Datum: | Artikel 2016, WT-News

Windows 7 SP2

Nachdem Microsoft nach langer Wartezeit mit dem „Benutzerfreundlichen Rollup Update für Windows 7 SP1 und Windows Server 2008 R2 SP1“ quasi ein Service Pack 2 herausgebracht hat, beschreiben wir in dem folgenden Artikel, wie man dieses Update in den Installationsdatenträger von Windows 7 direkt einbindet und so nach einer Neuinstallation von Windows 7 das Update nicht erst von Hand nachinstallieren muss.

Was wir benötigen

Für unsere neue „Service Pack 2“-DVD benötigen wir mehrere Dinge vorab.

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  • Hauptordner
    Legen Sie auf der Festplatte zunächst einen Hauptordner für das Projekt an, in unserem Beispiel auf f:win7
  • Installationsdatenträger von Windows 7
    Kopieren Sie den Inhalt des Installationsdatenträgers von Windows 7 in einen Unterordner des Hauptordners, in unserem Beispiel f:win7sp1x64Wenn Sie diesen nicht zur Hand haben, können Sie den Installationsdatenträger unter Angabe eines gültigen Product Keys auch bei Microsoft herunterladen.
  • Arbeitsordner
    Erstellen Sie unter dem Hauptordner einen weiteren Ordner als Arbeitsordner, in unserem Beispiel f:win7work
  • Updateordner
    Erstellen Sie unter dem Hauptordner einen Ordner für die zwei Updates, in unserem Beispiel nennen wir den Ordner f:win7updates.

Die Struktur sollte dann wie folgt aussehen:

Ordnerstruktur

Ordnerstruktur

Nachtrag 02/17

Seit dem erstem Rollup-Update vom April 2016, lieferte Microsoft weitere aus, im Updateverlauf für Windows 7 SP1 und Windows Server 2008 R2 SP1 eingesehen werden können. Zudem wurde auch das Service Stack Update zwischenzeitlich überarbeitet.. Sie können den Installationsdatenträger daher jeweils aktuell anpassen.

Dism in Aktion

Hinweis: Die folgenden Pfadangaben beziehen sich auf unsere zuvor beschriebene Ordnerstruktur, müssen also bei Ihnen eventuell angepasst werden. Grundlage ist bei uns daher „f:win7“ mit seinen Unterordnern.

Im nächsten Schritt muss die Eingabeaufforderung als Administrator ausgeführt werden.

Dort geben Sie dann den Befehl

Dism /Get-WIMInfo /WimFile:f:win7sp1x64sourcesinstall.wim

ein.

Die Kommandozeile zeigt dann alle Images an, welche in dem Installationsdatenträger enthalten sind.

dism1

DISM, Images anzeigen lassen

Wenn Sie einen normalen Installationsdateträger verwenden, sollte nur ein Eintrag erscheinen. In unserem Beispiel haben wir aber eine „All in One“-Variante in Benutzung, welche alle Edition von Windows 7 in jeweils 64-Bit-Fassung enthält, wie es unser Artikel Universal-Windows-7-Installations-DVD erstellen beschreibt.

Wenn Sie nur einen Eintrag haben (unter Index 1), merken Sie sich den Eintrag unter „Name“.

Wenn Sie dagegen eine „AIO“-Variante mit mehreren Images verwenden, müssen Sie die folgenden Schritte für jede im Index aufgeführte Edition von Windows 7 wiederholen. Für unser Beispiel aktualisieren wir zunächst den Eintrag „3“ Windows 7 Professional.

