Datum: | Artikel 2012

Cloud Computing und damit auch Software-as-a-Service sind ohne jeden Zweifel die Top-Schlagwörter des Augenblicks in der IT-Industrie und verantwortlich für jene Prozesse und wirtschaftliche Szenarien, die gegenwärtig einer ganzen Branche unbegrenzte Hoffnung schenken. Die Cloud als Motor von Technologie verspricht dabei sowohl das Ausbilden vollkommen neuer Modelle, sichert aber auch zukünftige Bestrebungen und erlaubt zudem das Entfalten bisher unbekannter Ideensphären. Ganz in diesem Sinne wollen auch wir den uns möglichen Beitrag leisten und Ihnen aufzeigen, was die „Cloud“ gegenwärtig zu leisten vermag und in Zukunft können wird. Darüber hinaus wollen wir aber auch durchaus einmal versuchen Ihnen bewusst zu machen, wie wir selbst uns alle durch die Cloud verändern oder es noch werden. Im zweiten Teil, welcher in Kürze folgt, stellen wir dann die bekanntesten Vertreter der Cloud-Dienste mit Leistung, Handling und notwendiger Software ausführlicher vor. Lassen Sie uns also nun mit der „Theorie“ beginnen…

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Cloud-Computing als Wachstumsmotor

Um den Glauben an die Sache zu stärken, zunächst jene Fakten, die verantwortlich sind für die vorherrschend gute Stimmung beim Betrachten von Wolken am Himmel. Gegenwärtig und global werden mit Cloud Computing prognostizierbare Milliarden-Umsätze erreicht, im zweistelligen Bereich wohlgemerkt. Lagen die Ausgaben für das weltweite Public Cloud-Computing  (öffentliche Rechnerwolke) im Jahr 2009 noch bei 17 Milliarden US-Dollar, so waren es 2013 vermeintlich bereits über 44 Milliarden. Damit stieg der Marktanteil innerhalb von nur vier Jahren von 4,7 auf 10,6 Prozent, verbunden mit einer Wachstumsrate von 38 % gegenüber den 14% des verbleibenden IT Marktes in diesem Zeitraum. Für den lokalen deutschen Markt werden die Schätzungen noch anschaulicher und verdeutlichen die Schnelligkeit, mit der der Cloud-Markt Aufmerksamkeit gewinnt. Studien der Exporton Group AG etwa wiesen allein für  2010 Ausgaben in Höhe von 1,14 Milliarden Euro aus, zusammengesetzt aus Cloud-Technologien, Services und Beratung. Mit Wachstumsraten von jährlich über 40 % werden die IT-Ausgaben für Cloud Computing damit anteilig von 1,4 % (für 2010) auf ganze 9,1 % im Jahr 2015 wachsen (Quelle).

Die Cloud offenbart sich damit als Wachstumsmotor der IT, sorgt aber auch insgesamt für eine starke Beschäftigungswirkung, die in Deutschland bis 2015 die Schaffung von rund 250.000 Arbeitsplätzen erwarten lässt (Quelle). Wie sehr sich alle Beteiligten über die Prozesse der Umsatz- und Produktivitätssteigerungen bereits im Klaren sind, ist unter anderem auch daran erkennbar, dass 2009 überhaupt nur 40 % der deutschen Unternehmen Cloud-Dienste bezogen, während heutzutage sich nur noch 24 % im Cloud-Verzicht üben (Quelle). Insgesamt hält sich vor allem unter IT-Managern und Analysten die Meinung wie folgt: „Bewegung und Performance ja, aber noch in einer Lernkurve und Aufbauphase“.

deutscher Cloud-Markt 2010-2015,  (Quelle)

Mit einer über 80%igen Aufklärungsquote innerhalb der IT-Branche hat sich dabei bereits frühzeitig ein sehr breites Bewusstsein ausgebildet – scheinbar will hier niemand das sich ankündigende schöne Wetter versäumen. Auf der anderen Seite zeigt sich damit aber eben auch, dass von vielen die Cloud als etwas Bekanntes wahrgenommen wird und das hat seine Gründe.

