Pinnacle Studio 12 Ultimate
Vorstellungen - Vorstellungen 2008
Sommerzeit – Urlaubszeit: Auch in diesem Jahr wurden sicher wieder Millionen von Filmminuten in DV- und HDV-Camcordern festgehalten. Für die Nachbearbeitung bietet der Markt eine Fülle von Schnittprogrammen, darunter auch Pinnacle Studio 12, dessen Vorgänger wir im vergangenen Jahr bereits ausführlich beleuchtet haben. Wir haben uns den 12er Release näher angeschaut und stellen die Neuerungen vor.
 

Pinnacle Studio, 3 Editionen

Pinnacle Studio wird – wie bisher – in 3 verschiedenen Editionen mit unterschiedlichem Funktionsumfang angeboten:

Die Standard-Edition bietet bereits vielfältige Möglichkeiten, hunderte von Bild- und Schnitteffekten, Authoring als DVD usw. Allerdings kann erst die Plus-Edition auch mit HDV- und AVCHD-Filmmaterial umgehen und bietet mit der Overlay-Videospur Funktionen wie „Bild in Bild“ und erweitertes Compositing mit dem neuen „Montage-Werkzeug“. Die Plus-Edition beherrscht zudem Blu-Ray-Authoring incl. Menüerstellung. Die teuerste Variante „Ultimate“ umfasst alle Funktionen der Plus-Edition. Zusätzlich legt Pinnacle noch Boris Graffiti als hochwertigen Titeleditor, ProDAD Vitascene und Magic Bullet Looks für Film- und Übergangseffekte bei. Für Chroma-Key-Effekte liegt der Ultimate-Edition auch noch ein „grünes Tuch“ bei.

Käufer einer der „kleineren“ Editionen können gegen Bezahlung die fehlenden Funktionen aus dem Programm heraus freischalten. Zudem bietet Pinnacle auf diesem Wege online neue Effekte und Filter zum Kauf.

Für unsere Vorstellung haben wir die Ultimate-Edition verwendet.

Input in SDV, HDV, analog

Camcorder mit HD-Auflösung sind zwischenzeitlich in erschwinglichen Preisregionen angelangt und mit AVCHD als Standard für Videoformat mit MPEG-4 AVC komprimiert kommen die meisten HD-fähigen Schnittprogramme zurecht, wie auch Pinnacle Studio 12 in der Plus- und Ultimate-Edition. Damit kann das Programm neben analogem und digitalem Bildmaterial in SDV auch HD-Material bearbeiten. Werden die verschiedenen Formate in einem Projekt gemischt, können die SDV-Materialien auf HD hochgerechnet werden.

Natürlich steigen mit Verwendung von HD-Material auch die Anforderungen an den PC für den Videoschnitt. Dank schneller Festplatten und DualCore-CPUs arbeitet man mit HD-Material zwischenzeitlich aber wesentlich angenehmer, als dies noch vor 1 bis 2 Jahren der Fall war. Die aufwendigen Rendervorgänge für Effekte und Filter führt Pinnacle Studio 12 im Hintergrund aus, so dass die Vorschau möglichlist ruckelfrei einen Eindruck vom Endergebnis bietet. Die ressourcensparende Quarterframe-Vorschau kann in den Setupeinstellungen auch auf die volle Auflösung umgeschaltet werden, benötigt dann aber für eine flüssige Darstellung entsprechend potente Hardware.

Neben Videomaterial kann auch Bildmaterial für Diashows oder PiP-Funktionen für die Overlay-Spur etc. eingebunden werden. Als neue Formate werden hier nun PSD- und GIF-Dateien unterstützt. Hintergrundmusik und Geräusche kann Studio 12 nun auch im AC3-Format importieren, zumal die Ultimate-Edition auch Dolby Digital 5.1 unterstützt.

