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Festplatte partitionieren Windows 10

Kostengünstige HDD-Speicherkapazität gepaart mit der Schnelligkeit einer SSD: Hybrid-Festplatten (oder SSHDs, „Solid-State Hybrid Drives“) vereinen die Vorteile beider Laufwerkstypen in einem Speichermedium. In diesem Artikel erklären wir Ihnen die Funktionsweise einer Hybrid-Festplatte und zeigen, welche Vorteile und Nachteile sie im Vergleich zu konventionellen Festplatten hat.

Was bedeutet „Hybrid“?

Der Begriff leitete sich vom griechischen Wort „hybrida“ ab und bedeutet soviel wie Mischling. Umgangssprachlich bezeichnet man damit die Mischung zweier Eigenschaften oder Arten, die ansonsten voneinander getrennt sind.

Kann man eine SSHD genau wie eine normale Festplatte formatieren?

Die Handhabung einer Hybrid-Festplatte unterscheidet sich nicht von anderen Festplatten. Sie können diese wie gewohnt formatieren, konfigurieren, partitionieren, klonen oder mit dem gewünschten Dateisystem (FAT32, NTFS, ext4) versehen.

Wie groß ist der Flash-Speicher auf einer SSHD?

Das hängt von der Art und dem Hersteller der SSHD ab. Die derzeitigen Hybrid-Festplatten-Flaggschiffe (z.B. die Modelle von Seagate) besitzen bereits einen NAND von 64 GB oder mehr.

1. Was ist eine Hybrid-Festplatte?

Hybrid-Festplatte in Notebook installieren

Besonders Notebooks profitieren von der kombinierten Bauweise der SSHDs, da auch aktuelle Modelle in der Regel nur eine Festplatte aufnehmen können.

In der Informationstechnologie bezeichnet der Begriff „Hybrid-Festplatte“ ein physisches oder logisches Speichergerät, das ein schnelles Medium (z.B. ein Solid State Drive, SSD) mit einem Laufwerk mit hoher Kapazität (z.B. eine Hard Disk Drive, HDD) kombiniert.

Dabei unterscheidet man grundsätzlich zwischen zwei Arten von Festplatten-Hybridsystemen:

  • Beim Dual-Drive-Hybridsystem werden zwei physisch getrennte Festplatten (eine HDD und eine SSD) kombiniert, die auf demselben Computer installiert sind. Die SSD dient als Cache für die auf der HDD gespeicherten Daten und hält Kopien der am meisten verwendeten Inhalte, wodurch sich automatisch die Gesamtperformance des Systems verbessert. Ein großer Vorteil dieser Technologie besteht darin, dass das Betriebssystem beide Laufwerke bei Bedarf unabhängig adressieren kann.
  • In Solid-State-Hybridsystemen (SSHD) sind die Funktionen hingegen in einer gemeinsamen Hardware integriert. Dazu implementieren die Hersteller einen NAND-Flashspeicher in das Festplattenlaufwerk, der vom Betriebssystem als separate Partition erkannt wird, und auf dem die Daten mit den meisten Zugriffen abgelegt werden.

Gut zu wissen: Eine Hybrid-Festplatte schreibt die Daten so lange in den Flash-Speicher, bis dessen Kapazität erschöpft ist. Erst danach wird der Inhalt des Flash-Speichers auf die Festplatte übertragen.

2. Die Vor- und Nachteile von Hybrid-Festplatten im Überblick

Die Kombination der beiden Speicherlösungen ist eigentlich aus rein pragmatischen Gründen entstanden. Bei Desktop-PCs war es zwar möglich, mehrere Festplatten in einem Gehäuse unterzubringen, hingegen können auch aktuelle Notebooks häufig nur eine Festplatte aufnehmen. Zudem sind reine SSD-Platten immer noch relativ teuer.

2.1. Schneller als eine gewöhnliche Festplatte, aber günstiger als eine SSD

Hybrid-Festplatten sind zwar etwas teurer als herkömmliche HDDs aber trotzdem deutlich günstiger als SSDs mit vergleichbarer Kapazität. In erster Linie punkten sie aber mit ihrer Schnelligkeit. Mit einem hybriden Datenspeicher fährt Ihr Betriebssystem etwa viermal so schnell hoch, wie mit einer gewöhnlichen Festplatte und läuft überdies auch deutlich flüssiger.

SSHD kaufen: Notebook mit Sparschwein

Die Geschwindigkeitssteigerung einer SSHD bezieht sich nur auf bestimmte Systemprozesse und ist für den Anwender kaum spürbar, daher lohnt sich der hohe Anschaffungspreis in den meisten Fällen nicht.

Auch der Reboot geht damit deutlich schneller von statten und die Anwendungen werden schneller geladen. Beim manuellen Speichern und Abrufen von Dateien sollten Sie hingegen kaum einen Unterschied bemerken.

