| Erstellen einer Multiboot-Umgebung mit Windows XP, Windows 2000, SuSE |
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| Artikel - Artikel 2005 | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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In verschiedenen Foren, so auch im WinTotal-Forum, liest man häufig über Probleme im Zusammenspiel zwischen Windows und Linux. Meistens geht es hierbei um Bootprobleme, welche dazu führen, dass ein Betriebssystem nicht mehr gestartet werden kann. Letzten Endes geben viele frustriert auf und formatieren die Festplatte(n) neu. Mit der Intension, das eine oder andere Problem schon im Vorfeld beheben zu können, habe ich diese Anleitung geschrieben. Ich möchte hierbei betonen, dass diese Anleitung als Beispiel gedacht ist. Es steht jedem natürlich frei, andere Betriebssysteme zu nehmen. 1. Die VoraussetzungenWas für diese Anleitung benötigt wird:
Als Bootloader bevorzuge ich persönlich den GRUB (GRand Unified Bootloader), welcher als einziger Bootloader in der Lage ist, die Festplatten physikalisch (das heißt ohne "Treiber") anzusprechen. GRUB benötigt dazu keine Informationen vom BIOS wie andere Bootloader. Dadurch ist GRUB in der Lage, jedes Betriebsystem zu booten, welches auf x86- oder AMD64-Plattformen lauffähig ist. Ein weiterer Vorteil von GRUB ist, dass der Bootloader der einzelnen Betriebssysteme unangetastet und dieser somit voll funktionsfähig bleibt. 2. Die Installation der SystemeAls Installationsreihenfolge hat es sich bewährt, zuerst die Windows-Systeme zu installieren. In der von mir vorgeschlagenen Konfiguration wird Windows XP auf die erste Partition installiert. vorher:
nachher:
Nun booten wir von der Windows 2000-CD und "klicken" uns durch bis zur Partitionierung.
Jetzt haben wir bereits Windows XP und Windows 2000 erfolgreich auf der Festplatte. Wir können uns nun direkt an die Installation von SuSE Linux machen. Als Erstes booten wir von der SuSE Linux-CD/DVD und "klicken" uns durch, bis wir die Installationsübersicht erhalten. WICHTIG: Nicht den von SuSE vorgeschlagenen Weg der Partitionierung gehen, sondern die Partitionen manuell anlegen!
Wir wählen "Partitionierung" aus und hier (wichtig!) "Partition nach eigenen Vorstellungen anlegen". Im nächsten Schritt wählen wir "manuelle Partitionierung" aus und erhalten folgende Übersicht:
Nun legen wir die Partitionen an. Dabei bitte nicht die Swap-Partition vergessen - eine Größe vom halben bis ganzen Arbeitsspeicher reicht aus. Die Swap-Partition kann auch für mehrere Linux-Systeme verwendet werden. Hier nun das Ergebnis der Partitionierung:
Zusammenfassung:erste Festplatte Die zweite Festplatte ist derzeit noch leer (unpartitioniert). Die Paketauswahl kann man dann gemäß den eigenen Vorstellungen vornehmen.
Anmerkung: Wenn nur ein Linux-System installiert werden soll, muss die Konfiguration des Bootloaders bereits hier erfolgen. Das nächste Bild zeigt die Konfiguration mit Windows XP, Windows 2000 und SuSE Linux.
(Wenn nur ein Linux-System installiert werden soll, kann man in diesem Artikel direkt zum Punkt "finaler Test" springen, da jetzt die Schritte für die Debian-Konfiguration kommen.) Nach erfolgter Installation von SuSE Linux legen wir die Debian-CD ein und booten von dieser. Auch hier wählen wir die manuelle Partitionierung aus. Wir wollen Debian nun auf die zweite Festplatte installieren. Dazu partitionieren wir die Festplatte. Wichtig ist, dass wir die Debian-Partition als aktiv markieren! Das Ergebnis sieht man hier (für alle, die noch Debian Woody verwenden, sieht das Bild etwas anders aus, aber ist im Prinzip ähnlich):
Bevor wir allerdings rebooten, müssen wir noch etwas tun... Alle, die gut aufgepasst haben, werden sich fragen, wie nun der Bootloader auf der zweiten Festplatte angesprochen werden (sprich: die anderen Betriebsysteme booten) kann. Wir müssen den Bootloader der Debian-Partition in den MBR (Master-Boot-Rekord) der ersten Platte schreiben. Der neue Debian-Installer ist intelligent genug, um die bereits installierten Betriebssysteme zu finden und "merkt", dass der Bootloader in den MBR der ersten Platte geschrieben werden muss. Eine entsprechende Meldung wird ausgegeben. Diese Frage unbedingt mit "JA" beantworten:
3. Nachkonfiguration unter Debian SargeWir haben nun alle 4 Betriebssysteme installiert. 3 davon befinden sich auf der ersten Festplatte, das vierte auf der zweiten Festplatte.
