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Verschlüsselung

Microsoft OneDrive und Dropbox sind die am häufigsten genutzten Cloud-Speicher im privaten Umfeld.  Wir vergleichen in diesem Artikel die beiden Anbieter in Bezug auf Funktionen, Leistung, Geschwindigkeit, Sicherheit und den Preis und helfen bei der Beantwortung der Frage, welche der beiden Clouds besser ist: OneDrive oder Dropbox?

  • Den Sieger der Begegnung Dropbox vs. OneDrive kann man nicht nur über den Preis bestimmen.
  • OneDrive bietet eine sehr gute Integration in Windows 10.
  • Dagegen kann Dropbox mit dem besseren Client punkten.

1. Dropbox und OneDrive ersetzen mobile Datenträger

Sowohl OneDrive als auch Dropbox sind klassische Cloud-Storage-Anbieter, dienen demnach zur Speicherung eigener Dateien wie Dokumenten, Bildern, Videos usw. Der Upload und Download von Dateien kann über die Webseite des Anbieters oder über Clients erfolgen, welche für verschiedene Plattformen wie Windows, Mac, Android und iOS verfügbar sind.

Microsoft hat OneDrive in Windows 10 integriert und speichert hier auch Systemeinstellungen, Kennwörter, Verlauf und Daten einiger Apps wie beispielsweise OneNote für Windows 10.

Zwischen dem lokalen PC und dem Cloud-Speicher können Ordner synchronisiert werden, um den Datenbestand immer aktuell zu halten.

Ausführliche Einzelvorstellung von OneDrive und Dropbox: In diesem Artikel Dropbox vs. OneDrive gehen wir nur kurz auf die wesentlichen Kriterien ein. Wenn Sie mehr über die Cloud-Dienste erfahren möchten, empfehlen wir Ihnen die ausführlichen Artikel „Was ist Dropbox?“ bzw. „Was ist Microsoft OneDrive?“.

2. Funktionen der Webseite über den Browser

Beide Anbieter bieten Zugriff auf den Cloud-Speicher über den Browser. Der Anwender kann Ordner anlegen, Dateien hoch- und herunterladen, verschieben, löschen, aus dem Papierkorb Dateien wiederherstellen und auch Freigaben verwalten.

Dateien können jeweils über Links freigegeben werden und sind dann auch ohne Account des Anbieters abrufbar. Möchte man aber weitere Rechte als nur „Lesen“ vergeben, muss der Linkempfänger ebenfalls ein Konto bei dem Anbieter besitzen. Statt über einen Link können auch Einladungen zu Freigaben per Mail verschickt werden.

Teilen von Inhalten in OneDrive

Teilen von Inhalten in OneDrive

Beide Dienste bieten einen Papierkorb für bis zu 30 Tage und darüber hinaus auch eine Versionsverwaltung, um eine Datei in einem vorherigen Zustand wiederherzustellen. Beide Funktionen sind jeweils nur über die Webseiten der Anbieter verfügbar und nicht über die lokalen Clients.

Sowohl Microsoft OneDrive als auch Dropbox haben Microsoft Office Online - ein im Funktionsumfang gegenüber Office 365 reduziertes Online-Office - integriert, sodass Dokumente von Microsoft Word, Microsoft Excel oder PowerPoint direkt über die Webseite sogar editiert werden können.

Webseite von Dropbox

Webseite von Dropbox

Dropbox Paper ist eine Ergänzung zum klassischen Office und spricht dabei vor allem die Arbeit im Team an. Der Nutzer richtet ein Dropbox Paper ein und kann dann über verschiedene Elemente wie Text, Bilder, Tabellen, Zeitachsen, Aufgaben und Erledigungen, Quellcode, Medien aus anderen Diensten u.v.m. ein Dokument erstellen, an dem auch andere Anwender mitarbeiten können.

OneDrive bietet dagegen für Fotos einen eigenen Menüpunkt und fasst alle Bilder in einem eigenen Abschnitt zusammen, egal in welchem Ordner diese in der Cloud gespeichert sind. Die Bilder können in einer Zeitleiste oder nach Orten betrachtet werden, wenn EXIF-Informationen zum Aufnahmeort vorhanden sind.

Die Bilder werden dann nach Orten sortiert angezeigt. Der Anwender kann auch Fotoalben erstellen und Bilder dann mit verkleinerten Vorschaubildern darstellen lassen. Dropbox dagegen bietet nur einen Bildviewer.

