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Frau an ergonomischem Computerarbeitsplatz

Wer hauptsächlich am Computer arbeitet und sich über einen unbequemen Arbeitsplatz beschwert, wird meist nur müde belächelt. Dabei kann die vermeintlich leichte Tätigkeit zu erheblichen körperlichen Beschwerden führen und auf lange Sicht sogar krank machen. Das Dauersitzen in monotoner Haltung ist Schwerstarbeit für die Augen und belastet den kompletten Bewegungsapparat. In diesem Artikel erfahren Sie, auf welche Besonderheiten Sie bei einem Computerarbeitsplatz achten müssen, um Ihre Gesundheit zu schützen.

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  • In Deutschland arbeiten rund 20 Millionen Beschäftigte ausschließlich am Computer.
  • Die Vorgaben für die ergonomische Gestaltung von Büroarbeitsplätzen sind in der Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) festgelegt.
  • Durch ein betriebliches Gesundheitsmanagement und gesunde Arbeitsplätze können viele typische Berufskrankheiten verhindert

1. Welche gesetzlichen Vorschriften gelten für die Arbeit am PC?

Laut §3 des Arbeitsschutzgesetzes sind Unternehmen in Deutschland dazu verpflichtet, für einen Arbeitsplatz zu sorgen, der die Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten gewährleistet. Dazu gehört unter anderem das Bereitstellen einer geeigneten Organisation und der erforderlichen Arbeitsmittel. Daneben kann der Arbeitgeber verschiedene Maßnahmen ergreifen, die zur Förderung der Gesundheit beitragen, wie zum Beispiel

  • gesundheitsfördernde Gestaltung der Arbeitsumgebung
  • Anti-Stress-Trainings und Maßnahmen zur psychologischen Unterstützung
  • Betriebssport (z.B. Yoga oder Gymnastikkurse)

Vom Arbeitgeber durchgeführte Maßnahmen dürfen nicht auf die Beschäftigten umgelegt werden, das heißt, der Arbeitgeber muss die vollen Kosten dafür tragen. Das betrifft auch mögliche Arbeitsausfälle, die während oder aufgrund der Durchführung stattfinden.

Die Richtlinien für die Ergonomie bei Büroarbeitsplätzen finden Sie hingegen in der Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV). Hier werden die wichtigsten Vorgaben zu

  • Beleuchtung
  • Raumklima
  • Bildschirm, Tastatur und Maus
  • Mobiliar
  • Lärm, Platz und Strahlung

festgelegt. Außerdem fordert die ArbStättV, dass sämtliche Office- und Telearbeitsplätze regelmäßig auf Ihre Gefährdung hin beurteilt werden müssen.

Gut zu wissen: Arbeitgeber, die eine Beurteilung der Arbeitsbedingungen an PC-Arbeitsplätzen verweigern, können mit einem Bußgeld von bis zu 25.000 Euro bestraft werden.

2. Wie sollte ein „gesunder“ Computerarbeitsplatz eingerichtet sein?

Die häufigsten Beschwerden, über die Beschäftigte nach einem langen Tag vor dem Bildschirm klagen, sind Rücken- oder Nackenschmerzen. Aber auch tränende oder trockene Augen und sogar schmerzhafte Sehnenscheidenentzündungen sind keine Seltenheit.

Die Nachfolgende Checkliste zeigt die wichtigsten Kriterien, die Sie bei der Einrichtung eines Computerarbeitsplatzes beachten sollten.

2.1. Die optimale Beleuchtung für die Augen

Die ideale Bürobeleuchtung

Die ideale Bürobeleuchtung kombiniert Tageslicht mit künstlichen Lichtquellen.

Ein wesentlicher Faktor für die Gesundheit ist die Beleuchtung. Idealerweise ist Ihr Arbeitsplatz zu einhundert Prozent mit Tageslicht ausgestattet. Natürliches Licht regelt die Vitamin D Produktion unseres Körpers und sorgt so für mehr Wohlbefinden.