Die Cloud – Erbe der Mainframe-Ära

Die Cloud war nicht von heute auf morgen geboren. Auch die mit den 90er Jahren Einzug haltende flexible Anwendbarkeit der Infrastrukturen und die Massentauglichkeit des Internets spiegeln lediglich die Grundsteinlegung einer Sache wieder, die bereits lange zuvor – wenn auch in einem kleineren Rahmen – existiert hat. Die ursprüngliche Idee von Cloud Computing ist um einiges älter als Anwendersysteme wie MacOS, Unix oder Windows und ist schlicht und ergreifend die Geschichte von Mainframes und Terminals bzw. das Ergebnis deren kontinuierlicher Fortentwicklung. Zur Erinnerung: Die Epoche zwischen 1950 und 1970 war vor allem geprägt von Unternehmen wie IBM, Fujitsu und Siemens, die auf dem wachsenden Halbleitermarkt Fuß fassten und erste Großrechner und Server auf Basis von Transistor-Technik und Mikrokontrollern realisierten. Abseits der Öffentlichkeit entwickelte sich dieser Hardwarezweig ungebrochen weiter, jedoch vollkommen verdeckt durch die Popularität der Home Computer wie etwa des IBM PC oder vergleichbarer Modelle von Apple bis Atari, die sich seit den 80er Jahren erfolgreich auf den Heimanwender-Markt und damit in die Öffentlichkeit drängten. Hinter den Türen von Banken, Versicherungen oder auch der staatlich gelenkten Verarbeitung von Massendaten blieb der Mainframe jedoch klar das Maß der Dinge. Der Verbund aus Hochleistungsserver, auf dem alle Daten und Programme liegen, und den lediglich zum Einwählen konzipierten Terminal-Stationen war und ist für komplexe Büroszenarien nach wie vor die optimale Variante effektiven Arbeitens. Anders als Großrechner, die vornehmlich wissenschaftliche Berechnungen ausführen, erfolgte bei Mainframes in der Vergangenheit eine Spezialisierung auf schnelle Ein- und Ausgabeprozesse, deren Attraktivität vor allen von einer schnellen Netzwerkanbindung lebt – eine Restriktion, die lange Zeit für die breite Masse unerreichbar schien. Es sind also vor allem die kurze Antwortzeit und Hochgeschwindigkeit der günstigen DSL-Anschlüsse, die weltweit die Mainframes aus ihrem Schattendasein der lokalen Netzwerke befreien. Mainframe-Hersteller wie Hewlett-Packard, Sun und Citrix profitieren dabei von dieser späten Rückbesinnung, sie können nun ihr vorhandenes Know-how und hochoptimierte Servertechnologien kostengünstig vermieten.

Mainframe Wertschöpfung

Mainframe Wertschöpfung, (Quelle)

Mit dem Internet als globales Netzwerk wird die Idee des Mainframes nun also auch großflächig der Allgemeinheit zugänglich, und während die Anbieter im Hintergrund agieren und ihre Kapazitäten verwalten und schalten, ist es der Kunde, der Prozessortakt und Speicherbedarf anmeldet – ohne dabei genaue Kenntnisse über Standort oder Zusammensetzung besitzen zu müssen. Es ist genau dieses Vakuum, das Cloud-Computing in seinem Wesen ausmacht. Der Zustand relativen Unwissens zwischen Technologie-Anbieter und Service-Betreiber ist das, was Cloud-Computing sein will: ein Konzept und spezifisches IT-Geschäftsmodell.

Missverstandenes Wolken-Wirrwarr

Das Internet ist also erwachsen geworden und billige DSL-Anschlüsse, der Zusammenschluss von Gleichgesinnten zu Communities, das aufkommende Bedürfnis nach Informationen und auch der Datenaustausch auf Sharing-Plattformen und Musikdownload-Portalen erfährt nun in der Cloud einen Zusammenschluss auf globaler Ebene. Mehr noch als ein strategisch wirtschaftliches Konzept ist die Cloud damit aber auch zu einem Symbol der mentalen Abstraktion geheimnisvoll vernebelter Wesenlosigkeit geworden, das durch unbeschwerten Tastendruck ein schwergewichtiges Hardware-Plugin erlaubt. Jedoch auch Platz für Fehldeutungen in der Sache zulässt. Als gänzlich abwegig anzusehen ist so zum Beispiel die durchaus verbreitete Annahme, wonach das Schlagwort „Cloud“ die Verallgemeinerung des formalen Layout-Elementes einer White Box ist, wie es seit Jahrzehnten als Wolke in technischen Zeichnungen und Datenflussdiagrammen zum Tragen kommt und nunmehr Ausdruck einer bisher unbekannten Beliebigkeit sein soll. Ebenfalls zu unscharf und exotisch ist jene Sichtweise, die in der Cloud die Emotionalisierung von Software sieht und eine stimmungsabhängige Zuführung von medialen Themes und Gemütlichkeit als eine Art von sozialem Branding verstanden haben möchte.

Sicherlich, technischer Fortschritt steht auch für gesellschaftliche Veränderung, alles andere als die Fortsetzung der „everywhere-everything“-Mentalität eines Web 2.0 erscheint jedoch sehr weit hergeholt. Vielmehr verhält es sich so, als würde sich durch die Globalisierung, durch Konsolidierung und Synergiebildung abermals ein passenderes Bewusstsein sowie eine gesündere Objektivität etablieren – mit der Wolke als Oberbegriff. Wer also in der Cloud ein gewachsenes und selbstorganisierendes Ökosystem oder eine Art von organisch-transparentem Metamodell sehen möchte – warum nicht. Entscheidend jedoch ist die Festlegung, wonach Cloud-Computing  die Kombination aus Mainframe und Thin Client – und nunmehr Ihrem Desktop PC – ist und Hersteller, Zwischenanbieter und Kunden ins gleiche Boot geholt werden. Die Situation, dass dabei alle Rollen eine invariante Empathie zueinander empfinden, ist zweifelsohne selten und sorgt für Erheiterung, Freude und auch die gegenwärtig entsprechend wahrnehmbare Euphorie.

