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pay-to-win mit echtgeld

Computerspiele als mögliche Kostenfalle sind ein vielfach behandeltes Thema. Insbesondere Handy-Apps, unbeaufsichtigt in den Händen von Kindern, können gerne einmal ein Konto plündern. Der Markt für Mobile Gaming ist enorm gewachsen und mittlerweile für etwa das doppelte an Einnahmen verantwortlich wie PC-Gaming.

Doch woher kommen diese Einnahmen überhaupt? Die wenigsten stammen von Spielen, bei denen man im Voraus den Vollpreis bezahlt und das entsprechende Spiel anschließend besitzt. Manche haben laufende Kosten oder bieten Anreize wie Pay to Win, um immer wieder Geld auszugeben. Besonders für Menschen, die nicht mit Gaming vertraut sind, ist es oft schwer nachvollziehbar, mit welchen Methoden Hersteller ihre Spiele finanzieren und ihre Kunden zum Zahlen anregen. In unserem Ratgeber bieten wir Ihnen einen Überblick über die Finanzierungsmethoden und psychologischen Kaufreize in der Videospiel-Industrie.

Was ist die Definition von Pay to Win?

Pay to Win trifft zu, wenn ein Spiel die Möglichkeit bietet, Vorteile gegenüber anderen Spielern mit Echtgeld zu kaufen.

Warum ist Pay to Win in der Kritik?

Das System macht das Spielerlebnis für viele Spieler unfair, da es die eigenen Skills für den Erfolg unbedeutender macht. Zudem wird durch die Hersteller oft mit zweifelhaften psychologischen Anreizen zur Zahlung gelockt.

Welche psychologischen Anreize sollen den Kauf fördern?

Manche Hersteller nutzen Glücksspiel-Anreize, einen Prestige-Drang oder die Fear of missing out, die Angst, etwas zu verpassen.

1. Welche Zahlungsmethoden gibt es?

Bei den Möglichkeiten der Finanzierung gibt es drei große Kategorien, die allerdings oft nicht strikt voneinander abgegrenzt sind und fließende Übergänge erlauben:

Zahlungsmethode Besonderheiten
Vollpreis / Pay to Play
  • der Content des Spiels wird im Voraus erworben
  • man zahlt, um zu spielen
Abonnement
  • monatliche Kosten, gängig bei MMORPGS wie World of Warcraft
  • oft in Kombination mit einer anderen Zahlungsmethode
kostenlos
  • freier Zugang zum Spiel
  • Finanzierung entweder durch Werbung oder Microtransactions
 
kostenloses mobile-game

Kostenlose Spiele bieten leichten Zugang.

Bei manchen Spielen ist der Content nicht komplett an eine Methode gebunden, sondern scheibchenweise verteilt. Die rudimentären Inhalte gibt es kostenlos, zusätzliche sind an Abonnements oder Einmalzahlungen gebunden.

Eine beliebte Methode der Hersteller ist hier der Season Pass, mit dem man potentiellen Content erwirbt, den man aber, meist in einem begrenzten Zeitfenster, freispielen muss.

Durch den einfachen Zugang nimmt insbesondere das Angebot an kostenlosen Spielen stetig zu. Es lässt sich eine Fülle an Spielen umsonst spielen, wie etwa auf Spiele-Umsonst.de, sowohl für Smartphones als auch für Browser und PC allgemein.

Tipp: Kostenlos bedeutet nicht automatisch minderwertig. Es gibt zahlreiche gute und sichere kostenlose Spiele, allerdings sollten Sie Ihrem Kind nicht die unbeaufsichtigte Auswahl überlassen. Kontrollieren Sie die Spiele, die Ihr Kind herunterladen möchte, und verhindern Sie hauptsächlich, dass vom Smartphone Ihres Kindes Bezahlungen getätigt werden können.

Während einige Spiele offenlegen, wie sie trotz des kostenfreien Zugangs Geld verdienen, sind andere Entwickler rücksichtsloser. Insbesondere Pay to Win als System wird von kaum einem Entwickler zugegeben und zielt darauf ab, psychologische Aspekte auszunutzen. Immer wieder geraten Spiele wie Blizzards Diablo Immortal daher in die Kritik von Jugendschützern.

