| Das Erbe von FDISK - Datenträgerverwaltung unter Windows |
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| Artikel - Artikel 2005 | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Die Datenträgerverwaltung von Windows 2000 und XP tritt an die Stelle von FDISK, welches bei den alten DOS/Win9x-Systemen noch für die Aufteilung von Festplatten zuständig war. In diesem Artikel stellen wir die Datenträgerverwaltung und ihre Möglichkeiten ausführlicher vor. Zum Einstieg gibt es etwas Theorie rund um Festplatten. Etwas TheorieBevor wir uns dem eigentlichen Thema widmen, bedarf es für Nicht-PC-Experten zunächst einiger Erläuterungen zur Verwaltung von Festplatten. Primäre und erweiterte PartitionenEine Festplatte auf DOS- und Windows-Systemen teilt sich normalerweise in primäre und erweiterte Partitionen auf. Pro Festplatte sollte es nur eine primäre Partition und eine erweiterte Partition geben. Windows 2000 und XP erlauben bis zu 4 Partitionen. Aus Kompatibilitätsgründen würde ich darauf aber verzichten. Während die primäre Partition ein Laufwerk aufnimmt (in der Regel das Bootlaufwerk), müssen in der erweiterten Partition erst logische Laufwerke erstellt werden, um den Platz darin zu nutzen.
Auf dem Bild verfügt das System über 2 Datenträger.
Gegenüber dem ersten Beispiel fehlt hier die primäre Partition. Dynamische DatenträgerEine Neuerung seit Windows 2000 sind dynamische Datenträger. Diese lassen sich nicht bei der Installation und auch nicht mit Windows XP Home erstellen. Gegenüber normalen Festplatten verwalten dynamische Datenträger keine Partitionen, sondern so genannte Volumes als Pendant zu Partitionen.
Im vorliegenden Beispiel wurde aus dem Basisdatenträger ein dynamischer Datenträger. Die Partitionen darin wurden in logische Volumes konvertiert. Neben einfachen Volumes gibt es auch erweiterte Volumes, welche sich über mehrere Festplatten erstrecken können und damit viele Festplatten unter einem einzigen Buchstaben zusammenfassen, auch nachträglich. Achtung: Dynamische Datenträger können nur von Windows 2000, Windows XP sowie Windows Server 2000 ff. gelesen werden. Zudem kann von einem dynamischen Datenträger Windows nur gestartet bzw. installiert werden, wenn dieser zuvor als Basisdatenträger vorhanden und dann in einen dynamischen Datenträger konvertiert wurde oder mit dem Diskpart-Befehl retain ein Partitionseintrag erstellt wurde. (allerdings auch nur, wenn es sich um ein normales Volume oder Raid 1 handelt). Raid-Level 1-5Mehrere dynamische Datenträger lassen sich zu einem Stripeset zusammenschließen. Windows Server 2000 und 2003 bieten darüber hinaus noch 2 weitere Volume-Typen: Gespiegelt: Raid 5: Wikipedia bietet zum Thema Raid weiterführende Informationen. DateisystemeAls Dateisystem spielen nur noch FAT32 und NTFS eine wichtige Rolle auf heutigen Windows-Systemen. Während FAT32 von allen gängigen Betriebssystemen gelesen und geschrieben werden kann, bieten nur Windows NT ff. Lese- und Schreibzugriff auf NTFS-Datenträger. Für Linux gibt es zwar auch NTFS-Support. Dieser ist schreibend aber immer noch experimentell. Über einen Umweg lassen sich die Originaltreiber von Microsoft auch unter Linux nutzen, um so auch auf NTFS zu schreiben. Der Unterschied zwischen NTFS und FAT32 liegt in der Verwaltung der Festplatte. FAT32 bietet für moderne Systeme sehr viele Beschränkungen in Partitions- und Clustergrößen und lässt dabei die Features von NTFS wie Komprimierung, Verschlüsselung sowie Sicherheitseinstellungen auf Dateisystemebene vermissen. Unter dem KB-Eintrag 184006 listet Microsoft alle Beschränkungen von FAT32 gegenüber NTFS auf. Für die meisten Anwender sollte daher NTFS die erste Wahl sein. Wir beschränken uns in diesem Artikel daher auf NTFS als Dateisystem. LaufwerksbuchstabenNoch zum Abschluss eine Anmerkung zu Laufwerksbuchstaben. Sofern man NTFS als Dateisystem einsetzt, lassen sich die Laufwerksbuchstaben selbstständig über die Datenträgerverwaltung vergeben. Dies ist bei FAT-Datenträgern nicht der Fall. Hier bekommen primäre Datenträger die ersten Laufwerksbuchstaben, mit C beginnend. Die DatenträgerverwaltungDie Datenträgerverwaltung von Windows 2000 ff. ist nicht sofort auffindbar. Sie versteckt sich in der Systemsteuerung unter Verwaltung in der Computerverwaltung. Sie kann auch manuell über Start -> diskmgmt.msc gestartet werden.
