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Der Akku Ihres Smartphones neigt sich mal wieder dem Ende zu und das Ladekabel ist partout nicht auffindbar. Induktives Laden erspart Ihnen nicht nur das Suchen, sondern gleichzeitig auch den lästigen Kabelsalat. Denn damit müssen Sie für den Ladevorgang Ihr Gerät lediglich auf eine entsprechende Ladestation legen. Das Prinzip ähnelt dem einer elektrischen Zahnbürste oder einem induktiven Kochfeld, erfordert allerdings höhere Leistungen. In diesem Beitrag erklären wir, wie induktives Laden funktioniert und welche Vor- und Nachteile die Technologie mit sich bringt.

Unterstützen alle Smartphones induktives Laden?

Nein, nur aktuelle Geräte wie das iPhone 8 oder die neuen Samsung Galaxy Modelle sind bereits standardmäßig mit der Funktion ausgestattet. Alle anderen Handys lassen sich bei Bedarf aber mit einem speziellen Case nachrüsten.

Kann ich mit einer Ladestation auch mehrere Geräte gleichzeitig aufladen?

Ja, einige der hochpreisigeren Ladepad-Modelle unterstützen auch das Laden mehrere Geräte parallel, unabhängig davon, ob diese mit iOS oder Android betrieben werden.

Ist induktives Laden schädlich für die Gesundheit?

Bei dieser Frage gehen die Meinungen der Experten auseinander. Während einige Wissenschaftler versichern, dass die Strahlung keine schädliche Auswirkung auf den menschlichen Körper hat, behaupten andere genau das Gegenteil.

1. Erklärung: Wie funktioniert induktives Laden?

Erklärung Induktives Laden mit Hülle nachrüsten

Sollte Ihr Smartphone noch keine Wireless Charging Funktion integriert haben, lässt sich diese bei Bedarf auch mit einer speziellen Hülle nachrüsten.

Nutzern einer elektrischen Zahnbürste oder eines Induktions-Kochfeldes dürfte die Technik des kabellosen (also induktiven) Ladens schon länger bekannt sein und nach und nach setzt sie sich auch im Smartphone-Sektor durch. Inzwischen haben bereits viele aktuelle Geräte (z.B. das iPhone 8 oder die neuen Samsung Galaxy Modelle) die Wireless Charging Funktion integriert. Bei Bedarf lässt sich die Funktion aber in Form einer speziellen Handyhülle nachrüsten, in die eine Spule integriert ist. Diese nimmt den Strom vom Ladegerät auf und leitet ihn mittels USB- oder Lightning-Kabel an den Akku weiter.

Mechanisch betrachtet funktioniert das Ganze über eine Spule, die in der Ladestation verbaut ist. Verbinden Sie diese nun per Kabel mit einer Steckdose oder einem USB-Anschluss, fließt Wechselstrom durch sie hindurch. Dadurch wird um das Pad herum ein Magnetfeld aufgebaut.

Auch das Smartphone besitzt eine derartige Spule. Gerät diese in die Nähe des Magnetfelds der Ladestation, fließt auch durch diese Spule Strom, der anschließend direkt in den Akku geleitet wird. Die meisten Ladestationen erkennen selbst, ob sich ein Gerät in der Nähe befindet und Strom benötigt. Ist dem nicht so, wird die elektrische Spannung während der „Ruhezeiten“ reduziert.

Gut zu wissen: Der erste kommerzielle Anbieter von Ladestationen für induktives Aufladen war der schwedische Möbel-Gigant IKEA.

1.2. Der proprietäre Ladestandard Qi

Früher existierten insgesamt drei Standards für kabelloses Laden: Qi (chinesisch für „Lebensenergie“), der im Jahr 2008 vom Wireless Power Consortium (WPC) gegründet wurde, sowie Rezence und Powermat, die mittlerweile auch zum WPC gehören. In der Praxis spielt aber ausschließlich Qi als Ladestandard eine Rolle.

Gut zu wissen: Im Wireless Power Consortium (WPC) haben sich mehr als 200 Hersteller (darunter beispielsweise Apple, NEC, Toshiba, Samsung und Sony) zusammengeschlossen, um die drahtlose Energieübertragung zu fördern und den Qi-Standard voranzutreiben.

Qi-Ladestationen haben standardmäßig eine Leistung von 5 Watt. Einige Modelle (z.B. ausgewählte Samsung-Geräte und einige Modelle von Huawei) verfügen zudem über einen Schnelllademodus für bis zu 15 Watt, den Sie allerdings nur verwenden können, wenn er auch seitens des Smartphones unterstützt wird. Zum Vergleich: Aktuelle iPhones laden induktiv mit gerade einmal bis zu 7,5 Watt.

