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VPN Zugang

Mit einem VPN („Virtual Private Network“) schützen Sie online Ihre Privatsphäre oder setzen sich über länderspezifische IP-Sperren hinweg. Am einfachsten funktioniert die Nutzung über ein entsprechendes Add-On für den Browser. In diesem Beitrag stellen wir Ihnen verschiedene kostenlose Tools für Chrome und Firefox vor und zeigen, ob Sie mit den kommerziellen Angeboten mithalten können. Darüber hinaus erfahren Sie, welchen Alternativen es sonst noch gibt, um VPN im Browser zu nutzen.

Was ist ein VPN-Add-On?

Ein VPN-Add-On ist eine Erweiterung, mit der die in einem Browser nachträglich die VPN-Funktionalität zur Verfügung gestellt wird.

Bin ich mit einem VPN-Add-On auch außerhalb des Browsers geschützt?

Nein. Alle anderen Programme und Anwendungen, die über einen Zugriff zum Internet verfügen, senden weiterhin über Ihre echte IP-Adresse.

Verfügen Browser-Add-Ons über den gleichen Funktionsumfang wie kommerzielles Services?

Nein. Die Auswahl verfügbarer Server und Länder ist meist sehr eingeschränkt, zudem werden nicht immer alle Internetdienste (z.B. Streaming) unterstützt.

1. Beliebte VPN Browser Extensions im Überblick

1.1. NordVPN

NordVPN Logo

Das NordVPN Add-On für Google Chrome und Mozilla Firefox ist kein VPN im klassischen Sinn, sondern verschlüsselt Ihren Datenverkehr über einen Proxy. Dafür wird für die meisten Webseiten HTTPS aktiviert und der Traffic mit Hilfe der sogenannten „CyberSec“-Funktion gesichert, einem zusätzlichen Sicherheitsfeature, das Schadsoftware von Ihrem Rechner fernhält. Zudem wird damit garantiert, dass ihr Windows-Computer nicht für DDoS-Angriffe missbraucht werden kann.

NordVPN Verbindungsseite

Über die Erweiterung können Sie leider keinen spezifischen Server auswählen.

Die Erweiterung sichert Ihren gesamten Datenverkehr (also entweder alles oder nichts) mit TLS v1.2., arbeitet aber ausschließlich im Browser. Ihre „echte“ IP-Adresse ersetzt NordVPN mit einer von insgesamt 5200 verfügbaren Adressen in 60 Ländern. Damit haben Sie auch Zugriff auf Inhalte (z.B. bei YouTube oder Netflix), die lokalen Restriktionen unterliegen. Die Auswahl eine bestimmten Servers in einem bestimmten Land ist allerdings nicht möglich.

Die NordVPN-Erweiterung beinhaltet zudem auch eine Option, mit der Sie das standardmäßig von Firefox und Chrome verwendete WebRTC-Protokoll ausschalten können. Auf diese Weise bleibt ihre IP-Adresse zu jedem Zeitpunkt vor unerwünschten Blicken geschützt.

Laut Hersteller soll das Add-On sehr ressourcenschonend und schnell arbeiten, in unserem Test mussten wir aber leider deutliche Geschwindigkeitseinbußen feststellen.

Gut zu wissen: NordVPN ist genau genommen nicht kostenlos. Der Hersteller bietet aber eine 30-tägige Geld-zurück-Garantie an, dank der Sie den Service eine Monat kostenlos und ohne Risiko testen können. Das ist ideal, wenn Sie den VPN-Zugang nur temporär für einen kurzen Zeitraum benötigen.

1.2. ZenMate VPN

VPN im Browser: ZenMate Logo

Den Berliner VPN Dienst ZenMate gibt es bereits seit 2013. Er unterliegt den strengen deutschen Datenschutzrichtlinien, was besonders Anwender erfreuen wird, die Wert auf einen hohen Schutz vor staatlicher Überwachung legen (siehe auch „Gut zu Wissen“-Box).

