Definition des UPnP-Standards und Anleitung zur Aktivierung unter Windows.

Anstöpseln und loslegen: So lautet die Devise, wenn wir heutzutage ein neues Gerät an unseren Computer anschließen. Möglich gemacht wird das unter anderem durch die UPnP-Funktion, mit deren Hilfe Sie Geräte verschiedener Hersteller über ein Netzwerk oder das Internet steuern bzw. darauf zugreifen können. Wie das genau funktioniert, erfahren Sie in diesem Tipp.

1. UPnP: Funktion und Einsatzgebiete

Die Abkürzung UPnP steht für „Universal Plug and Play“ und bezeichnet ein Bundle von Protokollen, das Multicast-Adressen und verschiedene Protokolle (darunter auch ungewöhnliche Kandidaten wie http over UDP) umfasst. Der UPnP-Standard wurde ursprünglich von Microsoft entwickelt und 1999 an das UPnP-Forum übergeben, das ihn weiterführte und die Geräte dementsprechend zertifizierte. Im Januar 2016 ging die Aufgabe an die Open Connectivity Foundation (OCF) über.

UPnP-Funktion: Mann bedient Netzwerkdrucker

Drucker und Multifunktionsgeräte weisen über die UPnP-Funktion Ihre Dienste an liefern außerdem Informationen bezüglich der Treiber.

Durch die UPnP-Funktion ist ein Steuergerät in der Lage, die verfügbaren Geräte und Dienste auch ohne Interaktion des Benutzers zu finden. Es funktioniert auf allen Übertragungsmedien, die IPs unterstützen (z.B. Ethernet, WLAN, Bluetooth oder Firewire). Dazu nutzt es eine Vielzahl standardisierter Technologien, darunter TCP, IP, Multicast, http, SOAP, UDP oder XML.

Im Heimnetz erfüllt UPnP gleich mehrere Aufgaben: Drucker und Multifunktionsgeräte weisen darüber Ihre Dienste an und liefern außerdem Informationen bezüglich der Treiber. Ferner bringt es Media-Server (z.B. eine FRITZ!Box), Abspielgeräte (z.B. Smart TVs) und die zugehörigen Control-Points (z.B. Smartphone-Apps) zusammen. Darüber hinaus brauchen Sie Dank des UPnP-Verfahrens zukünftig keinen Gedanken mehr daran zu verschwenden, wie Sie einen USB-Stick oder eine externe Festplatte mit Ihrem Rechner verbinden wollen. Schließen Sie diese einfach an den entsprechenden Port an, die automatische Geräte-Erkennung kümmert sich dann um den Rest.

Gut zu wissen: Ein UPnP-Gerät bzw. -Control Point lässt sich mit jedem IP-fähigen Betriebssystem und den unterschiedlichsten Programmiersprachen realisieren.

1.1. Funktionsweise von UPnP auf Netzwerk-Ebene

UPnP besteht aus einer sogenannten „Basic Device Architecture“ (BDA), die als Grundlage für eine Vielzahl herstellerspezifischer und standardisierter Erweiterungen die. Es beinhaltet zudem die folgenden Dienstleitungen, die gleichzeitig auch den Ablauf einer Anfrage markieren:

