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Jeder Computer, der mit dem Internet verbunden ist, benötigt eine IP-Adresse. Sie ist wie eine Anschrift, damit sich die verschickten Daten auch eindeutig zuordnen lassen. Gehört hat wahrscheinlich schon jeder davon, aber viele fragen sich: Was ist eine IP-Adresse eigentlich? Und was verrät sie über mich?

  • Die IP-Adresse wird benötigt, um Geräte in einem Netzwerk zu identifizieren.
  • Mit ihr kann ein Server die Daten an das richtige Gerät schicken
  • Sie enthält außerdem Informationen zum Standort und dem Internetanbieter.

1. Zur Definition: Was ist eine IP Adresse?

Definition mit IP-Adresse in Adresszeile

Die IP-Adresse ist die Anschrift einer Webadresse oder eines Geräts in einem Netzwerk.

Die IP-Adresse dient dazu, einen Rechner oder ein Smartphone in einem Netzwerk eindeutig zu identifizieren. IP ist die Kurzform für Internetprotokoll. Dieses dient dazu, Daten von einem PC an einen anderen über das Internet zu verschicken. Jedes Gerät in einem Netzwerk braucht deswegen eine eindeutige Adresse, damit die Daten auch beim richtigen Empfänger ankommen. Ohne eine IP-Adresse kann das Gerät also nicht angesprochen werden, da der Router oder Server sonst nicht weiß, wohin er die Datenpakete transportieren soll.

Die IP-Adresse gibt Informationen über den Standort und den Provider des Nutzers. Demnach kann man an ihr erkennen, wo sich der Internetnutzer befindet und welchen Anbieter er nutzt, um ins Internet zu gehen. Eine IP-Adresse darf für jedes Gerät in einem Netzwerk nur einmal vergeben werden.

Statisch oder dynamisch?

Es gibt zwei Arten von IP-Adressen: statische und dynamische. Eine statische Adresse wird permanent vergeben und ändert sich nicht mehr, sobald sie einmal zugewiesen ist. Statische IP-Adressen werden üblicherweise an Webseiten oder Server vergeben, damit diese stets unter der gleichen Identifikation zu erreichen sind.

Tipp: Als normaler Internetnutzer verwenden Sie nur sehr selten IP-Adressen, um eine Internetseite aufzurufen. Da Menschen sich Namen leichter merken können als Zahlenreihen, wird üblicherweise ein Domain-Name vergeben, zum Beispiel "wintotal.de", mit dem Sie den Server kontaktieren. Diese Internetadresse wird mit Hilfe des "Domain Name System" (DNS) in die entsprechende IP-Adresse umgerechnet. Das DNS ist wie ein Telefonbuch, in dem alle Domain-Namen und zugehörigen IP-Adressen gespeichert sind.

Eine dynamische Adresse hingegen wird immer wieder neu vergeben. Die Mehrheit der IP-Adressen sind dynamisch. Sobald sich Ihr Router mit dem Internet verbindet, bekommt er automatisch eine solche Adresse zugewiesen. Bei einer erneuten Verbindung erhält der Router eine neue zufällige Adresse, die gerade frei ist.

Warum ist das so? Hierfür gibt es eine ganz einfache Erklärung: Jeder Provider hat nur eine gewisse Anzahl an IP-Adressen, meist weniger als er eigentliche Kunden hat. Da selten alle gleichzeitig online sind, verteilt er die verfügbaren Adressen an die aktiven Nutzer. Die IP-Adressen wechseln also konstant den Nutzer.

2. Aufbau von IP-Adressen

Eine klassische IP-Adresse besteht aus vier Zahlen im Bereich von 0 bis 255, die jeweils mit einem Punkt getrennt sind. Ein Beispiel für eine solche Adresse sieht so aus: 91.210.227.76. Die Adresse besteht aus zwei Teilen, der vordere Teil ist die Netzwerkadresse, der hintere die Hostadresse. Die Netzwerkadresse ist dafür zuständig, dass sich Router und PC miteinander kommunizieren können. Das geht nur, wenn die Netzwerkadresse beider übereinstimmt.

Dieser Aufbau folgt dem alten Standard IPv4. Damit lassen sich etwa 4,3 Milliarden unterschiedliche Adressen kreieren. Da es aber immer mehr Rechner und Handys auf der Welt gibt, die mit dem Internet verbunden sind, reicht diese Anzahl nicht mehr aus. Deswegen gibt bereits eine Umstellung auf IPv6.

