Telekonverter Test 2018

Die besten Telekonverter im Überblick.

Das Wichtigste in Kürze
  • Ein Telekonverter erweitert die Vergrößerung durch Ihr Teleobjektiv. So lassen sich noch weit entfernte Motive besser einfangen, allerdings auf Kosten der Helligkeit und der Auflösung an den Rändern.
  • Die einzelnen Hersteller bieten passgenaue Telekonverter speziell für bestimmte Objektive an. Ebenso sind Telekonverter im Angebot, die verschiedene Gewindedurchmesser ausgleichen und unterschiedliches Equipment zusammen nutzbar machen.
  • Die zusätzliche Anzahl an Linsen und damit verbundene Lichtbrechungen reduzieren die Lichtstärke. Überstrahlt wird dieser Nachteile durch das niedrige Gewicht, die geringe Größe und den verhältnismäßig kleinen Preis.

telekonverter-test
Unterwegs passiert es ohne Vorwarnung. In der Ferne zeigt sich ein Motiv, das trotz hoher Brennweite nicht optimal eingefangen werden kann. Ein weiteres Teleobjektiv wäre an dieser Stelle nicht nur eine stolze Investition, es ist oft einfach zu groß, um es immer als Zubehör in der Kameratasche mitzunehmen. Die Lösung ist ein Telekonverter, der als kleines und vergleichsweise leichtes Element an das Objektiv angefügt wird. Zusammen erreichen beiden dann die 1,4- bis 3-fache Vergrößerung. In Kaufberatung erfahren Sie, in welchen Situationen welches Gerät für Sie der beste Telekonverter ist. Die Auflösung außerhalb des Zentrums und die Lichtstärke spielen dabei eine übergeordnete Rolle, wie unser Vergleich 2018 zeigt.

1. Einordnung der Telekonverter beim optischen Zubehör

Spiegelreflexkameras und wechselbare Objektive, aber auch Systemkameras und deren feste Zoomobjektive lassen sich durch Zubehör in ihrer Einsatzfähigkeiten spürbar erweitern. Bildausschnitte können vergrößert oder verkleinert werden. Dabei verschlechtert oder verbessert sich gleichzeitig die Helligkeit. Auch für Makroaufnahmen liefern die Hersteller die passenden Konverter.

Optisches Gerät Eigenschaften
Telekonverter oder Tele-Extender
Tele-Extender
  • zur Ablichtung weit entfernter Motive
  • erhöht die Brennweite des Objektivs
  • Auflösung nimmt vor allem am Rand ab
  • Helligkeit sinkt mit dem Grad der Vergrößerung
Weitwinkelvorsatz oder Speedbooster
Speedbooster
  • das „Fischauge“ kommt bei der Fotografie von Gruppen zum Einsatz
  • umgekehrte Funktion zum Telekonverter
  • meist mit Schraubgewinde vor Objektiv angebracht
  • auch Montage zwischen Kamera und Objektiv möglich
  • Helligkeit wird erhöht, Auflösung jedoch etwas verschlechtert
Nahlinse oder Makro-Ring
Makro-Ring
  • speziell für Makroaufnahmen geeignet
  • wird wie ein Filter auf das Objektiv gesetzt
  • vergleichbar mit Lesebrille wird die Wirkung in Dioptrien angegeben
  • geringer Verlust bei der Bildqualität
  • als Achromaten mit zwei Linsen deutlich teurer

Alle drei optischen Geräte erhöhen die Funktionalität der Objektive, jedes davon bei einer anderen Gelegenheit. Allesamt eint zudem das kompakte Auftreten und die geringeren Anschaffungskosten im Vergleich zu einem vollwertigen Objektiv. Zu den bekannten Herstellern zählen fast ausschließlich die verbreiteten Marken der Spiegelreflexkameras und Systemkameras:

  • Kenko
  • Canon
  • Nikon
  • Sigma
  • Raynox
  • Sony
  • Panasonic
  • Tamron
  • Lumix
  • Pentax
  • Punkt 2
  • Leica

2. Vergrößerung mit Hilfe des Telekonverters

Linsensysteme
Natürliches Licht spaltet sich beim Durchgang durch eine Linse auf. Die Kunst ist es, dies in einem System von mehreren Linsen zu minimieren.

2.1. Umwege für das Licht

Bei einem Teleobjektiv handelt es sich um ein komplexes System von Linsen. Diese sind perfekt aufeinander abgestimmt, um Unschärfen oder Farbveränderungen vorzubeugen. Wird ein solches System um einen Telekonverter ergänzt, erhöhen sich die Komplexität und die Anfälligkeit für Fehler.