3. Möglichkeiten der Clients und Apps

Dropbox und OneDrive bieten jeweils Software in Form von für den Desktop auf Windows, Apple MacOS oder mobil für iOS und Android. Während OneDrive auch einen Client für die Xbox One anbietet, mit dem der Anwender beispielsweise Fotos und Videos auf dem TV betrachten kann, bietet Dropbox auch einen Client für Linux.

Unter Windows binden sich beide Clients in das System über Systemtray oder Kontextmenü und Explorer ein und legen einen lokalen Cloud-Ordner an, welcher mit dem Online-Speicher synchronisiert wird. Die Clients bieten bei beiden Anbietern dabei noch weitere Möglichkeiten:

  • Freie Wahl des lokalen Sync-Ordners
  • Selektive Synchronisierung, um bestimmte Ordner nicht aus der Cloud auf den lokalen PC zu laden
  • Bandbreitenbeschränkung für Upload und Download
  • Optional automatischer Upload von Fotos in die Cloud

OneDrive nutzt den Heimvorteil und ist auch direkt in Microsoft Office als Speicherziel integriert, in Office 365 wird es sogar als primäres Speicherziel verwendet.

Speichern in OneDrive

Aus Office direkt Speichern in OneDrive

Aber auch Dropbox lässt sich als Speicherort in Microsoft Office anzeigen, wenn man die entsprechende Funktion in den Einstellungen aktiviert.

Dropbox als Speicherort in Microsoft Office

Dropbox als Speicherort in Microsoft Office

Sowohl Dropbox als auch OneDrive bieten die Option Dateien bei Bedarf. Dabei werden Inhalte aus der Cloud zwar lokal als verfügbar angezeigt, aber erst bei der Nutzung heruntergeladen. Damit spart man Speicherplatz für selten benötigte Dateien. Bei Dropbox gibt es das Feature erst in einem kostenpflichtigen Speicherplan, während OneDrive die Funktion auch in der kostenlosen Variante bietet.

Status von Speicherzuständen in OneDrive

Status von Speicherzuständen in OneDrive - Dateien nach Bedarf

OneDrive bietet mit dem Ordnerschutz noch eine Windows-spezifische Spezialität, mit der Dropbox nicht aufwarten kann. Beim Ordnerschutz werden die persönlichen Ordner des Anwenders wie Dokumente, Bilder, Videos usw. so umgeleitet, dass diese automatisch in die Cloud synchronisiert werden.

Damit umgeht OneDrive elegant das Problem, dass fast alle Cloud-Speicher nur einen lokalen Sync-Ordner verwalten können. Will man seine Dateien in der Cloud speichern, muss man bei Dropbox das Ordnerkonzept von Windows mit den Ordnern für Dokumente, Bilder, Fotos, Musik etc. aufgeben und die Dateien im lokalen Dropbox-Ordner speichern.

Ordnerschutz wird aktiviert

Ordnerschutz wird aktiviert

4. Dropbox ist in der Geschwindigkeit unübertroffen

Obwohl beide Clients abgebrochene Up- und Downloads fortsetzen können und Dateien beim Verschieben nicht nochmals übertragen müssen, arbeitet der Client von Dropbox bei der Synchronisierung erheblich schneller. Dies betrifft nicht nur die Prüfung, welche Dateien überhaupt synchronisiert werden müssen, sondern auch die Übertragung selbst.

Grund hierfür ist zum einen, dass Dropbox die differentielle Synchronisierung von Dateien beherrscht. Dazu ermittelt der Client, welche Bestandteile einer Datei sich auf Bitebene geändert haben und übertragt nur die Änderungen statt der ganzen Datei. Zudem ist Dropbox in der Lage, doppelte Dateien zu erkennen und muss diese nicht mehrfach übertragen.

5. Was ist sicherer, Dropbox oder OneDrive?

In Sachen Sicherheit gibt es keine grundlegenden Unterschiede. Beide Dienste bieten eine 2-Faktor-Authentifizierng für den Zugriff auf das Konto und verschlüsseln die Übertragung zwischen Client und Cloud. Beide Anbieter speichern die Daten auch verschlüsselt in ihren Rechenzentren ab, welche jeweils nicht in Deutschland (sondern in USA/EU) liegen,

Ausnahme ist OneDrive for Business. Aus dem Microsoft-Servicevertrag geht hervor, dass beispielsweise Nacktaufnahmen nicht über den Dienst verteilt werden dürfen und Microsoft ggf. den Dienst blockiert. Ob das auch für freizügige Urlaubsfotos gilt, bleibt dabei im Unklaren. Der Vertrag liefert aber einen Hinweis darauf, dass Microsoft zumindest die Inhalte einsehen könnte. Bei Dropbox dürfte das nicht anders sein.

