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Keine Vista- oder Win7-Wiederherstellungspunkte bei einem Dualboot mit früheren Windows-Versionen

Kurzinfo:

Dies geschieht, da XP die Punkte nicht richtig interpretieren kann und sie aus diesem Grund löscht

Plattform:

Win XP, Win XP x64, Win 2003, Win 2003 x64, Win Vista, Win Vista x64, Win 2008, Win 2008 x64, Windows 7, Windows 7 x64

Beschreibung:

Im Dual-Boot-Betrieb von Windows XP mit Windows Vista, Windows 7 oder Win 2008 verschwinden die Wiederherstellungspunkte ("System Restore Points") in Vista oder Windows 7, sobald man XP gebootet hat. Zusätzlich werden Schattenkopien, die in Windows Server 2003 erstellt wurden, verloren gehen.

Beispiel: Sie benutzen eine interne oder externe Festplatte zum Aufbewahren kompletter Backup-Files und greifen dann von Windows Server 2003 oder Windows XP auf die Partition zu. In diesem Szenario sind alle früheren Versionen der Backup-Files verloren. Nur die allerletzte Backupdatei bleibt erhalten.

Dieses Problem entsteht dadurch, dass der Volume-Snapshot-Driver, der in Windows Vista, Windows 7 und Windows Server 2008 enthalten ist, Plattenstrukturen benutzt, die mit früheren Windows-Versionen inkompatibel sind. Deswegen löschen die früheren Betriebssysteme die Windows Vista/7- oder Windows Server 2008-Schattenkopien zusammen mit den zugehörigen Wiederherstellungspunkten. Dieses Verhalten ergibt sich daraus, dass die früheren Windows-Betriebssysteme die neuen Plattenstrukturen nicht erkennen.

Unter Vista und Windows 7 werden Wiederherstellungspunkte auf eine andere Art und Weise erstellt und von früheren Windows-Versionen nicht mehr als solche erkannt. Wer über eine Dual-Boot-Konfiguration verfügt und eine frühere Windows-Version startet, verliert durch die frühere Version alle mit Windows_Vista oder Windows 7_erstellten Wiederherstellungspunkte. Sofern Vista/Win7 neu gestartet wird, wird wieder ein neuer Wiederherstellungspunkt erstellt.

Das Ausnehmen der "nicht-Vista/7-Partition" in der Systemwiederherstellung unter Windows XP bringt keine Abhilfe.

Um zu vermeiden, dass bei einer Dualboot-Konfiguration die Systemwiederherstellungspunkte gelöscht werden, sollte in der XP-Registry folgender Unterschlüssel erstellt werden (manuell, falls er nicht existiert):


HKEY_LOCAL_MACHINE\SYSTEM\MountedDevices\Offline



Wertname: \DosDevices\D:
Typ: REG_DWORD
Wert: 1

Als Beispiel haben wir für Windows Vista oder Windows 7 den Laufwerksbuchstaben D:\ genommen.



In dem Workaround-Beispiel von Microsoft wird davon ausgegangen, dass XP auf Laufwerk C:\ und als Beispiel Vista oder Windows 7 auf Laufwerk D:\ (oder einem anderen Laufwerksbuchstaben) installiert ist - aus_der_Sicht_von_Windows_XP.

Nach dem Registry-Workaround kann aber auf die Vista- oder Windows 7-Partition von Windows XP aus nicht mehr zugegriffen werden. Umgekehrt (von Vista/Win7 auf XP zugreifen) funktioniert das aber schon.

Dieser Workaround schützt die Wiederherstellungsfunktionen der explizit in der Registry von XP im Offline-Unterschlüssel angegebenen DosDevices.

Die Wiederherstellungspunkte "anderer" Laufwerke, die man der Systemwiederherstellung von Vista/7 hinzugefügt hat, werden weiterhin gelöscht.

Um das zu verhindern, müssen auch "diese" Laufwerke im Unterschlüssel


HKEY_LOCAL_MACHINE\SYSTEM\MountedDevices\Offline


eingetragen werden.

VORSICHT:
Wenn im Unterschlüssel "Offline" Windows XP (Beispiel: \DosDevices\C:) hinzugefügt wird bzw. der Laufwerksbuchstabe (in den meisten Fällen C:\) in "MountedDevices" gelöscht wird, lässt sich Windows XP nicht mehr starten!

Hier wird davon ausgegangen, dass Windows XP auf C:\ liegt.
Dieser Workaround kann nur unter der Voraussetzung angewendet werden, dass die Wiederherstellungspunkte in Windows XP und Vista/7 jeweils getrennt existieren, also keine "gemeinsamen" Wiederherstellungspunkte für "beide" Laufwerke vorhanden sind.

Windows XP-Ansicht



Windows Vista-Ansicht



Am einfachsten geht das alles über die Batch-Datei lwoffline.cmd,
die man sich hier runterladen kann. lwoffline.cmd (gezippt).
Nach dem Entpacken kann die lwoffline.cmd per Doppelklick geöffnet werden, ohne dass irgend etwas passiert.

Sie haben den Parameter "go" ohne "" nicht angegeben.
Der Registryeintrag wird nur simuliert.
NUR den Laufwerksbuchstaben eingeben [Großbuchstaben ohne Doppelpunkt]


Nachdem der Laufwerksbuchstabe eingegeben wurde, können Sie sich entscheiden, ob Sie für den Laufwerksbuchstaben 1 (Offline) oder 0 (Online) eintippen.





Hier wird davon ausgegangen, dass der Tipp gelesen wurde und der Vorgang in der Registry verstanden wurde.

Wer über Windows Vista oder Windows 7 Enterprise/Ultimate bzw. Windows Vista oder Windows 7 Enterprise/Ultimate verfügt, sollte das Festplattenverschlüsselungsprogramm BitLocker aktivieren, damit Windows XP nicht mehr auf Vista/7 zugreifen kann. Dementsprechend löscht XP dort auch keine Wiederherstellungspunkte mehr. Bitlocker kann ganze Partitionen und nicht nur einzelne Dateien verschlüsseln.

Offensichtlich gibt es aber auch Probleme, wenn gar kein Dual-Boot-Betrieb betrieben wird. Die üblichen Verdächtigen sind Virenscanner und Defragmentierungstools von Drittherstellern. Manche Defragmentierungstools verändern so viele Blöcke auf der Festplatte, dass der Funktion zum Anlegen von Schattenkopien der freie Speicherplatz zum Sichern der alten Kopien ausgeht. Die in Vista/7 integrierte Defragmentierung hat dieses Problem dagegen nicht. Die andere Quelle des Übels sind Virenscanner mit One-Pass-Scan. Dies bedeutet, der Virenscanner öffnet eine Datei im Schreibmodus, führt den Scan durch und setzt dann das Attribut wieder zurück. Die Journalfunktion des NTFS-Dateisystems registriert aber diese Schreiboperationen und veranlasst, eine Schattenkopie der beim Virenscan geöffneten Dateien anzulegen. Daher geht dem System schnell der Platz zur Sicherung von Schattenkopien aus und es können auch keine Wiederherstellungspunkte mehr angelegt werden.

Microsoft Hilfe & Support 926185

Tipp: BitLocker ohne TPM verwenden
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Eintragsdatum:

09.07.2008

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