Das ist der Hauptgrund, weshalb der Auflösungserhalt besonders wichtig ist. Selbst bei einem Telekonverter-Vergleichssieger lässt sich im Detail eine leichte Verschlechterung feststellen. Das gilt jedoch vor allem für den Randbereich, während Objekte in der Mitte nahezu verlustfrei und vergrößert abgelichtet werden.

Selbst bei einem günstigen Telekonverter sollte im Zentrum die Auflösung annähernd erhalten bleiben, sonst fiele er bei einem Telekonverter-Test gänzlich durch. Somit eignet sich auch dieser gut, um ein einzelnes Objekt in weiter Ferne noch zu erfassen.

Hinweis: Die Kombination von mehreren Telekonvertern empfiehlt sich wegen der Aufsummierung optischer Fehler nicht. In der Mitte des Bildes bleiben diese aber gering, weshalb sich im Internet immer wieder spektakuläre Mondaufnahmen finden, aufgenommen unter Zuhilfenahme von bis zu fünf Telekonvertern.

2.2. Lichtstärke als kritischer Punkt

Bei der zusätzlichen Vergrößerung mit Hilfe eines Telekonverters kommt zwangsläufig auf dem Fotosensor weniger Licht an. Ausgedrückt in Blendenstufen entspricht es ungefähr dem Faktor der Vergrößerung.

Erreicht beispielsweise der Nikon-Telekonverter eine Verdopplung der Brennweite bei einem 500 mm/1:8-Teleobjektiv, ergibt sich ein 1000 mm/1:16-Objektiv. Die Brennweite steigt um den Faktor 2, die Lichtstärke sinkt. Es gehen zwei Blendenstufen verloren.

Bei der Lichtstärke selbst muss sogar quadriert werden, es bleibt also nur ein Viertel übrig. Deshalb sind solche Telekonverter insbesondere bei Tageslicht gut einsetzbar. Je weniger Licht vorhanden ist, umso kleiner sollte die zusätzliche Vergrößerung sein. Ein nachträgliches Aufhellen ist zwar möglich, lässt das Bild aber schnell unnatürlich wirken.

In der Regel sollten Sie sich auf eine etwas längere Belichtungszeit einstellen, um bessere Ergebnisse zu erzielen. Ideal hierbei ist der Einsatz eines Fotostativs. Das erschwert zwar wiederum Ihre Ausrüstung, aber ein Stativ gehört in der Regel ohnehin in jede gut sortierte Fototasche.

Tipp: Lichtstarke Objektive profitieren am meisten von Telekonvertern. Bei einem einfachen Objektiv werden vorhandene Ungenauigkeit dagegen zusätzlich verstärkt.

3. Zusammenspiel der Technik entscheidend

Auflösung am Rand
Selbst bei einem komplexen Linsensystem sollte sich erst am Rand einer Aufnahme eine Verschlechterung bemerkbar machen.

3.1. Mechanische und elektronische Komponenten müssen passen

Die jeweiligen Hersteller haben im Grunde alle für ihren Objektanschluss passende Konverter im Angebot. Der Vorteil ist, dass sie technisch abgestimmt sind auf die Objektive, und die Wahrscheinlichkeit minimieren, dass Bildfehler zu Tage treten. Ein Sony-Telekonverter lässt sich dementsprechend optimal in eine Alpha 7 oder Alpha 7 II von Sony integrieren, wenn der genau dafür konzipiert wurde.

Bei den bekannten Herstellern gilt meist, dass ein Canon-Telekonverter auch nur mit einer Digitalkamera von Canon wie einer EOS 5D am besten funktioniert. Unabhängige Marken wie Sigma oder Kenko zeigen sich variabel und bieten Lösungen für unterschiedliche Systeme, die keinesfalls schlechter sein müssen.

Auch ist ein Telekonverter geeignet für den Kameratyp, den der Hersteller ausweist und dessen Anschluss kompatibel ist. Ebenso geeignet für Camcorder sind genau die Telekonverter, die die technischen Spezifikationen des Gerätes erfüllen.

Probleme können unabhängig davon auftreten, ob der Telekonverter von Nikon zwischen der entsprechenden Nikon-Kamera und dem ideal geeignet Objektiv sitzt. Wegen des schwächer einfallenden Lichts kann es mitunter passieren, dass der Autofokus nicht wie gewohnt arbeitet.

3.2. Optische Abstimmung als wichtiger Faktor

Im Telekonverter-Vergleich zeigt sich, dass aufeinander abgestimmte Kombinationen – wenn auch nicht immer – gut abschneiden. Hat ein Hersteller wie Canon den zugehörigen Telekonverter für Canon EOS entsprechend der genutzten Objektive entworfen, lassen sich Fehler besser ausgleichen oder zumindest nicht verstärken.