1. Image mounten

Mit dem Befehl

Dism /Mount-WIM /WimFile:f:win7sp1x64sourcesinstall.wim /Name:"Windows 7 PROFESSIONAL" /MountDir:f:win7work

wird das Image (in unserem Beispiel „Windows 7 PROFESSIONAL“) in den Arbeitsordner geladen.

dism2_2

Image mounten

2. KB3020369 einbinden

Im zweiten Schritt muss nun vorab das Update KB3020369, welches wir unter „Updates“ bereits abgespeichert haben, in das Image eingebunden werden. Hierzu verwenden wir den Befehl

Für x86:

Dism /Image:f:win7work /Add-Package /PackagePath:f:win7updatesWindows6.1-KB3020369-x86.msu

Für x64:

Dism /Image:f:win7work /Add-Package /PackagePath:f:win7updatesWindows6.1-KB3020369-x64.msu
KB3020369 einbinden

KB3020369 einbinden

3. Integration des „Service Pack 2“ KB3125574

Im dritten Schritt wird das „Benutzerfreundliche Rollup Update“ KB3125574, welches zuvor heruntergeladen und im Ordner Updates gespeichert wurde, in das Image eingebunden.

Der Befehl dazu lautet

X86

Dism /Image:f:win7work /Add-Package /PackagePath:f:win7updates windows6.1-kb3125574-v4-x86_ba1ff5537312561795cc04db0b02fbb0a74b2cbd.msu

X64

Dism /Image:f:win7work /Add-Package /PackagePath:f:win7updateswindows6.1-kb3125574-v4-x64_2dafb1d203c8964239af3048b5dd4b1264cd93b9.msu

Eventuell benennt Microsoft die Updates auch noch um, dann muss auch der Name im Befehl angepasst werden.

KB3125574 einbinden

4. Image unmounten

Das unter Punkt 2 eingeladene Image muss nun wieder zurückgeschrieben werden. Der Befehl dazu lautet:

Dism /Unmount-WIM /MountDir:f:win7work /Commit
Unmount

Unmount

Weitere Abbilder?

Wer nun – wie unter Punkt 1 beschrieben – weitere Abbilder in dem Installationsdatenträger hat, kann diese auf die gleiche Weise auch aktualisieren, also Schritt 1 bis 4 für die anderen Abbilddateien, ausgewählt unter Punkt 1 mit dem Namen, ausführen. Der Vorgang ist etwas zäh, die Dateigröße wächst aber nicht an, da die Dateien nicht pro Abbild, sondern nur einmal gespeichert werden.

Weitere Abbilder

Weitere Abbilder

ISO erstellen

Im letzten Schritt geht es nun an die Erstellung einer neuen ISO-Datei. Dafür ist das Tool oscdimg notwendig, welches Teil von Windows Automated Installation Kit (WAIK) bzw. Windows Assessment and Deployment Kit (Windows ADK) ist. Sie müssen das Tool für das Windows herunterladen, unter welchem Sie die ISO-Datei erstellen. Wir arbeiten für diesen Artikel unter Windows 10, brauchen daher das ADK für Windows 10:

WAIK für Windows 7
WAIK für Windows 8
Windows ADK für Windows 8.1
Windows ADK für Windows 10

Sie brauchen jeweils nur die Bereitstellungstools zu installieren.

ADK für Windows 10

ADK für Windows 10

Nach der Installation finden Sie im Startmenü einen neuen Eintrag „Windows Kits“ und dort die „Umgebung für Bereitstellungs- und Imageerstellungstools“. Starten Sie über das Kontextmenü den Eintrag als Administrator.

ADK als Adminstrator

Umgebung als Admin starten

Geben Sie dort dann den folgenden Befehl ein, wobei Pfade wie immer anzupassen sind, f:Windows7x64sp2.iso hier Ausgabepfad und -datei ist.

oscdimg -m -u2 -bf:win7sp1x64bootetfsboot.com f:win7sp1x64 f:Windows7x64sp2.iso
oscdimg

oscdimg

Die fertige ISO finden Sie dann in dem u.a. Verzeichnis und können diese auf DVD brennen oder z.B. mit dem Windows USB/DVD Download Tool auf einen USB-Stick packen. Die Vorgehensweise haben wir in unserem Artikel “Bootfähigen USB-Stick als Installationsmedium für Windows erstellen“ beschrieben.

