden Informationen, Volumeneigenschaften im Hinblick auf automatische Defragmentierung, I-FAAST und Boot-Time-Defragmentierung, Analyse und Defragmentieren sowie Konfiguration von Diskeeper selbst. Im rechten Bereich sehen Sie oben alle Volumes des jeweiligen PC und im unteren Bereich ausführliche Informationen zum gewählten Volume, Protokoll und History.
Gegenüber dem Vorgänger bietet der 2008er Release keine großartigen Neuerungen:
Dazu bietet Diskeeper 2008 in den Voreinstellungen verschiedene Methoden zur Defragmentierung, um das Risiko neuer VSS-Snapshots zu minimieren. I-FAAST?Die als I-FAAST (Intelligent File Access Acceleration Sequencing Technologie) bezeichnete Defragmentierungsstrategie wurde in den Versionsstand 2.0 gehoben und kann die Performance beim Lesen um bis zu 80 % beschleunigen (10 bis 20 % im Durchschnitt) – alle Angaben laut Hersteller. Dazu führt Diskeeper auf Datenträgern, welche die automatische Defragmentierung aktiviert haben, zunächst ein Benchmark aus und ermittelt so die schnellsten Bereiche auf dem Volume. Sofern sich durch die Aktivierung nach Messung von Diskeeper ein Performancezuwachs ergibt, überwacht das Programm die Häufigkeit der Zugriffe auf alle Dateien und verschiebt solche, die besonders oft genutzt werden, in die „schnelleren“ Bereiche. Zusätzlich können Sie selbst festlegen, welche Dateien in die I-FAAST-Optimierung mit aufgenommen werden sollen.
Für jedes einzelne Volume (jede Partition) können Sie neben einer manuellen Defragmentierung auch die automatische Defragmentierung einschalten und festlegen, wann die Defragmentierung ausgesetzt werden soll (z.B. während der Arbeitszeit). Die Art der Defragmentierung können Sie nur in Grenzen beeinflussen. Zur Wahl stehen lediglich „schnell“ und „empfohlen“. Wie wird defragmentiert?Der kundige Leser wird sich nun fragen, wie Diskeeper defragmentiert. Bei anderen Produkten hat der Anwender die Wahl, ob er Verzeichnisse oder z.B. häufig benutzte Dateien an den Anfang einer Partition verschieben möchte. Dieses Vorgehen war vor vielen Jahren noch sinnvoll, da Festplatten älterer Bauart die höchste Performance am Beginn der Datenstruktur hatten. Heutige Festplatten erreichen die höchste Performance aber nicht unbedingt am Anfang der Platte. Durch Partitionierung etc. ist dem Anwender auch gar nicht bekannt, wo die Daten sich physikalisch genau befinden. Aus diesem Grund defragmentiert Diskeeper zunächst Dateien so, dass diese nach Möglichkeit auf dem Volume zusammenhängen und der freie Speicherplatz defragmentiert ist.
Die Defragmentierung selbst läuft im Automatikbetrieb permanent im Hintergrund, ohne das System merklich zu beeinträchtigen. InvisiTasking nennt sich die Technologie von Diskeeper. Die Software nutzt damit im Hintergrund ungenutzte Systemressourcen. Die CPU-Belastung durch Diskeeper bewegt sich damit auf so geringem Niveau, dass das System insgesamt nur unmerklich beeinträchtigt wird. Ist der Rechner gerade untätig, nutzt Diskeeper mehr Rechenzeit und defragmentiert etwas schneller. Dank dieser Technologie braucht sich der Anwender nicht mehr um die Defragmentierung zu kümmern, welche fortan ständig im Hintergrund aktiv ist. Weitere Funktionen und OptionenAn weiteren Optionen bietet Diskeeper u.a. einen Notebook-Modus. Automatische Defragmentierung wird beim Batteriebetrieb auf Wunsch unterbunden. Diskeeper bietet noch die Boot-Time-Defragmentierung und kann beim Systemstart diese Dateien ebenfalls defragmentieren. Auch die MFT (Master File Table) kann Diskeeper auf diese Weise wieder in weniger Fragmente zusammensetzen. Ins Gehege mit dem Windows-DefragmentiererIm Gegensatz zu O&O Defrag 10 berücksichtigt Diskeeper 2008 nicht die layout.ini des Prefetch-Mechanismus. Dies hat zur Folge, dass Diskeeper die Festplatte brav defragmentiert, der windowsinterne Defragmentierer dann aber selbstständig die Dateien zum Starten laut layout.ini umsortiert und so wiederum den Diskeeper zur Arbeit nötigt. Man kann dem Übel nur entgehen, indem man entweder den Prefetch-Mechanismus von Windows abschaltet oder Diskeeper die automatische Defragmentierung des Systemlaufwerks entzieht. Beide Methoden sind nicht wirklich die optimale Lösung. Stärken als ServerversionSeine Stärken spielt Diskeeper vor allem in Kombination mit dem Diskeeper-Administrator aus, da sich mit Ausnahme der Home-Edition alle Rechner zentral überwachen und steuern lassen. Der eigentliche Defragmentierer der Server-Version ist dabei mit dem der ProPremier identisch. FazitBeide Produkte defragmentieren das System, allerdings auf sehr unterschiedliche Weise. Je nach Einsatzgebiet kann die Defragmentierung ein sinnvolles oder sogar notwendiges Mittel sein, die Leistungsfähigkeit des Systems zu erhalten (z.B. Mailserver, Fileserver, Arbeit mit großen Dateien) und macht auf solchen Systemen durchaus Sinn. Der typische Heimanwender wird von den Defragmentierern aber wohl nur in Ausnahmefällen (extrem stark fragmentierte Festplatte, geringer Restspeicher…) profitieren, wenngleich der Zugriff auf einzelne Dateien vielleicht wenige Prozent schneller erfolgt. Zur Konsolidierung von freiem Speicherplatz auf dem Datenträger ist der windowseigene Defragmentierer nur in Grenzen tauglich. Für diese Aufgabe gibt es allerdings genug Freeware, welche diesen Job zuverlässig erledigt, mit den sonstigen Features der beiden kommerziellen Defragmentierer aber nicht mithalten kann. Beide Produkte sind als 30-Tage-Testversion verfügbar, so dass sich jeder selbst davon ein Bild machen kann, ob eines der Produkte für 40 bis 50 Euro pro Lizenz einen Vorteil bringt. Zum Download O&O Defrag 10 sowie Diskeeper 2008 PCDMicha, 22.04.2008
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