Alles in allem ist Cloud-Computing also weder ein ausgesprochenes Novum noch Hype oder aber kurzfristiger Trend. Die Cloud als Oberbegriff steht viel eher für das Verlagern von Daten und Services an eine zunächst nicht näher spezifizierte Hardware-Struktur und somit metaphorische Wolke. Und obwohl es im Zusammenhang mit diesen keine standardisierende Konfiguration gibt, so ist das Innere des scheinbar endlosen Wolkenbandes durch feste Zusammenstellungen bestimmt und als typische Ordnung identifizierbar. Somit vereint Cloud-Computing im Kern Paradigmen des verteilten Rechnens mit serviceorientierten Architekturen (SOA), das mit dem Wort „Cloud“ einen Marketingbegriff kreiert und vereinfachtes Verständnis kommunizieren kann.

Datenspeicher Internet

Datenspeicher Internet, (Quelle)

Wer nun glaubt, er hätte nichts zu tun mit einer Cloud, der wird sich sehr wahrscheinlich wundern. Online-Festplatten, One-Click-Hoster, E-Mail-Postfächer – auch ohne explizit erkennbare Cloud-Beschriftung: Sie alle haben über die Jahre die Cloud und ihre Services bereits genutzt. Man fragt sich also nun vielleicht fast unweigerlich, was denn genau in der Cloud abläuft, was der Verbraucher mit den Strukturen in der Wolke heute alles anfangen kann und was genau es ist, das wirkt. Lassen Sie uns deshalb nun in die tiefer liegenden Begrifflichkeiten rund um geeignete Programmieransätze und betriebswirtschaftliche Geschäftsprozesse vordringen  und das Wolkendickicht etwas greifbarer gestalten – schauen wir uns die relevanten Modelle und ökonomischen Konzepte genauer an.

Wolkenbildung und Formationen

Wie bereits erwähnt, ist die Cloud ein Quasi-Sammelsurium verschiedener Abstraktions-Entwürfe und sehr stark differenziert von den Ideen des jeweiligen Anbieters. Für eine erste Generalisierung der Wolken-Landschaft sorgt an dieser Stelle die politische Struktur der Wolken. Als Organisationsform gibt sie eine erste Antwort auf die grobe Vergesellschaftungsform der Wolken und spiegelt zudem entsprechende Aktivitäten in diesem Zusammenhang wieder. Die Rede ist von den Synonymen der Privat Cloud sowie Public Cloud.

Der Unterschied zwischen beiden Formen liegt in den Anwendungsfällen, die sie jeweils abbilden, und unterteilt die Wolken in traditionsverbundene Enterprise Wolken (Privat Cloud) und die eher öffentlich angelegten Wolken für allgemeinere Belange (Public Cloud). Die Funktion der Public Cloud ist dabei das Bereitstellen von Angeboten, die weniger restriktiv sind und nicht unbedingt intern gehalten werden müssen. Sie richtet sich dabei vornehmlich an mannigfaltige Kundschaft, Unternehmen oder auch Institutionen und propagiert eine weitestgehende Selbstverantwortung. Mit der Exclusive Cloud und der Open Cloud sind darüber hinaus weitere Unterformen existent, die die Bekanntheit von wichtigen Kenngrößen noch einmal näher beschreiben können – anders die Privat Cloud. Hier finden Kunden eine Infrastruktur vor, die Exklusivität verspricht und dabei unternehmensinterne Ausprägungsstufen (Departmental Cloud für Testzwecke, Exploratory Cloud zum Ausprobieren/Entwickeln, Enterprise Cloud für Abteilungskooperationen) gewährt. Die in der Privat Cloud beheimateten servicegebundenen Anwendungen haben Nutzer ein- und desselben Unternehmens als Kunden und besitzen eine Sensibilität, die gesetzliche Anforderungen erfüllen kann und ebenso firmeninterne Standards berücksichtigt oder auch konform gegenüber Datenschutzabkommen zu arbeiten vermag.

Private und Public Cloud

Private und Public Cloud,   (Quelle)

Wenn es also über Standards im hardwaretechnischen Bereich hinausgeht und die Konsistenz von Kontakt und Nutzerdaten verlangt ist, dann sind Sie in einer privaten Wolke eher auf der sicheren Seite. Als Premiumsegment wird diese Wolkenform von staatlichen Einrichtungen und Großkonzernen bevorzugt.

Cloud Zusammenspiel

Cloud Zusammenspiel (Quelle)

Eine Mischform aus Public- und Privat-Wolke ist auf dem Markt durch die sogenannte Hybrid Cloud gegeben. Sie soll das Beste aus beiden Sphären vereinen und beispielsweise dem Mittelstand ebenso großunternehmerische Agilitäten gewähren wie auch Großkonzernen ein flexibles Notfall- und Entlastungsszenario bereitstellen. Der Vollständigkeit halber sei an dieser Stelle außerdem die Community Cloud als eine vierte bedeutsame Wolkenform erwähnt. Sie kann zum Zwecke des Zusammenschlusses von branchengleichen Unternehmen oder Organisationen genutzt werden, die ihre Privat Clouds sharen möchten, um ganz gezielt aus der ressourcen- und kapazitätsgebundenen Synergie heraus kosteneffizient zu wirtschaften.

