Datum: | Artikel 2014

sysrescrue

ESET ist nicht nur einfach ein Virenscanner oder ein Webschutz. Was ESET NOD32 Antivirus oder ESET Smart Security in Version 7 alles bieten, haben wir in einem extra Artikel vorgestellt. In der Version ist die Erstellung einer Rettungs-CD vorgesehen, die noch in Version 6 für Windows 8 fehlte. Wir wollen in diesem kleinen Artikel speziell auf die Rettungs-CD unter Windows 8.1 eingehen.

Gründe für den Datenträger

Wenn plötzlich der PC wegen eines Virusbefalls nicht mehr startet, ist der Anwender froh, wenn er auf eine Notfall-CD (DVD oder USB) zurückgreifen kann. Der Arbeitsaufwand für die Erstellung eines Notfall-Mediums ist gering. ESET SysRescue ist ein Dienstprogramm zum Erstellen eines bootfähigen Datenträgers mit einer der ESET Security-Lösungen (ESET NOD32 Antivirus, ESET Smart Security oder auch eines der serverorientierten Produkte). Der große Vorteil von ESET SysRescue ist, dass ESET Security damit unabhängig vom Betriebssystem auf dem jeweiligen Rechner ausgeführt werden kann und direkten Zugriff auf die Festplatte sowie das gesamte Dateisystem hat. Auf diese Weise lassen sich auch Infektionen entfernen, bei denen dies normalerweise (bei laufendem Betriebssystem usw.) nicht möglich wäre. Aus Lizenzgründen gibt es keinen direkten Download für SysRescue, es steht nur in Verbindung mit ESET NOD32 Antivirus, ESET Smart Security oder einem der serverorientierten Produkte zur Verfügung. ESET SysRescue ist seit Version 4.0 integriert.

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Voraussetzungen

Mit SysRescue hat ESET die Möglichkeit zur Erstellung eines Rettungsmediums auf Windows-PE-Basis direkt in das Programm integriert. Neben der Installationsdatei des Hauptprogramms braucht der Anwender noch das Windows Assessment and Deployment Kit, welches gegebenenfalls heruntergeladen wird, sollte es auf dem System noch nicht vorhanden sein. Sie brauchen dann nur noch ein CD-, DVD-, oder USB-Medium und Administratorrechte.

1. Rettungs-Medium-Erstellung mit SysRescue – 1. Runde

Starten Sie Ihr ESET NOD32 Antivirus oder ESET Smart Security und wechseln Sie zu „Tools“.
Hier finden Sie ESET SysRescue (Rettungs-CD erstellen).

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ESET SysRescue

Im nächsten Schritt überprüft der ESET-Assistent, ob das Windows Kit bereits installiert ist und ob ein geeignetes Medium angeschlossen ist.

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SysRescue-Installationsassistent

Da wir das Windows Kit nicht auf dem System haben, müssen wir es herunterladen.

Das Windows Assessment and Deployment Kit

ESET bietet einen Link an: Zum Installieren von Windows AIK klicken Sie hier.
Das ist das „Windows Assessment and Deployment Kit (ADK oder WAIK) für Windows 8“, welches wir im Softwarearchiv auch anbieten.
Mittlerweile gibt es aber das „Windows Assessment and Deployment Kit (WADK oder WAIK) für Windows 8.1“, den Nachfolger, den wir im Softwarearchiv ebenfalls anbieten.
Wir laden uns das Paket für Windows 8.1 herunter.

Aktivieren Sie im Setup NUR „Bereitstellungstools“ und „Windows-Vorinstallationsumgebung (Windows PE)“ und klicken Sie auf „Installieren“.

04.SysRescue

WADK: Es werden nur 2 Optionen gebraucht

Nach dem Download von „Bereitstellungstools“ und „Windows-Vorinstallationsumgebung (Windows PE)“ werden die 2 Tools automatisch installiert. Wenn das Willkommen-Fenster mit „Erste Schritte starten“ erscheint, schließen Sie das Fenster.