Die Browser-Erweiterung gibt es für den Mozilla Firefox und Google Chrome. Nach der Registrierung beim Anbieter zeigt ein kleines grünes Schild neben der Adressleiste die Aktivität von ZenMate an. Klicken Sie darauf, um den Verbindungstatus einzusehen oder mit Hilfe der Schaltfläche „Change your Location“ zwischen verschiedenen Servern aus Deutschland, den USA, Rumänien oder Hong Kong zu wechseln. Somit bewegen Sie sich nicht nur unerkannt durchs Netz, sondern können auch hierzulange geblockte Inhalte aufrufen.

Die Sicherheit beim Surfen wird bei ZenMate durch eine TLS-Verschlüsselung und eine zusätzliche Firewall gewährleistet. Allerdings beschränkt sich auch hier die Schutz auf den Browser, alle anderen Programme kommunizieren weiterhin mit der echten IP-Adresse.

Gut zu wissen: Der Begriff „14 eyes“ beschreibt den Zusammenschluss aus Geheimdiensten verschiedener Länder, der durch die UKUSA-Vereinbarung entstanden ist. Dieser dient zwar in erster Linie der Bekämpfung des internationalen Terrorismus. Liegt der Hauptsitz Ihres VPN-Anbieters allerdings in einem dieser Länder, ist damit auch ein gewisses Sicherheitsrisiko verbunden, da eine Herausgabe von Nutzerdaten und Verbindungsprotokollen erzwungen werden könnte.

2. Opera kommt mit integriertem VPN

Opera ist der erste (und bisher auch einzige) gängige Browser, der einen kostenlosen, unbeschränkten VPN-Dienst integriert hat. Während sich Anwender in den früheren Versionen noch zwischen dem Turbomodus (eine Art Beschleuniger für Webseitenaufrufe über einen Proxy) und VPN entscheiden mussten, wurde ersterer inzwischen „eliminiert“. VPN ist eben einfach fortschrittlicher.

Genau wie die oben bereits erwähnten Add-Ons schützt es den Nutzer allerdings nur innerhalb der Browser-Sitzung. Alle anderen Anwendungen, die über eine Verbindung zum Internet verfügen, übertragen weiterhin Ihre „echte“ IP-Adresse ins Netz. Legen Sie Wert auf vollkommene Anonymität, sollten Sie daher stattdessen lieber zu einer Alternative wie CyberGhost VPN oder der Kaspersky Secure Connection greifen.

Soll lediglich das Surfen geschützt werden, ist das Opera-VPN aber eine gute Wahl. Vor allem in Sachen Nutzerfreundlichkeit ist es den VPN-Add-Ons der Konkurrenz um Längen voraus, denn die nachträgliche Installation und Einrichtung entfallen damit vollständig.

VPN-Einstellungen in Opera

Den VPN-Dienst von Opera können Sie einfach in den Settings aktivieren.

Das VPN-Add-On aktivieren Sie ganz einfach über einen Schieberegler in den Einstellungen von Opera. Anschließend wird die gesicherte Verbindung über ein Symbol im linken Teil der Adressleiste angezeigt. Klicken Sie darauf, um den virtuellen Standort des VPN-Servers zu ändern. Sie haben die Wahl zwischen „Europa“, „Nord- und Südamerika“ und „Asien“. Die Zuweisung der IP-Adresse eines bestimmten Landes ist allerdings nicht möglich.

Tipp: Mit Opera Portable können Sie die VPN-Funktionalität auch unterwegs, z.B. von einem USB-Stick oder einer externen Festplatte aus, nutzen.

