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Statistisch gesehen landet mehr als ein Drittel aller weltweit produzierten Lebensmittel im Müll. Die Initiative Foodsharing hat sich dem Kampf gegen die Lebensmittelverschwendung verschrieben und möchte nicht mehr verkäufliche, aber noch essbare Lebensmittel vor dem Wegwerfen bewahren. Mithilfe einer Foodsharing-App können Sie das Angebot der Community auch auf dem Smartphone oder Tablet nutzen und übrig gebliebene Produkte direkt mit anderen Mitgliedern teilen. In diesem Beitrag erfahren Sie, wie Foodsharing funktioniert und was Sie dabei grundsätzlich beachten müssen. Darüber hinaus stellen wir Ihnen die beliebtesten Foodsharing-Apps für iPhone und Android im Detail vor.

Wer kann beim Foodsharing mitmachen?

Foodsharing richtet sich an alle, die sich gegen die Verschwendung und Überproduktion von Lebensmitteln einsetzen möchte.

Welche Lebensmittel können via Foodsharing-App geteilt werden?

Generell können Sie über eine Foodsharing-Plattform alle Lebensmittel weitergeben, die Sie auch selbst noch essen würden. Dazu zählen auch Produkte mit bereits abgelaufenem MHD. Problematisch sind hingegen Lebensmittel nach Ablauf des Verbrauchdatums (gesundheitsgefährdend!) oder Waren, bei denen die innerste Verpackung Beschädigungen aufweist. Deals mit selbst gesammelten Pilzen, Energy Drinks und Alkohol (auch in Form von Süßigkeiten) sind nicht erlaubt.

Was kostet Foodsharing?

Foodsharing ist eine nicht kommerzielle, werbefreie Initiative, die von Ihren ehrenamtlichen Helfern lebt und somit komplett kostenlos. Die Finanzierung der gemeinnützigen Communitys erfolgt in den meisten Fällen über Spenden.

1. Was ist Foodsharing und wie funktioniert es?

Menschen beim Foodsharing

Foodsharing ist eine nicht kommerzielle, werbefreie Initiative, die nicht mehr verkäufliche, aber noch essbare Lebensmittel vor dem Müll retten möchte.

Foodsharing (abgeleitet von engl. „food“ für Essen und „to share“ für teilen) ist eine Initiative, die derzeit mit ca. 8.700 Betrieben in der DACH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) kooperiert und nicht mehr verkäufliche, aber noch essbare Lebensmittel vor dem Müll retten möchte. Denn selbst wenn das MHD (Mindesthaltbarkeitsdatum) überschritten ist oder die Verpackung Beschädigungen aufweist, muss das betreffenden Lebensmittel nicht zwangsläufig ungenießbar sein.

Zudem sollen auch Lebensmittel aus der Überproduktion wieder in den Kreislauf zurückgeführt werden, indem Sie über Foodsharing kostenlos und ohne Gegenleistung weiterverschenkt werden. Die Arbeit von Foodsharing verläuft ausnahmslos ehrenamtlich. Für die Mitgliedschaft und den Erhalt von Lebensmitteln fallen keine Gebühren an. Mittlerweile sind schon mehr als 200.000 Menschen auf den verschiedenen Foodsharing-Plattformen registriert.

Gut zu wissen: Einer der Mitbegründer von Foodsharing ist der Aktivisten und Umweltschützer Raphael Fellmer, der 2010 mit seinem insgesamt fünf Jahre andauernden „Geldstreik“ deutschlandweit Bekanntheit erlangte. Mit Foodsharing möchte Raphael Fellmer den Überschuss der Konsumgesellschaft nutzen und das Bewusstsein der Menschen für einen sparsameren Umgang mit Lebensmitteln schärfen.

2. Die beliebtesten Foodsharing-Apps im Überblick

foodsharing-App

Seit diesem Jahr bietet foodsharing auch eine kostenlose App für Android zum Download an, die erfreulicherweise sogar komplett werbefrei ist.

2.1. foodsharing

foodsharing ist die offizielle App des gleichnamigen deutschen Vereins, über die Lebensmittel von privaten Anbietern oder Geschäften zum Verschenken angeboten werden können. Dazu treten Sie mit dem Interessenten per Nachricht in Kontakt und vereinbaren einen Treffpunkt. Alternativ können Sie die Lebensmittel auch in einem sogenannten „Fairteiler“ zur Abholung hinterlegen. Dabei handelt es sich um öffentlich zugängliche Kühlschränke, die bereits in vielen großen deutschen Städten stehen.

