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Motherboard Mainboard

Das Mainboard oder Motherboard ist die zentrale Platine eines Computers, über die alle Komponenten miteinander verbunden sind. Neben Steckplätzen für elementare Hardware wie den Prozessor (CPU), den BIOS-Chip und den Arbeitsspeicher (RAM) verfügt es auch über eine ganze Reihe weiterer Anschlüsse, über die Sie nachträglich noch Peripheriegeräte oder Erweiterungskarten verbinden können. In dieser Übersicht stellen wir Ihnen die wichtigsten Mainboard-Anschlüsse und Ihre Aufgabe im Detail vor.

Kann ich mein Mainboard mit einem beliebigen Prozessor bestücken?

Nein. Nicht jede CPU ist mit jedem Mainboard kompatibel. Die Steckplätze (Sockel) der Hersteller unterscheiden sich grundlegend voneinander. Achten Sie daher beim Kauf immer darauf, dass Sie einen Prozessor erwerben, der auch zu Ihrer Platine passt.

Was ist ein SATA-Anschluss?

Die Serial-ATA-Schnittstelle ist für den Datenaustausch mit Massenspeichern wie Festplatten, SSDs, DVD-Laufwerken oder anderen Speichergeräten zuständig.

Wozu braucht man den Chipsatz auf der Hauptplatine?

Der Chipsatz ist mit der Hauptplatine fest verlötet und kümmert sich um das Ansteuerung der einzelnen Komponenten und der Peripherie. Darüber hinaus regelt er auch die Datenübertragung zwischen Prozessor, RAM und Grafikkarte.

Mainboard Anschlüsse mit Beschriftung

1. CPU-Sockel

CPU mit mehreren Kernen auf Mainbaord

Um die CPU im Sockel an Ort und Stelle zu halten, wird Sie mithilfe eines Aluminiumbügels fixiert.

Der Prozessor ist das Herzstück eines jeden Computers und bekommt daher einen speziellen Steckplatz, den sogenannten „Sockel“. Dieser befindet sich in der oberen Hälfte des Mainboards, in etwa mittig auf der Platine. Um die CPU an Ort und Stelle zu halten, wird Sie mithilfe eines Aluminiumbügels fixiert.

Der Sockel entscheidet auch über die Wahl der CPU bzw. des Motherboards, denn nicht jeder Prozessor ist mit jedem Mainboard kompatibel. So unterscheiden sich beispielsweise die Steckplätze von Intel und AMD grundlegend voneinander und die Prozessoren passen unter keinen Umständen in den jeweils anderen Sockel. Achten Sie daher beim Kauf immer darauf, dass die CPU exakt zum Mainboard passt.

Gut zu wissen: Ein aktueller Sockel von Intel ist der 2066 für Core i7, Pentium G und XEON-CPUs. Konkurrent AMD schickt beispielsweise Sockel AM3+ ins Rennen, der mit Prozessoren der FX-Serie bestückt werden kann.

2. Mainboard-Anschlüsse in der Übersicht: RAM-Slots

In den Steckplätzen rechts neben der CPU hat der Arbeitsspeicher (RAM, „Random Access Memory“) seinen Platz. Aktuelle Mainboards verfügen in der Regel über vier Slots, von denen je nach Rechner einer, zwei oder sogar alle vier mit Speicherriegeln bestückt sind. Die RAM-Bausteine gibt es ebenfalls in unterschiedlichen Varianten. Während neuere Motherboards beispielsweise bereits den schnelleren DDR4- oder DDR5-Standard unterstützen, nutzen ältere noch DDR2 oder DDR1.

Gut zu wissen: „Double Data Rate“ oder kurz „DDR“ bezeichnet in der Informationstechnologie ein Verfahren, mit dem auf einem Datenbus Daten mit doppelter Datenrate respektive Geschwindigkeit geschrieben und gelesen werden können.

Beim Einsetzen neuer Module können Sie im Prinzip nichts verkehrt machen. Denn sie sind so gebaut, dass immer nur die mit dem Mainboard kompatiblen Version auch in die dafür vorgesehenen Steckplätze passen. Stehen mehrere Slots zur Verfügung, sind diese, um den richtigen Kanal anzusteuern, auch (herstellerspezifisch) farblich gekennzeichnet.

Erklärung RAM Größe herausfinden und Module einbauen

Beim Einsetzen neuer Module können Sie im Prinzip nichts verkehrt machen, denn es passen immer nur die mit dem Mainboard kompatiblen Versionen auch in die dafür vorgesehenen Steckplätze.

Je mehr Arbeitsspeicher in Ihrem Rechner verbaut ist, desto schneller ist auch das System. Denn jedes Programm, das Sie während Ihrer Arbeit am PC öffnen, legt Daten darin ab. Bei den meisten Laptops und PCs lässt sich der RAM problemlos erweitern. Achten Sie beim Einbauen aber immer darauf, dass Sie ausschließlich Module mit gleicher Kapazität und Taktung verwenden, da es ansonsten zu Systemabstürzen und Kompatibilitätsproblemen kommen kann.

3. PCI-/PCIe-Steckplätze

Erklärung PCIe Slots

Die langen PCIe-Slots sollten vorzugsweise für Grafikkarten verwendet werden, während sich die kurzen eher für Sound- oder Netzwerkkarten eignen.