2. Psychologische Tricks beeinflussen das Kaufverhalten

Um Microtransactions oder andere Inhalte zu oft unverhältnismäßigen Preisen zu verkaufen, setzen manche Entwickler auf psychologische Kniffe. Sie verwenden Spielmechaniken, die bei anfälligen Menschen zum Beispiel eine Spielsucht fördern können.

2.1. Glücksspiel-Elemente bei zufälligen Belohnungen

pay-to-win durch items in lootbox

Einige Pay-to-Win-Games für Mobile und PC setzen auf Lootboxen statt auf direkten Kauf.

Eine Lootbox etwa ist ein digitaler Behälter, der beim Öffnen zufällige Inhalte an den Nutzer-Account bindet. Dabei kann es sich zum Beispiel um kosmetische Gegenstände wie Skins handeln, die dem Spieler-Charakter, Waffen oder Begleitern ein alternatives Aussehen verleihen.

Da die Inhalte zufällig sind, erhält man meist nicht, was man eigentlich möchte, was für manche Spieler bedeutet, dass sie mehr Lootboxen öffnen müssen. Das Öffnen wird zu einem Glücksspiel, mit all den süchtig-machenden Merkmalen wie reguläres Glücksspiel.

2.2. Vermeintliches Prestige durch Vorteile

Während manche Lootboxen lediglich kosmetische Items enthalten, bieten andere spielerische Vorteile. Diese gibt es auch teilweise direkt in einem Ingame-Shop zu kaufen. Sie machen den Spieler stärker oder schneller oder verkürzen Wartezeiten beim Gameplay.

Durch diese Pay-2-win-Methoden ist ein Spieler per Definition erfolgreicher als Spieler, die nicht bezahlen. Dies kann bei beeinflussbaren Menschen zu einem Gefühl von Prestige führen, einem höheren Rang in der Hierarchie des Spiels.

2.3. Fear of missing out als Antrieb zum konstanten Einloggen

Fear of missing out beschreibt die Angst, Gegenstände oder Events zu verpassen. Spieler werden an ein Spiel gebunden, indem zeitlich begrenzt bestimmte Inhalte freigeschaltet werden können. Dies macht es nötig, sich kontinuierlich in das Spiel einzuloggen, wenn man alle Inhalte besitzen möchte.

Durch diese Art der künstlich geschaffenen Exklusivität wird es insbesondere für Spieler, die bereits viel Zeit und Geld in ein Spiel investiert haben, erschwert, sich von dem Spiel zu lösen.

3. Die Kritik an Pay to Win und ähnlichen Systemen

Wale

Die Definition von "Walen" beschreibt diese im Gaming-Bereich als Spieler, die tausende Euro in Spiele investieren, um sich kosmetische oder gameplaytechnische Vorteile zu verschaffen.

Pay to Win verschiebt nicht nur die Gameplay-Balance, indem es Skills der Spieler abwertet, es lockt auch oft mit unlauteren Mitteln.

So wird die Existenz von Pay to Win als System manchmal verschleiert, indem die Zahlung nicht direkt erfolgt. Anstatt mit Echtgeld zahlt man für die vorteilschaffenden Gegenstände mit einer Ingame-Währung - die man allerdings für echtes Geld erwerben kann.

Auch der Name Microtransactions täuscht, denn klein oder micro ist an vielen Item-Einkäufen schon lange nichts mehr. Das kostenlose Diablo Immortal von Blizzard ist häufig in der Kritik als eines der prominentesten Pay to Win Games für Mobile. Alle Transaktionen innerhalb von Diablo Immortal kämen auf über 100.000 Dollar.

pay-to-win-games-mobile

Aufbauspiele ohne Pay-to-Win werden oft gesucht, da das Genre viele Negativbeispiele bietet.

Zudem wird kritisiert, wie auf YouTube oder anderen Plattformen durch Content Creators, die Verträge mit Gaming-Firmen haben, Praktiken wie Glücksspiel und Pay to Win beworben werden - oft an ein Publikum, das mehrheitlich aus Kindern besteht.

Das führt dazu, dass für Spiele wie Fifa, Lost Ark, New World, Pokémon Unite oder Neuerscheinungen auf dem Markt die Suchanfragen hinsichtlich Pay to Win konstant hoch sind. PC-Spiele oder Mobile Games ohne Pay to Win werden durch den Vergleich für ein informiertes Publikum begehrter, sodass sogar Entwickler damit werben, kein Pay-to-Win-System zu nutzen.

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Pay to Win: Die Monetarisierung von Videospielen
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