11 Antworten auf “Windows-7-Installationsdatenträger mit integriertem „Service Pack 2“ erstellen”

  1. Hardy

    Mir kommt der Dism Befehl zum Einbindes des Updatepacks 2 eigenartig vor,kann es sein,das etwas verwechselt wurde,denn das x64 Servicepack bei der x86 Version einzubinden?Das hier steht oben bei x86
    Dism /Image:f:\win7\work /Add-Package /PackagePath:f:\win7\updates\windows6.1-kb3125574-v4-x64_2dafb1d203c8964239af3048b5dd4b1264cd93b9.msu

  2. Rasit Bülbül

    Klasse Seite bleibe Dran! Seit 2008 bin angemeldet bei WinTotal und nie bereuet!
    Danke

  3. Rasit Bülbül

    Sorry aber, Warum gibt es hier wie Wikipedia- PDF erstellen oder Drucken Knop? Es wäre schön wenn ich diesen Beitrag ausdrucken in meinem Archive ablegen könnte. Tue es bitte Admin. Danke im Voraus.

  4. Steffen Hartmann

    Im letzten schritt habe ich Probleme…es kommt eine Fehlermeldung: Fehler =xc1420117 Die Bereitstellung des Verzeichnisses konnte nicht vollständig aufgehoben werden

  5. PCDMicha

    Laut Google kann der Fehler damit behoben werden, dass man das DISM aus dem WAIK verwendet, welches sich in aller Regel unter C:\Program Files\Windows AIK\Tools\amd64\Servicing befindet. Von dort aus muss man in der Kommandozeile das dism starten oder dieses mit dem in C:\Windows\System32 ersetzen. Hilft das?

  6. Daniel

    Hi,
    nachdem ich mir ein solches Installationsmedium gemacht hatte, wurden noch ca. 70 updates abgerufen. Nicht schlecht, aber da ich win7 noch öfter installieren muss/möchte, wäre es cool, das alles zu integrieren. Also hab ich Mal die Liste runtergeladen – extrem viel Aufwand, aber wenn es wirkt. Leider bleib ich bei 2/3 Dingen hängen:
    *Update Internet Explorer 11 – gibt es nicht als MSU
    *Microsoft Windows German Hyphenation package
    *das selbe in english
    keine KB-Nummer angegeben und ich finde das Zeug einfach nicht (spelling check hat auch keine Nummer, aber das lässt sich finden). Lassen sich auch exe-files integrieren? Oder Cab? Wie finde ich das Zeug?
    Wenn ich richtig verstehe, ist die Reihenfolge der integration entscheidend – leider kommen die 3 Packete recht früh, wenn ich die nicht integriert bekomme, vermute ich, dass irgendwas später scheitert? BTW: kann ich davon ausgehen, dass das System dieses scheitern vorhersieht und bei der Integration abbricht oder kann ggf. die Installation einfach kacke sein?

    Grüße

  7. PCDMicha

    Von den Rollup-Pakten gibt es in Abständen immer neue Versionen, welche sich unter dem Link Updateverlauf für Windows 7 SP1 und Windows Server 2008 R2 SP1 finden und können (Dateiname etc. angepasst) statt dem Rollup-Pack im Artikel verwendet werden. Es beinhaltet aber immer nur kritische Systemupdates und nicht für andere Komponenten, darunter auch den IE11 etc. Ich würde daher diese lieber nicht direkt mit in die Installation einbinden.

  8. Daniel

    Hallo,
    das verstehe ich ehrlich gesagt nicht. Was spricht denn dagegen, all das in die Installation mit rein zu nehmen, was nach der installation vom Rechner über winupdate hinzu gefügt wurde?

    Ich hatte mir das so gedacht, dass ich auf dem Rechner die Ordnerstruktur so lasse, wie oben beschrieben und dann die Updates immer Mal wieder mit einpflege. Um dann den Rechner neu aufzusetzen oder einen anderen Rechner neu zu installieren brauche ich dann nur einen bootfähigen Stick erstellen und muss danach kein einziges Update mehr installieren.
    Wo wäre der Nachteil?

    Grüße

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