In diesem Tipp zeigen wir verschiedene sinnvolle Möglichkeiten zum Aufrüsten eines Notebooks.

Jeder ältere Computer kommt irgendwann im Laufe der Zeit an den Punkt, an dem er mit den aktuellen Geräten nicht mehr mithalten kann. Schrottreif ist er deswegen allerdings noch lange nicht, denn die meisten davon lassen sich recht einfach aufrüsten. Allerdings gelten vor allem Laptops in dieser Hinsicht als „schwierig“, daher raten die Hardware-Hersteller sogar dazu, das Gerät spätestens alle zwei bis drei Jahre zu tauschen. Da muss aber gar nicht sein. Hier erfahren Sie, wie Sie Ihren mobilen Rechner mit nur wenigen Handgriffen wieder flott bekommen und was Sie dabei grundsätzlich beachten müssen.

  • Notebooks lassen sich im Gegensatz zu Desktop-PCs nur einschränkt upgraden.
  • Für das Aufrüsten des Arbeitsspeichers brauchen Sie keine Computerkenntnisse, sondern lediglich einen Schraubenzieher.
  • Viele Funktionen, wie beispielsweise Bluetooth 4.0, können über einen entsprechenden Dongle am USB-Port nachgerüstet werden.

1. Austauschen oder neu kaufen? Bei diesen Komponenten ist das Aufrüsten sinnvoll

1.1. Ein Upgrade der CPU ist nur bedingt zu empfehlen

Laptop CPU aufrüsten

Laptop aufrüsten: Viele Notebook-Modelle bietet zwar grundsätzlich die Möglichkeit, die CPU zu tauschen. In Hinblick auf Kosten und Aufwand lohnt sich das aber kaum.

Der Prozessor ist eine der wichtigsten Komponenten im Notebook und trägt wesentlich zu dessen Leistung bei. Grundsätzlich bieten vielen Modelle die Möglichkeit, die CPU gegen eine leistungsstärkere Variante auszutauschen. Das lohnt sich meistens aber nur dann, wenn Sie irgendwie günstig an einen Prozessor rankommen, z.B. eine gebrauchte CPU aus einem anderen Laptop. Obendrein muss dieser dann aber auch noch mit dem auf der Hauptplatine vorhandenen Sockel kompatibel sein. Bei vielen (vor allem älteren) Notebooks lässt sich der Prozessor allerdings ohnehin gar nicht ausbauen, da er fest mit dem Mainboard verlötet ist.

Haben Sie ohnehin vor, sich einen neues Gerät zuzulegen, empfehlen wir, lieber gleich auf ein leistungsstärkeres Modell auszuweichen. Das kostet zwar etwas mehr Geld, allerdings stehen die Kosten für eine neue CPU inklusive dem Aufwand für den Einbau in keinem Verhältnis zu der oft nur geringen Leistungssteigerung. Letzterer geht zudem auch meist noch mit der Gefahr eines Defektes und einem Verlust der Garantie einher.

1.2. Arbeitsspeicher erweitern

Arbeitsspeicher aufrüsten

Im Gegensatz zu CPU oder Grafikkarte lässt sich der Arbeitsspeicher eines Notebooks relativ leicht aufrüsten.

Windows 10 in der heute üblichen 64-Bit-Version benötigt mindestens 2 GB Arbeitsspeicher und auch die Anforderungen des aktuellen macOS liegen in diesem Bereich. Noch besser wird die Performance allerdings, wenn Sie Ihren Arbeitsspeicher gleich auf 4 GB oder 8 GB aufrüsten. Denn je mehr Programme im RAM des Notebooks abgelegt werden können, desto schneller ist auch dessen das Arbeitstempo.

Im Gegensatz zum Prozessor oder der Grafikkarte ist das Austauschen bzw. Erweitern des Arbeitsspeichers in einem Notebook recht einfach. Fast alle Modelle besitzen eine Klappe an der Geräteunterseite, die sich durch das Lösen von ein paar Schrauben entfernen lässt. Direkt darunter finden Sie die RAM-Bausteine.

