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Gaming Notebook

Wenn es um das Anschaffen eines neuen Computers geht, ist häufig eine der ersten Fragen die der Mobilität. Während ein Laptop überall hin mitgenommen werden kann, bietet er meist weniger Leistung als ein Tower-PC zum gleichen Preis. Hier setzt nun die eGPU an, welche seit der Einführung des Thunderbolt 3-Anschlusses immer häufiger den Weg ins Gaming-Setup findet. Wir erklären Ihnen, was es mit dieser Technologie auf sich hat, worauf Sie achten müssen und welche Komponenten sie noch benötigen, um Ihre Games auf dem Notebook genießen zu können.

  • Als eGPU wird eine externe Grafikkarte bezeichnet, welche an einen Laptop angeschlossen wird und eine massive Steigerung der Grafikleistung ermöglicht.
  • Externe GPUs eignen sich besonders gut für Personen, die Ihren Laptop zuhause zum Zocken oder für grafikintensive Software nutzen wollen.
  • Für die komplette Auslastung der Geschwindigkeit und ein optimales Gamingerlebnis, empfiehlt sich ein externer Monitor.

1. Eine eGPU bringt die Grafikleistung auf ein neues Level

Wie bereits erwähnt, büßt man bei Laptops mit zunehmender Mobilität und verringerter Größe meist die Power ein. In vielen Fällen wird zuerst bei der Grafikkarte gespart, was insbesondere beim Gaming zu einem großen Dilemma führt.

eGPU von Razer

Eine eGPU kann Ihren Laptop in neue Grafiksphären schießen.

Gaming Laptops, welche den Mittelpunkt zwischen Mobilität und Power treffen sollen, sind meist klobig und schwer, im Vergleich zu den stationären Counterparts sehr teuer und vernachlässigen den Prozessor für die GPU, sodass sie für andere aufwendige Anwendungen nur bedingt zu empfehlen sind.

Um den Verlust einer starken Grafikkarte bei Laptops auszugleichen, bietet sich eine externe GPU, auch eGPU (external graphics processing unit), an. In den folgenden Abschnitten erklären wir Ihnen, wie sie funktioniert und warum viele Nutzer die Entscheidung treffen, selbst eine externe Lösung zusammenzustellen.

Wie funktioniert sie?

Geschichte der eGPU

Die Idee der externen Grafikkarte ist nicht neu, sondern wird bereits seit einigen Jahren praktiziert. Allerdings wurde dafür bisher die PCI-Express Schnittstelle genutzt. Diese ist zwar auch heute noch leistungsstärker als Thunderbolt 3, allerdings auch wesentlich benutzerunfreundlicher.

Eine eGPU besteht aus dem sogenannten Dock oder Gehäuse, Verbindungs- und Stromkabel und natürlich der Grafikkarte selbst. Die Grafikkarte befindet sich gemeinsam mit den Kühlern innerhalb des Docks, welches mit dem Laptop verbunden wird. Selbstverständlich benötigt das Dock auch noch Strom aus der Steckdose.

Als Anschluss wird bei einer Vielzahl der modernen Varianten Thunderbolt 3 vorausgesetzt. Dieser Anschluss, in Form eines USB Typ-C Steckers, wird seit einigen Jahren in Laptops und PCs verbaut und ermöglicht erst die entstehende Massenmarkt-Tauglichkeit der eGPUs.

Einmal mit Dock und Strom verbunden, erkennt das Notebook die externe GPU als extra Grafikkarte und kann sie nach einem Neustart im Regelfall problemlos ansprechen, aktuelle Treiber vorausgesetzt.

2. DIY eGPU VS. Komplettpaket

Entscheiden Sie sich nun für eine eGPU, stehen Sie schon vor der nächsten Wahl: ein komplettes System kaufen, oder Ihre Wunschlösung selber bauen. Wie Sie sich sicher vorstellen können, gibt es Vor- und Nachteile für beide Wege.

Blackmagic eGPU von vorne

Eine Komplettlösung bietet Ihnen ein ideales Zusammenspiel der Komponenten.

Nutzen Sie ein vom Hersteller zusammengestelltes System aus Dock, Netzteil und Grafikkarte können Sie davon ausgehen, dass alle Teile optimal zueinander passen. Die Karte wird gut gekühlt, es gibt kein Problem mit der Passform und das Netzteil hat die ideale Spannung. Jedoch sind Sie bei dieser Lösung auf eine Grafikkarte festgelegt und das Nachrüsten bzw. Austauschen ist nur erschwert bis nicht möglich.