In der 2-geteilten Ansicht werden oben die logischen Laufwerke und unten die physischen Datenträger angezeigt. Aufgaben in der DatenträgerverwaltungIn der Folge haben wir uns einige Anwendungsbeispiele herausgesucht, um die Arbeitsweise der Datenträgerverwaltung vorzustellen. Neue Festplatte im SystemWenn Sie eine neue und leere Festplatte in das System einbauen und die Datenträgerverwaltung öffnen, begrüßt Sie ein Assistent.
Schritt für Schritt leitet er Sie durch die einzelnen Etappen bis zum fertig benutzbaren Datenträger. Sie können den Assistenten auch abbrechen und die Schritte von Hand durchführen.
Eine neue und leere Festplatte ist nicht initialisiert und kann ohne diese Maßnahme nicht vom System weiter bearbeitet werden. Um den Vorgang durchzuführen, müssen Sie dies über das Kontextmenü anstoßen.
Im Ergebnis ist der Datenträger nun initialisiert und kann jetzt fertig eingerichtet werden. Partitionen erstellenSofern die Festplatte initialisiert ist, können auf dieser Partitionen erstellt werden. Dies wird über das Kontextmenü des jeweiligen freien Speichers der Festplatte gestartet.
Hier begrüßt Sie wieder ein Assistent, der Sie durch die weiteren Schritte leitet.
Wie bereits zu Anfang des Artikels beschrieben, unterscheiden sich primäre und erweiterte Partitionen erheblich. Wenn Sie eine erweiterte Partition erstellen, müssen Sie darin nochmals logische Laufwerke erstellen. Bei einer primären Partition fällt dieser Schritt weg.
Jetzt geben Sie die Größe der Partition an.
Im folgenden Dialog legen Sie den Laufwerksbuchstaben fest.
Im Folgedialog können Sie den Namen der Partition vergeben, das Dateisystem festlegen, die Zuordnungseinheit verändern (kleinste Einheit auf den Datenträger) sowie für NTFS die Komprimierung aktivieren. Hierbei werden Dateien direkt vom Dateisystem komprimiert. Das Ganze geschieht in Echtzeit und auf Systemebene. Sie benötigen daher keinen Packer etc. und können wie gewohnt auf die Daten zugreifen. Wenn Sie diese Funktion aktivieren, werden automatisch alle Dateien und Ordner auf dem Laufwerk komprimiert. Im Explorer können Sie unter Ansicht -> Optionen festlegen, dass komprimierte Ordner in einer anderen Farbe (Standard ist blau) dargestellt werden.
Im letzten Schritt formatiert das System die Partition und stellt diese dann dem System zur Nutzung bereit.
Laufwerksbuchstaben ändernSie können - NTFS als Dateisystem vorausgesetzt - jedem Datenträger einen Buchstaben Ihrer Wahl zuordnen.
In dem folgenden Fenster sehen Sie den aktuellen Laufwerksbuchstaben. Über den Button "Ändern" können Sie einen anderen freien Buchstaben vergeben. Sofern Sie Laufwerksbuchstaben (z.B. CDROM und Brenner) tauschen möchten, muss erst einem der Laufwerke ein anderer Buchstabe gegeben werden, damit der Wunschbuchstabe "frei" wird. Sie können also nur Buchstaben verwenden, die auch derzeit ungenutzt sind. Achtung: Die Änderung von Laufwerksbuchstaben kann dann Probleme bereiten, wenn Programme bestimmte Laufwerksbuchstaben als Programm- oder Speicherpfad ansprechen. In diesem Fall müssten Sie die Applikation im schlimmsten Fall neu installieren, sofern sich der Pfad nicht über die Registrierdatenbank (regedit) ändern lässt. NTFS-Ordner statt LaufwerksbuchstabenAlternativ zu Laufwerksbuchstaben können Sie das Laufwerk auch als einen NTFS-Ordner auf einer anderen Festplatte bereitstellen. In diesem Beispiel erstellen wir auf der Festplatte C einen neuen Ordner "NeuesLaufwerk".
