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Wordpress

Professionelles Internetportal oder persönlicher Blog: WordPress ist der Alleskönner unter den Content-Management-Systemen (CMS). Ehemals als rudimentäre Blogsoftware konzipiert, ist das einst simple Grundgerüst durch die stetige Weiterentwicklung im Verlauf der Zeit immer komplexer geworden. Für kleinere Webhosting-Projekte ist WordPress damit oftmals schlicht überdimensioniert. Daneben gibt es aber noch einige weitere Gründe, die für eine WordPress-Alternative sprechen. Welche das sind, erfahren Sie in diesem Beitrag. Außerdem stellen wir verschiedene CMS-Tools vor, die durchaus einen Blick wert sind.

Wo werden Content-Management-Systeme generell eingesetzt?

CMS werden in erster Linie für den Betrieb von Webseiten eingesetzt, man findet Sie aber auch „offline“, zum Beispiel bei Intranet-Plattformen.

Gibt es auch kostenlose Alternativen zu WordPress?

Ein gutes CMS muss nicht automatisch teuer sein. In diesem Artikel stellen wir Ihnen auch einige leistungsstarke kostenlose Alternativen zu WordPress vor.

Kann ich meine CMS-Instanz auch selbst hosten?

Das ist selbstverständlich möglich, allerdings benötigen Sie dafür neben zusätzlichem Webspace meist auch fortgeschrittene Programmierkenntnisse.

1. Gründe, die für die Verwendung einer WordPress-Alternative sprechen

Nicht immer ist der Marktführer automatisch das Nonplusultra, wenn es um den Aufbau eines Webauftrittes geht. Es gibt auch eine ganze Reihe von Gründen, die dafür sprechen, sich nach einer geeigneten WordPress-Alternative umzusehen:

  • Für einfache Projekte ist WordPress viel zu umfangreich und komplex.
  • Gerade dieser Umstand führt nicht selten auch zu Performance-Problemen. Hinzu kommt, dass Plugins und Themes fehlerhaft programmiert sein und/oder Kompatibilitätsprobleme hervorrufen können. Sind zu viele Erweiterungen im Einsatz, leidet mitunter auch der Pageload. Fairerweise muss man aber sagen, dass es sich dabei um eine Problematik handelt, vor der Sie auch mit einer Alternative nicht gewappnet sind.
  • Das Basispaket ist zwar kostenlos, für den Aufbau einer individuellen Webseite kommen Sie in der Regel aber nicht um den Erwerb kostenpflichtiger Zusatzangebote herum.
  • Auch mit dem Sicherheitsaspekt ist es bei WordPress so eine Sache: Die Software ist Open-Source und bietet dadurch natürlich jede Menge Angriffsfläche für Hacker und Malware (z.B. durch nicht verifizierte Plugins).
  • Wenn Sie eine Webseite in WordPress richtig personalisieren möchten, kommen Sie ohne einschlägige Programmierkenntnisse nicht weit. Für Einsteiger ist das Programm daher nicht wirklich geeignet.
Als weit verbreitete Open-Source-Software stellt WordPress auch ein willkommenes Angriffsziel für Hacker und Schadsoftware dar.

2. Verschiedene WordPress-Alternativen im Überblick

Die Wahl des richtigen Content Management Systems hängt natürlich in erster Linie davon ab, was Sie damit machen wollen. In diesem Abschnitt haben wir die besten WordPress-Alternativen zusammengetragen und zeigen Ihnen, welche Voraussetzungen für die Verwendung gelten und welche Vor- und Nachteile es im Einzelnen gibt.

2.1. Wix

Zugegeben – für den deutschen Markt ist der Name zwar etwas unglücklich gewählt, dafür können Sie mit dem Homepage-Baukasten von Wix aber auch ohne Vorkenntnisse in weniger als 15 Minuten ansehnliche Webseiten erstellen. Spezielle Künstler und Fotografen dürfte sich von den viele verschiedenen Layouts angesprochen fühlen, zudem gibt es auch zahlreiche Branchenvorlagen, mit denen Sie Ihrer Business-Website perfekt an Ihre Anforderungen anpassen können.

Template-Vorschau in Wix

In Wix stehen Ihnen zahlreiche verschiedene Design- und Branchen-Templates zur Auswahl.

