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Eine Kommunikation im Zeitalter von Computern und Smartphones wäre ohne USB-Anschlüsse praktisch undenkbar. Die serielle Schnittstelle wird heutzutage für jegliche Art von Datenübertragung zwischen zwei Geräten genutzt, die im laufenden Betrieb miteinander verbunden werden können. Dabei ist USB-Anschluss nicht gleich USB-Anschluss: Einst als Standardschnittstelle eingeführt, haben sich daraus inzwischen zahlreiche unterschiedliche Stecker- und Buchsen-Formen entwickelt. In dieser Übersicht erklären wir Ihnen, wie sich die einzelnen USB-Stecker Typen voneinander unterscheiden und wofür sie verwendet werden.

  • USB basiert auf einer seriellen Architektur. Daten lassen sich damit Bit für Bit (also in Serie) von einem Gerät auf das andere übertragen.
  • Wenn Sie einen USB-Hub verwenden, dürfen maximal 127 Peripheriegeräte gleichzeitig über einen Port am Master angeschlossen. Zudem sollten mindestens 5 m Abstand zwischen zwei Anschlüssen bzw. Hubs liegen.
  • USB-C ist der einzige Standard, der mit allen anderen USB-Spezifikationen kompatibel ist.

1. Die Geschichte des USB-Standards

Der USB-Standard („Universal Serial Bus“) wurde 1996 von namhaften Herstellern wie Intel eingeführt, um die damals vorherrschenden Seriell-, Parallel- und COM-Schnittstellen abzulösen. Ziel war es, einen universellen Anschluss zu schaffen, mit dem sich Computer und Peripherie auf möglichst einfache Art und Weise miteinander verbinden lassen. Heute ist USB dank der „Hot Plugging“- Möglichkeit selbst bei Smartphones und Fernsehern vertreten, und selbst moderne Haushaltsgeräte wie Kaffeemaschinen oder Kühlschränke sind längst damit ausgestattet.

1.1. USB 1.0 und USB 1.1 – Die erste Generation

Der Start von USB 1.0 Ende des Jahres 1996 stand unter keinem guten Stern: Zwar war die Übertragungsrate mit 12 Mbit/s deutlich höher als die der gebräuchlichen Schnittstellen, allerdings unterstützten die gängigen Windows-Betriebssysteme (größtenteils Windows 95 und Windows NT) den Standard nicht. Außerdem mangelte es an geeigneten Peripheriegeräten, weshalb USB lange das Nachsehen hinter Apples Firewire-Bus (IEEE1394) hatte, der zudem auch mit einer mehr als 30fach höheren Datenrate aufwarten konnte.

1998 erschien mit USB 1.1. eine überarbeitete Version, bei der einige Fehler in der internen Software ausgemerzt wurden. Da aber keine Anpassung der Datenrate erfolgte, brachte auch die neue Spezifikation nicht den erhofften Erfolg.

1.2. USB 2.0 – Die am meisten genutzte Generation

Tastatur und Maus mit USB 2.0 Standard

Aktuelle Peripheriegeräte wie Tastaturen und Mäuse arbeiten mit dem USB 2.0 Standard.

Der große Durchbruch gelang im Jahr 2001 mit der Einführung von USB 2.0. Mit einem Sprung von 12 Mbit/s auf 480 Mbit/s wurde die Übertragungsgeschwindigkeit schlagartig um das 40-fache erhöht.

Zudem wurde die maximale Stromstärke von 0,1 A auf 0,5 A angehoben. Dadurch konnten ab sofort auch problemlos Geräte mit einem höheren Energiebedarf wie etwa externe Festplatten, Kameras oder Videorekorder angeschlossen werden.

Gut zu wissen: USB 2.0 ist bis heute der meistgenutzte Standard und selbst aktuelle Geräte, die bereits mit USB 3.0 oder höher arbeiten, besitzen in den meisten Fällen immer noch Buchsen, die USB 2.0 unterstützen.