Die bisher aufgezeigten Cloud-Strukturen verdeutlichen ziemlich klar das Zusammenspiel von Abstrahierungen auf Basis von Hardwarekonfigurationen auf der einen sowie dem Modellieren von betriebswirtschaftlichen Intensitäten auf der anderen Seite. Das Ziel, die optimale Performance eines IT-gestützten Unternehmens zu finden, ist durch den generellen Ansatz und die Ausprägungsvielfalt der Wolken in nahezu idealer Art und Weise durchsetzbar. Schwankungen in Leistung, Speicherbedarf und Traffic können durch Cloud Computing wesentlich organisierter und intelligenter erfolgen und ermöglichen eine Effizienz, wie sie von nicht-dynamischen Systemen nicht erfüllt werden kann.

Softwareplattformen aus Wolken

Das sicherlich zweite prominente Themengebilde neben Public oder Privat Cloud ist der sogenannte Cloud-Stack – eine weitere Möglichkeit die Cloud zu kategorisieren. Mit dem Schichtenmodell des Stacks lässt sich der Cloudbegriff durch eine weitere Dimension beschreiben und gewährt dabei einen Einblick in die eigentliche Software-Architektur der Wolken. Nach der bisherigen Einordnung von Wolken in der Breite ist der Cloudstack vertikal angelegt, wobei die Abstraktionen nun eine Aufschlüsselung der Cloud nach Aspekten von spezifischen Service-Lösungen erlauben und mit dem Schwerpunkt Software oder den angebotenen Diensten korrespondieren. Die wichtigen Synonyme hier: Anwendung (SaaS – „Software as a Service“), Plattform (PaaS – „Platform as a Service“), Infrastruktur (IaaS – „Infrastructure as a Service“).

Die dahinter stehende Idee dieser Klassifizierung ist es, Kunden wie auch Anbietern eine Möglichkeit zu geben, ihren Bedürfnissen einen expliziten Ausdruck verleihen zu können und wenn erforderlich völlige strukturelle Transparenz zu gewähren, ohne dabei mit mehr als ganz minimal benötigtem Wissen zu belasten. In diesem Sinne sind dann auch die Interessen klar unterscheidbar, und während sich ein End-Kunde lediglich auf Vorgänge der SaaS-Schicht fokussiert, kann ein Entwickler zusätzlich mit der PaaS-Schicht interagieren und der Netzwerk-Spezialist  IaaS beanspruchen. Der Cloud-Stack differenziert demnach in eine Art von Rollenverteilung, die Sichtbarkeiten im Sinne einer Aspekt-Rationalität vergibt und entsprechend eine Schicht ausbildet, in der Sie dann äquivalente Softwareprodukte ansiedeln können. Da auch der Stack als Systematik offen ist, ist das Anfügen weiterer Abstraktionen oder zusätzlicher Schichtungen natürlich möglich und erwünscht, sofern es der Sache und dem Verständnis dient (Content as a Service, Process as a Service).

Cloud Stack

Cloud Stack (Quelle)

Anwendung (SaaS):

Als abstrakteste Schicht ist Software-as-a-Service gleichermaßen geprägt von hohen Fluktuationen und unvorhersehbaren Lasten. SaaS ist leichtgewichtig und das Szenario für eben den Anwendungsfall, in dem ein User mit seinem Webbrowser auf eine Online-Applikation zugreift und ausschließlich an dem generierten Output ein Interesse hat. Als Servicenehmer besticht dabei das Bild des Users in einem Minimalismus gegenüber technischem Overhead und der Möglichkeit, sich bestmöglich auf sein Kerngeschäft konzentrieren zu können. Der Servicegeber lebt auf Basis dieser Motivation und finanziert seine Kosten durch Gewinnbeteiligungen und monatliche (nutzungsgebundene!) Gebühren. Als Anbieter stellt der Servicegeber sowohl Software als auch hardwaretechnische Unterstützung in Form von Kapazitäten in einem Rechenzentrum. Prinzipiell ist er dabei sowohl für sämtliche Komponenten (Netzwerk, Server, Speicher, Datenbank, Backup) verantwortlich, muss aber zudem auch den Anwendungs-Betrieb in Form von Authentifizierung, Skalierung, Updates, Wartung, Überwachung und Verfügbarkeit steuern. Diese Kopplung an nur nutzungsgebundenen Verbrauch und flexibel anpassbare Hardwarekonfigurationen ist Software-as-a-Service, eine der wesentlichen Neuerungen von Cloud-Computing und ebenso ein Bruch mit der traditionellen Software-Lizenz-Politik und starren Paket-Preisen.

Als Normal-Internetanwender und Surfer bekommen Sie kaum oder etwa nur indirekt etwas von diesen Dingen mit, denn viele dieser Angebote lassen sich durch Werbung finanzieren und sind kostenlos. Als Nutzer – in diesem Sinne – sind natürlich auch Sie Bestandteil der Wolke, direkt und effektiv in Berührung kommen wird meist nur der mit SaaS, wer Bezahlangebote auf Basis von etwa Video on Demand oder Musikdownloads nutzt, Premium-E-Mail-Postfächer besitzt oder professionell verwaltete Fotogalerien sein Eigen nennt. Wie auch immer, die bekanntesten Vertreter von geschäftlich genutzten SaaS sind derzeit Anwendungen wie etwa Google Docs, Sharing-Dienste und Livemeeting-Produkte.

