Vollformatkamera Test 2018

Die besten Vollformatkameras im Vergleich.

Das Wichtigste in Kürze
  • Vollformatkameras liefern hochwertige, detailreiche Aufnahmen in brillanten Farben.
  • Der große Sensor der Vollformatkameras ermöglicht das Fotografieren bei schlechten Lichtverhältnissen, beispielsweise in der Dämmerung.
  • Vollformatkameras sind nicht mehr nur den Profis vorbehalten, sie sind bereits ab etwa 1.000 Euro zu haben.

vollformatkamera test

Die digitale Kameratechnik hat einen hohen Entwicklungsstand erreicht und ist äußerst populär. Praktisch jedes aktuelle Handy oder Tablet ist mit einer Kamera ausgestattet, die Bilder in einer ansprechenden Qualität liefert. Wer sich allerdings intensiver mit der Fotografie beschäftigt und aktiv Einfluss auf die Qualität seiner Aufnahmen nehmen möchte, wird früher oder später mit der Anschaffung einer hochwertigen Spiegelreflex- oder spiegellosen Systemkamera liebäugeln.

Die Königsklasse dieser Kategorie bilden die Vollformatkameras. Dieser Typ Kamera war in der Vergangenheit aufgrund der hohen Anschaffungskosten den Profis vorbehalten. Mittlerweile sind jedoch am Markt zahlreiche Modelle erhältlich, die auch für ambitionierte Hobbyfotografen erschwinglich sind.

In diesem Vollformatkamera-Vergleich 2018 erfahren Sie, worin die Vorteile dieser Kameras liegen, was ihre technischen Besonderheiten sind, wie Sie die beste Vollformatkamera finden können und worauf Sie beim Kauf achten sollten.

1. Der Sensor macht den Unterschied

modi kamera
Vollformatkameras haben verschiedene Modi, in denen fotografiert werden kann. Vollautomatik ist für den Einstieg am Besten, aber wer geübt ist, der kann auch die unterschiedlichen manuellen Modi nutzen.

Vollformatkameras zeichnen sich unabhängig vom Hersteller durch eine hervorragende Bildqualität aus. Der wichtigste Unterschied gegenüber den anderen Digitalkamera-Kategorien ist die Größe des Bildsensors.

Kleinere Spiegelreflexkameras arbeiten mit einem APS-C-Sensor, der meist eine Größe von 22,2 × 14,8 Millimeter hat. Kompakte Digitalkameras und Handykameras sind häufig sogar nur mit einem Sensor der Größe 6 × 4,5 Millimeter bestückt.

Der Sensor der Vollbildkamera hingegen entspricht dem vollen Bildformat eines Kleinfilms aus der analogen Fotografie und misst 24 × 36 Millimeter. Diese verhältnismäßig große Fläche ermöglicht es, den einzelnen Bildpunkten bei gleicher Auflösung mehr Platz auf dem Sensor einzuräumen.

Dadurch können mehr Bildinformationen untergebracht werden, was sich wiederum positiv auf die Schärfe und die Brillanz der Fotos auswirkt. Auch bei hohen ISO-Zahlen sind rauscharme Aufnahmen möglich. Bei einer Vollformatkamera können Sie also grundsätzlich mit hochwertigeren Aufnahmen rechnen als beim Fotografieren mit einer herkömmlichen digitalen Spiegelreflexkamera.

Den Vorteilen bei der Bildqualität stehen aber unabhängig von der Art und Marke einer Vollformat-DSLR-Kamera auch einige Nachteile gegenüber. Die geringe Tiefenschärfe kann sich je nach Motiv negativ auswirken. Beispielsweise ist es nicht ohne Weiteres möglich, größere Menschenmengen in Gänze scharf abzulichten.

Wenn Bilder in schneller Abfolge aufgenommen werden sollen, ist die Vollformatkamera ebenfalls im Nachteil. Die Aufnahmefrequenz der Vollformat-Kameras liegt unter der von DSLR-Typen mit APS-C-Sensoren.