  • Adressierung (Addressing): Damit die einzelnen UPnP-Geräte miteinander verbunden werden können, benötigen diese jeweils eine eigene IP-Adresse. Auf welchem Weg (z.B. DHCP oder manuelle Konfiguration) sie diese erhalten, ist dabei unerheblich.
  • Lokalisierung (Discovery): Verfügt ein UPnP-Gerät über eine IP-Adresse, muss es sich den anderen Geräten und Steuerungspunkten im Netzwerk zu erkennen geben. Das geschieht auf Basis von SSDP (Simple Service Discovery-Protokoll), die Lokalisierung selbst erfolgt dann über UDP (User Datagram Protokoll).
  • Beschreibung (Description): Hat der Control Point ein Gerät erkannt, holt er sich mittels http dessen Beschreibung als XML-Datei (der dazu verwendete TCP-Port wird durch SSDP bekanntgegeben). Diese enthält neben Informationen zum Hersteller und der Seriennummer auch die URLs für die Präsentation, die Steuerung und Ereignisse.
  • Steuerung (Control): Basierend auf der Steuerungsbeschreibung können nun SOAP-Nachrichten an die URLs des Gerätes versendet werden.
  • Ereignismeldung (Event Control): Damit ein Gerät nicht permanent den Zustand eines Dienstes oder einer Statusvariablen erfragen muss, kann es Ereignis-Nachrichten abonnieren. Dafür nutzt UPnP die XML-basierte General Event Notification Architecture (GENA).
  • Darstellung (Presentation): Die Präsentation stellt eine alternative Möglichkeit zur Steuerung eines UPnP-Gerätes dar. Über die Presentation-URL (bekannt aus der Description-Phase) können Sie über einen Browser auf das Gerät zugreifen.

Gut zu wissen: Einige Funktionen von UPnP stehen auch in der Kritik. Ist das Protokoll beispielsweise auf einem DSL-Router aktiv, können Instant Messenger oder Filesharing-Programme damit ohne jegliche Sicherheits-Abfrage Port-Weiterleitungen ins lokale Netzwerk einrichten. Aus diesem Grund hat das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik bereits im Oktober 2010 empfohlen, die Funktion auf Routern sicherheitshalber zu deaktivieren.

2. UPnP-Streaming unter Windows aktivieren

Video auf dem Handy streamen

Für die Wiedergaben von Streaming-Inhalten auf dem Smartphone benötigen Sie andere Apps als unter Windows.

Wenn ein Gerät UPnP-fähig ist, befindet sich darauf in der Regel eine spezielle Steuersoftware, über die auch der Datenaustausch stattfindet. Bei einigen Empfängern (z.B. bestimmten Fernsehern oder Smartphones) muss diese aber erst noch installiert werden.

Allerdings benötigt man je nach Aufgabe unterschiedliche Arten von Software. Möchten Sie beispielsweise mit dem Handy auf einen UPnP-Server zugreifen, um Videos oder MP3s von einem Computer abzuspielen, benötigen Sie eine andere App, als zum Anzeigen von Bildern über ein Windows-Notebook.

Einer der bekanntesten Player, der via UPnP auf das Netzwerk zugreift, ist der VCL Media Player. Diesen gibt es auch als App für iOS, Android und Samsung-Smart-TVs. Auch Kodi und MediaMonkey bringen eine entsprechende Funktionalität mit. Der Windows Media Player lässt sich mit ein paar Handgriffen sogar als UPnP-Server einrichten.

2.1. Medienstreaming manuell aktivieren

Während Programme wie der Universal Media Server sich um selbst um die Aktivierung der entsprechenden Dienste kümmert, müssen Sie das Medienstreaming in bestimmten Fällen manuell einschalten. Dazu gehen Sie wie folgt vor:

  1. Geben Sie in das Suchfeld des Startmenüs den Begriff „Medienstreamingoptionen“ und klicken Sie anschließend auf den gleichnamigen Eintrag.
  2. Das Dialogfenster „Medienstreamingoptionen“ der Systemsteuerung öffnet sich.
  3. Klicken Sie auf den Button „Medienstreaming aktivieren“.
Medienstreaming unter Windows 10 aktivieren

Klicken Sie auf den gleichnamigen Button, um das Medienstreaming zu aktivieren.

Tipp: Sollten Sie nach Betätigen des Buttons eine Fehlermeldung erhalten, dass der zugehörige Dienst nicht gestartet werden kann, müssen Sie diesen erst Zulassen und Aktivieren. Eine entsprechende Anleitung finden Sie hier.

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