1.3. USB 3.0 und USB 3.1 – Die neueste Generation

Im Jahr 2008 folgte mit USB 3.0 die nächste Stufe auf der Evolutionsleiter. Mit 5 Gbit/s wurde noch einmal eine ordentliche Schippe auf die bisherige Datenrate drauf gepackt. Dazu verfügen USB 3.0-Stecker im Vergleich zu den 2.0-Versionen über fünf zusätzliche Kontakte zum Senden und Empfangen (SSRX+ und SSRX- sowie die Massenleitung GND) sowie eine maximale Stromstärke von 0,9 A.

Die Konkurrenz schläft nicht: Vom Erfolg der neuen Generation angestachelt, veröffentlichen Apple und Intel mit der Thunderbolt-Schnittstelle eine 2,5x schneller Alternative zu USB 3.0. Die neue Thunderbolt 3 ist sogar 25x schneller.

Apple Thunderbolt Kabel

Thunderbolt war Apple und Intels Antwort auf USB 3.0.

Aus dem USB 3.0. Standard gingen zwei neue Standards hervor: USB 3.1 (Gen1) ist ein technisch verbessertes USB 3.0 mit ähnlicher Übertragungsrate und gleichbleibenden Spezifikationen, wohingegen USB 3.2 (Gen2) SuperSpeed+ theoretisch sogar 10 Gbit/s möglich wären. Und auch die Stromstärke wurde aufgestockt: Mit 5A Maximum gibt es praktisch keine Begrenzung mehr hinsichtlich der angeschlossenen Geräte.

1.4. USB 3.2 – Die kommende Generation

Im Juli 2017 wurde mit 3.2. der neueste USB-Standard veröffentlicht, der sich aktuell noch in der technischen Umsetzungsphase befindet. Erste Tests verliefen aber bereits sehr vielversprechend, und so sollen mit den neuen Spezifikationen sogar Datenraten von bis zu 20 Gbit/s möglich sein.

Gut zu wissen: Laut dem USB-IF (USB Implementers Forum) sollen die ersten PC-Komponenten und Geräte mit USB 3.2 etwa Mitte 2019 im Handel verfügbar sein. Allerdings dürfte wohl noch ein weiteres Jahr ins Land gehen, bevor der neue Standard sich vollständig etabliert hat.

Die nachfolgende Übersicht zeigt die oben genannten USB-Standards noch einmal im direkten Vergleich:

Standard USB 1.0 USB 2.0 USB 3.0 USB 3.1 USB 3.2
max. Übertragungsrate 12 Mbit/s 480 Mbit/s 5 Gbit/s 10 Gbit/s 20 Gbit/s
max. Stromstärke 0,5 A 0,5 A 0,9 A 5 A Keine Angabe

2. Die verschiedenen USB-Stecker Typen in der Übersicht

Über die Jahren hat sich neben den verschiedenen Standards auch eine ganze Reihe von USB-Stecker- und Buchsen-Typen etabliert, die für unterschiedliche Einsatzbereiche konzipiert worden sind.

USB Typ A

USB Typ A ist der am häufigsten verbreitete USB-Steckertyp und kommt an Geräten wie Mäusen, Tastaturen, USB-Sticks oder Abspielgeräten zum Einsatz. Auch die hinteren und seitlichen USB-Anschlüsse an Computern oder Notebooks sind standardmäßig vom Typ A.

USB Typ A Stecker

USB Typ B

Stecker dieses Typs findet man heute nur noch selten, lediglich einige ältere Drucker oder Faxgeräte besitzen noch einen USB B-Anschluss. Allerdings verfügen nur die wenigsten modernen Computer über die passenden Gegen-Anschlüsse, weswegen in solchen Fällen meistens ein Typ-B auf Typ-A Kabel verwendet wird.

USB Typ B Stecker

USB Mini B

Der Mini USB Typ B ist eine geschrumpfte Version eines herkömmlichen USB-Steckers mit kleineren Abmessungen, die man vornehmlich kein MP3-Playern oder Digitalkameras findet.

