Tipps und Tricks, wie Sie im In- oder Ausland günstig telefonieren können.

Telefonieren zählt zu den wenigen Dinge im Leben, die in den letzten Jahren günstiger anstatt teurer geworden sind. Daher ist es auch kaum verwunderlich, dass Besitzer von alten Verträgen meist mehr für Ihre Gespräche bezahlen müssen, als diejenigen mit einem aktuellen Tarif. Allerdings sind Auslands-Gespräche (außerhalb der EU) auch bei den neueren Preismodellen immer noch vergleichsweise teuer. Dadurch bietet sich auch hier noch eine Menge Einspar-Potential. In diesem Beitrag zeigen wir Ihnen anhand konkreter Situationen, wie Sie günstig telefonieren können und was Sie bei der Wahl Ihres Telekommunikations-Anbieters grundsätzlich beachten sollten.

  • Um herauszufinden, welche Tarife sich für Sie am besten eignen, müssen Sie zuerst Ihr Nutzungsverhalten analysieren.
  • Roaming-Gespräche innerhalb der EU kosten in der Regel genauso viel wie in Deutschland.
  • Mit Billigvorwahlen („Call-by-Call“) und Callthrough-Anbietern können Sie auch bei Telefonaten in Länder außerhalb der EU ordentlich sparen. Voraussetzung dafür ist allerdings ein Festnetzanschluss bei der Telekom.

1. Günstig Telefonieren: Das Nutzungsverhalten als Schlüssel zum richtigen Anbieter

Video auf dem Handy streamen

Wenn Sie nicht häufig Videos streamen oder größere Dateien über das Internet versenden, lohnt sich eine Allnet-Flat womöglich nicht für Sie.

Der erste Schritt, um festzustellen, mit welchem Anbieter bzw. Tarif Sie letztendlich am günstigsten Fahren, besteht darin, mehr über Ihr Nutzungsverhalten herauszufinden. Das funktioniert am einfachsten, indem Sie einen Blick in Ihre letzte Rechnung werfen. Suchen Sie dort die folgenden Informationen heraus:

  1. Wie viele Minuten bzw. Einheiten haben Sie in diesem Monat insgesamt vertelefoniert?
  2. Viele SMS / MMS Nachrichten haben Sie versendet?
  3. Wie viel MB an Datenvolumen haben Sie für mobiles Internet verbraucht?

Überlegen Sie darüber hinaus auch, wie oft im Monat Sie ins Festnetz oder auf Handys telefonieren und ob Sie vermehrt Telefonate ins Ausland führen.

Die meisten Anbieter werben heutzutage mit sogenannten „Allnet-Flats“, bei denen Sie einmal im Monat einen festen Betrag bezahlen und dafür unbegrenzt telefonieren und surfen können. Das ist zwar für viele Nutzer ein verlockendes Angebot, lohnt sich aber für einige Nutzer eigentlich gar nicht.

Wenn Sie nicht gerade größere Mengen an Bildern über WhatsApps versenden, ständig Videos bei YouTube gucken oder tagtäglich stundenlang mit Ihrer besten Freundin telefonieren, sind Sie eventuell auch mit einem günstigen Inklusiv-Paket gut bedient.

Das bedeutet: Sie buchen zu einem geringen Preis ein festes Kontingent zum Telefonieren, Surfen und SMSen. Viele Provider haben derartige Angebote teilweise schon für weniger als 5 Euro im Programm.

Bei einem höheren Bedarf an Datenvolumen kommt es neben dem Preis der Allnet-Flat auch auf die maximal verfügbare Geschwindigkeit des Netzes an.

Tipp: Haben Sie Ihr Nutzungsverhalten erst einmal analysiert, können Sie mit einem entsprechenden Tarif-Recher den besten Handy-Provider ermitteln.

2. Mit diesen Tipps können Sie beim Telefonieren ordentlich Geld sparen

2.1. Aus dem Telekom Festnetz günstig ins In- oder Ausland telefonieren

Mann mit altem Wählscheiben-Telefon

Inhaber eines Festnetz-Anschlusses der Deutschen Telekom können mit sogenannten Billigvorwahlen den teuren Verbindungspreis ins Ausland oder Handynetz umgehen.

Wenn Sie vom Handy aus telefonieren, ist es Dank einer Flatrate in der Regel egal, ob Sie ein anderes Mobiltelefon oder auf dem Festnetz anrufen. Teuer wird es hingegen meist dann, wenn Sie von Ihrem Festnetzanschluss auf ein Handy im In- oder Ausland telefonieren möchten.

Kunden der Telekom solchen Fällen können Sie auf eine sogenannte Call-by-Call-Nummern (auch „Sparvorwahlen“ genannt) zurückgreifen. Dabei handelt es sich um Vorwahlen privater Telefonanbieter, die zwar das Netz der Telekom nutzen, dabei aber den teuren Verbindungspreis umgehen. Für ein Telefonat müssen Sie lediglich die billige Vorwahl des Anbieters wählen und danach wie gewohnt die vollständige Rufnummer eingeben.

