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Ladegerät einstecken und abwarten - einen Akku aufzuladen, scheint zunächst nicht schwierig. Tatsächlich gibt es jedoch eine ganze Menge, die falsch gemacht werden kann. Wie Sie Ihren Lithium-Ionen-Akku richtig laden und damit die Lebensdauer sogar erheblich erhöhen, erfahren Sie in diesem Artikel.

Sollte eine Lithium-Ionen-Akku immer vollständig geladen werden?

Besser nicht. Optimal ist es, den Akkustand relativ konstant zwischen 30 und 80 Prozent zu halten.

Wie lange ist die Lebensdauer eines Akkus?

Früher betrug diese etwa 2 Jahre. Heutzutage wird die Lebensdauer aber in Ladezyklen angegeben. Diese umfassen in der Regel zwischen 500 und 1200 Zyklen.

Muss ein neuer Akku beim ersten Mal mehrere Stunden geladen werden?

Nein, das war bei den alten Akkus so. Ein moderner Lithium-Ionen-Akku hat bereits von Anfang an seine volle Kapazität.

1. Viele Ratschläge über das Laden von Li-Ionen Akkus sind Mythen

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Die meisten Lithium-Ionen-Akkus sind mittlerweile fest im Gerät verbaut.

Um das richtige Laden eines Lithium-Ionen-Akkus ranken sich zahlreiche Mythen, damit er nicht zu Schaden kommt. Grundsätzlich gilt natürlich, dass der Akku mit der Zeit an Leistung verliert. Jedoch können Sie mit ein paar einfachen Tricks die Laufzeit tatsächlich erheblich verlängern. Hartnäckig halten sich jedoch unzählige alte Legenden darüber, wie das richtige Ladeverhalten aussieht.

Einige dieser Annahmen stammen aus der Zeit, als die Batterien noch nicht so hochentwickelt waren. Dazu zählt beispielsweise der Memory-Effekt, der bei alten Akkus wirklich nach einiger Zeit eintrat. Da sich die Technik aber rasant weiterentwickelt, sind viele Ratschläge, wie Sie einen Lithium-Ionen-Akku laden sollten, nicht mehr aktuell - und manche davon sind sogar mittlerweile nachteilig für Ihren Handy- oder Tablet-Akku.

Deswegen räumen wir im Folgenden mit einigen dieser Mythen auf und erklären Ihnen, wie Sie die Kapazität Ihres Akkus am besten ausschöpfen und so die Lebensdauer der Zellen schonen.

Wie ein Lithium-Ionen-Akku funktioniert, zeigt das folgende Video sehr anschaulich:

2. Das richtige Auf- und Entladen

Wie bereits erwähnt, entwickeln die neuen Akkus keinen Memory-Effekt mehr. Ältere Batterien gewöhnten sich nach einiger Zeit an regelmäßige Ladezyklen. Dadurch waren sie nach Ablauf der gewohnten Zeit komplett leer, obwohl sie eigentlich viel mehr Kapazitäten hatten.

Die neuen Akkus sind jedoch so entwickelt, dass dies nicht mehr eintritt. Sie müssen ihn also nicht jedes Mal voll aufladen und anschließend komplett entladen lassen. Besser ist es sogar, wenn Sie den Lithium-Ionen-Akku auf einem möglichst konstanten Level halten. Dieser sollte etwa zwischen 30 und 80 Prozent liegen.

Hinweis: Das bedeutet natürlich nicht, dass der Ladestand dauerhaft bei 50 oder 70 Prozent liegen muss. Er sollte lediglich innerhalb der Bandbreite liegen.

3. Keine extremen Ladezustände

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Für den Akku ist es nicht so gut, wenn er ständig voll aufgeladen wird.

Grundsätzlich sollten Sie Ihren Lithium-Ionen-Akku nicht voll laden und ihn schnell vom Ladegerät trennen, sobald er voll ist. Lassen Sie ihn vor dem nächsten Ladevorgang außerdem erst etwas leer werden. Lithium-Ionen-Akkus mögen keine extremen Ladezustände.

Ist der Akkustand zum Beispiel noch zwischen 70 und 80 Prozent, vermeiden Sie besser einen erneuten Ladevorgang und schließen das Gerät erst wieder an den Ladestrom, wenn die Energieanzeige bei etwa 30 Prozent ist. Im Gegenzug sollten Sie es ebenso vermeiden, einen leeren Akku nur kurz auf 20 Prozent zu laden, sondern lassen ihn erst in Ruhe auf etwa 70 Prozent laden.

Auch wenn Sie einen neuen Akku ein erstes Mal laden, ist es nicht nötig, ihn mehrere Stunden am Ladegerät zu lassen. Die modernen Akkus sind in der Regel bereits ab Auslieferung einsatzbereit.