Da jedoch nur die wenigsten Büros über ausreichend Tageslicht verfügen, ist ein kluges Lichtkonzept essenziell, denn ein Vitamin-D-Mangel führt auf Dauer nicht nur zu Müdigkeit, sondern hat meist auch gesundheitlichen Beschwerden zur Folge.

Die Beleuchtung am Computerarbeitsplatz sollte möglichst aus

  • Tageslicht
  • direkter und indirekter Beleuchtung
  • Schreibtischlampe

bestehen und möglichst gleichmäßig in einer angemessenen Stärke erfolgen. Vergewissern Sie sich zudem, dass es keine Blendeffekte, Schattenwürfe und Spiegelungen gibt.

2.2. Das Equipment und die Arbeitsmittel

Muskel- und Skelett-Erkrankungen beugen sie mit einer ergonomischen Büroeinrichtung vor. Zudem kann das richtige Mobiliar auch Symptomen wie Kopfschmerzen, Müdigkeit und flimmernden Augen entgegenwirken.

2.2.1. Den Monitor richtig einstellen und positionieren

Hier kommt es vor allem auf die Position an: Ein falsch eingestellter Monitor verursacht nicht nur Nackenschmerzen, sondern kann durchaus auch der Grund für eine Migräne nach mehreren Stunden vor dem Bildschirm sein.

Grundsätzlich gilt: Der Abstand zum Monitor sollte 50 bis 70 cm betragen und der obere Rand nicht über Augenhöhe sein. Idealerweise müssen Sie den Kopf leicht neigen, wenn Sie die erste Zeile lesen möchten. Gute Geräte besitzen zudem einen beweglichen Standfuß, mit dem Sie beliebig gedreht, gekippt oder in der Höhe verstellt werden können.

Achten Sie bei der Wahl Ihres Bildschirms auch immer darauf, dass es sich um ein strahlungsarmes Modell mit entsprechender CE-Kennzeichnung handelt. Durch die optimale Einstellung von Kontrast und Helligkeit entlasten Sie Ihre Augen. Wählen Sie außerdem einen Standort, an dem Sie nicht von der Sonne geblendet werden und es keine Reflexionen und dem Bildschirm gibt.

Gut zu wissen: Studien haben ergeben, dass sich auch die Größe des Monitors auf das Arbeitsverhalten auswirkt. So arbeiten Mitarbeiter mit einem größeren Modell im Schnitt 50% schneller als die Kollegen mit einem kleineren Bildschirm.  

2.2.2. Der richtige Schreibtisch für den gesunden Computerarbeitsplatz

Der perfekte Bürotisch sollte eine Höhe von 68 bis 76 Zentimetern aufweisen und nach oben und unten verstellbar sein. Bestenfalls besteht sogar die Möglichkeit, sich während der Arbeit beim Stehen und Sitzen abzuwechseln.

Der Tisch muss zudem groß genug sein, damit der Monitor weit genug entfernt positioniert werden kann und es genügend Abstellfläche für alle anderen technischen Geräte (z.B. Telefon) gibt. Ideal ist eine Tiefe von 75 bis 90 Zentimetern.

Moderne Tische sind zudem mit Kabelschächten ausgestattet, in denen sämtliche Verkabelungen untergebracht werden können, wodurch es keine gefährlichen Stolperfallen gibt.

2.2.3. Ein verstellbarer Bürostuhl ist ideal

Frau mit Rückenschmerzen am PC

Mit dem richtigen Bürostuhl gehören Rückenschmerzen zukünftig der Vergangenheit an.

Auch der Bürostuhl muss individuell auf die Bedürfnisse des Beschäftigten angepasst werden können und jederzeit eine entspannte Körperhaltung ermöglichen. Je mehr der Stuhl auf Ihre persönlichen Anforderungen eingestellt werden kann, desto ergonomischer ist er.