Weitere Vorteile der Billig-Vorwahlen:

  • Sie zahlen weniger als bei einem herkömmlichen Festnetzanschluss und müssen dafür keine langfristige Bindung eingehen.
  • Die Call-by-Call-Anbieter sind verpflichtet, den Verbindungspreis vor Aufbau des Gespräches anzusagen und dürfen ihn währenddessen nicht ohne zusätzliche Info ändern.

Gut zu wissen: Bei einigen Anrufzielen im Ausland (z.B. Österreich) müssen Sie die führende Null bei der Ortsvorwahl weglassen. Das gilt aber nicht für alle Länder. Bei Anrufen nach Italien müssen Sie die Null beispielsweise nach Eingabe der Ländervorwahl wählen.

2.2. Callthrough als Alternative für Handys und andere Festnetzanbieter

Gleich vorweg: Es besteht ein großer Unterschied darin, ob Sie von Deutschland aus in ein anderes Land telefonieren oder vom Ausland aus hier anrufen. Hierzulande können Sie die oben bereits erwähnten Call-by-Call-Nummern verwenden oder sich von einem sogenannten Callthrough-Dienstleister durchstellen lassen.

Dazu wählen Sie zunächst die Einwahlnummer des Callthrough-Anbieters und identifizieren sich mittels PIN (über die Tastatur). Im Anschluss bekommen Sie eine freie Leitung zur Verfügung gestellt und können die gewünschte Zielrufnummer eingeben. Der Anbieter baut nun eine (zweite) Verbindung zum gewünschten Teilnehmer auf und schaltet Sie mit diesem zusammen.

Ähnlich wie bei Call-by-Call können Sie mit Callthrough aber nicht nur bei Gesprächen ins Ausland sparen, sondern auch günstig (ohne Flat) ins Mobilfunknetz telefonieren. Im Gegensatz dazu ist Callthrough aber nicht ausschließlich Inhabern eines Telekom-Anschlusses vorbehalten ist, sondern kann auch von einem Handy oder anderen Festnetzanschlüssen aus genutzt werden.

Gut zu wissen: Aufgrund einer EU-weiten Regelung dürfen seit dem 15. Mai 2019 Anrufe aus Deutschland in ein anderes EU-Land nicht mehr als 19 Cent pro Minute und eine SMS nicht mehr als 6 Cent kosten.

2.3. Billiger Telefonieren im Ausland

Innerhalb der EU müssen Sie sich Dank EU-Roaming-Verordnung recht wenig Gedanken über die Kosten machen und können Ihr Handy für Telefonate, SMS und Internet genauso so nutzen, wie daheim in Deutschland.

Umgekehrt kann es allerdings ganz schnell ziemlich teuer werden. Besorgen Sie sich für Anrufe mit dem Handy von außerhalb der EU (z.B. für sogenannte "Zone 2"-Länder wie Kanada, Russland oder die Türkei) daher sicherheitshalber lieber gleich eine ausländische SIM-Karte.

2.4. Günstig bzw. kostenlos über das Internet telefonieren

Neben den klassischen Kommunikationswegen über Festnetz und Handy hat sich in Form verschiedener Messenger-Dienste auch eine Alternative etabliert, mit der Sie über DSL oder Kabel sogar kostenlos bzw. ohne weitere Zusatzkosten telefonieren können. So nutzen beispielsweise Programme wie Skype oder WhatsApp die VoIP-Technologie („Voice over Internet Protocol“), um neben der obligatorischen Chat-Funktion und dem Dateiaustausch auch weltweite Telefonate zu ermöglichen.

Skype auf dem Handy

Auf dem Handy stellen Messenger wie Skype oder WhatsApp eine kostenlose Alternative zur regulären Telefonfunktion dar.

Voraussetzung für ein kostenloses Gespräch über den Dienst ist allerdings, dass beide Gesprächsteilnehmer das jeweilige Programm installiert haben – egal ob als App auf dem Smartphone bzw. Tablet oder direkt als Anwendung auf dem PC. Auf dem Handy stellen Skype & Co. somit eine kostenlose Alternative zur regulären Telefonfunktion dar.

Möchten Sie einen Messenger-Dienst auch für Anrufe ins Fest- oder Mobilfunknetz nutzen, werden aber fast immer Gebühren fällig. Bei Skype müssen Sie dafür beispielsweise ein entsprechendes Guthaben erwerben. Sollen Sie überdies auch noch offline oder vom normalen Telefon aus erreichbar sein, kostet das noch einmal extra. Auch Kurzmitteilungen sind damit möglich, diese schlagen aktuell aber mit rund 10 Cent pro Nachricht zu Buche.

Gut zu wissen: Anders als beim normalen Festnetzanschluss sind die Teilnehmer bei VoIP nicht über klar festgelegte Leitungen miteinander verbunden, sondern gelangen innerhalb eines Datenstromes zusammen mit Webseiten, E-Mails und Paketdaten zum Empfänger. Dadurch kann es zeitweise zu hohen Schwankungen bei der Übertragungsqualität kommen.

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