Die Vor- und Nachteile von Vollformatkamera im Überblick: 

  • hervorragende Bildqualität
  • kommt mit wenig Licht aus
  • Aufnahmen mit geringer Tiefenschärfe und Weitwinkelaufnahmen
  • hoher Preis
  • vergleichsweise groß, schwer und unhandlich
  • Probleme bei Aufnahmen mit großer Tiefenschärfe

2. Das bieten die Vollformat-Kameras der verschiedenen Hersteller

Der Crap-Factor entfällt

Bei Kameras mit APS-C-Sensor muss die Brennweite des Objektivs mit dem Faktor 1,5 bis 1,6 multipliziert werden, um die tatsächliche Brennweite zu ermitteln. Bei einer Kamera mit Vollformat-Sensor entfällt diese Umrechnung, weil die Sensorgröße dem Kleinbild-Format entspricht.

Grundsätzlich bewegen sich alle Kameras mit Vollformat auf technisch hohem Niveau und liefern bei entsprechendem Einsatz gute bis sehr gute Bildergebnisse. Allerdings unterscheiden sich die jeweiligen Modelle in einzelnen Aspekten erheblich. Letztlich entscheiden die Anforderungen des Nutzers darüber, welcher Typ das Potenzial zum persönlichen Vollformatkamera-Vergleichssieger hat.

Zahlreiche namhafte Hersteller tummeln sich auf dem Markt für Vollformat-Kameras. So sind neben Modellen von Pentax auch Leica-Vollformat-Kameras erhältlich. Den Löwenanteil des Marktes teilen sich allerdings drei große Hersteller. Die Spitzenposition nimmt Canon im Vollformat-Sektor mit einem Marktanteil von etwa 40 Prozent ein. Nikon-Vollformatkameras werden von 20 bis 30 Prozent der Käufer bevorzugt. Den dritten Platz sichern sich die Sony-Vollformat-Kameras.

Den Herstellern Canon, Nikon und Sony gemein ist ihre große Erfahrung im Kamerabau. Allerdings legt jeder Hersteller seine Akzente auf andere Schwerpunkte. Beispielsweise punkten die Canon-Vollformat-Modelle mit einem übersichtlichen und leicht bedienbaren Menü. Wir haben für Sie einige Punkte zusammengestellt, bei denen sich herstellerabhängige Unterschiede bemerkbar machen.

Hersteller Eigenschaften
Canon-Vollformat-Kameras
canon kamera
  • übersichtliches, nutzerfreundliches Menü
  • auch bei Helligkeit gut ablesbares Display
  • Speicherplätze für frei programmierbare Setups
  • Doppelbelegungen der Bedienelemente erschweren die Bedienung
Nikon-Vollformat-Kameras
nikon kamera
  • häufig sehr lange Menüs mit unlogischer Untergliederung
  • Displayqualität modellabhängig, bei den neuen Modellen hoch
  • umfangreiche, aber nicht vollständige Vorwahl möglich
  • sinnvoll und eindeutig belegte Schalter, Tasten und Drehräder
Sony-Vollformat-Kameras
sony kamera
    • Menüführung modellabhängig, ansteigende Nutzerfreundlichkeit in den letzten Jahren
    • meist gute bis sehr gute Display-Qualität
    • Programmvorwahl teils mit Schwächen
    • Größe und Positionierung der Schalter und Tasten mit leichten Schwächen

3. Von der Bildqualität bis zum Handling: Auf diese Details sollten Sie beim Kauf achten

3.1. Für wen sich die Kameras eignen

Vollformat-DSLR-Kameras sind eine Option für Profis und Hobbyfotografen, die sich ernsthaft mit der Fotografie auf höherem Niveau auseinandersetzen möchten. Welcher Typ von Kamera als Empfehlung aus einer Kaufberatung hervorgeht, richtet sich nach den Ansprüchen des Nutzers. Neben der Bildqualität spielen die Handlingeigenschaften ebenso eine Rolle wie der Preis.

3.2. Bei der Bildqualität überzeugen alle Modelle

In Sachen Bildqualität fallen nur wenige Modelle negativ auf. Die allermeisten Kameras liefern hervorragendes Bildmaterial, wenn das Know-how des Fotografen im Einklang mit dem hochwertigen Equipment steht.