Plattform (PaaS):

Als Schicht unterhalb von Software-as-a-Service erfolgt auf dieser Abstraktionsebene ein Streben nach Lösungen, die wesentlich konkreter ausgeprägt sind. Anders als SaaS erlaubt es Platform-as-a-Service (PaaS) dem Kunden, ganze Anwendungen direkt in der Cloud zu betreiben. Bei PaaS ist folglich nicht der Output in Form der Informationen und Daten von entscheidender Relevanz, sondern das Produkt Software an sich. Kunden dieser Schicht sind, wie es der Name schon sagt, auf Suche nach einer Plattform, die ihre Bedürfnisse einer Entwicklungsumgebung optimal erfüllt und kosteneffizientes Erstellen von Anwendungen erlaubt. Entsprechend ausgerichtet stellt PaaS eine Infrastruktur bereit, die vom Kunden weder komplexe Zugriffe auf Betriebssystemebene verlangt noch zwingend eine grafisch primitive Oberfläche vorgibt.

Der Schlüssel liegt bei PaaS vielerorts in dem Bereitstellen von Programmierschnittstellen und Laufzeitbibliotheken, die zudem dem Entwickler die Möglichkeit geben, Parameter der Umgebung an seine Bedingungen anzupassen. Als Technologie ist PaaS damit optimal, wenn es darum geht, Online-Software  entwickeln zu wollen – Debugging, Deployment und Management eingeschlossen. Für Entwickler bedeutet das im Einzelfall, dass Sie weiterhin beliebige Java-, PHP- oder LAMP-basierte Applikationen und Logiken schreiben können und dabei die Verantwortung für Skalierung, Lifecycle-Migration und Sicherheit komplett an den PaaS-Stack bzw. den Servicegeber abgeben können.

Für User derartiger Demand-Tools bietet sich der Vorteil, über stets gewartete und einsatzbereite Collaborations- und Entwicklungs-Container zu verfügen und die Kosten allein auf den Prozess der Implementierung reduzieren zu können. Das Beschäftigungsumfeld bei PaaS ist dabei natürlich um einiges größer als noch bei SaaS. So können Servicenehmer von PaaS beispielsweise ihrerseits Preismodelle definieren und Kosten aus der Entwicklung ohne Umwege direkt in die obere Schicht weitergeben. Andersherum steht diese Schnittstelle auch SaaS-Anbietern offen, die PaaS ihren Kunden nun als zusätzliche Option anbieten können. Zu prominenten PaaS-Servicegebern gehören professionelle Plattformen wie Windows Azure, die Google App Engine oder Microsoft Office 365, aber auch immer mehr Web-Hoster versuchen sich inzwischen an PaaS und stellen angepasste Systemumgebungen bereit.

Infrastruktur (IaaS):

Die Stichworte dieser Stack-Ebene heißen Recheninstanzen und virtuelle Server. Als unterste Schicht ist hier der Abstraktionsgrad recht gering, wohingegen die möglichen Verflechtungen in Richtung PaaS und SaaS wiederum zunehmen. Ganz konkret beschrieben meint IaaS auch „Server on demand“ und entspricht einer Geschäftspolitik, bei der nicht mehr das Rechenzentrum bestimmte Kontingente bietet, sondern der Kunde nur genau die Kapazitäten konfiguriert und bezahlt, die er im Datencenter tatsächlich beansprucht.

Für die Selbstverwaltung erhält der Servicenehmer entsprechend Zugang zu Betriebssystemen und kümmert sich darüber hinaus auch um Firewalls und Load Balancer in Eigenregie. Einen operativen Gewinn durch IaaS zu generieren verlangt von den Kunden entsprechend die Weitervermarktung von Servertechnologien wie virtuellen privaten Netzwerken, IP Pools oder Carrier Clouds. Zu den führenden Anbietern von Infrastructure-as-a-Service zählt neben Microsoft beispielsweise Amazon – mit diversen Produkten zu Speicher, Rechenleistung und Kaskadenbildung.

Amazon Webservices

Amazon Webservices  (Quelle)

Zum Abschluss unserer kleinen „Cloudifizierung“ möchten wir die Gelegenheit für eine Vervollständigung des Wolken-Universums nutzen. Da wäre zum Beispiel zu erwähnen, dass der Ihnen bisher vorgestellte Cloud-Stack zwar allgemein anerkannt und geschätzt ist, jedoch nicht das einzige im Umlauf befindliche Stack-Modell ist. Anfänglich angetreten unter dem Motto „Everything as a Service“, hat es ebenfalls der XaaS-Stack (Anything as a Service) zu einer gewissen Bedeutung gebracht und bietet einen Schlüssel, der jede nur erdenkliche Form von IT als Service vermarkten möchte. Zu den von XaaS angebotenen Wolken-Formationen zählen unter anderen Humans as a Service (HuaaS – menschliche Intelligenz) oder Data Intensive Computing as a Service (DiCaaS – wissenschaftliche Anwendungen/Hochleistungsrechner).