Dazu starten wir das Debian Sarge (hier mit Debian GNU/Linux, kernel 2.6.8.1-386 angezeigt) und erledigen den Rest der Installation. Wir loggen uns als "root" in unser Debian Sarge ein.
Als Erstes müssen wir sicherstellen, dass zwei Pakete installiert sind. Dazu geben wir Folgendes ein: "apt-get install vim mc". Das installiert den Editor "vim" (für die Fortgeschrittenen) und den "Midnight Commander" (für die nicht ganz so Versierten).
Ein "apt-get update" holt die neuen Paketinformationen vom Debian-Server. Dies kann je nach Internetverbindung einige Zeit dauern. Sobald alle Paketinformationen abgeholt wurden, erscheint folgende Meldung:
Wozu das Ganze? Nun, das Debian-Projekt stellt derzeit etwa 9000 offizielle Programme zur Verfügung. Leider befinden sich einige Pakete derzeit noch nicht im offiziellen Produktkatalog von Debian, weswegen wir auf einige "Testing-Pakete" zurückgreifen müssen. Nun folgt die Installation der Bootsplash-Dateien und des im WinTotal-Forum allzu oft erwähnten Speichertesters "memtest86". Dazu geben wir Folgendes ein: Sobald diese Pakete installiert sind, machen wir uns daran, den Bootloader etwas "freundlicher" zu gestalten.
Zur Erklärung: 1. Partition der 1. Festplatte hda1 Der Bootloader GRUB zählt leider etwas anders, was immer wieder zu Verwirrungen führt. 1. (IDE) Festplatte hd0 1. Partition der 1. Festplatte hd0,0 (Hier beginnt die Zählung nicht bei 1, sondern bei 0.) Nachdem wir nun den Bootloader angepasst haben, müssen wir nochmals Partition Magic booten und die Windows XP-Partition wieder sichtbar machen, da es sonst zu einem Bluescreen während des Bootens kommt. 4. Der finale TestBleibt noch der finale Test aller Systeme. Hierzu habe ich einfach jedes System einmal gebootet und einen Screenshot erstellt.
Windows XP:
Windows 2000:
SuSE Linux:
Debian Sarge:
memtest86:
5. Den Linux-Bootloader wieder entfernenEine häufige Frage im WinTotal-Forum ist: "Wie werde ich den Linux-Bootloader wieder los?". Dazu ist folgende Vorgehensweise nötig: Dieser Befehl erstellt einen neuen Master Boot Rekord, mit dem man nun nur noch Windows XP booten kann. Analog dazu kann man sich auch an der Windows 2000-Installation anmelden, mit dem Resultat, dass danach nur noch Windows 2000 startet. Die übrigen Partitionen können dann wieder für andere Zwecke verwendet werden. 6. Alternative VariantenDiese Beispielkonfiguration lässt sich auch "abkürzen". Will man zum Beispiel nur Windows XP und SuSE Linux installieren, können die übrigen Schritte einfach weglassen werden. Dazu muss der Bootloader entsprechend unter SuSE Linux konfiguriert werden. Das "Verstecken" der Windows 2000-Installation entfällt dann natürlich ebenfalls. 7. Weiterführende LinksDiese Beispielkonfiguration geht nur auf einen Bruchteil der verfügbaren Möglichkeiten von GRUB ein. Wer mehr aus GRUB machen will, dem empfehle ich folgende Seiten: http://www.bootsplash.de: verschiedene Splashscreens, damit das Booten schön bunt wird Ich hoffe, das eine oder andere "Bootloader"-Problem damit beseitigt zu haben und wünsche viel Spaß mit der neuen Multiboot-Umgebung. Anregungen/Vorschläge/Support bitte über www.WinTotal-forum.de. Mein Dank geht an VMware für ein geniales Produkt, an das GNU Project für einen noch genialeren Bootloader sowie an J.A. Ott, der mich auf die Idee gebracht hat, diese Anleitung zu schreiben. Ebenfalls Dank an PCDBjörn für diverse ergänzende Hinweise. Autor: RavensMetaller alias Sven Trautwein, 31.01.2005
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