Benutzerfreundlichkeit ist das A und O bei Wix und Dank Drag & Drop – Funktionalität lässt sich das Tool auch deutlich einfacher bedienen als WordPress. Das Basis-Paket von Wix ist kostenlos, allerdings müssen Sie dafür lästige Werbung und verschiedene Einschränkungen (z.B. beim Speicherplatz) in Kauf nehmen. Die Premium-Angebote beginnen bei 4,50 Euro im Monat, Selbständige und Unternehmen starten mit dem „Business Basic“ – Tarif bei 17 Euro monatlich.

  • schnelle und einfache Einrichtung
  • Bedienung auch ohne Programmierkenntnisse möglich
  • kostenlose Basis-Version verfügbar
  • umfangreiche Individualisierungsmöglichkeiten
  • viele Branchenvorlagen und Design-Templates
  • Betrieb mehrerer Webseiten über einen Account möglich
  • zahlreiche Erweiterungsmöglichkeiten über den App-Markt
  • Werbung in der kostenlosen Basis-Version und leider auch im günstigsten Premium-Tarif
  • Templates können nach der Erstauswahl nicht mehr gewechselt werden
  • keine Email-Postfächer inkludiert
  • Shop entspricht nicht dem deutschen Recht
  • Preise im Vergleich zu den Wettbewerbern etwas höher

2.2. Weebly

Weebly ist ein kostenloser Website-Builder, der ganz ähnlich funktioniert wie Wix, allerdings in Sachen Funktionsvielfalt etwas hinter der Konkurrenz zurücksteht. Auch bei Weebly erstellen Sie bequem via Drag & Drop Ihren Internetauftritt. Dafür stehen Ihnen verschiedene Designs, ähnlich den WordPress-Templates, zur Verfügung. Die Nutzung erfolgt komplett browserbasiert, das bedeutet, es ist keine zusätzliche Installation erforderlich.

Weebly Homepage

in Weebly erfolgt die gesamte Bearbeitung über den Browser. Die Installation einer zusätzlichen Software ist dafür nicht erforderlich.

Im kostenlosen Tarif stehen Ihnen 500 MB Speicherplatz zur Verfügung, allerdings wird, wie bei den meisten Angeboten dieser Art, Werbung eingeblendet. Zudem gibt es erweiterte Features, wie beispielsweise die individuelle Subdomain, die Webseitensuche oder passwortgesicherte Bereiche, ausschließlich in den Bezahl-Versionen. Die Preise der Premium-Tarife für den persönlichen Gebrauch beginnen bei 5 Euro im Monat. Für Unternehmen, Organisationen und Selbständige bietet Weebly Business Websites und Online-Stores a 10 Euro im Monat an.

  • intuitive und benutzerfreundliche Bedienung, daher auch gut für Anfänger geeignet
  • viele Grundfunktionen in der kostenlosen Version nutzbar
  • umfangreiche Online-Shop-Funktionen
  • flexibles Tarifmodell
  • integrierte E-Commerce-Funktionen
  • wenig Individualisierungsmöglichkeiten
  • eingeschränkte Funktionalitäten für Blogger
  • Telefon-Support nur auf Englisch verfügbar
  • Premium-Tarife vergleichsweise teuer

2.3. Drupal

Drupal ist ein Open-Source CMS zum selbst hosten, mit dem sich jede denkbare Webseite vom Blog bis hin zum Sozialen Netzwerk zusammenbauen lässt. Genau diese Fähigkeiten machen das System aber leider auch sehr komplex, daher richtet es sich in erster Linie an erfahrene Entwickler. Ursprünglich wurde das System als Forums-Software konzipiert und später zu einer Plattform für Community-Seiten weiterentwickelt. Aus diesem Grund ist die Forenunterstützung auch heute noch Kernbestandteil von Drupal.

Drupal als WordPress Alternative

Für Drupal existiert ein recht rege Community, über die Sie mit anderen Nutzern Lösungsansätze oder Erweiterungen austauschen können.

Drupal ist kostenlos, für die Verwendung fallen also keine Lizenzgebühren an. Allerdings kommen dennoch Kosten auf den Homepage-Betreiber zu, beispielsweise in Form von Webspace, der zusätzlich angemietet werden muss.

