Datum: | Tests 2015

Windows 10: Eine neue Generation von Windows

Das Warten hat sich gelohnt. Nun hat auch das bei WinTotal im Test befindliche Flaggschiff der TrekStor SurfTab wintron-Reihe, das 3G pro + 64 GB mit Betriebssystem Windows 8.1 Professional den Umstieg auf Windows 10 geschafft. Der Artikel fasst die ersten Eindrücke aus dem Praxisbetrieb des Tablets nach der Installation von Windows 10 zusammen.

Anzeige

Das Upgrade

Wie viele andere Benutzer auch konnte ich den Tag kaum erwarten, an dem das so viel versprechende neue Betriebssystem für das TrekStor SurfTab wintron 10.1 zur Verfügung steht. Obwohl es genügend Anleitungen im Internet gab, wie man das Upgrade manuell auslösen könnte, habe ich nach mehreren, warum auch immer gescheiterten Versuchen letztlich abgewartet, bis das Upgrade automatisch verfügbar war. Da es sich beim TrekStor SurfTab wintron 10.1 um ein Testgerät fast ohne wichtige Daten handelt, habe ich vorher auf ein Image-Backup des Geräts verzichtet. Bei meinem Arbeitsrechner mit vielen wertvollen Daten habe ich diesen Schritt nicht ausgelassen und vorab mit einem Image-Programm ein Systemabbild erstellt. Die Installation dauerte alles in allem 1,5 Stunden, währenddessen das System freundlicherweise zur Entspannung aufforderte.

Upgrade auf Windows 10

Upgrade auf Windows 10

Nach Neustart und automatischer Konfiguration war das Upgrade dann eingespielt. Der erste Eindruck von Windows 10 auf dem Tablet war zwiespältig: ein sauber aufgeräumtes System konkurrierte mit stellenweise (Spiele, Grafiken) ruckweisem Bildschirmaufbau. Freude kam erst einmal nicht auf – offenbar ein Treiberproblem. Das Problem löste sich aber schneller als gedacht von selbst. Offensichtlich verfügt die Update-Funktion von Windows 10 über magische Kräfte.

Der Grund: In der Standardinstallation steht das Windows Update auf „Automatisch“, die Updates werden im Hintergrund eingespielt. Das Problem mit der Anzeige war nach einem Cumulative Update for Windows 10 noch am gleichen Tag erledigt. Von da an hielt Windows 10 alle Versprechen: schneller und einfacher in der Bedienung als seine Vorgänger. Ein neues Erlebnis – vergleichbar dem Umstieg von Windows 3.1 auf Windows 95.

Erste Schritte

Was fällt als erstes auf? Der Desktop ist angenehm aufgeräumt. Die schon vorher von Windows 8.1 bekannten Livekacheln sind erneut vorhanden. Einige wenige zusätzliche Symbole runden das Bild im Tabletmodus ab. Auf der rechten Seite ist das Info-Center angesiedelt, das auf einfache Weise

Zugriff auf die wichtigsten Funktionen bietet. Üblicherweise wird man auf dem Tablet im Tablet-Modus arbeiten. Dieser enthält, was besonders die Umsteiger von Windows 7 schätzen werden, eine Taskleiste, deren Minikacheln auf aktive Anwendungen verweisen. Andererseits ist Windows 10 intelligent genug, um genau diesen Modus auszuschalten (sprich: in den Desktop-Modus zu schalten), wenn (wie hier zunächst im Test) ein Doppelmonitor-System verwendet wird und das Gerät mit Tastatur und Maus bedient wird. Deshalb erscheint in der Abbildung die Minikachel „Tabletmodus“ ausgegraut als Zeichen dafür, dass dieser Modus ebenso wie der Stromsparmodus im Netzbetrieb bei der aktuellen Gerätekonfiguration nicht verfügbar ist. Farbige Minikacheln zeigen einen eingeschalteten Zustand – sie fungieren als Umschalter.

Info-Center

Info-Center

Jede der kleinen Kacheln führt zu erweiterten Informationen bzw. Einstellungen. Das trifft auch auf die Minisymbole in der Taskleiste zu. So wird beispielsweise nach einem Tipp/Klick auf das Batteriesymbol eine Informationspalette mit detaillierten Informationen zum Akku-Stand angezeigt.

Akkustand

Akkustand

Highlight von Windows 10 scheint nach dem ersten Eindruck die mögliche Verbindung zwischen verschiedenen Geräten zu sein, die sich in der Hand des Benutzers befinden. Microsoft bedient einige aktuelle Erwartungen der Benutzer zur Synchronisation zwischen den Geräten mit innovativen Lösungen, die sich andererseits aber nicht nebenbei erschließen. Ein Begleiter fürs Telefon verdient es, genauer untersucht zu werden – Microsoft wird naturgemäß die meisten Funktionen (u.a. die Sprachsteuerung Cortana) in der Zusammenarbeit mit dem Windows Phone bieten, spart aber die anderen Geräte mit Android oder iPhone/iPad nicht aus.

Begleiter

Begleiter

Während des Tests war es übrigens zunächst nicht möglich, die Verbindung zu einem Lumia 930 mit Windows herzustellen – obwohl auf beiden Geräten dasselbe Windows-Konto verwendet wird. Außerdem monierte das Windows-Phone ein „langsames USB-Kabel“. Auch dieses Problem hatte sich nach wenigen Tagen von selbst erledigt:

WindowsPhone

WindowsPhone

Der Test mit einem Google Nexus 5 war ebenfalls erfolgreich. Er zeigte aber auch, dass die Zusammenarbeit mit einem Android noch auf das begrenzt ist, was auch mit Windows 8.1 möglich war: Fotos und OneNote über OneDrive synchronisieren, Mail und Kalender austauschen, Office-Apps und Skype. Die lernfähige Sprachsteuerung Cortana und Musikaustausch sind für später geplant.