Für ältere Windows-Systeme, mit deren Hilfe auf gleichem Wege eine Notfall-CD erstellt werden kann, gibt es noch weitere Kits:

Dieses Automated Installation Kit (WAIK) unterstützt:

  • Windows XP SP2 mit KB926044
  • Windows Vista
  • Windows Vista SP1
  • Server 2003 SP1 mit KB926044
  • Server 2003 SP2
  • Windows Server 2008

 

Dieses Windows Automated Installation Kit (WAIK) unterstützt:

  • Vista SP1
  • Server 2003 SP2
  • Windows 7 SP1
  • Server 2008
  • Server 2008 R2
  • Server 2008 R2 SP1

Beachten Sie, dass Sie auch die Ergänzung dazu installieren müssen.

2. Rettungs-Medium-Erstellung mit SysRescue – 2. Runde

Im ESET-Assistenten geben Sie den Pfad zum WAIK an und klicken auf „Weiter“.

05.SysRescue

Windows AIK/ADK-Hauptordner eingeben

Im nächsten Schritt ist die Auswahl des Mediums gefragt.

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Auswahl – ISO, CD/DVD, USB

Neben CD/DVD/USB können Sie auch eine ISO-Datei wählen. Später können Sie dann das ISO-Abbild auf CD/DVD brennen oder es anderweitig verwenden, z.B. in einer virtuellen Umgebung wie VMware oder VirtualBox. Wir wählen als Zielgerät „CD/DVD“. Es wird zusätzlich eine WinPE.iso erstellt und im Ordner „C:\Users\Username\Documents“ abgelegt als eine Art Sicherung, die Sie sich brennen können. Eine gute Idee – so haben Sie immer eine Reserve, falls Sie Ihre CD/DVD verlegt haben.

Wer Platz sparen möchte, sollte die Datei daher nach Erstellung des Mediums löschen.

Es folgt eine Zusammenstellung, die aber noch geändert werden kann.

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SysRescue – Einstellungen

Die Einstellungen

Klicken Sie auf „Ändern“, erscheint ein Dialog mit 5 Registerkarten.

Die erste Registerkarte „Ordner“ zeigt 3 wichtige Optionen an.

  • Temporärer Ordner ist das Arbeitsverzeichnis für die bei der Kompilierung eines ESET SysRescue-Mediums erforderlichen Dateien.
  • ISO-Ordner ist der Ordner, in dem die fertige WinPE.iso nach Abschluss der Kompilierung gespeichert wird.
  • Externe Anwendungen: Hiermit können Sie zusätzliche Programme festlegen, die nach dem Starten von einem ESET SysRescue-Medium ausgeführt oder installiert werden.
  • „Externe Anwendungen einschließen“: Mit dieser Option können Sie externe Programme zur ESET SysRescue-Kompilation hinzufügen.
  • „Ausgewählter Ordner“: Ordner, in dem sich die Programme befinden, die zur ESET SysRescue-CD hinzugefügt werden sollen.
08.SysRescue

Registerkarte Ordner

Die zweite Registerkarte „ESET Antivirus“ zeigt 3 wichtige Optionen an.

  • ESS/EAV-Dateien: Es werden die bereits vorhandenen Dateien aus dem Ordner verwendet, in dem das ESET Security-Produkt auf dem Computer installiert ist.
  • „MSI-Datei“ – Es werden die im MSI-Installationspaket enthaltenen Dateien verwendet.
  • Signaturdatenbank: Sie können den Speicherort für nup-Dateien ändern, Standard ist ESS/EAV-Ordner/MSI-Datei. In Ausnahmefällen kann ein benutzerdefinierter Update-Ordner ausgewählt werden, z.B. um eine ältere oder neuere Version der Signaturdatenbank zu verwenden.
  • Profil: Für ESS/EAV-Installation werden Benutzername und Passwort der vorhandenen Installation des ESET Security-Produkts entnommen.
  • Von Benutzer – Es werden Benutzername und Passwort verwendet, die Sie in den dazugehörigen Feldern eingegeben haben.