Für kleine Wolkengebiete indes ist das Aufsetzen einer eigenen Cloud durchaus ein Thema. Der Schritt hin zu der persönlichen All-in-One-Wolkenlösung heißt Cloud NAS und nimmt gerade jetzt an Fahrt auf. Ein Beispiel hierzu ist die „Cloud Station“ von Synology in deren DiskStation Manager 4.0.

An ganz anderer Stelle hingegen hängt der Segen noch gewaltig schief. Die Industrie ist gegenwärtig und größtenteils komplett außen vor, wenn es um Cloud-Computing geht. Zu sensibel sind die Produktions- und Steuerprozesse, um der Cloud bereits bedenkenlos anvertraut werden zu können, und zu groß sind noch die gegenwärtigen Defizite im Bereich der Cloud-Sicherheit. Endgültigkeit in Bezug auf das Thema Wolkenstrukturen ist – zumindest zum jetzigen Zeitpunkt – nicht in Sicht, die angestrebte Offenheit von Cloud-Computing darf vorerst also weiter auf uns einwirken!

Cloud Vision

Cloud Vision  (Quelle)

Wolkenbild und Wetterlage

So klar die Einordbarkeit von Wolkenformationen ist, so vielfältig sind die Anwendungsfälle im Cloud-Himmel. Bezeichnend dabei: die scheinbare Monopolstellung der Global Player. Die Mainframe-Hersteller selbst einmal außen vor gelassen, sind es vor allem Amazon, Google und Microsoft, die schon von Haus aus im Besitz der Ressourcen sind und insbesondere in den hardwarenahen Stack-Schichten Pionierarbeit leisteten und erste Einpreisungen vorgenommen haben. Nach oben hin ist jedoch genügend Freiraum und aus starren Infrastrukturen entwickelt sich zunehmend ein kaum überschaubares Treiben der Marktteilnehmer mit vielen Bekannten und üblichen Verdächtigen. Die Auflistung ist nicht abschließend und nur beispielhaft. Im Folgeartikel stellen wir für die den Heimanwneder wichtigen Cloud-Lösungen nochmals im Detail vor.

Cloud Unternehmen

Cloud Unternehmen  (Quelle)

Die Auswirkungen auf den heimischen Markt sind entsprechend nicht anders. Exemplarisch für die Situation stehen IaaS und Paas-Hosting, deren Servicegeber zunächst nur aus dem US-amerikanischen Raum kamen und aufgrund der Entfernung und der unterschiedlich gehandhabten Anforderungen gegenüber Datenschutz und Sicherheit europäische Nutzer bisher eher abschreckten. Seit 2011 jedoch entspannt sich diese Mangel-Situation auf europäischer Seite und auch immer mehr Firmen geben ihre Widerstandshaltung auf, wobei sie den anfänglichen Schwerpunkt vor allem auf die Datencloud legen. Wenn dann erst einmal statt der 10 nur noch 5 Server im eigenen Keller arbeiten und realisiert wird, dass allein die ökonomischen Vorteile mit  Stromkosteneinsparungen von 20 % bürgen, gibt es meist kein Halten mehr. Die Vorteile der Cloud, die Standby- und Wartungszeiten reduziert und darüber hinaus gleichwertige Kompetenz kommuniziert, begeistern. Nicht umsonst also sind virtuelle Lösungen bundesweit bei über 60 % des IT-Mittelstandes verbreitet. Schauen wir uns also einige typische Anwendungsfälle an und genießen die Aussicht.

Amazon (aws.amazon.com/de/)
Firefox Plug-in für den Amazon EC2 Service. Wandeln Sie Ihre eigenen Applikationen in Amazon Machine Images und kontrollieren Sie alle wesentlichen Abläufe auf Knopfdruck.

Amazon EC2

Amazon EC2  (Quelle)

Google Docs (http://docs.google.com/) und Google Drive (https://drive.google.com)

Freie Office-Plattform für den unbeschwerten Alltag mit Texten, Tabellen, Diagrammen, Grafiken und Präsentationen; unkompliziertes Sharing und Synchronisieren, bedienbar von allen internetfähigen Computern und unterstützt mit Real-Time-Editoren für automatischen Just-in-Time-Upload. Unterstützte Formate: Microsoft Office, odf, html, pdf, rtf, ai, psd, tiff, eps, dxf, svg, ttf, xps, rar, zip. Ergänzt wird Google Docs durch den neuen Dienst Google Drive, welcher sich auch als einfacher „Cloud-Speicher“ nutzen lässt.

Office 365 (www.microsoft.com/de-de/office365/)
Kostenpflichtiges Cloud-Computing-Paket und Business-Software-Sammlung zur Steigerung der Effektivität durch Kommunikations-Tools und Online-Kooperationen. Hauptfunktionalitäten: aktuelles Office-Paket, Repository für die Team-Arbeit an Office-Dokumenten (Sharepoint), zentraler E-Mail-Verteiler (Exchange-Server), Audio- und Videotelefonate sowie Austausch von Sofort-Nachrichten (Lync). Office 365 bindet gegenwärtig über 5000 Großkunden.