In diesem Beitrag zeigen wir Schritt für Schritt, wie Sie in Ihrem den Arbeitsspeicher Ihres Laptops oder PCs aufrüsten können.

2. Laptop aufrüsten: Größere Festplatte oder SSD einbauen

Eine der einfachsten und wohl auch naheliegendsten Möglichkeiten, um einen Laptop aufzurüsten, ist der Einbau einer größeren Festplatte bzw. deren Austausch gegen eine schnellere SSD („Solid-State-Drive“). Letztere zeichnen sich im Vergleich zu herkömmlichen HDD durch deutlich kürzere Ladezeiten und schnellere Zugriffe aus.

Der Austausch einer Festplatte gelingt ähnlich einfach wie beim Arbeitsspeicher. Bei älteren Notebooks muss dafür eine Klappe an oder in einigen Fällen auch die gesamte Gehäuseunterseite aufgeschraubt werden. Um von der Geschwindigkeit einer SSD zu profitieren, sollte das Mainboard allerdings über einen SATA-Controller (mindestens SATA2, besser SATA3) verfügen.

Achten Sie beim Einbau auch immer auf die Größe der Festplatte. Gebräuchlich sind Komponenten mit 1,8 oder 2,5 Zoll, bei der Bauhöhe können Sie meist zwischen 7 oder 9,5 Millimetern wählen. Sollten Sie sich nicht sicher sein, welche Festplatte Sie in Ihrem Laptop verwenden können, werfen Sie vor dem Kauf vorsichtshalber einen Blick in die Bedienungsanleitung Ihres Gerätes oder auf die Webseite des Herstellers.

Gut zu wissen: Aktivieren Sie vor dem Einbau einer SSD den AHCI-Modus in Ihrem BIOS, da diese ansonsten nicht erkannt wird.

3. Notebook-Grafikkarte tauschen? Theoretisch möglich, aber …

Die Grafikkarte eines Notebooks lässt sich nicht ganz so einfach aufrüsten wie bei einem Desktop-Rechner. Seit der Einführung der genormten Module von NVIDIA (MXM) und ATI (AXIOM) ist es aber theoretisch möglich. Dafür existierte diese Möglichkeit lediglich für ein paar Dell-Modell, wie beispielsweise den Inspirion 8200 oder 8100.

OMEN by HP Accelerator Shell

Im kompakten Grafikkarten-Gehäuse, wie beispielsweise dem OMEN by HP Accelerator Shell, befindet sich die PCIe-Grafikkarte. Es wird über einen Thunderbolt 3 Anschluss mit dem Notebook verbunden.

Ein Laptop ohne einen dieser Slots bietet also praktisch keine Möglichkeit, um die Grafikkarte zu tauschen. Bei vielen älteren Geräten ist die GPU zudem direkt auf dem Mainboard verlötet, wodurch nur ein Wechsel automatisch nur durch einen Komplettaustausch möglich ist.

Dank des Thunderbolt 3 Standard gibt es noch eine alternative Option, die allerdings hauptsächlich neueren Geräten vorbehalten ist. Die Schnittstelle ermöglicht nämlich nicht nur Laden von Daten (z.B. von externen Geräten), sondern auch die Übertragung von Videodaten. Durch den Anschluss einer sogenannten „eGPU“ (also einer externen Grafikkarte) erzielen Sie mehr Grafikleistung, ohne dafür Umbauten an der vorhanden Hardware vornehmen zu müssen.

Aktuell verkaufen bereits Hersteller wie Dell, HP, Lenovo oder Razer derartige Systeme. Diese bestehen in der Regel aus einem kompakten Gehäuse, das an einen Mini-PC erinnert. Darin befindet sich die PCIe-Grafikkarte, die über den Thunderbolt 3 Anschluss mit dem Notebook verbunden wird. Die Arbeit bei grafikintensiven Spielen und Anwendungen übernimmt dann die GPU in der Box.

Leider sind derartige Lösungen im Moment noch recht teuer. So müssen Sie allein für das Gehäuse mit rund 300 Euro kalkulieren, hinzu kommen noch die Kosten für die Grafikkarte selbst.

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