3.3. Die Handlingeigenschaften unterscheiden sich stark hinsichtlich des Komforts

einsteiger sony alpha
Tests von Vollformatkameras zeigen: Die Sony Alpha ist durch ihr einfaches Handling perfekt für Einsteiger.

Bei den Handlingeigenschaften gibt es zwischen den unterschiedlichen Kameras teils deutliche Unterschiede. Vor allem in der Vergangenheit waren nicht alle Modelle bezüglich ihrer Handhabung zu empfehlen.

Negativ aufgefallen sind vor allen Dingen ungewöhnlich positionierte Bedienelemente und zu kleine Hebel und Schalter. Bei der Fotografie im Freien kann es bei tiefen Temperaturen zu erheblichen Problemen bei der Bedienung kommen. Insgesamt haben diejenigen Hersteller, die in der Vergangenheit umständlich zu bedienende Kameras gebaut haben, einiges dazugelernt. Die neueren Modelle sind größtenteils mit einer brauchbaren Menüführung und sinnvoll angeordneten Bedienelementen ausgestattet.

3.4. Diese Modelle empfehlen sich für Einsteiger

Zwei Typen, die für Einsteiger geeignet sind, sind die Canon-EOS-Vollbild-Kameras und die Sony-Alpha-Vollformat-Kameras. Sie verbinden eine hohe Bildqualität mit einem moderaten Preis. Aber auch die anderen Hersteller bieten Kameras im Einsteiger-Bereich an. Auch Nikon-Vollformat-Kameras sind erschwinglich. Bevor Sie allerdings eine Vollformatkamera kaufen, sollten Sie folgendes unbedingt im Hinterkopf behalten:

Achtung: Wer in die Vollformat-Fotografie einsteigen möchte, sollte sein Budget keinesfalls voll mit der Kamera ausreizen. Um die Vorteile der großformatigen Sensoren zu nutzen, sind spezielle Objektive notwendig. Ein hochwertiges Objektiv kann unabhängig von der Brennweite leicht mit einem vierstelligen Euro-Betrag zu Buche schlagen.

3.5. Erst mit dem richtigen Objektiv entfaltet sich das volle Potential

fischaugenobjektive kamera
Fischaugenobjektive sind eine gute Möglichkeit, innovative und interessante Bilder zu schießen.

Sowohl Canon-Vollformat-Objektive als auch Sony-Vollformat-Objektive und Modelle der Mitbewerber sind für einen breit gefächerten Einsatzbereich am Markt erhältlich.

Vom Fischaugen-Objektiv bis zum Super-Teleobjektiv ist alles zu haben. Allerdings fällt die Auswahl an Objektiven im Vollbild-Sektor deutlich geringer aus als bei herkömmlichen DSLR-Kameras.

Die geringere Modellvielfalt hängt vor allen Dingen damit zusammen, dass es schlichtweg weniger Nutzer gibt, die an diesen Objektiven Interesse haben. Dementsprechend deckeln die Hersteller ihre Entwicklungskosten.

Die einzelnen Typen unterscheiden sich in der Güte ihrer Optik und im Preis teils erheblich. Wer die beste Vollformatkamera und das passende Equipment für seine Zwecke finden möchte, sollte sich ausreichend Zeit für die Recherche nehmen. Wer den Markt genau beobachtet, kann auch seine Vollformatkamera günstig kaufen.

3.6. Muss es eine Vollformat-Kamera sein?

Selbstverständlich ist die Verlockung groß, beim Fotografieren das gleiche Werkzeug wie die Profis in den Händen zu halten. Aufgrund der hohen Anschaffungskosten sollte sich jeder ambitionierte Hobbyfotograf aber sehr gut überlegen, ob er sich mit dieser Investition in die richtige Richtung bewegt.

Anwender, die hauptsächlich im Sport- und Action-Bereich zu Hause sind, werden wahrscheinlich mit einer hochwertigen DSLR-Kamera glücklicher werden. Diese ist schlichtweg für hohe Aufnahmefrequenzen besser geeignet und sorgt zudem durch ihr geringeres Gewicht und die kompaktere Bauart für ein Plus an Wendigkeit.

