Datum: | Artikel 2010

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Von Windows 7 existieren bis zu 5 verschiedene Editionen und diese auch in 32- und 64-Bit-Version. Wäre es da nicht ungemein praktisch, eine Installations-DVD zu erstellen, welche alle Editionen zusammenfasst und beim Installieren dem Anwender (den entsprechenden Lizenzkey vorausgesetzt) die Wahl lässt, welche er gerade installieren möchte? Wir zeigen, wie es geht.

Nachtrag: 15.06.2012

Mit dem WinAIO Maker Professional kann man alle Vorgänge unter einer komfortablen Oberfläche vornehmen.

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Viele Editionen, eine Quelle

Die Installationsmedien von Windows 7 unterscheiden sich trotz der unterschiedlichen Editionen grundsätzlich nicht voneinander (Ausnahme die Enterprise-Edition, welche im Handel aber nicht verfügbar ist). In der Datei install.wim im Ordner Sources der Installations-DVD finden sich alle Dateien, welche für die verschiedenen Editionen notwendig sind. Darin enthalten sind auch Installationsscripte, welche Dateien aus der install.wim je nach Windows-7-Edition benötigt werden.

Der Trick mit dem Ei

Welche Edition der Anwender zur Installation angeboten bekommt, regelt die Datei ei.cfg, welche sich ebenfalls im Ordner Sources befindet. Löscht man diese Datei und erstellt danach eine neue Windows-7-Installations-DVD, hat der Anwender alle Editionen einer Bitversion zur Auswahl.

Ergänzung 29.12.2011: Zwischenzeitlich gibt es auch das Tool ei.cfg Removal Utility, welches die nachfolgende Schritte zur Löschung der ei.cfg entbehrlich machen.

Vorgehensweise

    1. Erstellen Sie zunächst einen Ordner auf Ihrem System, hier z.B. AIO (für All-in-One) und darin einen Unterordner (hier z.B. DVD).
    2. Kopieren Sie nun den gesamten Inhalt der Installations-DVD von Windows 7 in den zuvor erstellten Unterordner DVD. Beachten Sie hierbei, dass Sie auch die versteckten und Systemdateien mitkopieren (siehe auch Tipp Registerkarte „Ansicht“ im Explorer).
    3. Löschen Sie die Datei ei.cfg aus dem Ordner Sources auf der Festplatte (im Ordner DVD).

ei.cfg löschen

 

  • Starten Sie ein Brennprogramm wie z.B. Nero Burning ROM oder ImgBurn, welches auch bootfähige Medien brennen kann, und wählen Sie diese Option mit folgenden Einstellungen:
    – Als Bootimage verwenden Sie die Datei etfsboot.com aus dem Ordner DVD\Boot\.
    – Keine Emulation
    – Anzahl der zu ladenden Sektoren 8
    – Dateisystem ISO9660+UDF (oder nur UDF), wobei ISO9660+JOLIET auch geht.
    – ;1‘Dateiversionserweiterung nicht schreiben aktivieren (bzw. ;1‘ Versionsnummer nicht hinzufügen bei ImgBurn)

BootDVD erstellen

BootDVD erstellen

 Ziehen Sie alle Daten aus dem Ordner „DVD““ in das Fenster für den Inhalt zum Brennen.

Als Ergebnis erhalten Sie eine DVD, welche alle Editionen der verwendeten Bitversion umfasst.
Bei der folgenden Installation haben Sie dann die Wahl, welche Edition installiert werden soll. Dies erspart Ihnen aber nicht, den richtigen Lizenzschlüssel zu besitzen.

Erweiterte Integration mit 64 Bit

Der oben beschriebene Weg funktioniert sowohl mit der 32-Bit- als auch mit der 64-Bit-DVD von Windows 7. Es ist mit etwas Handarbeit aber möglich, beide Bit-Versionen miteinander zu verheiraten, sofern man beide Installationsdatenträger zur Hand hat. Der Trick besteht darin, dass man die Kataloge in der Datei install.wim einfach um die für die 64-Bit-Version fehlenden Dateien ergänzt.

Hierzu werden allerdings weitere Tools benötigt.

Käufer der System-Builder-Version von Windows 7 finden in der Verpackung neben dem Installations-Datenträger noch einen Datenträger mit der Beschriftung „OEM Preinstallation Kit“ (kurz OPK), welcher nun benötigt wird. Installieren Sie den Inhalt dieses Datenträgers.

Alternativ können Sie sich auch das Windows Automated Installation Kit (WAIK) für Windows 7 herunterladen, die ISO-Datei auf einen Datenträger brennen oder virtuell in das System einbinden und dann installieren (siehe Tipp: Wie man ISO-Dateien brennt). Installieren Sie nur das Windows AIK-Setup, alles andere brauchen Sie nicht.

Nur das Windows AIK installieren

Blick in die install.wim

Nach der Installation eines der beiden Kits müssen Sie den anderen Installationsdatenträger (in diesem Fall 64-Bit) von Windows einlegen, welcher mit dem zuvor auf die Festplatte kopierten Datenträger verbunden werden soll.

Wechseln Sie in das Verzeichnis des OPK bzw. WAIK-Tools und starten Sie von dort das Tool imagex über die Kommandozeile mit der Angabe des Parameters, unter dem sich die install.wim befindet, welche zur Analyse geöffnet werden soll. In unserem Beispiel lautet die volle Syntax dann imagex /info z:\source\sinstall.wim (wobei Z: hier der Pfad zur 64-Bit-DVD ist, welche in die bereits auf der Festplatte im Ordner AIO\DVD befindliche Installations-DVD integriert werden soll).