Altbekannte Benutzeroberfläche

An der bisher bewährten Benutzeroberfläche hat Pinnacle nichts geändert. Die Software, welche nun vollständig kompatibel mit Windows Vista zertifiziert wurde, gliedert sich selbst in drei Arbeitsbereiche: Aufnahme, Bearbeiten und Film erstellen. Der Wechsel zwischen den drei Programmteilen nimmt nach wie vor etwas Zeit in Anspruch, hat sich gegenüber der Version 11 aber wesentlich verkürzt, was auch für die Ladezeiten des Hauptprogramms selbst gilt.

Der Aufnahmebereich steuert die Aufnahme von analogen und digitalen Videoquellen. DV-Kameras lassen sich bequem aus der Software heraus steuern. Für analoge Quellen wie Webcams oder Videobänder bietet Pinnacle Studio Anpassungsmöglichkeiten, welche die Video- und Audiopegel der Quelle beeinflussen. Als weitere Quellen können Video-DVDs sowie sonstige Medien importiert werden, welche dann in das Album für den Bereich „Bearbeiten“ übernommen werden.

Bewährte Oberfläche
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Im Abschnitt „Bearbeiten“ finden sich im oberen Bereich links die zuvor importieren Medieninhalte (Video, Ton, Bilder), rechts ist die Vorschau und darunter über den gesamten Bildschirm die Timeline. Das Videovorschaufenster kann auf Breitbildschirmen über einen Schieberegler in der Größe angepasst werden.

Schnitt, Effekte, Übergänge

Zu den großen Stärken von Pinnacle Studio zählt ohne Zweifel die einfache Handhabung für Schnitt, Übergänge und Effekte. Einsteiger und Umsteiger finden mit dem neuen Flash-Lernprogramm, einem Demovideo und Demoprojekt mehrere Möglichkeiten, sich mit den Funktionen und der Arbeitsweise des Programms vertraut zu machen.

Für die grundlegenden Funktionen verweisen wird auf die Vorstellung der Version 11.

Auf der Timeline können nun beliebige Marker gesetzt werden. Die Marker lassen sich benennen und später wieder einfach anspringen. Fügt man vor einem erstellten Marker einen weiteren ein, passt Pinnacle Studio automatisch die Nummerierung der Marker an, behält die individuellen Bezeichnungen aber bei.

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Marker auf der Timeline
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Ganz rechts in der Timeline informiert ein Audiometer über den Gesamtpegel der Audiospuren und bietet einen Schnellzugriff auf die Lautstärke-Toolbox von Pinnacle Studio. Hier findet sich neuerdings eine Möglichkeit mit dem Schieberegler „Masterlautstärkekontrolle“ die Gesamtlautstärke aller Tonspuren zu beeinflussen, ohne dass dies Auswirkungen auf die Abmischung der Einzelspuren hat.

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Masterlautstärke und Pegelansicht auf der Timeline
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Effekte für Videos und Bilder fügt man einfach über den Effektfilter hinzu. Bereits in der Standard-Edition ist die Auswahl an Effekten ausreichend, sie wird in der Plus-Edition aber nochmals um ein weiteres Filterpaket ergänzt. Alle Studio-Effekte können mithilfe von Keyframes über einen bestimmten Zeitraum animiert werden, z.B. per Pan und Zoom in ein Bild oder eine Szene hinein.

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Keyframes für Effekte
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Käufer der Ultimate-Edition erhalten neben den Effekten der Plus-Version die Boris Graffiti als Editor für Titelanimationen, Magic Bullets Looks zur Stilveränderung des Videomaterials und ProDAD Vitascene als weiteren Effekt- und Übergangsfilter in speziellen SE-Editionen dazu.

Mit dem neuen Materialreferenztool kann der Anwender schnell herausfinden, wo sich ein Clip vom Album in der Timeline befindet. Auch der umgekehrte Weg ist möglich, so dass Studio in den Clip im Album springt.