Die modulare Alternative hingegen kann jederzeit umgebaut werden. Ein nachträgliches Upgrade ist also fast problemlos möglich. Bei der DIY-Lösung können Sie eine große Auswahl an Grafikkarten einbauen, sofern die gewählte GPU nicht die Maximalmaße des Cases überschreitet. Dieses Case, welches als Dock fungiert, wird von einer Reihe verschiedener Hersteller angeboten. Herausheben kann man an dieser Stelle das Razer Core X und dessen Nachfolger, das Core X Chroma, welche sehr einfach zu nutzen sind und bei allen Tests gut abschneiden.

Doch die Flexibilität hat auch Ihren Preis. Da die Einzelteile individuell zusammengestellt sind, kann das große System etwas darunter leiden. So ist es möglich, dass die Kühler nicht ideal ins Gehäuse passen, oder das Case muss im Nachhinein noch selbst umgebaut werden. Auch bei der Wahl der Grafikkarte kann Ihnen Ihr System einen Strich durch die Rechnung machen. So wird von Apples Macbooks nativ nur AMD unterstützt, während bei einem Windows oder Linux Notebook auch Nvidia GPUs problemlos funktionieren.

Trotz dieser Negativpunkte scheint das modulare System die Zukunft zu sein, denn immer mehr Hersteller entfernen sich von Komplettsystemen und bieten die Einzelteile seperat an.

Im Folgenden finden Sie die Vor- und Nachteile noch einmal zusammengestellt:

Komplettlösung DIY-Lösung
+ Technik aufeinander abgestimmt

+ Sehr einsteigerfreundlich


- Austausch des kompletten Systems notwendig

- Auf Hersteller festgelegt

+ Upgrade problemlos möglich

+ Große Auswahl an Komponenten


- Komponenten passen oft nicht ideal zueinander

- Meist teurer als Komplettsystem

3. Das Gaming-Setup abschließen

Mit dem Laptop und der eGPU besitzen Sie nun die wichtigsten Komponenten für ein gutes heimisches Laptop Gaming-Setup. Dennoch sollten Sie bei diesen Investitionen nicht stoppen und noch ein Stück weiter gehen, um eine optimale Spiele-Erfahrung zu genießen.

So ist es durchaus sinnvoll und empfehlenswert, eine eGPU mit einem externen Monitor zu nutzen. Dies ermöglicht nicht nur ein größeres und klareres Bild, sondern sichert auch die bestmögliche Leistung während des Zockens. Denn während die Bildausgabe durch ein paar Eingriffe auch auf dem internen Monitor möglich ist, wird die Gesamtleistung dabei verringert, da die Signale von Grafikkarte und System über die gleiche Leitung hin und her gesendet werden.

Bei der Peripherie sollten Sie auch keine Kompromisse eingehen. Eine ordentliche Tastatur und Gaming-Maus schonen Finger und Handgelenke und bieten wesentlich mehr Komfort und Funktionen als die Gegenstücke des Laptops.

4. FAQ

Kann ich auch mit einem Laptop ohne Thunderbolt 3 Anschluss eine eGPU verwenden?

Ja, es gibt auch Alternativen zum Thunderbolt 3 Anschluss. Neben dem bastlerfreundlichen PCIe Anschluss bietet sich bei Macbooks mit Thunderbolt 1 oder 2 ein Adapter an, welcher das Signal umwandelt.

Kann ich mit einer eGPU auch VR-Software benutzen?

ja, eine eGPU eignet sich hervorragend zum Gebrauch von VR-Software. Hier liegt eine der Stärken der Technologie, da Sie sich so die Anschaffung eines VR-fähigen Tower-PCs sparen.

Welche eGPU eignet sich für mein Macbook?

Wollen Sie eine Komplettlösung, bietet Apple über die eigene Homepage die Blackmagic eGPU und die Blackmagic eGPU Pro von Blackmagic Design an. Diese sind jedoch, appletypisch, nicht gerade preiswert. Sollten Sie auf eine selber zusammengestellte Lösung setzen, müssen Sie lediglich beachten, dass Apple nativ nur AMD Grafikkarten unterstützt. Eine Auflistung von den von Apple empfohlenen GPUs mit passenden Cases finden Sie hier.

Zum Abschluss finden Sie im folgenden Video den Stand von eGPUs im Jahr 2019 noch einmal zusammengefasst:

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