  • kann als Open-Source-Software kostenlos genutzt werden
  • strukturiert und logisch aufgebaut
  • universell einsetzbar und vielseitig erweiterbar
  • gut vernetzte Community
  • Web 2.0 Features sind inkludiert
  • Anspruchsvolle Taxonomie-Strukturen möglich
  • multidomainfähig
  • eignet sich hauptsächlich für erfahrene Entwickler
  • Installation sehr schwierig
  • keine visuelle Trennung von Front- und Backend
  • Mehrzahl der Plugins kostenpflichtig

Gut zu wissen:

Im Jahr 2018 wurde Drupal zum Ziel eines sogenannten Zero-Day-Exploits. Dabei ermöglichte ein kritischer Fehler es Hackern, auf sämtlichen Webseiten der Versionen 6, 7 und 8 ohne Authentifizierung beliebigen Code auszuführen. Nach offiziellen Angaben waren mehr als eine halbe Million Webseiten von dem Angriff betroffen, die Dunkelziffer ist aber noch deutlich höher.

2.4. Joomla

Ein weiteres dynamisches Open-Source-CMS, das sich großer Beliebtheit erfreut, ist Joomla. Es entstand 2005 aus einer Abspaltung („Fork“) des Content-Management-Systems „Mambo“ und wurde bis zu dessen Einstellung 2008 als unabhängiges Projekt weiterentwickelt. Joomla gilt im Vergleich zu WordPress als deutlich vielseitiger, ist dabei in seinem Handling aber einfacher als Drupal. Als flexible Mittellösung richtet es sich damit auch an weniger erfahrene Entwickler.

Joomla Webseite

Kostenlose WordPress-Alternative: Joomla ist Open-Source, um das Hosting müssen Sie sich allerdings selber kümmern.

Auch Joomla ist in der Nutzung gratis (keine Lizenzgebühren), ähnlich wie bei Drupal fallen aber auch hier Kosten in Form von Erweiterungen oder additivem Webspace an.

  • goldener Mittelweg zwischen Wordpress und Drupal
  • multilingual
  • strukturiertes, aufgeräumtes Backend
  • keine fortgeschrittenen Programmierkenntnisse erforderlich
  • im Vergleich zu WordPress deutlich komplexer
  • ausbaufähiger Drittanbieter-Marktplatz
  • Kommentare und Multi-Sites nur durch Erweiterungen umsetzbar
  • kein offizieller Template-Katalog vorhanden

2.5. Typo3

Typo3 ist das Content Management System für Profis, Hobby-Blogger brauchen daran gar nicht erst einen Gedanken verschwenden. Das Tool kann viel, verlangt seinen Nutzern allerdings auch eine ganze Menge ab. Daher eignet es sich in erster Linie für den professionellen Bereich. Die erste Version von Typo3 erschien bereits im Jahr 1998, somit hat die Software eine deutlich längere Entwicklungszeit durchlaufen als die meisten anderen Content-Management-Systeme.  

Typo3 als WordPress Alternative

Nichts für Anfänger: Typo3 ist eine WordPress-Alternative für den Business-Bereich und richtet sich daher vor allem an erfahrene Entwickler.

Das Programm genießt nicht nur den Ruf, übermäßig kompliziert zu sein, es ist auch ziemlich komplex. Webseiten-Entwickler benötigen oft mehrere Monate, um sich in das System einzuarbeiten, was vor allen Dingen der programmeigenen Scriptsprache „TypoScript“ geschuldet ist.

Auch Typo3 ist Open-Source, das bedeutet, dass sowohl die nichtkommerzielle als auch die kommerzielle Nutzung ohne Lizenzkosten erfolgen.

  • professionelles CMS mit umfassendem Rechte- und Rollenmanagement
  • multiwebseitenfähig
  • Sicherheit als zentraler Aspekt der Entwicklung
  • als Open-Source kostenlos nutzbar
  • wird überwiegend in Deutschland genutzt und ist dort weit verbreitet
  • sehr komplex und schwierig in der Nutzung
  • aufwendige Konfiguration und Administration
  • ausschließlich für den professionellen Bereich geeignet
  • erfordert erweitere Programmierkenntnisse (TypoScript)
  • Designs können nicht einfach übertragen werden

Tipp:

Etwas neuer auf dem Markt ist das Angebot von Jimdo, dessen Homepage-Baukasten auf konsequente Einfachheit setzt. Für die Einarbeitung in den Editor brauchen Sie nicht einmal fünf Minuten, trotzdem behalten Sie die volle Kontrolle über Seitentitel, Meta-Beschreibung und URL. Dank flexibler Design-Vorlagen stellt das Tool eine gute Alternative für Freiberufler, Bands oder Restaurantbesitzer und alle anderen Webseitenbetreiber dar, die nicht übermäßig viel Zeit in den Aufbau eines professionellen Internet-Auftritts investieren wollen.

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