IPv6

IPv6 Zeichen mit Geschäftsmann im Hintergrund

Mit den neuen IPv6-Adressen sind genügend Adressen für alle Internetnutzer vorhanden.

Mit dem neuen Standard stehen unvorstellbare 340 Sextillionen unterschiedliche Adressen zur Verfügung. Damit sind nun genügend Adressen für sämtliche Geräte im Internet verfügbar. Diese neuen Adressen bestehen aus acht Zeichenblöcken, die sowohl Ziffern als auch Buchstaben enthalten. Eine Adresse im IPv6-Format kann beispielsweise so aussehen:

2001:0db8:85a3:08d3:1319:8a2e:0370:7344

Da diese Darstellung sehr unübersichtlich ist, können Nullen weggelassen werden, sodass die obige Adresse verkürzt so aussieht: 2001:db8:0:8d3:0:8a2e:70:7344

3. Zusammenfassung und Wissenswertes

Noch einmal alles zusammengefasst:

  • Die IP-Adresse macht die Kommunikation zwischen einem Rechner und dem Netzwerk möglich
  • Sie ist wie eine Anschrift auf einem Brief: Der Server weiß dadurch, an welchen Router er welche Daten schicken muss und der Router erkennt das entsprechende Gerät, an das er sie weiterleitet.
  • Rufen Sie über Ihren Browser eine Webseite auf, wird Ihre IP-Adresse also an den Web-Server übertragen
  • Sie gibt Auskunft über Ihren Standort und welchen Internetanbieter Sie nutzen
  • Es gibt statische und dynamische IP-Adressen

3.1 Was verrät die IP-Adresse sonst noch über Sie?

Zwischen Ihrem Rechner oder Smartphone, dem Router und dem Web-Server herrscht ein reger Datenaustausch, der über die IP-Adresse geregelt wird. Ihr Internetanbieter kann also im Grunde nachverfolgen, welche Webseiten Sie besucht haben und welche Daten ausgetauscht wurden.

In Deutschland müssen die Internet-Provider die Verlaufsdaten jedoch nach sieben Tagen löschen. Offiziell zumindest. Viele betreiben aber eine Vorratsdatenspeicherung, bei der die IP-Adresse eines jeden Internetnutzers in Kombination mit der Dauer und dem Zeitpunkt der Nutzung gespeichert wird. Dies hat Bedeutung bei kriminellen Vorfällen, wenn es darum geht Straftaten zu verfolgen. Viele Datenschützer sehen diese Maßnahme allerdings sehr kritisch.

3.2 Schutz vor Tracking

VPN Zeichen mit Hand im Hintergrund

Mit einer VPN-Verbindung wird Ihre IP-Adresse durch eine anonyme ausgetauscht.

Zusätzlich nutzen Webseiten auch diverse Tracking-Systeme, um Ihre Aktivitäten zu analysieren. Dies geschieht ebenfalls anhand Ihrer IP-Adresse. Möchten Sie anonym bleiben im Internet, müssen Sie diese verbergen. Programme wie der Webbrowser Tor kann Ihre Spuren verwischen, sodass Ihre Aktivität unerkannt bleibt. Leider leidet darunter die Surfgeschwindigkeit.

Eine Alternative ist die Nutzung eines VPN (virtuelles privates Netzwerk). Hierbei wird Ihre IP-Adresse mit der des VPN-Servers ersetzt. In der Regel können Sie dabei auch selbst entscheiden, in welchem Land Ihr virtueller Standort sein soll. Hierfür gibt es zahlreiche kostenpflichtige Angebote. Eine kostenlose Variante bietet der Browser Opera, der eine praktische VPN-Funktion bereits integriert hat, die Sie manuell ein- und ausschalten können.

3.3 Die eigene IP-Adresse ermitteln

Sie möchten Ihre IP-Adresse herausfinden? Dafür gibt es unterschiedliche Methoden:

Ihre öffentliche IP-Adresse ermitteln Sie am einfachsten über eine Webseite wie www.wieistmeineip.de

Um die interne Adresse zu erfahren, öffnen Sie unter Windows die Eingabeaufforderung und geben manuell den Befehl ipconfig ein und bestätigen diesen anschließend mit Enter.

Abschließend finden Sie eine ausführliche Erklärung im folgenden Video:

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