4. Eher selten vertreten: Vollformat-Kompaktkameras

Kompaktkameras mit Vollformat-Sensor sind relativ selten. Anders als bei den großen Vollformat-Kameras ist bei den kompakten das Objektiv fest mit dem Gehäuse verbunden. Einer der Hauptunterschiede zu den größeren Kollegen liegt darin, dass ein Objektivwechsel nicht möglich ist.

Die Kompaktkameras kombinieren den großen Vollformat-Sensor mit einer kompakten Bauart. Auch mit diesen hochwertigen Kompaktkameras lassen sich hervorragende Ergebnisse erzielen. Allerdings kann diese Kameraklasse bei den Handlingeigenschaften nicht ganz mit den reinrassigen Kompaktkameras mithalten. Sie sind insgesamt etwas größer als die Konkurrenten mit einer weniger hochwertigen Optik.

Die teils hervorragende Bildqualität schlägt sich auch im Preis nieder. Die High-End-Kompaktkameras sind ebenso teuer wie eine gute DSLR-Kamera oder eine Vollformatkamera im Einsteiger-Segment. Das Top-Modell von Leica schlägt sogar mit satten 4.000 Euro zu Buche. Die Leica Q 166 glänzt bei einer Brennweite von 28 Millimeter mit einer Empfindlichkeit von ISO 100 bis ISO 50.000.

Vollbildkameras im Test: Wer sich beim Kauf seiner neuen Kamera auf das Urteil der Test-Profis verlassen möchte, findet auf dem Portal von Stiftung Warentest umfangreiche Informationen zum Thema Vollbildkameras im Test.

5. Fragen und Antworten rund um die Vollformatkamera

5.1. Warum sind Vollformatkameras so teuer?

Bei den Vollformat-Kameras handelt es sich um das beste, was die jeweiligen Hersteller in diesem Sektor zu bieten haben. Sie sind mit hochwertiger Technik und großen Sensoren ausgestattet, die ebenso ihren Preis haben wie die wertige Verarbeitung. Darüber hinaus werden sie in vergleichsweise geringen Stückzahlen gefertigt, was den Preis weiter nach oben treibt.

5.2. Was kann eine Vollformatkamera?

Grundsätzlich beherrscht eine Vollformatkamera das gleiche wie eine herkömmliche DSLR-Kamera auch, nur eben um einiges besser. Der große Bildsensor bietet großzügig Platz für die einzelnen Bildpunkte. Dadurch kann in jedem Bildpunkt eine größere Menge an Informationen gesammelt und zu einem detailreichen Gesamtbild zusammengefügt werden.

Das wiederum zahlt sich in der Schärfe der Fotos ebenso aus wie in der Brillanz der Farben. Ein weiterer Vorteil der großen Sensoren liegt in der höheren Lichtempfindlichkeit. Je größer ein Bildpunkt ist, desto mehr Licht kann er aufnehmen. Dadurch liefern Vollformat-Kameras auch noch in Situationen ansprechendes Bildmaterial, in denen anderen Kameras bereits die Puste ausgeht. Aufnahmen in der Dämmerung sind ebenso möglich wie auf Konzerten oder anderen Indoor-Veranstaltungen.

5.3. Welche Objektive eignen sich für eine Vollformatkamera?

Eine Vollformat-Kamera braucht Vollformat-Objektive. Um den gesamten Bildsensor mit verzerrungsfreien Bildinformationen zu versorgen, sind spezielle Objektive notwendig. Für Aufnahmen mit einer Vollformatkamera sind die herkömmlichen DSLR- Objektive nicht geeignet. Umgekehrt bringen die Vollformat-Objektive sehr gute Resultate mit einem APS-C-Sensor zustande.

5.4. Was ist der Unterschied zwischen einer Vollformat-Spiegelreflex- und einer Vollformat-Systemkamera

Während bei der Vollformat-Spiegelreflexkamera das im Objektiv ankommende Bild über einen Spiegel in den Sucher umgelenkt wird, handelt es sich bei der System-Kamera um eine spiegellose Vollformat-Kamera. Bei dieser Variante wird das Sucher-Bild über ein Display dargestellt.

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (23 Bewertungen, Durchschnitt: 4,80 von 5)
Loading...