Pinnacle Montage

Ein neues Feature in Pinnacle Studio 12 ist das “Montage”-Werkzeug. Dem Anwender stehen hier 11 Videothemen zur Verfügung, welche jeweils verschiedene Vorlagen für Eröffnungen, Übergänge und Endsequenzen mitbringen. Ohne großen Aufwand gelingen so z.B. animierte Videoleinwände, in denen der gewünschte Clip bereits läuft, während die Kamera das Video langsam in den Focus rückt und dann hineinzoomt. Jede Vorlage eines Themas stellt eine Video- oder Grafiksequenz dar, auf der Leerbereiche mit Video- oder Bildmaterial per Drag and Drop befüllt werden können. Die fertige Montage wird dabei wie ein Videoclip behandelt, kann auf der Timeline also verschoben oder entsprechend geschnitten oder verlängert werden.

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Stile der Montagethemen


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Vorlagen der einzelnen Stile

Wem die 11 Themen nicht gefallen, der hat derzeit leider Pech. Man kann weder eigene erstellen noch aktuell bei Pinnacle weitere kostenpflichtig erwerben.

Vielfältige Ausgabemöglichkeiten

Bereits in den Vorversionen bot Pinnacle Studio eine Fülle von Ausgabeformaten wie AVI, MPEG 1+2, MPEG4-AVC, Windows Media, DivX, 3GP oder RealMedia als Datei an. Für jede Ausgabeart kann die Qualität anhand von 3 Presets oder benutzerdefiniert festgelegt werden.

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Ausgabemöglichkeiten
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Speziell für die Videoportale YouTube und Yahoo!-Video bietet das Programm eine spezielle Uploadfunktion. Die Videos lassen sich aber auch ohne die Portale als Flash-Video in verschiedenen Qualitätsstufen und so mit dem kostenlosen Webplayer auch auf eigenen Webseiten einbinden.

Soll das Videomaterial den Weg auf eine CD/DVD finden, bietet Pinnacle Studio mit dem Menüeditor ebenfalls viel kreativen Spielraum. Das Menü für den Datenträger speichert Pinnacle Studio ebenfalls in der Timeline ab.

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Menüvorlagen
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Kapiteleditor
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Neu ist in Version 12 die Unterstützung von Blu-Ray als Ausgabemedium incl. animierter Hintergrundmenüs. Wer über keinen Blu-Ray-Brenner verfügt, kann alternativ auch AVCHDs erstellen. Hierbei handelt es sich um HD-Videomaterial auf herkömmlichen DVD-Medien. Solche Scheiben spielen die meisten Blu-Ray-Player wie auch Softwareplayer (WinDVD bzw. PowerDVD) und natürlich die Playstation 3 problemlos ab. Für komplette Filme reicht eine DVD als Speichermedium dann natürlich nicht aus, einen Kurzfilm fasst aber selbst eine DVD.

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BluRay-Erstellung
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Fazit

Pinnacle Studio ist und bleibt eine leistungsfähige Videoschnittsoftware, welche sich dank der vielen Vorlagen und einfachen Bedienung nicht nur an Einsteiger richtet, sondern mit seinen unzähligen Möglichkeiten, Effekten und Überblendeffekten auch den ambitionierten Hobby-Regisseur anspricht. Die Version 12 bietet allerdings nur kleine Detailverbesserungen. Die Montage-Funktion ist nett, aber sicherlich kein zwingender Kaufgrund. Wer dagegen eine HD-Schnittlösung sucht, kommt um ein Update auf Version 12 eigentlich nicht herum. Schade nur, dass Pinnacle Studio nach wie vor nur 2 Videospuren bietet, was professionelle Anwender unnötig einschränkt.

 

Pinnacle Studio 12 Ultimate

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Hersteller: Pinnacle
Produkt:   Studio 12 Ultimate
Preis:   Ca. 120 Euro
System:   WinXP, WinVista
Positiv:   Volle HD-Unterstützung, einfache Bedienung, Effektfeuerwerk, viele Ausgabemöglichkeiten
Negativ:   geringe Vorlagenanzahl für Montagethemen, nur 2 Videospuren

PCDMicha, 04.09.2008

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