2. Die Vor- und Nachteile des induktiven Ladens

Verschiedenen Smartphones und Tablets

Dank einheitlichem Ladestandard brauchen Sie nicht mehr für jedes Smartphone, Tablet oder Fitness-Tracking-Armband ein eigenes Kabel, sondern können sie alle mit demselben Ladepad aufladen.

Die Möglichkeit, das Smartphone ohne Kabel mit Strom zu versorgen ist natürlich der offensichtlichste Vorteil beim induktiven Laden. Neben dem Kabel-Wirrwarr entfällt auf diese Weise auch die lästige Fummelei um den Anschluss-Stecker. Dadurch wird dieser geschont was wiederum zu einer längeren Gerätehaltbarkeit führt.

Inzwischen nutzen schon zahlreiche verschiedene Hersteller den einheitlichen Qi-Standard. Das bedeutet, dass Sie nicht mehr für jedes Smartphone, Tablet oder Fitness-Tracking-Armband ein eigenes Kabel benötigen, sondern sie alle (egal ob Android oder iOS) mit demselben Ladepad aufladen können. Einige Ladestationen erlauben sogar das Aufladen mehrerer Gerät gleichzeitig.

Gut zu wissen: Mittlerweile ist die Technik des induktiven Ladens auch für Elektroautos serienreif. Allerdings konnten die Hersteller sich bisher (noch) nicht auf einen gemeinsamen Standard für die Ladestationen einigen, wodurch es derzeit noch eine Vielzahl von Lösungsansätzen mit unterschiedlichen Leistungen und Kapazitäten gibt.

Last but not least kommt es natürlich auch immer auf die Optik an. Einige Ladestationen sind daher beispielsweise unauffällig in Möbel (z.B. Tischen, Lampen, Regalen) oder im Auto integriert und sogar an öffentlichen Plätzen verbaut. Damit wäre beispielsweise auch ein leere Akku beim Arzt, im Restaurant oder am Flughafen kein Problem mehr.

2.1. Induktives Laden hat auch Nachteile

Wireless Charging ist zwar einfach und bequem, nichtsdestotrotz hat die Technologie aber auch Ihre Schwächen. Erst einmal benötigen Sie entweder ein Smartphone, das den Qi-Ladestandard unterstützt oder eine spezielle Handyhülle oder einen Induktions-Adapter, damit Sie die Technik überhaupt nutzen können.

Induktives Aufladen

Während des Ladevorgangs können Sie Ihr Smartphone praktisch nicht benutzen. Denn sobald Sie es aufheben, wird die Stromversorgung unterbrochen.

Hinzu kommt, dass Sie Ihr Handy während des Ladevorgangs praktisch nicht benutzen können. Denn sobald Sie es hochheben, wird die Stromversorgung unterbrochen. Aktuell darf das Smartphone maximal ein paar Zentimeter vom Ladepad entfernt sein. Das Unternehmen Energous hat aber bereits angekündigt, die Entfernung noch in diesem Jahr auf rund 4,5 Meter erweitern zu wollen. Das hätte den Vorteil, dass sämtliche Geräte innerhalb eines Raumes permanent geladen werden könnten.

Induktions-Ladestationen sind derzeit noch um ein Vielfaches teurer als herkömmliche Kabel und brauchen für den Ladevorgang fast doppelt so lange. Denn während beim Laden mit Kabel Strom mit einer Stärke von 1200 bis 2000 mA fließt, sind es bei der drahtlosen Übertragung nur noch 500 bis 800 mA. Und auch der Wirkungsgrad ist beim induktiven Laden wesentlich geringer: Etwa 10 bis 20 Prozent der Gesamtenergie gehen währenddessen verloren.

3. Worauf müssen Sie beim induktiven Laden achten?

Damit der Ladevorgang ohne Kabel problemlos funktioniert, müssen sollten Sie folgende Dinge beachten:

  • Verwenden Sie keine dicke Hülle oder ein Case aus Metall, da das Smartphone sonst nicht richtig laden kann.
  • Achten Sie darauf, dass sich keine Magnetstreifen oder RFID-Chips (z.B. in Form von Kreditkarten oder Reisepässen) in der Nähe des Magnetfeldes befinden, da diese das Aufladen beeinträchtigen und auch selbst beschädigt werden können.
  • Nehmen Sie das Gerät vom Ladepad, sobald der Akku voll ist. Der Ladevorgang würde sonst erneut beginnen, sobald der Batteriestand unter 99 Prozent sinkt und auf Dauer den Akku schwächen.
  • Stellen Sie den Vibrationsalarm aus, damit das Telefon nicht versehentlich vom Ladepad rutscht und der Stromfluss unterbrochen wird.

Eine umfangreichere Erklärung zum Thema induktiven Laden finden Sie in diesem YouTube-Video:

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Induktives Laden: Erklärung sowie Vor- und Nachteile der Technologie
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