Datum: | Artikel 2015

Media PC

In Zeiten von „smarten“ beziehungsweise internetfähigen Fernsehgeräten könnte man meinen, dass Streamingboxen wie Chromecast und Apple TV oder Home-Theater-PCs, welche oft mit der Bezeichnung HTPC abgekürzt werden, mittlerweile überholt sind und kein Markt mehr für Zubehör am TV existiert.

Schlechte Umsetzung zwingt Nutzer zu externen Lösungen

Überraschenderweise finden solche Produkte immer mehr Anklang, Tendenz weiterhin steigend. Dieser Umstand lässt sich zurückführen auf die in der Regel benutzerunfreundliche Bedienung des jeweiligen Fernseher-OS mit unausgereiften Eingabegeräten und kaum qualitativ hochwertiger Software, die sich auf den Geräten installieren lässt.

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Genau das machen Fire TV und Co. anders. Diese trumpfen mit einer großen Auswahl an Apps, laienfreundlicher Bedienung und sehr gut ausgearbeiteten graphischen Oberflächen auf. Der Haken: Abgesehen von Amazons Fire TV, der relativ einfach modifizierbar ist, beschränkt man sich als Konsument mit dem Kauf einer Streamingbox auf das Ökosystem eines bestimmten Herstellers.

Mehr Individualität und mehr Aufwand: der HTPC

Besser sind da PCs in besonders kleinen Gehäusen aufgestellt, da man sich bei der Konfiguration eines Mini PCs seine ganz persönliche Medialösung zusammenstellen kann. Nachdem man die meist mühselige Einrichtung hinter sich gebracht hat, kann diese Lösung durch ein für den Nutzer perfektes und in Sachen Simplizität den Komplettsystemen ebenbürtiges System glänzen.

Barebone Gehäuse PC

Typischer Mini PC, Bild: © Prinzlinse – Fotolia.com

Zudem bieten HTPC eine deutlich größere Freiheit in ihren Anwendungsmöglichkeiten. So kann ein Gerät auf Basis eines herkömmlichen Prozessors als Client für In-Home-Streaming genutzt werden, wodurch sich Computerspiele von einem leistungsfähigem Gaming-Rechner mühelos ins Wohnzimmer streamen lassen, sodass Konsolenfeeling zusätzlich zu den Vorteilen eines PCs genossen werden kann.

Eine Sache der Zeit – und des Geldes

Da sich HTPC in erster Linie an erfahrene Benutzer und Experten richten, wurden diese in der Vergangenheit vornehmlich selbst zusammengestellt und eigenhändig beziehungsweise von externen Anbietern gebaut.  Dieser Ansatz hat natürlich den Vorteil, dass sich das Multimediasystem bestens den individuellen Bedürfnissen anpassen lässt. Ein weiteres Mal kostet das allerdings Zeit.

Media PC

HTPC, Media PC, Bild: © Viktor Gmyria – Fotolia.com

Zwar bieten auch bekannte Hersteller von Komplett-PCs wie zum Beispiel Dell und Acer relativ kleine Computer an, diese sind aber, wie von regulären OEM-Systemen gewohnt, unverhältnismäßig teuer und unvorteilhaft ausgestattet.

Frischer Wind am PC-Markt

Für Abhilfe sorgen sogenannte extrem kleine „Barebone“-Computer. Als Barebone wird ein nicht vollständig ausgestatteter Rechner bezeichnet, der ohne wesentlichen Zeitaufwand vom Käufer mit eigens ausgewählten Komponenten wie Arbeitsspeicher oder Prozessor aufgestockt werden muss.

Die aktuell beliebteste Barebone-Serie stammt aus dem Hause Intel und wird als „Next Unit of Computing“, kurz NUC, bezeichnet. Oftmals fehlt diesen Geräten nach dem Erwerb für einen ohnehin schon äußerst günstigen Preis von teilweise unter 150 Euro nur noch preiswerter Arbeitsspeicher, um sie in Betrieb nehmen zu können.

Unendliche Freiheit und genug Leistung: Intel NUC als Alternative

Daraufhin stehen dem Nutzer alle Türen offen: Die Wahl des Betriebssystems ist genau so frei wie die Wahl des Einsatzgebietes. Abseits von der Eignung eines Intel NUC als Multimedia-Zentrale können die Kleinstcomputer auch als fast lautloser Office-PC benutzt werden, was besonders für Menschen, welche ihren Computer nur in wenigen Situationen benötigen und hauptsächlich mit Smartphones beziehungsweise Tablets arbeiten, sehr attraktiv sein könnte.
Einen weiteren Vorteil stellt der außerordentlich geringe Stromverbrauch eines NUC dar: Im Gegensatz zu herkömmlichen Computern in kleinen Gehäusen befindet sich der Stromverbrauch auf dem Niveau von den anfangs angesprochenen Set-Top-Boxen und nicht auf dem eines normalen Rechners.

Wer sollte einen Kauf in Betracht ziehen?

Für Konsumenten, die vor einer Kaufentscheidung stehen, empfiehlt es sich, die eigenen Anwendungsgebiete genauer zu betrachten und abzuwägen, ob ein günstiges Barebone-System genug Leistung für diese bieten würde. Wer Streaming-, Office- und Multimedia-Anwendungen zu den Anforderungen an den Mini-PC zählt und auf individuelle Konfiguration, niedrigen Stromverbrauch und Platzersparnis Wert legt,  der ist mit den Barebone-Computern bestens beraten. Gamern, die grafisch anspruchsvolle Titel direkt auf dem System und in hoher Auflösung spielen wollen, sei zu einem Blick auf die so genannten „Gaming Cubes“ geraten, für die jedoch deutlich tiefer in den Geldbeutel gegriffen werden muss.

Grafiken: Bild 1 © Prinzlinse – Fotolia.com, Bild 2 und Intrografik © Viktor Gmyria – Fotolia.com

Eine Antwort auf “Hardware-Trend Barebone: Was es mit den Kleinstcomputern auf sich hat”

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