Hinweis: Startet man das Notfallmedium, aktualisiert dieses die Signaturdateien und ist zum Scannen und Desinfizieren des Systems bereit.

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Registerkarte ESET Antivirus

Die dritte Registerkarte „Erweitert“ zeigt 2 wichtige Optionen an.

  • Arbeitsspeicher: Hier können Sie die ESET SysRescue-CD für die Größe des Arbeitsspeichers auf Ihrem Computer optimieren. Wenn Sie 576 MB oder mehr wählen, wird der Inhalt der CD in den Arbeitsspeicher (RAM) geschrieben. Bei der Einstellung von weniger als 576 MB findet im Betrieb von WinPE hingegen laufend ein Zugriff auf die Rettungs-CD statt.
  • Externe Treiber: Hier können Sie Treiber für Ihre Hardware (z.B. Netzwerkadapter) hinzufügen. Auf WinPE ist schon eine breite Hardwareunterstützung gegeben. In manchen Fällen kann es jedoch vorkommen, dass Hardware nicht erkannt wird. In diesem Fall müssen Sie den Treiber von Hand hinzufügen. Zum Hinzufügen eines Treibers in die ESET SysRescue-Kompilierung stehen zwei Methoden zur Verfügung: Über „Hinzufügen“ oder über die „Automatische Suche“. Bei der manuellen Methode müssen Sie den Pfad zur passenden .inf-Datei auswählen (die dazugehörige *.sys-Datei muss ebenfalls in diesem Ordner liegen). Bei der automatischen Methode wird der Treiber automatisch im Betriebssystem des aktuellen Computers gesucht. Diese Methode sollten Sie nur verwenden, wenn Sie ESET SysRescue später auf einem Computer mit derselben Hardware (z.B. Netzwerkadapter) wie dem Computer nutzen, auf dem Sie die ESET SysRescue-CD erstellt haben. Bei der Erstellung der ESET SysRescue-CD wird der Treiber integriert, sodass Sie ihn später nicht mehr suchen müssen.
10.SysRescue

Registerkarte Erweitert

Die Registerkarte „Internetprotokoll“ zeigt eine wichtige Option an.

  • Internetprotokoll: In diesem Bereich können Sie grundlegende Netzwerkinformationen konfigurieren und vordefinierte Verbindungen nach dem Ausführen von ESET SysRescue einrichten.
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Registerkarte Internetprotokoll

Die Registerkarte „Brennen“ zeigt zwei wichtige Optionen an.

  • Optisches Laufwerk: Wenn CD/DVD als Zielmedium ausgewählt ist, können Sie zusätzliche Brennparameter angeben.
  • ISO-Datei löschen – Aktivieren Sie diese Option, um die temporäre ISO-Datei nach dem Erstellen der ESET SysRescue-CD zu löschen.
  • Löschen aktiviert – Sie können zwischen schnellem Löschen und vollständigem Löschen wählen.
  • Brennerlaufwerk – Wählen Sie das Laufwerk zum Brennen aus.
  • Falls Sie eine wiederbeschreibbare CD/DVD verwenden, werden alle zuvor darauf gespeicherten Daten gelöscht.
  • Medien: Der Bereich „Medien“ enthält Informationen über das aktuell in Ihrem CD-/DVD-Laufwerk eingelegte Medium.
  • Schreibgeschwindigkeit – Wählen Sie die gewünschte Geschwindigkeit in der Liste aus. Berücksichtigen Sie dabei die Fähigkeiten Ihres Brenners und den Typ des CD-/DVD-Rohlings.
12.SysRescue

Registerkarte Brennen

3. Rettungs-Medium-Erstellung mit SysRescue – 3. Runde

Nachdem wir CD/DVD als Zielobjekt ausgewählt und keine Änderungen in den Einstellungen vorgenommen haben, klicken wir auf „Erstellen“. WinPE wird erstellt.