Dennoch ist Geschwindigkeit einer SSHD natürlich nicht mit der einer SSD zu vergleichen. Während eine reines Solid State Drive im Test auf Datenraten von mehr als 500 MB/Sekunde kommt, müssen die Werte bei SSHDs differenziert betrachtet werden:

  • Beim Systemstart und bei der Arbeit mit bestimmten Programmen können SSHDs Übertragungsraten auf SSD-Niveau erreichen.
  • Beim Schreiben und Abspeichern von Daten bewegen sie sich aber mit maximal 200 MB/Sekunde im Rahmen der üblichen HDD-Geschwindigkeit.

Das bedeutet im Umkehrschluss, dass sich die höhere Schnelligkeit von SSHDs nur auf bestimmte Systemprozesse bezieht. In der Regel arbeiten Hybrid-Festplatten rund 20% schneller als herkömmliche Festplatten, wobei die Systemleistung dabei effektiv nur um etwa 10% steigt. Da der Anwender Geschwindigkeitssteigerungen unter 20% aber so gut wie gar nicht bemerkt, lohnt sich der Einsatz einer SSHD in den meisten Fällen nicht.

2.2. Weniger Betriebsgeräusche und geringerer Stromverbrauch

Leerer Akku auf Windows Notebook

Aufgrund der Flash-Speicher-Technologie verbrauchen Hybrid-Festplatten deutlich weniger Strom als normale HDDs.

Der zusätzliche Flash-Speicher entlastet den Magnetspeicher, wodurch dessen Scheiben weniger rotieren. Das führt auf der einen Seite zu weniger Betriebsgeräuschen, produziert weniger Abwärme und sorgt für ein schnelleres Abkühlen der Festplatte, was auf lange Sicht auch den Verschleiß reduziert. Die durchschnittliche Lebensdauer einer SSHD liegt bei etwa 10 Jahren.

Darüber hinaus verbrauchen SSHD aufgrund der Flash-Speicher-Technologie auch weniger Strom als herkömmliche Festplatten.

Gut zu wissen: HDDs verbrauchen sowohl im Leerlauf als auch im laufenden Betrieb am meisten Strom, gefolgt von den SSHDs. Reine SSDs sind am sparsamsten und sorgen daher im Laptop für die längste Akku-Laufzeit.

2.3. Kapazität des Flash-Speichers nicht immer ausreichend

Die SSHD handelt intelligent und verrichtet ihre Arbeit ohne Ihr Zutun. Der Algorithmus des Festplattencontrollers erkennt häufig verwendete Dateien und entscheidet selbst, welche davon dauerhaft in den Flash-Speicher überführt werden.

Die physikalische Größe des Flash-Speichers legt allerdings auch die maximale Anzahl der transferierbaren Inhalte fest. Teure SSHDs sind inzwischen mit Flash-Speichern von 64 GB oder mehr ausgestattet. Bei günstigeren Modellen kann es hingegen schon mal zu Engpässen bei der Kapazität kommen, da diese mit 8 oder 16 GB unter Umständen nicht genug Platz für alle relevanten Systemdateien bieten.

Zudem hat der Anwender durch die interne Verteilung keine Möglichkeit, Einfluss auf die Daten zu nehmen, die im Flash abgelegt werden sollen (z.B. die persönlichen Dateien). Ein weiterer Nachteil: Der Verteilungs-Algorithmus arbeitet nicht immer zuverlässig. So kann es beispielsweise vorkommen, dass er aktualisierte (systemrelevante) Dateien schlichtweg übergeht.

2.4. Erschwerte Datenrettung bei einem Ausfall

Eine zusätzliche Schwierigkeit offenbart sich meist erst dann, wenn der hybride Datenträger seinen Dienst verweigert. Die Wiederherstellung von einer SSHD ist ein äußerst komplexer und vor allem zeitaufwändiger Prozess, der nur in den seltensten Fällen zum gewünschten Erfolg führt.

Datenrettung auf einer Festplatte

Die Daten-Wiederherstellung von einer Hybrid-Festplatte ist äußerst komplex und vor allem zeitaufwändig. Gibt der HDD-Teil den Geist auf, hilft in der Regel nur noch eine entsprechende Recovery-Software.

Letztendlich kommt es dabei auch immer darauf an, welcher Teil der SSHD defekt ist. Ist beispielsweise die SSD ausgefallen, können Sie diese im BIOS deaktivieren und den magnetischen Speicher trotzdem weiterverwenden. Schwieriger wird es im umgekehrten Fall: Gibt die HDD den Geist auf, brauchen Sie fast immer ein entsprechendes Recovery-Tool, um Ihre Informationen zurückzubekommen.

Grundsätzlich benötigen Sie für eine erfolgreiche Wiederherstellung aber immer beide Teile der SSHD, da diese eine funktionale Einheit bilden und während des Betriebes fortlaufend Daten zwischen den beiden Teilen geschrieben werden.

Eine Erklärung von SSHDs finden Sie auch noch einmal im folgenden Video:

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