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Die neue Social-Media-App Clubhouse aus den USA hat einen echten Hype ausgelöst, denn statt ellenlanger Chats gibt es hier Echtzeit-Gesprächsrunden und Live-Podcast via Lautsprecher und Mikrofon. Clubhouse ist somit vergleichbar mit öffentlichen Telefonkonferenzen, an denen jedes Mitglied teilnehmen kann. In den Chaträumen geht es um gesundes Essen, die Klimapolitik oder die App selbst und auch immer mehr Promis tummeln sich mittlerweile im Netzwerk. Im Gegensatz zu den Nutzern sind Datenschützer von der Software allerdings nicht so begeistert. Lesen Sie hier, wie Clubhouse funktioniert und wie Sie beim Drop-in-Audio-Chat fürs iPhone mitmachen können.

Wie funktioniert die Clubhouse-App?

Die Kommunikation findet bei Clubhouse in sogenannten „Rooms“ (Räumen) statt. Als User treten Sie entweder einem öffentlichen Raum bei oder eröffnen einen eigenen. Auch geschlossene Räume, in denen Sie mit Ihren Freunden unter sich bleiben können, sind möglich.

Kann sich jeder einfach so bei der Clubhouse-App anmelden?

Nein. Sie können zwar die App aus dem App-Store herunterladen und sich vorab schon einmal einen Benutzernamen sichern, für die endgültige Registrierung benötigen Sie aber einen Einladungs-Link eines bereits bestehenden Mitglieds.

Gibt es Clubhouse auch für Android?

Clubhouse für Android befindet sich seit Anfang Mai 2021 in den USA in einer geschlossenen Beta-Phase. Seit dem 18.05.2021 ist die App in Brasilien, Russland und Japan verfügbar, der Rest der Welt soll laut einem Tweet des Herstellers im Laufe der kommenden Woche(n) folgen.

1. Was ist die Clubhouse-App und wie kann ich mitmachen?

Invite für die Clubhouse-App

Sie können die Clubhouse-App fürs iPhone zwar kostenlos herunterladen und installieren, für den Zugang ist aber eine exklusives Einladung (ein sogenanntes „invite“) eines bereits aktiven Clubhouse-Mitglieds erforderlich.

Social-Media-Apps wie Facebook, Twitter, TikTok oder Instagram schießen wie Pilze aus dem Boden und bei den meisten steht das posten, teilen und liken von Bildern und Videos im Vordergrund. Anders bei Clubhouse: Hier treffen Sie sich mit anderen Mitgliedern in virtuellen Räumen zu Gesprächsrunden in Echtzeit. Dank ausgeklügeltem Marketing tummeln sich inzwischen auch immer mehr Promis wie Paris Hilton, Ashton Kutcher oder Oprah Winfrey im angesagten Drop-In-Audio-Netzwerk.

Sie können die Clubhouse-App für iOS zwar kostenlos herunterladen und installieren, für den Zugang ist aber eine exklusives Einladung (ein sogenanntes „invite“) eines bereits aktiven Clubhouse-Mitglieds erforderlich. Diese erhalten Sie entweder von Freunden oder Bekannten oder sich lassen dafür bei Anbieter auf eine Warteliste setzen.

Wenn Sie selbst neue Mitglieder zu Clubhouse einladen möchten, müssen diese nicht zwingend in Ihren Kontakten gespeichert sein. Sie können alternativ auch einfache die Telefonnummer in die App eingeben und die Invite auf diesem Weg versenden.

Gut zu wissen: Clubhouse wurde 2020 vom amerikanischen Unternehmen Alpha Exploration Co. mit Sitz in Salt Lake City veröffentlicht, dessen Gründer Paul Davison und Rohan Seth ehemalige Mitarbeiter von Google und Pinterest sind.

