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Smartphone-Kameras werden zunehmend leistungsfähiger und mit einem aktuellen Android-Gerät tragen Sie weit mehr als nur einen einfachen Fotoapparat in der Hosentasche mit sich herum. Was viele Anwender allerdings nicht wissen: Die vorinstallierte Kamera-App legt längst nicht das volle Potenzial der Technik frei oder manipuliert die Bilder automatisch, ohne dass Sie es merken. In diesem Beitrag stellen wir Ihnen verschiedene Drittanbieter-Tools vor, mit denen Sie mehr als nur schöne Fotos aus Ihrer Hardware herausholen können.

Was spricht für die Verwendung einer alternativen Kamera-App?

Mittlerweile ist zwar nahezu jedes aktuelle Smartphone mit einer guten Kamera-App ausgestattet, mit der Sie Fotos in Echtzeit bearbeiten können. Alternative Apps bieten in der Regel aber mehr Funktionen und erweiterte Einstellungsmöglichkeiten.

Kann ich mit einer Kamera-App Bilder genauso professionell arbeiten wie am PC?

Aus hardwaretechnischen Gründen kommt Leistungsumfang einer mobilen Bearbeitungssoftware im Vergleich zwar nicht an den einer Desktop-Version heran. Ungeachtet dessen sind aber durchaus auch mit einer App wie Cymera oder VSCO anspruchsvolle Anpassungen möglich.

Was kostet eine gute Kamera-App?

Die in diesem Beitrag vorgestellten Programme können Sie alle gratis herunterladen und installieren. Bei einigen fallen für Inhalte und erweiterte Funktionen allerdings zusätzliche Gebühren in Form eines Abos oder einmaligen In-App-Kaufes an.

1. Cymera: Die Kamera-App für Generation Selfie

Mit der kostenlosen Cymera-App machen Sie im Handumdrehen mehr aus Ihren Schnappschüssen und Selfies. Der Foto- und Beauty-Editor bringt ein großes Funktions-Paket zum Aufnehmen und Bearbeiten von Bildern mit, darunter beispielsweise virtuelle Kameraobjektive, Tiefenschärfefilter und eine Reihe von Auto-Effekten. Sie haben die Wahl zwischen sieben verschiedenen Objektivformen mit denen jeweils unterschiedliche Aufnahmen möglich sind. Dazu zählen beispielsweise ein Doppel- und ein Fisheye-Objektiv sowie eine Action-Kamera und Filmstreifen-Aufnahmen im Hoch- oder Querformat. Praktisch: Beim erstmaligen Öffnen einer Funktion wird eine kleine Bedienhilfe mit Nutzungs-Hinweisen eingeblendet.

Zu jedem Objektiv gibt es vier weitere Modi. Mit Hilfe des Timers erstellen Sie beispielsweise schöne Gruppenfotos während der optionale Bildstabilisator dafür sorgt, dass Sie auch mit wackeligen Händen schöne Ergebnisse erzielen. Der Gesichtserkennungs-Detektor scannt Ihre Bilder auf Gesichter und listet diese in einer eigenen Kategorie auf. Cymera kommuniziert via Bluetooth mit allen gängigen Selfie-Sticks und besitzt Schnittstellen zu diversen sozialen Netzwerken.

Zusätzliche Inhalte können gratis in der App heruntergeladen werden, kostenpflichtige In-App-Käufe gibt es nicht. Allerdings wird am unteren Bildschirm-Rand der Galerie-Ansicht ein Werbebanner eingeblendet.

Tipp: Wenn Sie den Zeitstempel direkt auf dem Bild einfügen möchten, müssen Sie bei den meisten Android-Smartphones zu einer Drittanbieter-App greifen. Ein direktes Einblenden über die vorinstallierte Kamera-App ist in der Regel nicht möglich. Das kostenlose Tool Timestamp Camera Free ergänzt Ihre Fotografien am oberen Bildschirmrand automatisch mit Datum und Uhrzeit.

2. VSCO: Das künstlerische Social Network

Screenshot der VSCO Kamera App auf einem Samsung Smartphone

VSCO bringt bereits in der Basis-Version einige Filterreihen mit. Zusätzliche Sammlungen können Sie über In-App-Käufe erwerben und installieren.