3. Anonym durchs Web mit dem TOR-Browser

Tor Browser

Wer ganz auf Nummer Sicher gehen möchte, nutzt am besten gleich den Proxy-Service TOR („The Onion Router“), bei dem Ihre IP-Adresse und Benutzerinformationen hinter mehreren Schichten verborgen werden. Der Browser basiert auf Firefox und baut eine über einen Client eine gesicherte Verbindung ins Netz auf. Der komplette Traffic wird dabei über mehrere Anonymisierungsserver geleitet und die Daten zwischen den einzelnen Knoten verschlüsselt übertragen.  

VPN im Browser Screenshot von TOR

Der TOR-Browser verschlüsselt den gesamten Datenverkehr und leitet ihn über mehrere Anonymisierungsserver.

Beim Versuch, Ihren Weg durch das Internet zu verfolgen, ist somit immer nur die IP-Adresse des zuletzt passierten Knotens bekannt, der ursprünglich anfragende Client bleibt anonym. Allerdings sind auch hier nicht alle Verbindungen zu 100 Prozent verschlüsselt: Der Verkehr vom Client bis zum Eintrittsknoten und der vom Austrittsknoten bis zum Zielrechner erfolgt unverschlüsselt.

Der der TOR-Browser eine dauerhafte VPN-Verbindung unterhält, die sämtlichen Datenverkehr über (mindestens) drei weitere Rechner leitet, ist er allerdings deutlich langsamer als ein „gewöhnlicher“ Browser. Zudem kosten auch die Ver- und Entschlüsselungsprozesse an den Kommunikationsstellen enorm Zeit.

Sie können mit TOR zwar alle Internetdienste verwenden (darunter beispielsweise Instant Messaging, SSH oder IRC), beim Streamen von Filmen mit hoher Auflösung gerät das Programm aber an seine Grenzen.

4. Fazit: Das taugen die kostenlosen VPN-Add-Ons

Video-Streaming

Bandbreitenlastige Aktivitäten wie Video-Streaming sind mit dem TOR-Browser aufgrund der fehlenden Geschwindigkeit leider nicht möglich.

Es gibt unterm Strich zwar einige gute (kostenlose) Möglichkeiten, um VPN im Browser zu nutzen, allerdings sind selbst die sichersten davon nicht völlig frei von Risiken. Die Tools beschränken sich ausschließlich auf den Browser-Schutz, das bedeutet, dass alle anderen Programme, die über eine Internetanbindung verfügen, auch weiterhin Ihre wahre Identität preisgeben. Auch die Auswahl von Ländern und Servern ist bei allen Add-Ons sehr eingeschränkt, die Zuweisung erfolgt in der Regel automatisch über einen Algorithmus.

Viele Anbieter versehen ihre kostenlosen Erweiterungen zudem mit eine Limitierung, die sich nur durch ein Upgrade auf einen Premium-Service aufheben lässt. Beim integrierten VPN von Opera und dem TOR-Browser scheitert es hingegen an der Geschwindigkeit: Bandbreitenlastige Aktivitäten wie exzessives Video-Streaming ist damit leider nicht möglich. Einige der Anbieter verbieten es sogar gleich ganz.

Summa summarum kann man somit sagen, dass die kostenfreien Möglichkeiten (ausgenommen vielleicht das TOR-Projekt) den kommerziellen Services bisher nicht das Wasser reichen können. Wer in Sachen Geschwindigkeit so wenig Abstriche wie möglich machen und darüber hinaus nicht nur den Browser absichern möchte, ist mit einem Premium-Service wesentlich besser beraten.

Einige weitere VPN-Services für Google Chrome finden Sie im folgenden Video:

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Eine Antwort auf “VPN im Browser: Wie gut sind die kostenlosen Add-Ons?”

  1. Alexander

    Das mit der NordVPN Add-on Geschwindigkeit kann ich aus meiner Erfahrung nicht bestätigen. Bei mir lief das Ding ohne jegliche Störungen oder was. Aber ich weiß nicht, vielleicht mag so was ab und zu auftauchen, ich nutze normalerweise nur die Desktop Version und dies ist mir völlig ausreichend.

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