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Mit Videoeditoren verhält es sich für viele Anwender wie mit modernen Brenn-Suites. Viele der Features braucht man als Gelegenheitsnutzer eigentlich gar nicht. Movavi bietet mit dem Video Editor 6 ein interessantes Produkt, welches genau auf diese Zielgruppe zugeschnitten sein könnte.

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Features in Hülle und Fülle

Alle Hersteller von Videoeditoren stehen in einem ständigen Wettstreit, wer die meisten Spuren, Filter, Blenden und sonstigen Features bietet. Für PowerUser und Videofans mag das passend sein, der Gelegenheitsnutzer sucht aber vielleicht nur eine Möglichkeit, seine Filmschnipsel ansprechend zu einem Film zu kombinieren, ohne sich wochenlang mit der Bedienung des Produkts auseinanderzusetzen.

Movavi Video Editor 6 könnte diese Wünsche vielleicht befriedigen. Die als Download nur knapp 56 MB große und günstige Software macht zumindest von den Features her bereits einen guten Eindruck:

  • Import aller gängigen Videoformate, auch HD
  • Aufzeichnung von verschiedenen Eingangsquellen wie Videocam, VHS-Rekorder oder DV-  bzw. AVCHD-Kameras
  • Screencapture
  • klassischer Editor mit Timeline und Video-, Titel- und Audiospuren
  • mehr als 20 automatische und anpassbare Filter, welche sich auch kombinieren lassen
  • 23 Videoübergänge
  • BiB-Funktion
  • sehr viele Ausgabeformate als Datei, CD oder DVD sowie angepasste Profile für über 180 Geräte wie Pod, iPhone, Apple TV, PSP, Zune, PDA/Pocket PC (inkl. BlackBerry), Creative Zen, Archos, Epson media players, Handys, Smartphones usw.

Import von Medien

Movavi Video Editor bietet eine große Auswahl an Möglichkeiten, wie das Videomaterial in die Anwendung kommt.

Zum einen kann eine Vielzahl von Dateiformaten direkt verarbeitet werden: AVI (inkl. DivX, XviD, MJPEG und andere Codec), DV AVI, MPEG 1,2, MP4 (inkl. H.263, H.264 und andere Codecs), Windows Media Video (WMV, ASF), 3GP (3GPP, 3GPP2), QuickTime (MOV, QT), DVD (VOB, IFO), MOD, DAT (VCD, SVCD), M2T, MTS, MKV, VRO, Flash (FLV).

Auch Videomaterial von Camcordern DV oder ACVHD kann direkt importiert werden. Eine automatische Szenenerkennung teilt auf Wunsch große DV-Dateien in kleine Szenen für die Medienansicht auf. Wer über Webcam, Videoeingang oder TV-Karte/Stick verfügt, kann auch diese Geräte als Quelle wählen und für Aufnahmen nutzen.

Movavi Video Editor 6 Aufnahme

Movavi Video Editor 6 Aufnahme

Lässt sich die Quelle nicht direkt ansprechen, kann die letzte Funktion "Screencast aufnehmen" den Anwender retten. Diese filmt das Videomaterial direkt vom Ausgabefenster auf dem Desktop.

Bekannte Oberfläche

Beim Design hat sich der Hersteller an den Vorgaben anderer Produkte orientiert und bietet die klassische dreiteilige Darstellung: oben links die Videovorschau, oben rechts die Effekte, Filter etc. und darunter über die ganze Breite eine Timeline.

Hauptansicht

Hauptansicht

Die Darstellung lässt sich leider nur in Bezug auf die Timeline anpassen, welche in der Höhe vergrößert oder verkleinert werden kann. Die restliche Aufteilung ist aber starr. Wer einen Monitor im Breitformat besitzt, dürfte sich darüber ärgern, da nun das Videobild unnötig viel Platz bekommt. Rechts davon findet sich leider kein "Anfasser" zum Verkleinern der Videoansicht.

Breite Darstellung

Breite Darstellung

Auch sonst ist die Bedienung nicht immer durchdacht. Die Timeline bietet zwar einen Zeitcode. Eine Funktion zum direkten Anspringen von Zeitcodes über ein Eingabefeld haben wir aber nicht gefunden. Die Zeitangabe rechts zeigt nur die Gesamtlaufzeit an und hat sonst wohl keine Funktion. Auch hätten die Entwickler das Kontextmenü intensiver nutzen können und gängige Bearbeitungsfunktionen hier mit aufnehmen können (z.B. Schnitt).

Die Bedienung geht sonst sehr leicht von der Hand. Der Anwender zieht aus der Mediensammlung seine Videoschnipsel, Bilder oder Audios für die Tonspur auf die Timeline und setzt dazwischen Übergänge oder Effekte auf die Videodateien.

Wer zu helle oder zu dunkle Szenen hat, kann diese z.B. mit dem Filter Gamma-Korrektur aufhellen. Die Filter lassen sich auch kombinieren.