Nexus 5

Nexus 5

Startschwierigkeiten hatte ich mit dem Browser für Windows 10 Microsoft Edge bei der Bedienung. Während im normalen Sprachgebrauch „Ich habe nur EDGE!“ der Schreckensruf der Teenager bei schleichendem Mobilnetz ist, scheint es an der Geschwindigkeit des Browsers nichts auszusetzen zu geben. Aber offensichtlich kann der Browser mehr als nur browsen – bereits auf der Startseite wird auf die Möglichkeit verwiesen, auf Webseiten Notizen anzubringen. Auch die Leseansicht ist gerade bei einem Tablet (oder Windows Phone, für das Windows 10 später ja auch verfügbar sein soll) durchaus praktisch. Das Manual ist auf jeden Fall schon eine Herausforderung – aber vielleicht erschließt sich die Bedienung auch Schritt für Schritt in der täglichen Anwendung.

Edge

Edge

Immerhin aber sind nun auf dem Tablet die Registerkarten wie in der Desktop-Version verfügbar – der Browser auf dem Tablet unter Windows 8 war weniger leicht zu bedienen.

Windows mit dem Finger

Die alles entscheidende Frage für den Test von Windows 10 auf dem Tablet ist natürlich die Frage nach der Möglichkeit, das Gerät unterwegs ohne zusätzliche Maus und Tastatur nur mit dem Finger zu bedienen. Mein Eindruck: Es ist ein Vergnügen, mit dem Gerät zu arbeiten. Alles in allem wirkt die Bedienung der Oberfläche von Windows 10 sehr durchdacht. Die Ansprache des Geräts auf Berührungen ist viel besser als bei Windows 8.1 auf dem gleichen Gerät – praktisch reagiert das Tablet unverzüglich beim ersten Antippen. Wie schon in der Vorabversion von Windows 10 auf dem Desktop-PC sind die für den Tablet-Betrieb und auf dem Windows-Phone so praktischen Live-Kacheln vorhanden, drängen sich aber nicht so in den Vordergrund, dass der Anwender nach den restlichen Bedienelementen suchen muss.

Es gibt deutliche Unterschiede zwischen dem Desktop-Modus, der für die Bedienung mit Maus und Tastatur optimiert ist, und dem Tabletmodus.

Desktop-Modus

Desktop-Modus

Im Desktopmodus überwiegen kleinere Elemente, die Kacheln lassen den Blick frei auf eventuell (beispielweise nach einem Update von Windows 7) vorhandene Desktopsymbole.

Tabletmodus

Tabletmodus

Ähnlich, aber mit größeren und voneinander deutlich abgesetzten Elementen präsentiert sich der Tabletmodus. Auffällig und wirklich nützlich sind die Änderungen am linken Bildschirmrand. Die drei Striche oben links öffnen eine Seitenleiste mit Zugriff auf die wichtigsten Apps – deren Minikacheln im Touchmodus gut mit dem Finger zu erreichen sind.

Seitenleiste

Seitenleiste

Ebenfalls nützlich und bequem angeordnet ist das Symbol Ein/Aus mit Zugriff auf Energie sparen, Herunterfahren und Neu starten.

Im „Fingermodus“ lohnt es sich, den Finger probehalber längere Zeit auf einem Symbol ruhen zu lassen. Viele Symbole führen dann in ein Menü, bieten zusätzliche Wahlmöglichkeiten oder lassen sich einfach verschieben. Ein längerer Tipp auf die Symbolschaltfläche „Pfeil nach links“ in der Taskleiste bietet alle geöffneten Fenster in Miniaturansichten zum Umschalten oder zum Beenden.

Fazit

Die wichtigste Information dieses Artikels stand schon im ersten Satz: Das Warten auf Windows 10 hat sich gelohnt. Aus dem Tablet hat das neue Betriebssystem einige Reserven herausgekitzelt. Selbst Windows-8.1.-Tablet-Benutzer sollten die Optimierungen der Benutzeroberfläche schätzen. Für Aufsteiger von Windows-7-Tablets führt der Umstieg zu Windows 10 in eine ungewohnte, aber keineswegs so fremde Umgebung wie bei einem Umstieg auf Windows 8.x. Viele bekannte Elemente und eine optimierte, einfach erlernbare Oberfläche machen Windows wieder zu einer neuen Erfahrung, nachdem sich Microsoft mit vorherigen Systemen doch eher schwergetan hat. Und es lohnt sich, tiefer in die Details des Systems zu gehen, dessen Stärken nach meiner Meinung in seiner Konnektivität zu anderen Geräten und in der gemeinsamen Datennutzung liegen.

Intrografik: Microsoft

Weitere Teile der Vorstellung zu Windows 10

Teil 1: Allgemeines

Teil 2: Installation

Teil 3: Neuerungen an der Oberfläche

Teil 4: Neuer Webbrowser, Apps und Programme

Teil 5: Systemsteuerung und Systemfunktionen

Teil 6: Mobile Nutzung auf Tablets

Teil 7: Dies und das, Fazit

Wir laden alle Leser ein, uns ihre Erfahrungen zu Windows 10 in der Kommentarfunktion mitzuteilen. Auch im Forum gibt es wieder neuen Grund zur Diskussion und Fehler- und Problembehebung. Da wir unser Fazit erst zum Ende der Serie abgeben, sollte dieses auch nach der ersten Euphorie und dem Medienrummel auf Fakten basieren.

Intrografik: Microsoft

Eine Antwort auf “Windows 10 – Teil 6: Mobile Nutzung auf Tablets”

Hinterlasse eine Antwort

(wird nicht veröffentlicht)

Nutzungsrichtlinien beachten