13.SysRescue

Mounting Image File

14.SysRescue

Burning CD

Es dauert nicht lange, da erscheint schon:
„Rettungs-CD/DVD wurde erfolgreich erstellt. Pfad zur Datei: xxx\Dokumente\winpe.iso“

15.SysRescue

Erfolgreich erstellt

Der Test

Wir legen die CD unter einem anderen Windows 8.1 ein, bei dem kein ESET NOD32 Antivirus installiert ist. Es dauert einen Moment, dann tut sich etwas…

Das Kommandozeilenfenster öffnet sich und führt den Befehl startnet.cmd aus. Danach wird wpeinit ausgeführt, es folgen ESET SysRescue und egui.exe, das Startfenster von ESET SysRescue öffnet sich. In der „Übersicht“ steht, dass ESET SysRescue noch nicht aktiviert ist.

17.SysRescue

cmd und ESET SysRescue beim Starten

Das Notfallmedium aktualisiert die Signaturdateien und überprüft die Lizenz, welche bei der Erstellung des Notfallmediums angegeben wurde. Der Datenträger kann aber auch an Systemen genutzt werden, auf denen das ESET-Produkt nicht installiert war. Nun ist ESET SysRescue auch aktiv.

18.SysRescue

Status von ESET SysRescue: Schutz aktiv

In aller Regel wird eine Aktualisierung der Signaturdaten notwendig sein, da die bei der Erstellung verwendeten mitunter schon wieder veraltet sind. Wurden diese dann aktualisiert, bekommt man die Meldung „Die Signaturdatenbank ist auf dem neuesten Stand“.

19.SysRescue

Signaturen auf dem neuesten Stand

Wir starten die benutzerdefinierte Prüfung.

20.SysRescue

Benutzerdefinierte Prüfung

ESET SysRescue scannt das System.

21.SysRescue

Prüft das System

In der Log-Datei werden wie üblich die Verzeichnisse angezeigt, die nicht geöffnet werden können.

22.SysRescue

Log File

Arbeitsspeicher und Bootsektor wurden auch überprüft.

23.SysRescue

Arbeitsspeicher und Bootsektor geprüft

Zum Schluss beenden wir unseren Test und schließen SysRescue mit dem Schließen-Button. Daraufhin werden wir gefragt, ob der Computer heruntergefahren oder ob er neu gestartet werden soll.

24.SysRescue

Computer herunterfahren oder neu starten

Fazit

Wer ein Produkt von ESET besitzt, sollte sich unbedingt eine Rettungs-CD anlegen. Es müssen keine umständlichen Einstellungen vorgenommen werden – einfach die Voreinstellung übernehmen und fertig. Scheibe rein, booten und scannen.

Bildquelle: ESET

2 Antworten auf “Rettungs-CD unter Windows 8.1 mit ESET NOD32 Antivirus oder ESET Smart Security erstellen”

  1. Georg Rzepka

    Hallo,
    gerade habe ich versucht, die Rettungs-CD zu erstellen.
    Im letzten Schritt „Brennen“ kommt die Fehlermeldung „Die ausgewählte MSI Datei ist nicht vorhanden. Unter ISO-Eigenschaften ist MSI aktiviert aber der Pfad ist leer.
    Wie komme ich an die MSI Datei?
    Vielen Dank für Ihre Hilfe.
    Freundliche Grüße
    Georg Rzepka

  2. PCDMicha

    unter Punkt 2 bei Einstellungen ist es genau beschrieben: Entweder die erste Option zum Pfad des installierten NOD32 angeben oder den Pfad zu den MSI-Dateien, die man natürlich beim Hersteller herunterladen sollte.

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