Filter

Filter

Bei den Effekten sind auch ChromaKey für Bildmontagen und Bild-in-Bild-Funktionen möglich. Diese beschränken sich aber auf einfache Positionsangaben. Animationspfade sind nicht möglich, hatten wir bei dem Produkt aber auch nicht erwartet.

Bearbeiten von Videos

Bearbeiten von Videos

Videofiles werden "magnetisch" an die vorherigen angedockt und können nicht frei auf der Zeitleiste positioniert werden. Möchte man eine künstliche Pause, muss man über das Kontextmenü einen leeren Clip einfügen, den man in der Länge dann noch anpassen kann.

Leerstelle einfügen

Leerstelle einfügen

Muss ein Videoclip geschnitten werden, kann man den linken und rechten Marker als Begrenzung setzen. Das Video selbst bleibt zwar erhalten, auf der Timeline wird aber nur noch der Platz belegt, welchen die markierte Szene benötigt. Ein komfortabler Videoschnitt ist nicht möglich, da die Schnittfunktion nur den markierten Bereich freistellt und den Rest des Videos als neuen Clip anfügt. So muss man den Rest erst noch löschen, möchte man den eigentlich wegschneiden.

Zur Bearbeitung von HD-Videos erzeugt der Movavi Video Editor 6 auf Wunsch eine kleinere Videodatei. Da dann nicht die große Originaldatei verwendet wird,  geht die Bearbeitung schneller und reibungsloser vonstatten. Im Hintergrund rechnet der Editor dann die Vorgaben auf das HD-Material um.

Der Titeleditor bietet gängige Textfunktionen, gepaart mit ein paar Animationen für die Bewegung des Textes. Nichts Spektakuläres, aber für das kleine Heimvideo ausreichend.

Titeleditor

Titeleditor

Wer hilft mir?

Was uns weniger gefiel, ist die Hilfedatei. Gerade für Einsteiger sollte man eine bebilderte Hilfedatei mitliefern, welche an einem Beispielprojekt die Funktionsweise der Software erklärt. Die gesamte Hilfedatei beim Movavi Video Editor dürfte nicht mehr als 30 Sätze umfassen – das  ist selbst für ein Produkt dieser Preisklasse einfach zu wenig.

Hilfedatei

Hilfedatei

Dies ist vor allem deshalb unverständlich, da der Hersteller auf seiner Webseite selbst eine ausführliche Online-Hilfe bietet, die deren Sinn und Zweck auch gerecht wird. Die Anleitung dort ist aber noch für die Version 5 und bildet nicht alle Funktionen ab.

Ausgabe

Die Ausgabe des fertigen Films kann wieder als Datei in den Formaten AVI (inkl. DivX, XviD, MJPEG und andere Codecs), MPEG 1,2, MP4 (inkl. H.263, H.264 und andere Codecs), Windows Media Video (WMV), 3GP (3GPP, 3GPP2), QuickTime (MOV, QT) Real Media (RM, RMVB), Flash (FLV), M2T erfolgen, wobei sich hier die Parameter wie Seitenverhältnis, Skalierung, Bitrate und Framerate noch anpassen lassen.

Videoausgabe

Videoausgabe

Der Video Editor 6 kennt auch viele Ausgabegeräte und die notwendigen Voreinstellungen für eine optimale Wiedergabe auf diesen. Gibt man das Gerät vor, bietet der Dialog verschiedene Profile für dieses Endgerät, die ebenfalls noch editiert werden können.

Exportprofile

Exportprofile

Wer die Videokomposition auf DVD ausgibt, bekommt hier leider nur den reinen Film. Eine Menüfunktion mit Kapitel und Co. ist der Movavi Video Suite vorbehalten, welche über weitere Features wie BD-Authoring verfügt.

Fazit

Mit dem Movavi Video Editor lässt sich erstaunlich schnell und zielgerichtet arbeiten, sofern man keine größeren Ansprüche stellt: Videos auf die Timeline, schneiden, ein paar Effekte, Übergänge, Tonspur und fertig. Genau dafür ist der Movavi Video Editor wie gemacht. Wer etwas kreativ sein möchte und mit dem Medium Video regelrecht spielen will, wird bei dem Movavi Video Editor aber schnell an  Grenzen stoßen und ist  bei einem der großen Videoschnitt-Programme nach entsprechender Einarbeitungszeit besser aufgehoben. Wenn der Hersteller noch die kleineren Mängel an der Oberfläche behebt und den Schnitt von Clips etwas intuitiver gestaltet, kann man dem Produkt uneingeschränkt eine Kaufempfehlung geben, zumal das Programm auch als Formatkonverter taugt.

Movavi Video Editor 6

Download der Demoversion

Hersteller: Movavi
Preis 30 Euro Personal
System: Windows 7, Vista, XP
Positiv: Große Formatunterstützung, einfache Bedienung, Exportprofile
Negativ: Darstellung auf breiten Displays nicht ideal, Schnittfunktion umständlich, keine DVD-Menüs

38 Bewertungen

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