Diesen Wissensvorsprung zu den Schwachstellen der eigenen optischen Geräte besitzen andere Hersteller natürlich nicht. So wird in der Regel die Verbindung von einem Olympus-Objektiv mit einem Pentax-Telekonverter nicht die gleichen Resultate bei einer Fotografie liefern wie eine speziell entworfene Kombination von Canon, Nikon oder Sony.

4. Der Sensor hat entscheidenden Anteil

Bildsensor

Der Sensor aus Halbleiterelementen nimmt das eigentliche Bild auf. Er ist in ein Raster unterteilt, das den Pixeln der Bilddatei entspricht. An der Stelle jedes dieser Pixel wird der Einfall von Licht registriert (ähnlich einer Solarzelle). Außerdem werden in der Regel drei Wellenlängenbereiche erkannt, aus denen sich die Farbe zusammensetzt (ähnlich einem LED-Fernseher). Jedes Rasterelement wird im Anschluss an die Belichtung einzeln ausgelesen. Bei 8 Megapixel muss dies 8 Millionen mal erfolgen.

In einem Telekonverter-Vergleich hängen die Ergebnisse wie bei der Überprüfung anderen optischen Zubehörs zu großen Teilen vom Bildsensor ab, der die sichtbaren Bilder in das vertraute digitale Format umwandelt. Wie hoch dessen Qualität ist, bestimmt maßgeblich die Qualität der Aufnahmen.

Anzutreffen sind bei den CMOS-Sensoren genannten Halbleiterbauelementen drei Größen für Systemkameras und Spiegelreflexkameras. Im Einsteigerbereich findet sich „Four-Thirds“. Etwas größer sind APS-C-Sensoren. Deutlich größer ist das Kleinbild, auch Vollformat genannt.

Eine Systemkamera wie die Sony Alpha 6500, die gehobenen Ansprüchen gerecht wird, setzt beispielsweise auf APS-C. Eine Nikon D850 oder eine Canon EOS 1D, die sich im Besonderen an Berufsfotografen richten, nutzen Vollformatsensoren.

Diese lassen sich wie folgt bewerten:

  • hohe Lichtstärke
  • sehr gutes Signal-Rausch-Verhältnis
  • sehr wenig Bildfehler
  • aufwendig und teuer in der Herstellung

Neben dem Preissprung allein für den großen Sensor sind auch die Anforderungen an die weitere Technik bezüglich der Datenverarbeitung und Speicherung deutlich höher. Es kommt beim endgültig fotografierten Bild weniger auf den Telekonverter für Nikon oder den Telekonverter für Canon an, sondern noch mehr auf den lichtempfindlichen Sensor und seine Qualität.

5. Auftretende Fragen zu Telekonvertern

Zubehör
Mit dem passenden Kamerazubehör kann auf wechselnde Wetter- und Lichtverhältnisse reagiert werden.

5.1. Gibt es spezialisierte Hersteller für Telekonverter?

Neben den etablierten Kameraherstellern wie Canon, Nikon oder Lumix, die eine Reihe von Zubehörteilen im Angebot haben, finden sich auch Marken, die sich auf Optiken spezialisiert haben. Pentax, Tamron, Sigma oder Kenko zählen zu den Produzenten, die diese hochwertigen Linsensysteme herstellen.

5.2. Lassen sich Telekonverter miteinander kombinieren?

Miteinander verbinden lassen sich mehrere Telekonverter ohne Weiteres. Fraglich ist dabei jedoch, wie befriedigend das resultierende Foto ausfällt. Während der Zoom immer weiter vergrößert wird, summieren sich optische Fehler. Die Blende wird außerdem immer enger, sodass eine angemessene Helligkeit kaum erreichbar ist.

5.3. Hat Stiftung Warentest Telekonverter untersucht?

Im Jahr 2005 führte Stiftung Warentest zuletzt einen Telekonverter-Test durch. Allein in der digitalen Fotografie hat sich seitdem derart viel verändert, dass die Aussagekraft gleich null ist.

Wegen des großen Spielraums bei der Wahl von Objektiv und Kamerakörper, unterschiedlichen Ansprüchen bezüglich Motiv und Bildqualität wäre eine absolute Aussage ohnehin schwierig. Mit einem guten Erhalt der Auslösung, der Schutzart IP54 und einer soliden Optik, die sich zu Teilen in einem hohen Gewicht niederschlägt, ist zumindest eine stabile Grundlage gesetzt.

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