In der unteren Mainboard-Hälfte befinden sich die drei lange PCI- und vier kurze PCIe-Slots. PCIe oder PCI Express („Peripheral Component Interconnect Express“) ist der Nachfolger von PCI, PCI-X und AGP und bietet im Vergleich zu seinen Vorgängern eine höhere Datenübertragungsraten pro Pin. Die langen PCIe-Slots sollten vorzugsweise für Grafikkarten verwendet werden, während sich die kurzen eher für Sound- oder Netzwerkkarten eignen.

PCIe 3.0 erreicht beispielsweise Transferraten von bis zu 32 GB pro Sekunde. Eine zentrale Rolle spielen dafür sogenannten Lanes: Je mehr davon in den Steckplätzen nutzbar sind (von x1 bis x32), desto höher ist auch die Übertragungsrate. Für PCIe-Steckplätze üblich sind derzeit x4, x8 und x16.

Gut zu wissen: Kleine Mainboards in den kompakten Formaten Micro-ATX und Mini-ITX haben meist nicht mehr als zwei PCI-Express-Steckplätze.

4. Mainboard-Anschlüsse in der Übersicht: SATA-Anschlüsse

Über Serial-ATA oder kurz SATA (Serial Advanced Technology Attachment) werden Massenspeicher wie Festplatten, SSDs oder DVD-Laufwerke angeschlossen. Die Datenübertragung erfolgt seriell, also Bit für Bit. Während die erste Version des Standards es gerade mal auf eine Transferrate von maximal 150 MB pro Sekunde brachte sind es beim aktuelleren SATA III bereits 600 MB pro Sekunde.

Gut zu wissen: SATA ist abwärtskompatibel. Das bedeutet, dass Sie auch Geräte mit einem älteren Standard mit neueren Anschlüssen verbinden können. Allerdings müssen Sie in diesem Fall durch das Absinken der Datenrate mit Leistungseinbußen rechnen.

SATA Anschlüsse auf einem Mainboard herausfinden

Die schnelle SATA Anschlüsse erkennen Sie an der blauen Farbe.

Die SATA-Buchsen befinden sich direkt auf der Hauptplatine wohingegen Sie die eSATA (für externe Laufwerke) im Panel auf der Gehäuserückseite finden. Die meisten Mainboards besitzen mehrere SATA-Controller mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten, die sich anhand Ihrer Farbe unterscheiden lassen:

  • Die schnellen SATA III Anschlüsse sind blau.
  • Bei den roten und schwarzen Anschlüssen variiert die Bedeutung je nach Hersteller. Details dazu finden Sie im Benutzerhandbuch Ihres Motherboards.
  • Zwei gleichfarbige Anschlüsse signalisieren, dass die Festplatten auch im RAID betrieben werden können.

Grundsätzlich gilt: Schließen Sie neue Festplatten immer an den blauen Port und ältere an einen andersfarbigen (den mit der niedrigsten Nummer) an.

5. Stromversorgung (ATX Power Supply)

Der 24-polige Anschluss rechts neben den RAM-Slots versorgt das Mainboard und die restlichen Komponenten über das Netzteil mit Strom. Ältere Boards haben häufig nur einen 20-poligen Anschluss. Oben links befindet sich noch ein weiterer (8-poliger) ATX-Anschluss. Dieser liefert die Energie für die CPU.

Lüfter Anschluss auf einem Mainboard

Über die Lüfter-Anschlüsse können Sie unter anderem die Drehzahl der Ventilatoren regulieren.

6. Lüfter-Anschlüsse

Für den Betrieb und die Steuerung der CPU- und Gehäuselüfter befinden sich ein 4-PIN und mehrere 3-PIN-Anschlüsse auf der Hauptplatine. Darüber können Sie beispielsweise die Drehzahl der Ventilatoren über das Betriebssystem regulieren und so an die aktuelle Auslastung anpassen. Ihre Position unterscheidet sich allerdings von Mainboard zu Mainboard.

7. USB-Verbindungen

Mithilfe der USB-Anschlüsse (zweimal USB 3.0 und zweimal USB 2.0) auf den Motherboard verbinden Sie die Gehäuse-Buchsen, damit Sie die Schnittstellen auch dort nutzen können. Der blaue Stecker markiert dabei das schnelle USB 3.0 am Frontpanel.

8. Mainboard-Anschlüsse in der Übersicht: Externe Schnittstellen für die Gehäuse-Rückseite

Abhängig von Ihrem Mainboard-Modell besitzt dieses auch noch verschiedenen externe Anschlüsse, die auf der Rückseite des PCs aus dem Gehäuse ragen. Dazu zählen beispielsweise:

  • ein optischer Ausgang für den Lautsprecher
  • ein HDMI- und ein DisplayPort-Ausgang
  • proprietäre Anschlüsse für eine zum Motherboard gehörende WIFi-Bluetooth-Lösung
  • Anschlüsse für USB 2.0, USB 3.0, USB 3.1 (Typ A) und USB Typ C
  • Ein oder mehrere LAN-Anschlüsse
  • eSATA-Ports
  • analoge 3,5 Millimeter Klinken-Buchsen

26 Bewertungen

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Mainboard-Anschlüsse: Erklärung der wichtigsten Schnittstellen
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