3.1. Über- und Tiefentladung 

Insbesondere ist es nicht gut für Ihren Akku, wenn Sie ihn regelmäßig komplett leer gehen lassen. Ein solches Tiefentladen ist nämlich sehr schlecht für die Lebensdauer. Zwar sind die meisten Akkus mit einem Schutz vor Tiefentladung ausgestattet, dennoch ist es besser, ihn frühzeitig wieder an den Strom zu hängen.

Auch ein Überladen ist dank einer Sicherung ausgeschlossen. Wenn das Handy längere Zeit am Ladegerät hängt und bereits voll ist, schaltet sich die Ladeelektronik eigenständig ab. Das Problem ist jedoch, dass sich der Akku automatisch wieder etwas entleert.

Sobald ein gewisses Niveau unterschritten ist, lädt das Gerät wieder voll auf. Dadurch verringert sich die Lebensdauer des Akkus, da diese nur für eine gewisse Anzahl an Ladezyklen ausgelegt sind.

4. Lebensdauer eines Lithium-Ionen-Akkus

Ein Lithium-Ionen-Akku muss regelmäßig genutzt werden, sonst verliert er an Kapazität. Liegt er ungebraucht im Schrank, tut ihm das nicht gut. Trotzdem hinterlässt aber auch die regelmäßige Nutzung ihre Spuren - egal wie schonend Sie mit ihm umgegangen sind. Das Be- und Entladen nutzt ihn allmählich ab und er lässt an Leistung nach. 

Wie lange ein Akku hält, wird meist in Form von Ladezyklen angegeben. Üblicherweise hält ein Lithium-Ionen-Akku zwischen 500 und 1200 Ladezyklen durch.

Ein Zyklus bezeichnet jedoch nicht jedes einzelne Mal, wenn Sie Ihr Handy an die Steckdosen hängen. Mit einem Ladezyklus ist tatsächlich der komplette Be- und Entladevorgang gemeint. Ist Ihr Akkustand bei 30 Prozent und Sie laden es auf 80 Prozent, hat der Akku auch nur einen halben Ladezyklus hinter sich.

5. Hitze und Kälte schaden dem Akku

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Auch wenn das Smartphone nicht gleich Feuer fängt, mag der Akku hohe Temperaturen überhaupt nicht.

Zugegeben: Lithium-Ionen-Akkus sind kleine Sensibelchen. Sie mögen es weder zu kalt noch zu warm. Am besten funktionieren sie bei Temperaturen zwischen 10 bis 40 °C. 

An einem heißen Sommertag sollten Sie Ihr Handy also besser nicht in der prallen Sonne oder im Auto liegen lassen. Und auch bei Minusgraden empfiehlt es sich, das Gerät lieber an einem warmen Ort zu lassen, da der Akku sonst Schaden nehmen kann. Solange man dies im Hinterkopf hat, lässt sich ein Schaden durch Hitze oder Kälte im Alltag also relativ leicht vermeiden.

6. Lithium-Ionen-Akku laden: Zusammenfassung und Tipps

  • Flache Ladezyklen sind empfehlenswert: Vermeiden Sie komplettes Auf- und Entladen, sondern halten Sie das Ladelevel besser zwischen 30 und 80 Prozent.
  • Ist der Akkustand noch über 70 Prozent, lassen Sie den Akku vor der nächsten Ladung lieber etwas entleeren.
  • Einen leeren Akku sollten Sie bis 70 oder 80 Prozent aufladen lassen, bevor Sie ihn vom Ladekabel nehmen.
  • Lithium-Ionen-Akkus mögen weder Hitze noch Minusgrade. Besonders Ladevorgänge bei hohen Temperaturen über 40 °C führen zu einer schnelleren Zellalterung.
  • Nehmen Sie das Ladegerät nach dem Aufladen aus der Steckdose, das spart Strom.
  • Wenn Sie einen Akku längere Zeit nicht nutzen, lagern Sie ihn mit einem Akkustand von etwa 60 Prozent an einem kühlen Ort (z. B. im Kühlschrank). Grundsätzlich tut es dem Akku jedoch besser, regelmäßig in Gebrauch zu sein.
  • Welches Ladekabel Sie benutzen hat in der Regel keinen Einfluss auf die Lebensdauer des Akku, lediglich auf die Ladezeit.
  • Ein Ladekabel ist grundsätzlich besser für den Akku als kabelloses (induktives) Laden wie aus einer Studie hervorgeht. Dabei entsteht mehr Hitze, was schlecht für die Geräte ist und zudem einen höheren Energieverbrauch hat.
  • Entsorgen Sie einen kaputten Akku immer sachgerecht auf dem Wertstoffhof oder in entsprechenden Sammelboxen.

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