Salesforce (http://www.salesforce.com/de/)
SaaS- und PaaS-Serviceanbieter mit Sitz in San Francisco. Salesforce ist ein bedeutender (vielleicht der derzeit wichtigste) Kundenmanagement-Spezialist und vermietet Geschäftslösungen aus dem CRM-Umfeld. Die Produkte reichen entsprechend von Social Web bis hin zum Social Enterprise sowohl für Projekte wie auch Human Ressources. In den Angeboten enthalten: Enterprise Resource Planning (ERP), Personalwesen (HRM) und Versorgungskettenmanagement (SCM).

Windows Azure (http://www.windowsazure.com/de-de/)
Preisgebundene Cloud-Plattform für Entwickler. Windows Azure wird als Cloud-Betriebssystem vermarket und in den Datencentern von Microsoft betrieben. Azure ist unterteilt in die Bereiche Compute, Storage, AppFabric, Virtual Network, CDN wie auch Marketplace und unterstützt den Softwareentwickler durch ein Rollensystem. Gegenüber Konkurrenzprodukten wie Google Apps überzeugt Windows Azure vor allem durch einen breiten Einsatz an möglichen Programmiersprachen – ein eigens eingerichteter Kostenkalkulator erlaubt ein flexibles Konfigurieren der individuellen Bedürfnisse

Google Picasa (http://picasa.google.com/intl/de/)
Hybrider Mix aus Desktop-Applikation und Cloud-Computing-Techniken. Picasa ist eine Bildbearbeitungssoftware, die online Speicher im Gigabyte-Bereich bereitstellt und das Archivieren sowie Verwalten von hochgeladenen Fotos erlaubt. Obwohl nur die Lightausgabe einer Bearbeitungssoftware (einfaches Korrigieren, Tunen, einige Effekte), ist Picasa gerade für seine Intuitivität geschätzt. Die Möglichkeit zur Selbstgestaltung der Anwendungsfläche und zum Anlegen von virtuellen, sharebaren Fotoalben stellt eine nicht unwesentliche Konkurrenz zu Flickr dar. Google Picasa ist Bestandteil der Google Apps bzw. in Google Plus integriert.

Dropbox (https://www.dropbox.com/)
Cloud-Webservice zur Online-Datensicherung und für automatische Synchronisierungsaufgaben. Die Idee der Dropbox ist die einer Online-Festplatte (2 GB kostenfreier Speicher), auf die einzelne Personen, aber auch ganze Benutzergruppen zugreifen können, um Daten synchronisiert zu verwalten und eine Unabhängigkeit gegenüber wechselnden Aufenthaltsorten (Linux, Windows, Mac OS, iOS, Android, Blackberry) zu gewähren. Die Dropbox ist aufgrund der eingesetzten Technologie (Amazon S3, AES256-Unterstützung, eigene TrueCrypt-Verschlüsselung) ein Vorzeigeprojekt für Cloud-Computing und ein gern benutzter erster Anlaufpunkt.

Microsoft OneDrive (https://onedrive.live.com/about/de-de/)
Auch Microsoft bietet zwischenzeitlich einen vernünftigen Cloud-Dienst, welcher vor allem mit der Integration in Windows (über Windows Live oder in Windows 8) und mit 15 GB kostenlosem Speicher glänzt. Auch Apps für mobile Geräte aller Plattformen sind verfügbar.

Apple iCloud (https://www.icloud.com/)
Der Cloud-Dienst von Apple dient vornehmlich zum Datenaustausch zwischen mehreren Apple-Geräten (und Outlook) und nimmt neben Terminen, Kontakten oder Notizen auch z.B. Bilder, Dokumente, Musik und Apps auf.

Autodesk 360 (https://360.autodesk.com/Landing/Index)
Anwendungsbeispiel für Gaming und Rendering Services (Render as a Service, Render on Demand). Statt Musikdownloads oder Foto-Online-Shop können Sie hier sogenannte Rendereinheiten erwerben und Serverzeit für die Berechnung von Animationen, automatischen Optimierungen und Szenen-Analysen erhalten. Das Arbeiten mit der Cloud macht Stunden zu Minuten und erspart im Einzelfall das gesamte Entwicklungsbüro.

Darüber hinaus gibt es natürlich fast täglich Neuankömmlinge in der Cloud und vor allem Synchronisierungsdienste à la Cubby.com, Teamdrive oder Space Monkey sprießen derzeit aus dem Himmel. Für das Verständnis wichtig ist dabei einzig der Fakt, dass bei aller Unterschiedlichkeit der Angebote aus der Cloud der praktische Umgang mit den Servicegebern stets in ähnlicher Weise verläuft. Als Gelegenheitssurfer und End-User wird sich der Browser in aller Regel als fast ausreichend erweisen und über ein grafisch bedienbares Webfrontend den Zugang in die Wolke realisieren können. Ambitionierten Cloud-Computing- Aspiranten hingegen steht in den meisten Fällen eine Art von Metaprogrammierung in Form einer Cloud API zur Verfügung, die den Umgang mit dem Cloud-Service regelt und das Einrichten erleichtert. Charakteristisch ist dabei die Breite an Programmiersprachen zur Bedienung der Cloud APIs in den oberen Stack-Schichten und die Abnahme dieser Auswahl, wenn es in Richtung der hardwarenahe Ebenen hinabgeht. REST-Architektur und SOAP sind im Cloud-Computing dabei die klar bestimmenden Paradigmen. Aber auch, wenn noch nicht jeder von Ihnen derzeit genutzte Service im Netz wirklich cloudbasierend ist, eine Zugehörigkeit zur Wolke sollte heute keiner Web-Applikation mehr abgesprochen werden. Auch im tiefsten Wolkendickicht bleibt es das Ziel der Cloud, dogmatische Vorgaben um jeden Preis zu vermeiden.

