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Eigentlich ist es ja gemeinhin bekannt: Wer besser schlafen möchte, sollte das Handy oder Tablet vor dem Zubettgehen nicht mehr nutzen. In der Realität sieht das aber natürlich ganz anders aus, denn die meisten Menschen lesen erst abends ihre Emails, surfen durch das Internet oder zocken Games. Die Folge sind in erster Linie Einschlafstörungen, aber auch die Gesundheit kann langfristig darunter leiden. Abhilfe schaffen soll ein sogenannter Blaufilter, der bei vielen Geräten aktiviert werden kann. Hier erfahren Sie, wofür die Funktion gedacht ist und wie sinnvoll sie tatsächlich sein kann.

1. Gut oder schlecht? Was ist ein Blaufilter und welche Vorteile bietet er?

Chemische Bedeutung: Die Formel von Melatonin auf einer Tafel

Blaues Licht regt den Körper zur Produktion des Hormons Melatonin an, wodurch der Tag-Nacht-Rhythmus durcheinander gewirbelt wird.

Computer, Lampe, Handy: Unsere moderne Welt ist voll von blauem Licht. Dieses kommt auch in der Natur vor und ist an und für sich nicht schädlich. Allerdings wirkt es stimmungsaufhellend, was gerade dann zum Problem wird, wenn Sie nachts im Bett liegen und eigentlich schlafen sollten.

Grund dafür ist das Hormon Melatonin, das unser Körper bei Licht produziert und das uns bei Helligkeit wach und leistungsfähig macht. Unnatürliche Lichtquellen, wie beispielsweise das Smartphone-Display, können mittelfristig den Tag-Nacht-Rhythmus durcheinanderbringen, da sie den Körper auch nach Sonnenuntergang zur Melatonin-Produktion anregen.

Gut zu wissen: In der sogenannten Phototherapie wird blaues Licht als natürlicher Stimmungsaufheller zur Behandlung von Depressionen eingesetzt. Studien haben ergeben, dass schon eine kleiner Blaulichtanteil zu einem deutlichen Rückgang der Symptome führt.

Und wofür brauche ich nun den Blaufilter?

Der Blaufilter des Handys reduziert den Anteil des blauen Lichts. Nach seiner Aktivierung mit das Display merklich „gelbstichig“ und die Farben wirken generell sanfter und weicher. Das bedeutet weniger Anstrengung für die Augen und soll gleichzeitig für einen besseren Schlaf sorgen.

2. Ist der Einsatz eines Blaufilters auf dem Handy wirklich sinnvoll?

Gesünder für die Augen: Lesen mit Lampe

Ein Smartphone gibt mehr Licht ab als eine herkömmliche Lese-Lampe und hält Sie damit auch länger wach.

Blaufilter gibt es als Apps für Android-Smartphones und für iPhones, auf neueren Geräte ist er in der Regel aber bereits vorinstalliert. Allerdings ist ihre schlaffördernde Wirkung bisher nicht wissenschaftlich belegt.

Es gibt zwar Studien, die drauf hindeutet, dass eine Verminderung des blauen Lichtes die Melatonin-Produktion reduziert. Dagegen spricht aber, dass unter Einfluss von blauem Licht im Vergleich generell weniger Melatonin produziert wird, als bei der gleichen Mengen konventioneller Illumination.

Allerdings lässt sich natürlich nicht leugnen, dass ein Smartphone mehr Licht abgibt, als eine Lese-Lampe und Sie damit auch logischerweise länger wachhält. Ein Blaufilter ist zwar nicht die Lösung allen Übels, es schadet aber sicherlich nicht, ihn vor dem Schlafengehen zu aktivieren.

Tipp: Der Blaufilter ist nicht automatisch immer an. Sie finden die Option in der Regel in den Einstellungen ihres Smartphones. Bei einigen Geräte wird er auch als „Nachtmodus“ bezeichnet.

Wie ein Blaufilter funktioniert, wird Ihnen im folgenden Video noch einmal präsentiert:

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