Als Ergebnis erhalten Sie eine längere Auflistung aller Images, welche sich in der install.wim befinden.

ImageX: Blick in die install.wim

Jedes Image hat eine Index-Nummer sowie einen Namen. Bei Windows 7 32-Bit gibt es 5 Images (Starter, Home Basic, Home Premium, Professional, Ultimate), während die 64-Bit-Variante nur 4 Images kennt (Home Basic, Home Premium, Professional, Ultimate).

Möchte man nun das Image 1 (hier Home Basic) der 64-Bit-Variante in das bereits auf der Festplatte befindliche 32-Bit-Installationsmedium aufnehmen, gibt man den folgenden Befehl ein:

Imagex /export z:\Sources\install.wim 1 d:\aio\dvd\sources\install.wim „Windows Home Basic x64“

imagex Befehl

Die erste Pfadangabe beschreibt den Pfad zur install.wim der Installations-DVD, während der 2. Pfad die bereits auf der Festplatte befindliche install.wim bezeichnet, welche um das Image 1 von der 64-Bit-DVD erweitert werden soll. Die Bezeichnung „Windows Home Basic x64“ ist hier beliebig und erscheint später in der Auswahl der zur Verfügung stehenden Editionen.

Verfahren Sie analog mit den weiteren Images (2-4), welche ebenfalls in den Installationsdatenträger aufgenommen werden sollen.

Während die Erweiterung um das erste 64-Bit-Image mitunter einige Minuten in Anspruch nimmt, geht der Vorgang für die folgenden Images in wenigen Sekunden, da die für die Installation notwendigen Dateien dann bereits in der install.wim vorhanden sind. Übrigens wächst ein 32-Bit-Datenträger nicht um die Größe des 64-Bit-Datenträgers an, da viele Dateien der 64-Bit-Edition bereits in der 32-Bit-Variante enthalten sind. Die install.wim führt aber jede Datei nur einmal, so dass ein Installationsdatenträger für alle 32- und 64-Bit-Varianten etwa 4 GB Speicherplatz umfasst.

Neues ISO anlegen

Sind alle Images aufgenommen, muss man ein weiteres Tool des OPK bzw. WAIK bemühen: OSCDIMG.

Dieser Befehl erstellt mit weiteren Parametern eine fertige ISO-Datei, welche dann auf DVD gebrannt werden kann.

Für unseren Fall lautet die komplette Syntax:

Oscdimg /b“d:\aio\dvd\boot\etfsboot.com“ /h /lWin7AIO /u2 /o d:\aio\dvd d:\aio\win7aio.iso

Image erstellen

Mit dem Parameter b und dem folgenden Pfad (fehlendes Leerzeichen beachten!) wird der Bootsektor für die spätere DVD in das ISO eingebunden; h berücksichtigt auch versteckte Dateien, l gibt den Datenträgernamen an (fehlendes Leerzeichen beachten!), u2 das UDF-Dateisystem und o entfernt doppelte Dateien aus dem Abbild. Danach folgt der Pfad zu den Quelldaten und zuletzt der Ausgabepfad für die spätere ISO-Datei.

Die fertige ISO-Datei kann dann mit jedem üblichen Brennprogramm auf eine DVD gebrannt werden (siehe Tipp: Wie man ISO-Dateien brennt).

Ergebnis

Der Lohn ist nun ein Installations-Datenträger, welcher sowohl die 32- als auch 64-Bit-Versionen der im Handel erhältlichen Windows 7-Editionen beinhaltet, kurzum ein universeller Installations-Datenträger.

All-in-One-DVD

Natürlich können Sie einen Installationskey für beispielsweise die Home Premium nicht für die Professional nutzen, wohl aber für einen Wechsel von 32- zu 64-Bit, da die Keys nicht an die Bitversion gebunden sind.

Weiterführende Links

15 Antworten auf “Universal-Windows-7-Installations-DVD erstellen”

  1. George

    ich habe mir vor ein Jahr 5 Windows 7 CD’S gekauft falls es irgendwann kein Windows mehr gibt.
    Würde es euch auch raten 😉

  2. R.Fall

    was soll ich tun,wenn auf mein win 7 ultimate kein „ei.cfg“ enthält?

  3. roman

    Bei mir hatt es super funkzuniert jedoch nur auf cd, kann mann das ganze auch auf irgend eine art auf einen usb stick bringen, da scheitert das ganze

  4. PCDPan_Fee

    hi roman, hast du den Nachtrag: 15.06.2012 ganz oben gelesen? Dort steht: „Mit dem WinAIO Maker Professional kann man alle Vorgänge unter einer komfortablen Oberfläche vornehmen„. Und da steht wiederum:
    Zum Erstellen müssen Sie die jeweiligen „install.wim“-Dateien der Installations-DVDs angeben und können dann Images hinzufügen oder entfernen, eine neue Multi-DVD erstellen (AutoAIO) oder einen Setup-Stick „WinToUSB“ anlegen lassen

  5. Markus Michael Renner

    Zum Erstellen einer WIN DVD kann man auch das MS Tool zum erstellen von WIN7 Sticks nutzen (das braucht nur die ISO Datei, hier sollte mann die angepasste ISO Datei nutzen) und erstellt dann einen Win7 Install Stick

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