Ein guter Bürostuhl sollte generell über Funktionen und Mechaniken verfügen, die Sie bei Ihrer täglichen Arbeit unterstützen (eine höhenverstellbare Sitzfläche gilt beispielsweise mittlerweile als Standard). Die Rückenlehne sollte zudem möglichst hoch sein, um die Brustwirbelsäule beim Zurücklehnen zu entlasten.

Gut zu wissen: Um die Durchblutung der Beine zu gewährleisten, sollte zwischen dem Knie und der Vorderkante der Sitzfläche ein 4 - 6 cm breiter Raum frei bleiben.

2.2.4. Auch Tastatur und Maus können zum gesunden Computerarbeitsplatz beitragen

Auf der Checkliste für die perfekte Tastatur stehen im Normalfall drei wichtige Punkte:

  1. Das Tastenfeld sollte geteilt sein, um ein Abknicken der Handgelenke nach außen zu vermeiden.
  2. Die Tasten sollten leicht nach innen gewölbt sein, da so das Tippen erleichtert und ein Eindrehen des Armes verringert wird.
  3. Es sollte eine Handballenauflage vorhanden sein, um die Handgelenke zu entlasten.

    Ergonomisch geformte Maus auf Schreibtisch

    Entlasten Sie Ihr Handgelenk mit einer ergonomisch geformten Maus.

Bei der Maus sollte Sie vornehmlich darauf achten, dass Sie Ihre Hand beim Bedienen nicht verdrehen oder verrenken müssen. Nutzen Sie am besten ein ergonomisches Modell, das die gesamte Handfläche ausfüllt. Auch hier kann die Nutzung eines Mouse-Pads mit Handballenauflage für eine entsprechende Entlastung der Gelenke sorgen.

2.3. Die perfekte Arbeitsumgebung

Ein gesunder Computerarbeitsplatz steht und fällt auch immer mit dem vorherrschenden Raumklima. Sorgen Sie immer für eine angemessene Temperatur (um die 20 °C) und für eine ausreichende Luftfeuchtigkeit (etwa 50%). Eine gute Belüftung ist ebenfalls unverzichtbar, allerdings kann permanente Zugluft zu Krankheiten führen. Vermeiden Sie daher alle möglichst alle unerwünschten Luftbewegungen.

Tipp: Grünpflanzen verbessern nicht nur die Luftfeuchtigkeit sondern filtern auch Schadstoffe aus der Luft.

Auch Lärm hat einen direkten Einfluss auf die Arbeitsleistung: Laute Drucker oder der telefonierende Büro-Nachbar stören die Konzentration und wirken sich negativ auf das Arbeitsklima aus. Verbannen Sie laute Geräte daher immer in einen Nebenraum und stellen Sie in Großraumbüros Schallschutzwände auf.

3. Wie können Sie selbst zu einer gesünderen Arbeitsweise beitragen?

Kollegen treffen sich im Büro

Regelmäßige Bewegung ist alles: Schauen Sie daher ab und zu auch mal persönlich bei den Kollegen vorbei.

Oft reichen schon kleine Veränderungen aus, um die gesundheitlichen Belastungen am Computerarbeitsplatz zu verringern. Mit diesen Tipps können Sie selbst einiges für Ihre Gesundheit am Arbeitsplatz tun:

  • Stehen Sie so oft wie möglich auf und nutzen Sie jede Gelegenheit zur Bewegung, zum Beispiel indem Sie persönlich beim Kollegen im Nachbarbüro vorbeischauen oder Ihre Telefonate im Stehen führen
  • Bauen Sie kleine Dehnpausen in Ihren Arbeitsalltag ein, zum Beispiel einmal stündlich für 5 – 10 Minuten
  • Verändern Sie möglichst oft Ihre Sitzposition (beispielsweise durch Vorbeugen oder Zurücklehnen) und verharren Sie niemals zu lange in einer Stellung.

Gut zu wissen: Die perfekte Haltung gibt es nicht. Das A und O für ein ergonomisches, gesundes Arbeiten sind die Dynamik und der stetige Wechsel.

 

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