1.2. Die Rollenverteilung in der Clubhouse-App

Im Gegensatz zu Podcasts, bei denen nur in eine Richtung ausgesendet wird, erlaubt Clubhouse Interaktionen und direkte Konversationen. Innerhalb eines Raumes können User drei unterschiedliche Rollen einnehmen:

  • Moderatoren leiten die Gesprächsrunde und können andere Nutzer als aktive Sprecher auf eine virtuelle Bühne holen. Bei Bedarf können Sie die Sprecher aber auch stumm schalten oder sie zurück ins „Publikum“ schicken.
  • Sprecher nehmen aktiv an der Unterhaltung teil.
  • Zuhörer lauschen passiv der Diskussion, ohne sich dazu zu äußern. Möchten Sie im Laufe des Gespräches doch etwas beitragen, können Sie dem Moderator per digitalem Handzeichen signalisieren, dass er Sie auf die Bühne holen soll.

Das folgenden Video-Tutorial zeigt die Funktionsweise der Clubhouse-App noch einmal im Detail:

1.3. Weitere Funktionen

Mithilfe der Kalenderansicht können Sie geplante Räume einsehen und verpassen so keine interessanten Gesprächsrunden. Zu besseren Orientierung gibt es außerdem verschiedene Themen-Bereiche, denen Sie beitreten können. Das Prinzip funktioniert ähnlich wie bei Facebook, mit dem Unterschied, dass auch hier ausschließlich audiobasierte Inhalte geteilt werden.

Auf Ihrem Profil haben Sie zudem die Möglichkeit, sich mit anderen Social-Media-Apps (z. B. Facebook oder Twitter) zu verlinken. Darüber hinaus können Sie auch Links an Ihr Profil oder Ihren Club versenden. Nutzen Sie dafür das Share-Icon auf Ihrer-Profil-Seite oder den Button „Share a Link“ auf der Clubseite.

Gut zu wissen: Neue Nutzer, die erst wenige Woche Mitglied bei Clubhouse sind, erkennen Sie an den Party-Emoji neben dem Profilbild.

2. Wie sieht es bei Clubhouse mit dem Datenschutz aus?

Datenschutz im Duden markiert

Datenschützer befürchten, dass mithilfe der Kontaktdaten sogenannte Schattenprofile in der Clubhouse-App angelegt werden könnten.

Trotz aller Euphorie trüben bei Clubhouse erhebliche Sicherheitsmängel den exklusiven Spaß und haben im Januar 2021 sogar zu einer Abmahnung durch die Verbraucherzentrale Bundesverband (VzBv) geführt. Die App benötigt zum einen Zugriff auf die eigenen Kontakte im Telefonbuch, da Sie ansonsten keine Einladungen verschicken können. Stimmen Sie zu, speichert Clubhouse die Daten anderer ohne deren Zustimmung auf Servern in den USA.

Datenschützer befürchten, dass Hacker mithilfe der Kontaktdaten sogenannte Schattenprofile anlegen könnten. Dabei handelt es sich um Profile für Personen, die zwar in den Telefonbüchern anderer gespeichert aber selbst nicht auf Clubhouse angemeldet sind.

Darüber hinaus sollen laut den Machern eigentlich alle Gesprächs-Mitschnitte nach dem Ende einer Unterhaltung gelöscht werden. Reicht ein Mitglied jedoch Beschwerde wegen Missbrauchs ein, wird die gesamte Audio-Datei gespeichert. Auf diese Weise sollen unter anderem sexistische oder rassistische Verstöße nachverfolgt werden können. Wer konkret Zugriff auf die Aufzeichnungen erhält, bleibt allerdings unklar.

Ein weiterer Kritikpunkt: Deutsche Nutzer, die nur über eingeschränkte oder gar keine Englischkenntnisse verfügen, finden weder eine Datenschutzerklärung in deutscher Sprache noch eine Adresse für Datenschutzauskünfte innerhalb der EU, wie laut DSGVO (Datenschutzgrundverordnung) vorgesehen ist.

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Clubhouse-App: Wir beleuchten die Hype-Software
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