Datum: | Tests 2015

Synology, DSM

Synology hat bereits vor einigen Wochen die neue Version 5.2 des Disk Station Managers, Betriebssystem und Weboberfläche für Synologys NAS-Systeme, veröffentlicht. Wir möchten die Neuerungen in dieser Vorstellung aber nochmals zusammenfassen.

DSM – Mehr als nur eine Firmware

Eine gute Hardware macht noch kein gutes NAS aus. Diese Erkenntnis haben wir in vielen NAS-Tests in der Redaktion schon machen müssen. Synology ragt aus der Masse der NAS-Hersteller dabei aber positiv heraus. Nicht nur, weil deren Produkte ein faires Preis-Leistungs-Verhältnis bieten, sondern weil der Hersteller mit dem Disk Station Manager (kurz DSM) ein Betriebssystem geschaffen hat, an dem sich andere Hersteller schon seit Jahren die Zähne ausbeißen.

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Mit dem DSM, welcher über den Browser per Remote bedient wird, fühlt man sich schnell heimisch, erinnert die Benutzerführung und Präsentation doch sehr an ein modernes Betriebssystem mit Taskleiste, verschiebbaren Fenstern und sogar einem Dateimanager, welcher lokale Laufwerke mit einbindet.

Disk Station Manager 5.2

Disk Station Manager 5.2

Stets aktuell

Synology passt sein DSM immer wieder an und ermöglicht auch Besitzern von älteren Systemen, in den Genuss der neuen Funktionen zu kommen. Der DSM 5.2 kann beispielsweise für Systeme bis zur 10er-Serie noch installiert werden. Kaum ein Hersteller bietet so lange Support für ältere Geräte.

Neuerungen

Neben vielen Detailverbesserungen und Bugfixes hat Synology auch einige Neuerungen eingebaut, welche sowohl Heimanwendung wie auch die Nutzung in größeren Netzwerken optimieren.

Note Station

Die Note Station, keine eigentliche Neuerung in Version 5.2, verwandelt das NAS in eine Wissens- und Infoablage, ähnlich wie Microsoft OneNote. Sie wurde mit Version 5.2 nochmals kräftig erweitert: Sie können in der Note Station alles an Informationen abspeichern, was Ihnen wichtig erscheint: Notizen, Reisepläne, Kochrezepte, Todo-Listen mit Priorität und Fälligkeit und vieles mehr. Die Inhalte lassen sich gruppieren und mit Tags für eine spätere Suche besser kennzeichnen. Gegenüber vielen anderen Cloud-Lösungen behalten Sie hier die Daten auf Ihrem System, können aber – sofern das NAS so eingerichtet wurde, dass es von außen auch für Sie erreichbar ist – jederzeit auf die Informationen zurückgreifen.

Wer bereits Evernote nutzt, kann die Daten zur Note Station importieren. Ein Importfilter für OneNote ist leider nicht verfügbar.

Notestation

Notestation

Ein Rich-Text-Editor mit Vorschau erleichtert die Eingabe der Informationen. Die Notizen können mit anderen DSM-Nutzern geteilt und es kann gemeinsam daran gearbeitet werden, z.B. bei familiären oder beruflichen Projekten, Todo-Listen etc.

Notizen müssen aber nicht zwingend direkt im DSM eingegeben werden. Mit Hilfe der mobilen App DS note können die Informationen auch auf einem Smartphone (mit Bild oder Sprachnotiz) oder Tablet erfasst und mit Note Station synchronisiert werden.

Notestation mobil

Notestation mobil

Für Google Chrome bietet Synology mit dem Web Clipper eine weitere Erweiterung im Zusammenspiel mit Note Station. Einmal installiert, kann jede Webseite mit nur einem Klick ausgeschnitten sowie mit Markierungen und Kommentaren versehen werden – und landet dann auch in der Note Station.

Web Clipper

Web Clipper

Cloud Station & Cloud Sync

Die beiden Bausteine Cloud Station & Cloud Sync wurden dahingehend überarbeitet, dass Cloud Station über intelligentes Polling verfügt und die Dateiversionierung für freigegebene Ordner anpassbarer wurde. Cloud Sync bietet jetzt auch die Option der Einweg-Synchronisierung, wodurch das Sichern von Daten auf einer öffentlichen Cloud wie z.B. Amazon Cloud Drive, Dropbox, Google Drive, Google Cloud Storage, Microsoft OneDrive oder umgekehrt erleichtert wird. Die Daten können dabei selbstverständlich verschlüsselt abgelegt werden.

Dateiverwaltung

FileStation, das Herzstück der Dateiverwaltung auf dem NAS, kann nun auch mit Cloud-Diensten wie Dropbox und Co. oder WebDAV verbunden werden. Damit kann der Remote-Speicher auch als örtliches Backup-Ziel mit dem vollen Komfort des DSM genutzt werden.

Filestation Clouddienste

Filestation Clouddienste

Für die gezielte Dateiwiederherstellung gibt es nun den File Version Browser, welcher bei mehreren Versionen die gezielte Auswahl der richtigen Datei ermöglicht.

File Version Browser

File Version Browser

Multimedia

Die mobilen Apps DS Video, DS Audio und DS Photo wurden erweitert und verbessert. Es wird nun auch Chromecast unterstützt und Fotos werden auch über diesen oder DLNA übertragen. Die Audio Station unterstützt nun auch Cue-Dateien. Auch Musik in den Formaten FLAC/APE, ALAC/AAC, OGG, AIFF kann von Audio Station transkodiert an DLNA-Player weitergegeben werden.

Weitere Neuerungen

  • Die Downloadstation bietet nun eine Vorschau von Videos und Fotos für Torrent-Downloads
  • Die Diskstation erlaubt nun die Ausführung von Docker-Containern direkt auf dem NAS. In solchen Containern befinden sich fertige, direkt startbare Anwendungen wie z.B. Plex, welche dann direkt im Kernel – aber isoliert – des DSM ausgeführt werden.

    Docker

    Docker Container

  • Die Unterstützung der SMB-3-Verschlüsselung ermöglicht es den Synology-NAS, die Dateiübertragungen auf Windows 8 und Windows Server 2012 zu sichern.
  • überarbeiteter SSD-Cache mit weniger RAM-Verbrauch
  • Für NAS mit mehreren Netzwerkanschlüssen neue Link-Aggregation-Betriebszustände: Balanced XOR und Adaptive Load Balancing

Eine Liste aller Detailverbesserungen findet sich z.B im Changelog für das DS415Play.

Live-Demo

Wie gewohnt, bietet Synology auch einen Live-Zugriff auf den aktuellen DSM, um sich im Vorfeld einen Eindruck von den Neuigkeiten und der Bedienbarkeit zu verschaffen.

Sie finden den Live-Zugang unter https://www.synology.com/de-de/dsm/5.2/live_demo

Woher

Sie können die neue Version direkt über die Aktualisierungsfunktion von DSM oder manuell bei Synology im Download-Zentrum herunterladen.

Grafiken: Synology

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