Alle Daten, die nun in dem Ordner "NeuesLaufwerk" gespeichert oder von dort gelesen werden, liegen physisch auf der neuen Festplatte. Der Ordner ist damit nur eine Alternative zu Laufwerksbuchstaben.
Partitionen löschen oder formatierenÜber das Kontextmenü einer Partition können Sie diese löschen oder formatieren.
Beim Formatieren können Sie auch das zu verwendende Dateisystem neu festlegen.
Ein Hinweis zur Schnellformatierung: Egal, ob Sie die Schnellformatierung oder "normale" Formatierung wählen: In beiden Fällen werden die auf der Festplatte befindlichen Daten nicht wirklich gelöscht. Der erhebliche Zeitunterschied ist dadurch zu begründen, dass bei einer normalen Formatierung eine Sektorenprüfung durchgeführt wird. Wenn Sie sich sicher sind, dass die Platte keine Fehler hat, können Sie auch Schnellformatierung wählen. Zum restlosen Löschen der Inhalte müssen Sie dagegen zu Freeware (FileShredder, Active KillDisk) oder wieder zur zuvor erwähnten Acronis Disk Director Suite greifen, welche Partitionen und ganze Festplatten bequem "richtig" löschen kann. Dynamische DatenträgerZu Anfang haben wir dynamische Datenträger und Volumes vorgestellt. Um die erweiterten Funktionen dieser Festplattenart zu nutzen, muss ein Basis-Datenträger zunächst konvertiert werden. Dies ist auch dann möglich, wenn sich bereits Daten auf dem Datenträger befinden. Der Weg zum dynamischen Datenträger ist demnach ohne Datenverlust möglich. Umgekehrt ist dem aber nicht so. Wer einen dynamischen Datenträger wieder zu einem Basis-Datenträger umwandelt, muss erst alle darauf befindlichen Volumes löschen.
Eine bestehende Festplatte mit Daten wird in einen dynamischen Datenträger konvertiert. Dies lässt sich über das Kontextmenü des Datenträgers bewerkstelligen.
Unter Details wird der Datenträger im Detail angezeigt.
Die nun folgende Warnmeldung besagt, dass man auf diesen Datenträger dann nur noch von Windows 2000 und Windows XP Professional sowie Windows Server 2000 und 2003 aus zugreifen kann (Netzwerkzugriffe gehen selbstverständlich auch von anderen Systemen aus).
Nach der Konvertierung wurde der Basis-Datenträger in einen dynamischen Datenträger konvertiert. Aus den darin befindlichen Partitionen wurden Volumes (an der braunen Farbe erkennbar).
Erweiterte Volumes (=Übergreifend)Bis zu diesem Punkt bringen die dynamischen Datenträger noch keine Vorteile. Nehmen wir aber einfach mal an, Sie stellen beim Betrieb fest, dass das Laufwerk G zu klein geworden ist. Sie könnten nun eine neue Festplatte einbauen und dann ein neues Laufwerk erstellen oder mit Fremdprodukten die Größen der Partitionen nachträglich anpassen. Benutzen Sie dagegen dynamische Datenträger, können Sie das Laufwerk G einfach um eine komplette Festplatte erweitern. Windows verbindet dann die neue Festplatte mit dem Laufwerk G, ohne dass der Anwender hiervon etwas mitbekommt. Bis zu 32 Volumes können auf diesem Weg zu einem Laufwerk verschmolzen werden. Zunächst brauchen wir auf dem Datenträger 2 einen dynamischen Datenträger. Der Weg hierzu wurde oben bereits beschrieben.
So wie in dem Bild sollte es bis dahin aussehen.
Der folgende Assistent zeigt Ihnen dann alle dynamischen Datenträger an, welche für ein erweitertes Volume genutzt werden können.