Dark Skies und Gewitterwolken

Nach allen bisherigen Lobpreisungen bedarf es natürlich auch einer abschließend kritischen Auseinandersetzung mit den rechnenden Wolken. Das, was das Publikum in Bezug auf die Cloud derzeit erlebt, ist in gewisser Weise eine vollständige Abkehr von traditioneller IT-Vermarktung und die Neuausrichtung der Servicelandschaft, deren Innovationen und Projekte den Himmel auf Erden versprechen. Zugute halten wollen wir der Cloud-Ideologie deshalb die vielen Fortschritte in den Bereichen Komfort, Bedienungsfreundlichkeit und Interoperabilität. Als Antwort auf den derzeit weltweiten technologischen Bedarf an allumfassenden Lösungen kann Cloud-Computing also vielleicht wirklich die lang ersehnte Rettung sein – wenn es denn gelingt, Wolkenspielereien beiseite zu lassen und es vermieden wird, allzu abgehobene Ideen von IT-Managern in funktionale Strategien umzusetzen.

Multidimensionalität der Cloud

Multidimensionalität der Cloud (Quelle)

 

Für den normalen DSL-Anwender mit Gefallen an der privaten Datenablage in der Cloud hört der Spaß bereits dann auf, wenn das „in Cloud geben“ und „aus der Cloud holen“ zum Nadelöhr des Uploads wird. Die mageren Uploadraten der (künstlich) asynchronen DSL-Leitungen lässt das Vorhaben einer Vollsicherung in der Cloud schnell vergessen. Dazu kommen eventuell noch die Volumen der Datenverträge mobiler Clients. Mit 300 MB Transfervolumen wird dem Musikarchiv in der Cloud jäh ein Ende gesetzt und damit Dienste wie Apples iTunes Match für viele Anwender gar nicht sinnvoll nutzbar.

So gut auch manche Idee, unbeschwert genießen ist nur dann möglich, wenn auch die Verlagerung der Cloud aus den Netzwerken in das Internet reibungslos funktioniert. Die Cloud als ökonomischer Magnet und als Shareknoten für Kompetenz und teaminterne Intelligenzen kann und wird jedoch nicht länger warten. Scheinbar niemand möchte auf die Annehmlichkeiten der Cloud Services verzichten und kaum ein IT-basiertes Unternehmen kann sich das Ausbleiben des Effektes von betrieblich direkt kommuniziertem sowie wirksamem Know-how leisten bzw. auf die Synergien aus ungezwungen errichteten Managementprozessen verzichten. Wo also ist der Haken … keine Regenschirme oder Schlechtwetterkleidung? Doch! Genau für diesen Sachverhalt stehen die beiden Hauptbegriffe „Managing Trust“ und „Corporate Technical Responsibility“. In puncto Datenschutz und Sicherheit ist die Sicht – um es vorsichtig auszudrücken – diesig und über viele Risiken wurde noch nicht ausreichend aufgeklärt. Vielleicht ganz verständlich, wird bedacht, dass die neue Cloud-Mentalität Freiheiten an Stellen verspricht, wo es normalerweise ohne Restriktivität kein Auskommen gibt. Das Aufweichen dieser Grenzen verunsichert und angesichts von fragwürdigen Datenschutzbestimmungen und internationalen Streitigkeiten bezüglich Datenschutzabkommen sind leichte Wetterkapriolen nicht ganz unerwartet. Wichtig in diesem Zusammenhang ist es zu verstehen, dass Cloud-Computing und Politik sich nicht unähnlich sind, hinter der Cloud eine Lobby steht und Kontakt- und Kundendaten nur begrenzt Ländergrenzen passieren dürfen. Wie schnell es gehen kann, dass sensible Daten über Nacht unerreichbar werden, sei es durch die Zahlungsunfähigkeit des Anbieters oder Staatsanwälte, ist den Anwendern hoffentlich inzwischen klar. Spätestens also dann, wenn sich die richtigen Mittel gegen Datenverlust und Mitarbeiter-Leaks etabliert haben und Datenbestimmungen bedingungslos Cloud-kompatibel umsetzbar sind, wird es vielleicht wirklich zu einer lang anhaltenden Schönwetterperiode mit vereinheitlichten Standards kommen.

Zusammenfassung

Zusammenfassung (Quelle)

Stefan Brätsch ist selbstständiger Softwareentwickler, IT-Autor wie auch IT-Manager und widmet sich auf seiner Unternehmensseite www.systemcräsh.de, u.a. den Themen IT-Projektmanagement, „Wissenschaft as a Service“ und HUMINT.

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