Aus dem Grund raten wir bei allen Anbietern zur Verschlüsselung in der Cloud mit Tools wie Boxcryptor.

6. Kostenlose Angebote und Speicherpläne mit mehr Speicherplatz

OneDrive bietet in der kostenlosen Variante 5 GB Speicherplatz, während Dropbox schon immer mit nur 2 GB sehr geizig ist. Für eine sinnvolle Nutzung als Backup reicht dieses Speichervolumen den meisten Anwendern aber nicht aus. Umfangreichen Support darf man bei den kostenlosen Angeboten aber nicht erwarten.

Beide Anbieter bieten auch kostenpflichtige Speicherpläne mit mehr Speichervolumen. Bei Dropbox beginnt das günstigste Angebot mit Dropbox Plus ab 10 Euro im Monat für 1TB Speicherplatz.

OneDrive dagegen bietet 50 GB für 2 Euro im Monat. Für 7 Euro im Monat erhält man aber bereits 1 Terabyte und dazu auch noch das komplette Office 365 im Abo.

Die folgende Übersicht vergleicht die Angebote für Privatkunden.

Merkmal Dropbox Free Dropbox Plus Dropbox Professional OneDrive Free OneDrive50 Office 365 Personal Office 365 Home
Kosten kostenlos 10 € / Monat 19,99 € / Monat kostenlos 2 € / Monat 7 € / Monat 10 € / Monat
Speicher 2 GB 1 TB 2 TB 5 GB 50 GB 1 TB je 1 TB für 6 Nutzer
Dateiwiederherstellung und Versionsverlauf 30 Tage 30 Tage 120 Tage 30 Tage 30 Tage 30 Tage 30 Tage
Verwaltung freigegebener Links
Dateien bei Bedarf

7. Dropbox vs. OneDrive - Fazit

OneDrive bietet mehr Speicher und Office 365 zum unschlagbarem Preis

  • Bereits 5 GB kostenlos
  • Gute Integration in Windows
  • Sehr günstig im Abo mit Office 365
  • Synchronisation im Gegensatz zu Dropbox langsamer
  • Webseite nicht ganz so intuitiv zu bedienen
  • kein Client für Linux

Wenn die Frage Dropbox vs. OneDrive nur über den Preis entschieden wird, hat OneDrive ganz klar die Nase vorn. Für den Preis eines Dropbox-Abos mit einem Terabyte bekommt man bei OneDrive gleich noch das ganze Office-365-Abo für bis zu 6 Benutzer mit je einem Terabyte Storage dazu.

Dropbox bietet die bessere Geschwindigkeit

  • Differentielle Synchronisierung
  • Keine Übertragung doppelter Dateien
  • Client für Linux
  • Nur 2 GB kostenloser Speicher
  • Dateien nach Bedarf nur im kostenpflichtigen Abo
  • Gegenüber OneDrive zu teuer

Dennoch kann auch Dropbox punkten, wenn vor allem die schnelle Synchronisation im Vordergrund steht. In unserem Test haben wir festgestellt, dass durch die differentielle Synchronisierung Dropbox gerade bei großen Dateien einen enormen Vorteil hat. Das spart vor allem im Upload bei asynchronen Verbindungen erheblich Zeit und bei mobilen Datenverbindungen kostbares Datenvolumen.

Auch die Webseite von Dropbox ließ sich im Test gegenüber OneDrive etwas einfacher bedienen. Für Linux-Nutzer gibt es keine Wahl: Nur Dropbox bietet einen Client für Linux.

8. Alternative Anbieter im Vergleich zu Dropbox oder OneDrive

In unserem Artikel Dropbox Alternativen: Cloud-Speicher im Vergleich haben wir weitere Anbieter von Cloud-Storage verglichen, welche beispielsweise einen Serverstandort in Deutschland oder Zugriffsmöglichkeiten auf den Cloud-Storage über WebDAV etc. bieten. Vielleicht ist auch hier ein Anbieter dabei, der Ihren Anforderungen noch mehr entspricht.

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