Datum: | Artikel 2015

Update und Sicherheit Windows 10

Windows 10 nutzt eine Peer-to-Peer-Technologie (P2P), um Updates automatisch an seine User zu verteilen. Mit dieser Funktion möchte Microsoft seine Server entlasten und die Updates schneller zu den Usern bringen. Der Nachteil: Durch das P2P-System wird der Upload der User beansprucht. Nicht alle Anwender besitzen hohe Uploadraten, sodass ihr Internetanschluss unter Umständen unbrauchbar wird. Wir erklären die Technik und wie man die Nutzung der eigenen Bandbreite unterbindet.Microsoft hat eine neue Funktion in Windows 10 integriert, Windows Update Delivery Optimization (WUDO) genannt, die standardmäßig aktiviert ist. Mithilfe der Funktion teilen einige Windows-10-Systeme Updates und Apps mit anderen Nutzern desselben Betriebssystems.

Derzeit ist die Funktion bei den Editionen Windows 10 Home und Windows 10 Pro standardmäßig aktiviert. Die Editionen Windows 10 Enterprise und Windows 10 Education haben sie auch aktiviert, jedoch erfolgt die Verteilung von Updates und Apps nur innerhalb des lokalen Netzwerks.

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WUDO ähnelt dem BitTorrent-Protokoll

WUDO ähnelt in seiner Grundfunktion dem BitTorrent-Protokoll. Es nutzt ein Peer-to-Peer-Liefersystem, um den Traffic über Computer rund um den Globus zu verteilen, anstatt auf Server angewiesen zu sein. Das neue System ist kein Ersatz für das bisherige Liefersystem von Updates und Apps, sondern eine Ergänzung.

Wenn WUDO aktiviert ist, kann Microsoft Windows-User zu lokal gespeicherten Kopien von Updates und Apps von anderen Anwendern verbinden. Deren Windows-PCs werden folglich in eine Art Server für Gleichgesinnte verwandelt.

WUDO ist kein Geheimnis, denn das System wurde erstmals im Mai dieses Jahres erwähnt. Damals wurde es als Funktion für Windows Update for Business (WUB) angepriesen und sollte an Organisationen gerichtet sein, die Windows 10 Pro, Windows 10 Enterprise oder Windows 10 Education nutzen.

P2P ist gut, sollte aber nicht standardmäßig aktiviert sein

Das Peer-to-Peer-System ist per se nicht schlecht. Es dient dazu, Server zu entlasten und Content schneller an User zu bringen. Microsoft hat lediglich den Fehler gemacht, diese Option bei vielen Windows-10-Versionen standardmäßig zu aktivieren. Viele User werden folglich gar nicht mitbekommen, dass Windows 10 ihr System als Server zur Verteilung von Updates und Apps nutzt.

Ein weiteres Problem bringt eine fehlende Dokumentation über WUDO mit sich. Laut Alun Jones, der sich in dem offiziellen Microsoft-Forum zu WUDO ausspricht, kreiert DoSvc (der Name für den WUDO-Mechanismus) einen TCP-Listener auf dem Port 7680 und UDP-Receiver auf Port 3544.

Das Problem ist nicht das System selbst oder die Freischaltung von Ports, sondern die Nutzung des Uploads des Users. Insbesondere bei Anwendern mit kleinen Uploadraten wird WUDO das Internet spürbar verlangsamen.

WUDO unter Windows 10 deaktivieren

Windows-User mit geringen Uploadraten oder diejenigen, die WUDO schlichtweg nicht nutzen möchten, können die Funktion folgendermaßen abschalten:

  1. Einstellungen öffnen
  2. den Eintrag Update und Sicherheit wählen
  3. im Bereich Windows Update auf Erweiterte Optionen klicken
  4. dort ist der Punkt Übermittlung von Updates zu finden
  5. die Funktion in dem Menü entweder komplett ausschalten (Punkt 1 im Screenshot) oder anpassen
WUDO in Windows 10

Übermittlung von Updates anpassen

WUDO in Windows 10

Komplett abschalten (1) oder anpassen (2)

Wer WUDO anpassen möchte, kann auswählen, dass das P2P-Prinzip ausschließlich im Heimnetzwerk funktioniert (Punkt 2 im Screenshot). Das wäre in Haushalten von Vorteil, wo mehrere Windows-10-Rechner zu finden sind. Die Rechner könnten bereits installierte Updates oder Apps auf andere Systeme im Netzwerk innerhalb von Sekunden übertragen, ohne dass eine Verbindung zum Internet notwendig ist.

Für WUDO-Befürworter: Mehr Upload erhalten

Es gibt mit Sicherheit einige Anwender, die das neue P2P-Prinzip von Microsoft befürworten und es nutzen möchten. Diese können die Einstellung einfach aktiviert lassen. Eine Voraussetzung für die Nutzung von WUDO ist aber auch, genügend Upload zu besitzen.

Windows-User sollten in ihrem Vertrag zunächst prüfen, wie viel Upload ihr Internet-Service-Prodiver (ISP) zur Verfügung stellt. Anschließend ist mithilfe von Webseiten wie speedtest.net zu prüfen, ob man diese auch erreicht.

Für Uploadgeschwindigkeiten unter sechs Megabit pro Sekunde (Mbit/s) empfehlen wir WUDO nicht. Wer die Funktion dennoch nutzen möchte, sollte prüfen, ob ein anderer Tarif höhere Uploadraten zur Verfügung stellt. Verbraucher können auf Sseiten wie preis24.de ihre DSL-Verfügbarkeit prüfen. Auf der Seite wird ihnen angezeigt, welcher Tarif von verschiedenen Internet-Providern angeboten wird. Daraus können sie dann auch die maximal verfügbare Uploadrate ableiten.

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