Während der Zugriff auf die Plattform in der Vergangenheit ausschließlich per Web möglich war, gibt es seit diesem Jahr auch eine kostenlose Android-App. Diese befindet sich noch in der Testphase und steht im Google Play Store zum Download bereit. Erfreulicherweise ist die App auch vollständig werbefrei. Ob und wann es eine Version für iOS geben wird, ist bis dato noch nicht bekannt.

2.2. Olio

Bei der Foodsharing-App Olio geht es in erster Linie um die Vernetzung von Nachbarn untereinander. So ist es auch nicht verwunderlich, dass die App in Ihrem Aufbau ein wenig an eine klassische Verkaufsplattform erinnert. Durch den starken Fokus auf die Nachbarschaft können in Olio neben einzelnen Lebensmittel auch komplette Gerichte eingestellt werden. So müssen Sie auch zu viel gekochtes Essen nicht wegwerfen, sondern können einem hungrigen Nachbarn damit noch eine Freude machen. Der Zugriff auf die einzelnen Lebensmittel erfolgt dabei über Karten oder Listenansichten.

Ähnlich wie bei foodsharing erfolgt auch in Olio die Kommunikation mithilfe von Nachrichten. So können Sie ganz einfach und unkompliziert einen Termin für die Übergabe vereinbaren. Olio ist aktuell in 49 Ländern verfügbar und stellt damit auch für den Urlaub eine interessante Option dar. Zudem kann die App nicht nur von Privatpersonen, sondern auch von kleinen Unternehmen genutzt werden. Olio kann kostenlos bei Google Play oder aus dem Apple Store heruntergeladen werden, ist bislang aber nur in Englisch und Spanisch verfügbar. Um die Kartenansicht dauerhaft nutzen zu können, müssen Sie zudem ein Abo (2,49 € pro Monat) abschließen.

2.3. UXA

Uxa Foodsharing-App

Wenn Sie auf der Suche nach einem bestimmten Lebensmittel sind, können Sie in der UXA-Foodsharing-App dafür einen Suchagenten einrichten. Dieser informiert Sie, sobald entsprechende Angebote in Ihrer Umgebung verfügbar sind.

UXA wurde vom Münchner Ein-Frau-Unternehmen UXA Foodsharing UG entwickelt und soll ebenfalls dazu beitragen, die Lebensmittelverschwendung im Privatbereich reduzieren. Dazu schießen Sie einfach ein Foto des betreffenden Lebensmittels und stellen dieses samt Ablaufdatum in der Foodsharing-App als Angebot ein. Die Übergabe an den Interessenten organisieren Sie anschließend wie gehabt über die integrierte Nachrichtenfunktion.  

Wenn Sie auf der Suche nach einem bestimmten Lebensmittel sind, können Sie dafür einen Suchagenten einrichten, der Sie informiert, sobald entsprechende Angebote in Ihrer Umgebung verfügbar sind. UXA ist derzeit in Deutschland noch nicht flächendeckend verbreitet, die meisten Angebote kommen stammen aus Großstädten wie Hamburg, Berlin und München oder Ballungsgebieten wie dem Ruhrpott. Die UXA-App ist als kostenloser Download für iPhone und Android verfügbar.

2.4. Too Good To Go

Too Good To Go richtet sich in erster Linie an Unternehmen, Supermärkte und gastronomische Betriebe, bei denen es oftmals schon aus hygienerechtlichen Gründen nicht einfach ist, gegen Lebensmittelverschwendung vorzugehen. Die Foodsharing-App für iOS und Android soll den Inhabern dabei helfen, weniger (noch gute Waren) wegzuwerfen und auf diese Weise bares Geld zu sparen.

Gut zu wissen: Vegetarier und Veganer haben die Möglichkeit, die Auswahl mithilfe von Filtern einzuschränken. Aktuell nehmen allerdings noch relativ wenige Restaurants, Lokale und Geschäfte am Konzept von Too Good To Go teil.

Als Nutzer wählen Sie in der Too Good To Go ein Geschäft oder Lokal in der Nähe aus und können überschüssige oder unverkaufte Ware zu einem geringen Preis erwerben. Alle teilnehmenden Unternehmen können Sie dabei einer übersichtlichen Karte entnehmen. Anschließend zeigt die App an, wann Sie Ihre Bestellung abholen können. Das Zeitfenster dafür liegt in der Regel nach Ladenschluss.

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Foodsharing-Apps: Kampf gegen die Lebensmittelverschwendung
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