In unserem Beispiel ist dies der dynamische Datenträger 2. Wenn Sie mehrere leere Datenträger dieser Art haben, werden diese alle bei "Verfügbar" angezeigt.
Als Ergebnis wird nun das Volume erweitert und hier in Lila kenntlich gemacht.
Den verbleibenden Platz auf dem Datenträger 2 könnten wir nun mit einem weiteren "einfachen" Volume befüllen. Der Rückweg von einem übergreifenden Volume zu einem einfachen Volume ist nur durch Löschen des Volumes möglich. Sie können ein bestehendes erweitertes Volume nur im gesamten löschen und nicht durch Wegnahme der Erweiterung wieder verkleinern. Stripeset Eine weitere Möglichkeit der dynamischen Datenträger sind so genannte Stripesets, welche eigentlich einen Raid 0 darstellen (Beschreibung siehe Anfang des Artikels).
Nun erstellen wir auf dem Datenträger 1 ein neues Volume. Zur Auswahl stehen diesmal neben dem normalen Volume noch "Übergreifend" und "Stripeset", da nun 2 dynamische Datenträger vorhanden sind.
Wählen Sie nun beide dynamischen Datenträger aus.
Nach Vergabe von Buchstaben und Formatierung stehen nun beide Platten, als Stripeset oder auch Raid 0 bezeichnet, zur Verfügung. Sie haben die volle Kapazität beider Platten nutzbar, sind aber auch an die Risiken dieser Technik gebunden (siehe Einleitung).
Raid 1 und Raid 5 - Nur für Server ohne HackGenauso wie ein Stripeset lassen sich auf Windows Server 2000 ff. auch gespiegelte Volumes oder Raid 5-Volumes erstellen. Für Windows XP ist diese Technik nicht vorgesehen, wenngleich implementiert. Hierzu ist ein Hex-Hack der Dateien dmboot.sys, dmconfig.dll sowie dmadmin.exe notwendig. Auf Grund nicht absehbarer Patches von Microsoft und der damit verbundenen Änderung der Fundstellen in den Dateien, veröffentlichen wir hier keine genauen Angaben, wo sich die Fundstellen in den Dateien finden, um die Raid 1 und Raid 5-Funktionalität freizuschalten. Die Zeitschrift CT bietet aber unter http://www.heise.de/ct/ftp/05/03/090/ eine Batchdatei, welche für Windows 2000 mit Servicepack 4 sowie Windows XP mit Servicepack 2 die notwendigen Änderungen selbstständig vornimmt (im abgesicherten Modus ablaufen lassen). Durch weitere Patches von Microsoft ist aber nicht ausgeschlossen, dass dieser Hack irgendwann nicht mehr funktioniert. Mit den Suchbegriffen dmboot.sys Raid Windows XP sollten Sie aber jederzeit im Netz die aktuellen Fundstellen in den 3 Dateien finden, welche mit einem Hexeditor zu ändern sind. Übernahme von Datenträgern in ein neues SystemEine Besonderheit besteht noch bei der Übernahme von fremden Datenträgern in ein neues System. Während „Basisdatenträger“ keine Probleme bereiten, sind dynamischen Datenträger nicht so einfach Einsatzbereit. Fremde Volumes werden in der Datenträgerverwaltung als fremd gekennzeichnet. Über das Kontextmenü können die Volumes allerdings importiert werden. Wichtig ist, dass bei einem Raid oder übergreifenden Volume alle beteiligten Platten gleichzeitig importiert werden. Sollte der Import als „Fehlgeschlagen“ markiert werden, hilft im Regelfall der Eintrag „Volume erneut aktivieren“ im Kontextmenü. Ist der Datenträger dagegen nicht als online eingetragen, kann man den Status über „Datenträger reaktivieren“ diesen wieder online schalten. FazitDie Datenträgerverwaltung von Windows ist ein mächtiges und übersichtliches Werkzeug. Dynamische Datenträger machen vor allem mit ihrer Möglichkeit zum Erweitern Sinn. Nachteile dadurch sind die fehlende Unterstützung von Fremd-Tools wie Partitionierern und Image-Programmen sowie die Ausgrenzung von Windows XP Home. PCDMicha, 13.03.2005
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