Der kompakte Foto- und Videoeditor VSCO präsentiert sich als spannende Mischung auf Kamera-App und künstlerischem Social Network. Optisch besticht das Tool auf den ersten Blick durch ein minimalistisches Design, hinter dem sich jedoch ganze ein Reihe ausgeklügelter Funktionen verstecken. Nach der Aufnahme bzw. dem Import eines Bildes stehen Ihnen neben zahlreichen verschiedenen Optionen für die Bildbearbeitung auch zahlreiche Filter zur Verfügung. Diese sind mit einer Buchstaben-Zahlen-Kombination betitelt und eignen sich jeweils für bestimmte fotografische Verhältnisse (z.B. wurde Filterreihe G4 bis G9 für Portraitaufnahmen entwickelt). Die kostenlose Basisversion von VSCO kommt gänzlich ohne Werbung aus und bringt bereits einige Filter mit. Sollten diese für Ihre Zwecke nicht ausreichen, können Sie weitere Sammlungen über In-App-Käufe erwerben.

Die bearbeiteten Aufnahmen speichern Sie anschließend entweder in der App oder in einem zentralen Verzeichnis Ihres Smartphones. Neben den Bildbearbeitungsmöglichkeiten bietet VSCO auch noch eine Community-Funktion, über die Sie Ihre Werke auch im VSCO-Netzwerk oder bei Facebook, Instagram & Co. teilen können.

Noch mehr Möglichkeiten und Funktionen bekommen Sie mit der gebührenpflichtigen Premium-Version VSCO X (als Abo für 19,99 USD pro Jahr). Diese enthält neben einem verbesserten Rahmentool auch monatliche App-Erweiterungen und diverse Film X-Voreinstellungen.

3. WardenCam Home Security: Das Android-Smartphone als Überwachungskamera

Mit WardenCam rüsten Sie Ihr Smartphone zu einer kostenlosen Überwachungskamera um. Für die Nutzung benötigen Sie ein zweites Smartphone oder Tablet und Google-Konto, über das Sie sich verifizieren und einloggen. Nach der Installation der App auf beiden Geräten, legen Sie fest, welches als Kamera und welches als Überwachungsmonitor dienen soll. Es können auch mehr als zwei Geräte eingesetzt werden, was sehr praktisch ist, wenn Sie beispielsweise mehrere Räume im Auge behalten möchten.

Tipp: WardenCam verfügt über eine Option, mithilfe derer Sie das Display des „überwachenden“ Handys in den Energiesparmodus versetzen können. Das schont zwar den Akku, für einen dauerhaften Betrieb empfehlen wir aber dennoch, das Gerät vorsorglich an ein Netzteil anzuschließen.

WardenCam Kamera-App mit Sprachsteuerung auf einem Samsung Smartphone

Die Gratis-Version von WardenCam erlaubt insgesamt 24 Stunden Videoaufnahme mit Clips von je 20 Sekunden Länge.

Anschließend können Sie von jedem Standort aus auf die Kamera zugreifen und überprüfen, was gerade zu Hause vor sich geht. Das funktioniert entweder über Ihr aktuelles Smartphone und die App oder, falls das Handy mal keinen Empfang hat oder der Akku leer ist, alternativ auch über einen Browser. Die App erlaubt zudem das Einrichten eines optionalen Bewegungsmelders. Ist dieser aktiviert, filmt die Kamera nur dann, wenn Sie Bewegungen wahrnimmt und versendet auch Wunsch eine entsprechende Benachrichtigung per E-Mail.

Zwei-Wege-Audio-Übertragung und Nachtmodus

Ihre Aufnahmen speichert WardenCam auf Wunsch in Google Drive oder Dropbox. Besonders praktisch ist auch die Möglichkeit der Zwei-Wege-Audio-Übertragung. Damit können Sie nicht nur die überwachten Objekte abhorchen, sondern auch durch das aktuelle Smartphone kommunizieren. Komplettiert wird das Überwachungspaket durch einen integrierten Nachtsichtmodus.

Die Gratis-Version von WardenCam lässt insgesamt 24 Stunden Videoaufnahme mit Clips von je 20 Sekunden Länge zu. Durch ein Upgrade auf die Premium-Version zum einem Preis von 4,99 USD (umgerechnet etwa 4,50 Euro) sind unbegrenzte Videoaufnahmen und sogar eine 24-Stunden-Überwachung möglich.

Achtung: Bedenken Sie, dass Sie sich beim Filmen an bestimmte Vorgaben (Stichwort: Datenschutz!) halten müssen. Es sollte sich von selbst verstehen, dass Sie Unbeteiligte in der Öffentlichkeit nicht ohne Ihre ausdrückliche Erlaubnis filmen dürfen. Zudem dürfen private Videokameras laut eines Urteils des Bundesgerichtshofes keine öffentlichen und fremden privaten Flächen erfassen. Bei Zuwiderhandlung müssen Sie mit strafrechtlichen Konsequenzen rechnen.

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Alternative Kamera-Apps für Android
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