Mini USB Stecker

USB Micro A und Micro B

USB Micro A und Micro B (auf dem Bild ist nur Typ B zu sehen) unterscheiden sich in erster Linie durch Ihre Form: Einen Micro A Stecker ist rechteckig gebaut, Micro B Stecker enden trapezförmig. Micro USB Typ A findet man nur noch selten bei einigen externen Festplatten oder anderen kleinen Peripheriegeräten. Typ B hingegen ist der gängige Standard bei aktuellen Smartphones. Micro-USB Verbindungen können in beide Richtungen arbeiten, dadurch ist beispielsweise eine Datenübertragung möglich, während das Handy geladen wird.

 

Micro USB Typ B Stecker

USB 3.0 Micro B

Diese Steckerform findet man vor allem bei mobilen Geräten (z.B. externen Festplatten oder Kartenlesern) mit USB 3.0. Rein optisch erinnert der USB 3.0 Micro B an einen erweiterten USB Micro Stecker, was er im Grunde genommen auch ist.

USB 3.0 Micro B Stecker

USB Typ C

USB Typ C ist mit allen USB-Spezifikationen kompatibel und soll irgendwann die bisherigen USB-A und USB-B Anschlüsse ersetzen. Das Besondere bei diesem Stecker: Er kann in beliebiger Richtung eingesteckt werden. USB C ist derzeit Standard für alle USB 3.1. Anwendungen. Man findet diese Steckerform aktuell hauptsächlich bei neuen Smartphones, in Zukunft sollen er aber auch zum Anschließen von Displays verwendet werden.

USB Typ C Stecker

3. Und wie war das jetzt gleich nochmal mit den Farben?

Als wäre die verschiedenen Typen nicht schon verwirrend genug, haben USB-Stecker nicht nur unterschiedliche Formen, sondern in Bezug auf die Anschlüsse auch noch unterschiedliche Farben:

  • Schwarz/Weiß kennzeichnet einen USB 1.0 oder USB 2.0 Standardanschluss.
  • Blau steht für einen neuen USB 3.0 Port mit besonders schneller Übertragungsrate
  • Gelb steht für Anschlüsse mit permanenter Stromversorgung (auch bei ausgeschaltetem Computer)

Gut zu wissen: Die Farbzuweisungen sind nicht Teil der USB-Spezifikationen, wodurch sie auch nicht immer streng eingehalten werden. So trifft man bei einigen Mainboards hin und wieder auch noch auf rote USB-Anschlüsse, bei denen es sich entweder um einen USB 2.0 oder einen USB 3.0 Port handeln kann. Konsultieren Sie im Zweifelsfall vorsichtshalber das Handbuch.

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2 Antworten auf “USB-Stecker Typen: Übersicht und Unterschiede”

  1. Torsten

    Fehler auf der Seite?!

    Ihr zeigt bei Micro USB A und B einen Micro Bund einen normalen Typ A Stecker!
    Was soll denn bitte ein Micro USB Typ A sein. Ich würde mal sagen, das gibt es gar nicht!

    Schade dass ihr sowas veröffentlicht. Hat mich zuerst verwirrt und dann Zeit gekostet herauszufinden, dass ihr offenbar einen Fehler gemacht habt.

  2. WinTotal Redaktion

    Richtig, das Bild bei Micro USB Typ A und B zeigt einen Stecker vom normalen Typ A auf einen Micro USB Typ B Stecker. Micro USB Typ A gibt es aber auch (Siehe Wikipedia), es gibt aber wie auch bei uns im Text erwähnt kaum noch Einsatzbereiche bzw. der Stecker hat sich nicht durchgesetzt. Ein Bild mit beiden Anschlüssen hatten wir nicht verfügbar, daher haben wir uns für den deutlich relevanteren entschieden. Dies sollte nun auch eindeutig im Text erkennbar sein.

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